Borowski und das Haus am Meer- Kieler Tatort Rezension

Tatort kiel

Letzen Sonntag, den 15.12.2019 wurde ein neuer Kieler Tatort mit Kommissar Borowski und seiner Kollegin Mila Sahin ausgestrahlt. In „Borowski und das Haus am Meer“ versucht das Ermittler-Duo einen Drei-Generationen Konflikt zu entwirren und gleichzeitig einen Mord aufzuklären. Neben einer Leiche am Strand und dunklen Familien-Geheimnissen, kommen auch noch tiefe menschliche Abgründe zum Vorschein.

Rezension von Merle Dölle

Eine Familie und ihre Tragödien

Ein Junge läuft Klaus Borowski (Axel Milberg) und Kollegin Mila Sahin (Almila Bagriacik) eines Nachts in einem Waldstück vors Auto. Der Achtjährige Simon (Anton Peltier) ist sichtlich verwirrt und berichtet, dass sein Opa Heinrich (Reiner Schöne) von einem Hund angefallen worden wäre und er von einem Indianer beschützt worden sei.

Weder vom Hund noch vom Indianer gibt es eine Spur. Lediglich der Opa wird einen Tag später tot am Strand vergraben gefunden. Bei den Ermittlungen stoßen die Kommissare auf einen wirren Drei-Generationen-Konflikt der Familie des toten Großvaters. Er selbst hat seinen eigenen Sohn, heute ein frommer Pfarrer, verstoßen, weil er selbst versucht hatte, das nationalsozialistische Erbe seines Vaters zu verarbeiten. Fortan lebte er in einer Hippie-Kommune auf einem Segelschiff und gründete eine Schule mit radikal antiautoritärer Erziehung. Aus Pflichtgefühl nimmt Sohn Johann Flemming (Martin Lindow) den an Alzheimer erkrankten Vater wieder bei sich auf, worunter seine Beziehung zu seiner Frau Nadja (Tatiana Nekrasov) und seinem Sohn leidet.

Doch wer hat den Mord begangen? Und was hat es mit dem geheimnisvollen Indianer auf sich? Borowski glaubt, dass der kleine Simon etwas gesehen hat.

Ein Film wie ein Schuldgeständnis

Der Tatort von Drehbuchautor und Regisseur Niki Stein („ Der Mann im Strom“, „ Die Frau aus dem Meer“) macht es dem Zuschauer zunächst schwer, die Zusammenhänge zu durchschauen. Durch Rückblenden in die Vergangenheit der Protagonisten versucht er sie den Zuschauern deutlich zu machen: Da ist ein Vater, der Angst hat die nationalsozialistischen Züge seines Vaters fortzusetzen und will deshalb selbst keine Kinder in die Welt setzen, wodurch er seinen eigenen Sohn verstößt. Dieser findet Halt im Glauben, dem er seinen Sohn auferzwingt.

Am Ende geht hier nur um Schuld, die sich durch jede Generation zu ziehen scheint. Immer ist alles nur gut gemeint. Der Film spielt auch mit mystischen Elementen, wie das plötzliche Erscheinen eines Indianers und eines wolfähnlichen Hundes, für die es jedoch am Ende eine ganz einfache Erklärung gibt.

Ein gelungener Tatort?

„Borowski und das Haus am Meer“ stiftet ordentlich Verwirrung und stellt die Geduld der Zuschauer mächtig auf die Probe. Sind die Zusammenhänge jedoch einmal klar, so ist der Film im Nachhinein betrachtet gar nicht so übel, wie er zunächst scheint. Jedoch ist die teils weniger spannende Führung durch die zunächst komplizierte Handlung, wie alles im Film, nur gut gemeint.

Kommissar Borowski macht den Anschein, als hätte er nur wenig mit dem Fall zu tun und wirkt in der ganzen Geschichte eher wie ein Nebendarsteller. Dennoch lohnt es sich, den Kieler Tatort einzuschalten, wenn man bereit ist, sich auf verstrickte Handlungsstränge einzulassen.

