Dokumentarfilm Transit Havanna

Diesen Montag wurde im metro-Kino der erste Film im Rahmen des fünften Transgender Filmfestival in Kiel gezeigt. Die Dokumentation TRANSIT HAVANNA markierte die erste Station eines bunten Filmprogramms, das sich rund um die Themen Transsexualität, Travestie und Toleranz drehen wird.

Ein Bericht von Samuel Bereuther

„Homophobia no, socialisme si!“, skandieren die Teilnehmer des kubanischen Christopher Street Day auf den Straßen Havannas. Unter ihnen: Odette, eine „frische“ Transsexuelle, die noch vor zwei Jahren nach eigenen Angaben der „beste Panzerfahrer Kubas“ war. Die schulterlangen, losen Haare strohblond gefärbt und provisorisch mit einem Haargummi, einer Spange und einer Nadel fixiert, und dennoch mit einem silbernen Kruzifix um den Hals, vermittelt Odette ein Bild, das sich auf ihr Heimatland selbst übertragen lässt: Unter dem Regime Castros stark ideologisch geprägt, streng religiös und – vor Allem – in einer unaufhaltsamen Transformation, hin zu einer ungewissen Zukunft. Zusammen mit Malú und Juani bildet Odette den Kern dieser großartigen Dokumentation von Regisseur Daniel Abma, die einen intimen und unverblümten Einblick in eine Nation im Umschwung bietet.

Bis Samstag kann man noch weitere Dokumentationen, sowie Filme im Lang- und Kurzformat im Traumkino und Co. anschauen. Das Programm verspricht ein breites Spektrum an Eindrücken in Schicksale und Charaktere, die einem viel zu oft verschlossen bleiben. Dazu gibt es im Restaurantbereich der TraumGMBH eine kostenlose Ausstellung der Künstlerin Kirsten Wunsch, die sich in Zeichnungen und Installationen mit dem Thema Transsexualität und Maskierung auseinandersetzt. Jetzt kann man darauf hoffen, dass noch mehr Menschen in die Kinos strömen.

Mehr Informationen

Schreibe einen Kommentar