Kieler Tatort

Borowski und das Haus der Geister – Kieler Tatort Rezension

Was braucht man für einen „Tatort“? Man nehme eine altmodische Villa, einen Kommissar, eine große Portion Familienintrige, eine Prise Übernatürliches und ein Hauch von angespannter Stimmung.  Fertig ist der Kieler Tatort, der am 02.09.2018 von der ARD ausgestrahlt wurde. Für das vollendete Krimierlebnis packt man dann noch eine Leiche hinzu, nach welcher man in diesem Fall zunächst vergeblich sucht, im wahrsten Sinne des Wortes.

von Merle Dölle

Geister oder Hirngespinste?

Klaus Borowski (Axel Milberg) hatte die Ermittlungen zu dem Tod der Frau seines alten Schriftstellerfreundes bereits vor Jahren eingestellt. Doch jetzt beschäftigt ihn der Fall erneut. Hat Frank Voigt (Thomas Loibl ) seine Frau Heike umgebracht? Und was hat es mit dem Spuk auf sich, der das Haus und vor allem Franks neue Frau Anna (Karoline Schuch) heimsucht? Handelt es sich hierbei tatsächlich um den Geist der verstorbenen Ehefrau oder einfach nur um perfide Tricks der menschlichen Psyche?

„Dieses Haus will mich umbringen“, so Anna. Dabei bleibt bei mittlerweile zwei Morden im Laufe des Geschehens ziemlich unklar, wer jetzt eigentlich wen umbringen wollte.
Klar ist nur, nichts ist wie es scheint, denn die Familie ist verstrickt in ein Netz aus Lügen und Intrigen. Am Ende wimmelt es nur so von Tatverdächtigen und möglichen Spuren, allerdings nicht von echten Geistern, so viel sei gesagt. Nebenbei feiert der Tatort eine kleine Premiere: Almila Bagriacik ermittelt zum ersten Mal als Mila Sahin an der Seite von Kommissar Borowski.

Kleine Schritte in die Welt des Horrors

Der Kieler Tatort wagt sich vorsichtig ans Horror-Film-Genre ran und greift bekannte Klischees auf, wie z.B. das Gläserrücken. Allerdings schafft er es nicht über den Film die Spannung zu halten, weil übernatürliche Phänomene direkt geklärt werden, um scheinbar die Sachlichkeit zu bewahren. Es scheint, als würde sich dieser Tatort nicht so recht ans Genre herantrauen. Wie ein Geist, der sich nicht traut, seinem Publikum einen gehörigen Schrecken einzujagen.

Der Tatort ist noch bis zum 02. Dezember 2018 in der Mediathek zu sehen.

Bild: NDR

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