Parlamentarischer Abend „Film und Games aus Schleswig-Holstein“

Produzent*innen von Spielen und Filmen haben es schwer in Schleswig-Holstein. Zwar werden diese Medien sehr aktiv konsumiert (allein der Markt für Games umfasste im letzten Jahr 3,1 Milliarden €), aber Produktionen aus SH nehmen an diesem Erfolg praktisch nicht teil.

Doch warum haben es die Produzent*innen von Spielen und Filmen in Schleswig-Holstein so schwer? Wird hier ein Segment übersehen, das wie kein anderes die Kultur des 21. Jahrhunderts prägt und außerdem einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor darstellt? Regionen wie Südtirol haben längst die Wichtigkeit der Film- und Games-Förderung erkannt und gezielt in die Produktion von Medienprodukten investiert.

Doch Filme und Games schaffen nicht nur eine große Anzahl an Arbeitsplätzen, sie prägen auch die Möglichkeiten modernster Technologien wie Virtual Reality oder KI.

Programm

Wir starten mit kurzen Inputs über den aktuellen Stand der Kreativwirtschaft in Schleswig-Holstein und Berichten aus NRW und Südtirol. Im Anschluss diskutieren wir mit Gästen aus der Kreativwirtschaft und Politik:

Kristina Herbst (Staatssekretärin, CDU)
Sandra Winterberg (Geschäftsführerin Mediencluster NRW)
Jan Asmus (Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein)
Joschka Knuth (Landtagsabgeordneter vom Bündnis 90/Die Grünen)
Jörg Hansen (Landtagsabgeordneter der FDP)
Christoph Strunck (Filmbüro Hessen)

Anschließend können digitale Spiele verschiedener Genres ausprobiert und Filminhalte aus Schleswig-Holstein angeschaut werden. Organisiert wird der Abend vom IFgameSH e.V. (der Initiative für den Games-Standort Schleswig-Holstein) und der Filmkultur Schleswig-Holstein e.V.

Eine Anmeldung ist zwingend erforderlich.

Zur Anmeldung

memoria – ein Hauch von Armenien im Studio Filmtheater Kiel

Am 17.09.2019 feierte memoria der Filmemacherin Laura Carlotta Cordt von der Muthesius Kunsthochschule im Studio Filmtheater Premiere. Der Film ist eine essayistische Dokumentation über den Filmemacher Gor Magaryan. Ein Erzählung  über Heimat, Zukunft und Erinnerungen an Armenien.

Ein Bericht von Merle Dölle

memoria ist im Rahmen einer Masterarbeit an der Muthesius Kunsthochschule entstanden, in enger Zusammenarbeit mit dem Filmemacher Gor Magaryan. Der Film blickt zurück auf das Geburtsland des Protagonisten: Armenien. Auf die politische Situation und das gesellschaftliche Leben. Auf seine Kindheit, den Aufbruch in eine neue Welt und seinen Weg als Künstler. Er blickt aber auch nach vorne. 

Auf sein Leben in der neuen Heimat Kiel und seine Vorstellungen von einer Zukunft in Deutschland.  Das Bildmaterial aus Jerewan wird ergänzt durch analoges Material aus Kiel, das von Magaryan selbst stammt. Seine Stimme führt den Zuschauer durch den Film. Fremde Musik und Klänge lassen die Bilder für sich sprechen.

Memoria und die Kunst des Essayfilms

Eine essayisitsche Dokumentation ist eine experimentelle Filmform zwischen Dokumentation und Spielfilm. Hierbei greift der Regisseur eine subjektive Betrachtungsweise auf.

Das Zusammenspiel von Bild und Ton in memoria gewährt tiefe Einblicke in die Gefühls- und Gedankenwelt Magaryans. Es wirkt wie eine Erzählung, fast schon wie ein Märchen mit einem dokumentativen Hintergrund. Im Film scheint die Grenze von Erzählung und Dokumentation zu verschwimmen.

Manche Sequenzen des Filmes erinnern an Tagträumerei oder so, als könnte man direkt in den Kopf des Protagonisten hineingucken. Zugleich berichtet er in anderen Szenen detailliert von seinem Leben und seinen Eindrücken. Weit entfernt von einer klassischen Dokumentation und dennoch aufschlussreich und informativ.

Kein klassischer Spielfilm, der dennoch eine Geschichte erzählt und Emotionen weckt. Eine gelungene Arbeit von Laura Carlotta Cordt und ein tiefer Einblick in eine fremde Welt.

Neu im Kino „Nurejew – The White Crow“

Lautsprecher im Kino in der Pumpe. Es ist Tag Vier der diesjährigen „Kieler Woche der Kinos“ die unter dem Motto „Altes Kino – Neues Kino“ eine Preview des Filmes „Nurejew – The White Crow“ zeigt.

Bericht von Anna Lena Möller

Kunst imitiert Leben imitiert Kunst

In den 1960er Jahren, auf dem Höhepunkt des kalten Krieges, schickt die Sowjetunion eine Tanzkompanie nach Paris, um dort ihre künstlerische Überlegenheit zu demonstrieren. Darunter auch die spätere Ballettlegende Rudolf Nurejew (Oleg Ivenko), der sich vom kulturellen Leben der Stadt mitreißen lässt und die Freiheiten genießt, die er in dieser Stadt kennenlernt.

Erzählt wird in drei Zeitebenen, die asynchron miteinander verwoben werden. Szenen aus seiner Kindheit in Ufa wechseln sich mit Momenten aus seiner Ausbildung beim Kirow-Ballett in St.Petersburg ab, die immer wieder in Bezug zu Nurejews Erlebnissen in Paris gesetzt werden, häufig erzählt über Blicke und Gesten.

Spiegelungen durchziehen als Grundmotiv alle Ebenen des Films von Regisseur und Darsteller Ralph Finnes. Die Füße einer Statue im Louvre werden so zu Nurejews Füßen, die Augen eines Bildes von Rembrandt zu Nurejews Augen. Kunst imitiert Leben imitiert Kunst, von der Struktur des Filmes bis hin zu den agierenden Figuren und ihrer Handlungen.

Für Alle die durchästhetisierte Filmräume mögen

Die Bildästhetik, die diesen Film prägt, erinnert mit seinen schlichten symmetrischen Bildaufbau, den leicht unscharfen Zooms der genutzten 16mm Handkamera, sowie dem Verzicht auf künstliches Licht an die Filme der französischen Nouvelle Vague. Die assoziative Montage der verschiedenen Zeitebenen scheint jedoch eher in Sergej Eisensteins Attraktionsmontage zu fußen, welche die Filmhandlung vorantreibt.

Ein Kinofilm, der es schafft, an sich zu binden, indem er eine authentische Historizität zu konstruieren vermag, die die Zusehenden mitreißt, dessen schlichte Dialoge zum Schmunzeln sind und der mit nur einem Satz in der Realität des Hier und Jetzt endet: „Mein Name ist Rudolf Nurejew. Ich bitte um politisches Asyl“.

Kieler Woche der Kinos – Altes Kino, Neues Kino

Die Kieler Woche der Kinos startet in die vierte Ausgabe. Vom 3. bis 8. September 2019 können Kinoliebhaber*innen und die, die es noch werden wollen, Kinoklassiker und Previews auf großer Leinwand erleben. Das Programm gewohnt gemischt mit Dokumentarfilmen, Spielfilmen und einem Stummfilmklassiker mit Live-Musik.

Schon zum vierten Mal veranstalten die Kieler Kinos eine gemeinsame Veranstaltungsreihe, die den Kieler Besucher*innen Klassiker und Filme außerhalb des üblichen Programms näher bringen will. In diesem Jahr aufgrund terminlicher Probleme des Cinemaxx und des metroKino im Schloßhof sowie dem Umbau des Hansafilmpalastes erstmals in reduzierter Besetzung. „Das soll sich aber im nächsten Jahr wieder ändern“, versichert Dennis Jahnke vom Studio Filmtheater am Dreiecksplatz, der zusammen mit Zara Zerbe (Kino in der Pumpe) und Andreas Steffens (Traum-Kino) das diesjährige Programm zusammengestellt hat.

Das Motto „Altes Kino – Neues Kino“ stellt diesmal Filmklassiker und noch nicht veröffentlichte Filme nebeneinander. Es geht ums Entdecken. „Ältere Filme kommen noch relativ selten auf die Leinwand zurück“, erklärt Andreas Steffens, „bei manchen Filmen ist es sogar schwer, sie überhaupt noch irgendwo zu sehen.“ So ist es auch mit dem sowjetischen Stummfilm „Kosmische Reise“, der zwar 1936 gedreht wurde, aber schnell wieder aus den russischen Kinos verschwand und erst 1980 wiederentdeckt wurde. In Deutschland ist der Film erst seit 2010 bekannt. „Man kann hier also schon von einer kleinen Kinorarität sprechen“, sagt Zara Zerbe. Live am Klavier begleitet wird der Stummfilm von Willem Strank, der regelmäßig Stummfilmevents im Kino in der Pumpe veranstaltet.

Der Programmschwerpunkt Neues Kino wird vor allem von Previews bestritten, also Filmen, die noch keine Premiere hatten. Dabei soll es auch politisch sein dürfen. Hochaktuell ist der Dokumentarfilm „Driving Europe“, der Europa einer Bestandsaufnahme unterzieht. Um Freiheit und Selbstbestimmung geht es im Spielfilm „The White Crow“, die Geschichte eines sowjetischen Balletttänzers, der nach einer Aufführung im Westen bleiben will. Auf eine Überraschungspremiere darf sich das Publikum dann am 7.09.2019 im Traum-Kino freuen.

Driving Europe

Das Programm

Driving Europe (D 2019) – 03.09.2019

Mit dem Gefühl Europa driftet auseinander, begeben sich Ina, Felix und Tim auf eine außergewöhnliche Reise. Sie verlegen ihre Hamburger WG in einen selbstausgebauten Van. Ihr Ziel: In jedem EU-Land mit den unterschiedlichsten Menschen über deren Hoffnungen und Ängste hinsichtlich der Europäischen Union zu sprechen. Entstanden ist eine Dokumentation mit überraschenden Ideen für eine gemeinsame Zukunft und emotionalen Einblicken in die Gedankenwelt der Menschen – zusammen mit atemberaubenden Naturaufnahmen.

Dokumentarfilm mit anschließendem Filmgespräch mit den Filmemachern

D 2019. 90 Min. FSK 0. R: Felix Hartge, Ina Bierfreund, Tim Noetzel.

Dienstag, 03.09., 20:30 Uhr, Studio Filmtheater am Dreiecksplatz

Harold und Maude (USA 1971) – 04.09.2019

Liebesfilm, schwarze Komödie. Ein lebensmüder junger Mann und eine lebenslustige Oma treffen sich. Liebesfilm und schwarze Komödie, ein Kultfilm für Nonkonformisten. Deutsche Sprachfassung.

US 1971. 91 Min. FSK 12. R: Hal Ashby. Mit Bud Cort, Ruth Gordon. Musik: Cat Stevens

Mittwoch, 04.09., 20:00 Uhr, Traum-Kino

Harold und Maude

LOLA rennt (D 1998) – 05.09.2019

Thriller, Drama. Manni hat Schulden und das nicht zu knapp. 100.000 DM schuldet der kleine Kurier seinem Oberhehler. Wenn er nicht bezahlt, geht’s ihm an den Kragen. Mannis Freundin Lola hat noch 20 Minuten, um das Geld von der Bank zu holen – 20 Minuten bis Mannis Auftraggeber erscheint. 20 Minuten, die über das Leben ihres Freundes entscheiden. Also rennt Lola los…

D 1998. 81 Min. FSK 12. R: Tom Tykwer. Mit Franka Potente, Moritz Bleibtreu

Donnerstag, 05.09., 20:30 Uhr, Studio Filmtheater am Dreiecksplatz

Nurejew – The White Crow (GB 2019) – 06.09.2019

Biopic, Drama. Beruhend auf wahren Ereignissen erzählt Regisseur und Darsteller Ralph Fiennes in die Geschichte des legendären sowjetischen Ballettstars Rudolf Nurejew, der die Welt 1961 mit seiner Flucht nach Frankreich verblüffte. Die Rolle Nurejew interpretiert eindrucksvoll der ukrainische Weltklasse-Balletttänzer Oleg Ivenko.
Paris in den 1960er Jahren: Der Kalte Krieg befindet sich auf seinem Höhepunkt und die Sowjetunion schickt ihre beste Tanzkompanie in den Westen, um ihre künstlerische Stärke zu demonstrieren. Das Leningrader Kirow-Ballett begeistert die Pariser Zuschauer, aber ein Mann sorgt für die Sensation: der virtuose junge Tänzer Rudolf Nurejew. Attraktiv, rebellisch und neugierig, lässt er sich vom kulturellen Leben der Stadt mitreißen. Begleitet von der schönen Chilenin Clara Saint streift er durch die Museen und Jazz-Clubs der Stadt, sehr zum Missfallen der KGB-Spione, die ihm folgen. Doch Nurejew genießt den Geschmack der Freiheit und beschließt in Frankreich politisches Asyl zu beantragen. Ein höchst riskantes Katz- und Mausspiel mit dem sowjetischen Geheimdienst beginnt.

GB 2019. 122 Min. FSK 6. R: Ralph Fiennes. Mit Oleg Ivenko, Ralph Fiennes

Freitag, 06.09., 20:30 Uhr, Kino in der Pumpe

Kosmische Reise

Überraschungs-Premiere – 07.09.2019

Überraschungsvorpremiere eines ganz neuen Films vor dem Bundesstart!

Samstag, 07.09., 20:00 Uhr, Traum-Kino

Kosmische Reise (UdSSR 1936) – 08.09.2019

Science-Fiction. Moskau 1946: Der betagte Professor Sedych leitet ein Raumfahrtprogramm, deren Ziel eine Mondlandung ist. Der junge Professor Karin zweifelt an den Fähigkeiten des alten Wissenschaftlers. Die ersten Raketen-Starts scheitern scheinbar, doch dann gelingt die Mondlandung und die Raumfahrer müssen Abenteuer meistern. „Kosmische Reise“ ist der letzte sowjetische Stummfilm.

Am Klavier Willem Strank

UdSSR 1936. 70 Min. FSK n.A. . R: Vasilij Zuravlev. Stummfilm

Sonntag, 08.09., 20:30 Uhr, Kino in der Pumpe

Mehr Informationen gibt es auf Facebook

Call of Entries: Drehbuchpreis Schleswig-Holstein 2019

Drehbücher sind die Basis für alle Filme – für gute ebenso wie für weniger gute Filme. Damit es mehr gute gibt, hat Filmkultur Schleswig-Holstein e.V. 2018 den Drehbuchpreis Schleswig-Holstein ins Leben gerufen. Nach einem sehr erfolgreichen ersten Wettbewerb, zu dem über 50 Drehbücher aus ganz Schleswig-Holstein eingereicht wurden, kündigt Filmkultur SH e.V. nun die zweite Runde an.

Seit dem 1. August können Autorinnen und Autoren aus Schleswig-Holstein ein Drehbuch für einen szenischen Kurzfilm von max. 15 Minuten Länge einreichen. 

Die Verleihung des DREHBUCHPREIS SCHLESWIG-HOLSTEIN (DP SH) findet am 1. Dezember 2019 im Studio Filmtheater am Dreiecksplatz in Kiel statt. An diesem Abend stehen die nominierten Geschichten im Mittelpunkt: SchauspielerInnen werden in einer szenischen Lesung die nominierten Drehbücher vortragen. Die Autorinnen und Autoren stellen ihre Stoffe im entspannten Gespräch kurz vor. Eine Fach-Jury vergibt dann den #DPSH19 und das Publikum den Publikumspreis.

Mehr Informationen unter www.drehbuchpreis-sh.de

Call of Entries: Flensburger Kurzfilmtage

Noch bis zum 15. Juli besteht die Möglichkeit, Filme für den Wettbewerb der 19. Flensburger Kurzfilmtage einzureichen. Kurze Filme aller Genres aus dem deutschsprachigen Raum und aus Dänemark können dafür über die Webseite des Festivals angemeldet und hochgeladen werden.  Aus allen Einreichungen werden 40 bis 50 Filme ausgewählt, die im Rahmen der Flensburger Kurzfilmtage vom 20. bis 24. November im 51 Stufen Kino im Deutschen Haus präsentiert werden. Dort entscheidet dann eine Jury und das Publikum über die Vergabe der Preise in Höhe von 6.000 Euro.
Weitere Infos unter www.flensburger-kurzfilmtage.de

Bereits zum 19. Mal geht das beliebte Kurzfilmfestival in Flensburg im Herbst dieses Jahres über die Bühne. Veranstaltet werden die Flensburger Kurzfilmtage zusammen mit der Europa-Universität und der Hochschule Flensburg. 

Geschichten aus dem Grenzland – Projekt 2020

Im kommenden Jahr feiern wir 100 Jahre Deutsch-Dänische Grenzziehung. Die FORWARD FILMPRODUKTION aus Sörup nimmt das Jubiläum zum Anlass, Menschen aus dem Grenzland ihre Geschichten erzählen zu lassen. Der erste Beitrag aus der offenen Kurzfilmreihe „Projekt 2020 – Eine Grenze. Die Menschen. Ihre Geschichten.“ ist seit Freitag auf YouTube und Facebook zu sehen. 

Eine dänische Schülerin, die sich eine deutsche Rentnerin als Wahl-Oma aussucht. Ein dänischer Landwirt, der in dem neuen Wildschweinzaun eine Herausforderung für die deutsch-dänische Zusammenarbeit sieht. Ein angehender deutscher Einzelhandelskaufmann, der seine Ausbildung grenzüberschreitend absolviert. Sie sind die ersten Protagonisten, die im Rahmen des „Projektes 2020“ ihre individuelle Geschichte aus der Grenzregion erzählen. 

Die Interviews für die nächsten Filmbeiträge sind bereits im Schnitt oder werden aktuell gedreht. „Es sind immer wieder auch ‚eckige‘ Themen dabei“, stellt Thomas Dethleffsen, Geschäftsführer von FORWARD, klar. So kommt unter anderem eine Krebspatientin zu Wort. Sie lebt kurz hinter der Grenze auf der dänischen Seite. Aufgrund einer Gesetzesänderung muss sie für ihre Strahlentherapie nun weiter ins Landesinnere fahren, statt wie bisher ins nahe gelegene Flensburg. 

Zu den weiteren Protagonisten werden u. a. ein ehemaliger Grenzpolizist, die Faustballer der deutschen Minderheit in Dänemark, die gleichzeitig in der dänischen Nationalmannschaft punkten, und ein Däne zählen, der in Flensburg unter anderem als Stadtführer arbeitet. „Wir freuen uns jederzeit auf weitere Vorschläge“, so Dethleffsen. „Mit dem Projekt wollen wir Geschichten-Schätze aus der Region heben. Es ist unser Beitrag zu dem Jubiläum, das wir mit allen Menschen feiern wollen, die in unserer Region leben oder sich für sie interessieren.“ Mindestens sieben weitere Kurzfilme mit je drei bis vier Protagonisten aus Deutschland und Dänemark sollen in den kommenden Monaten folgen. 

Der Umfang des Projektes ist nicht festgelegt, und auch zeitlich ist es nicht begrenzt. Zwar habe das Jubiläum im kommenden Jahr den Anstoß für die Eigenproduktion gegeben, aber „wir positionieren uns nicht nur im Jubiläumsjahr und hören dann wieder auf damit“, betont Dethleffsen. Gezeigt werden kleine menschliche Geschichten, aber auch Beiträge mit kontroversen Positionen zum Thema Grenze. „Wir zeigen die Bedeutung der deutsch-dänischen Grenze in unterschiedlichen Dimensionen. Von Mensch zu Mensch.“ 

Der Ablauf der ersten Dreharbeiten habe bereits einen wichtigen Aspekt an der Grenze gezeigt, berichtet Sönke Lassen: „Die Verständigung untereinander läuft völlig unkompliziert.“ Auch sonst sei die Erfahrung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit durchweg positiv. Das bisherige Fazit des Regisseurs: „Jeder ist aufgeschlossen, freundlich und hilfsbereit. Ob Deutscher oder Däne, deutsche Minderheit, dänische Minderheit, Lokalpatriot oder überzeugter Europäer.“

Die Kurzfilme sollen nicht nur über YouTube und Facebook verbreitet werden. Es ist geplant, die Filme zudem auf weiteren Online-Plattformen sowie auf Veranstaltungen im Rahmen der Feierlichkeiten zu zeigen. Ihre Protagonisten hat die Söruper Filmproduktion unter anderem über Recherche im Internet, intensive Zeitungslektüre, Empfehlungen und Facebook-Aufrufe gefunden. Thomas Dethleffsen: „Wir hoffen, dass sich unsere Idee rumspricht und sich weitere Menschen bei uns melden, die ihre Geschichte erzählen möchten.“

Nach einer Pressemitteilung der Forward Filmproduktion


Finale „Nur 48 Stunden“ – Das Familientreffen der Filmszene

42 Teams haben vom 17. bis 19. Mai Filme gedreht. Unter dem Motto „Endstation“ konnten sie kreativ werden. Vierzehn von ihnen haben es in diesem Jahr in das Finale des „Nur 48 Stunden“-Wettbewerbs geschafft, des wohl schnellsten Filmwettbewerbs des Landes. Im metroKino wurden nun die Sieger gekürt.

Ein Bericht und Bilder von Anna Lena Möller

Viele Protagonisten hießen in diesem Jahr Ella und Valentin, denn das war eines der Elemente, welche die Filmemacher*innen in diesem Jahr in ihrem Film unterbringen mussten. Eine Vorgabe, die sicherstellen soll, dass der Film tatsächlich in 48 Stunden gedreht wird. Daneben sollte eine Yoga-Übung und ein Versprecher untergebracht werden. Und so schallte immer wieder ein Lachen durch den Saal, ob der kreativen Lösungen, die die Filmemacher*innen gefunden haben.

Kameramann Björn Kurtenbach im Gespräch mit Daniel Kröhnke (Filmkultur SH)

Genrefilme und besondere Filmtechnik auf dem Treppchen

Die Konkurrenz war stark in diesem Jahr. Und wie jedes Jahr gab es ein paar Filme, die rein stilistisch sich von den anderen abhoben. Da gab es „Space Out“ von Reinhold Hansen, das sich den filmischen Mitteln eines Musikvideos bediente. Da war der Dokumentarfilm „Ich liebe dich“ von Oliver Boczek und die Mockumentary „Endstation“ von Jackie Gillies. Letztere konnte sich nicht nur über den dritten Preis, sondern auch über den Publikumspreis freuen.

Jackie Gillies und Team

Eine Auszeichnung gab es auch für den Stop Motion Film „Haimweh“ von Leonore Reuleke, eine Filmform, die nur selten in diesem Wettbewerb verwendet wird. Dieses Projekt gewann den Zweiten Preis.

Gewinnerin Leonore Reuleke

Nachwuchs und alte Hasen

Die jüngsten Teilnehmer*innen des Wettbewerbs waren 12 Jahre alt. Mit Terra präsentierte Tim Bielefeld einen Endzeit-Film, für den er am Ende des Abends mit dem Nachwuchs Preis ausgezeichnet wurde.

Viele alte Wettbewerbshasen schaffen es ebenfalls ins Finale. Da ist „Aufwärts“ von Johann Schultz, ein Wettbewerb zwischen Fahrstuhlfahrer und Treppensteigerin mit einer gewohnten Prise Surrealität. Da ist „Liar’s Dice“ von Torben Sachert und Olli Ott, die sich nach der bildgewaltigen Mise-én-Scene im vorigen Jahr für ein reduziertes Kammerspiel eingelassen haben. Da ist der Genre Mix „Rewinders“ von Janis Lippisch mit seiner sehr norddeutschen Verfolgungsjagd mit der Schubkarre und Merlin Slamanigs actiongeladener Agenten Thriller „Tripplem“ sowie „Kopfkino“ von Junit Weber.

Und der Preis geht an …

Die Jury bestehend aus Julia Gläsker, Matthias Fey und Felix Arnold verlieh am Ende des Abends den Jürgen-Prediger Preis an den Film „Zwei Halbe Hähnchen“ eine augenzwinkernde Mockumentary über einen Stand für gebratene Hähnchen, der gleichzeitig auch als Dating-Börse fungiert.

Jantje Knecht und Team gewannen den ersten Preis

Bauhaus und Film

Es wird groß gefeiert in diesem Jahr,  das Bauhaus. Zur Feier zeigt das Kino in der Pumpe in Kiel Filme zu „100 Jahre Bauhaus“. Vom 4. Juni bis 9. Juli 2019.

1919 von Walter Gropius gegründet, nach 14 Jahren aus politischen Gründen wieder geschlossen, hatte das Bauhaus zwar nur eine kurze Lebensspanne – seine Strahlkraft hat es jedoch auch nach 100 Jahren nicht eingebüßt. „Das Bauhaus war eine Idee. Eine Revolution. Ein Scheitern und ein Erfolg… Das Bauhaus war glatt, weiss, klar und bunt… Das Bauhaus war streitbar… Das Bauhaus hat gebaut… hat Stahlrohr gebogen… gewebt… gefeiert.“ Und das Bauhaus hatte – auch wenn nie eine Filmklasse existierte – 25 filmaffine Student*innen. Sie beschäftigten sich mit Lichtprojektionen, mit abstrakten Filmen, mit reformerischen Architekturfilmen wie mit sozialkritischen Dokumentarfilmen.

Bereits am frühen Bauhaus, inspiriert durch Theo van Doesburgs De Stijl, befasste man sich mit dem neuen Medium. Und so stehen drei Programme im Mittelpunkt der Filmreihe, die sich mit oben genannten Themen beschäftigen und dabei auch besonders den Blick auf die Filmarbeit der Frauen vom Bauhaus richten. Hervorzuheben ist dabei der erst jetzt ins Deutsche übersetzte Film „Wassily Kandinsky und die Entdeckung der abstrakten Kunst“

Ergänzt werden diese moderierten Filmabende von einem Programm mit zeitgenössischen Dokumentationen über das Bauhaus, über die immer noch aktuellen Fragen unseres Zusammenlebens, über fotografierende Frauen des Bauhauses, einem Klassiker der Filmgeschichte und über eine Villa, deren Erscheinung ebenso bewegend ist wie ihre Geschichte.

Mehr Informationen Kino in der Pumpe

Und auf unserem Veranstaltungskalender

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