LABYRINTH von Johannes Karstens feierte Premiere

Bereits am 9. Oktober 2014 feierte Johannes Karstens mit seinem Kurzfilm LABYRINTH Premiere im Studio Filmtheater in Kiel. Unter den Zuschauern waren auch viele Filmemacher aus Kiel und Umgebung gekommen, die einen stimmungsvollen Abend erlebten.

 


Eva Charlotte Koschinsky (mitte)

Regisseur Johannes Karstens hatte zur Premiere geladen und alle jungen Filmemacher waren gekommen. Familientreffen, so könnte man diesen Abend beschreiben. Ihnen bot er ein buntes Kurzfilm-Programm. Die meisten der Werke stammten von den Weggefährten, die Karstens in den letzten Jahren begleitet hatten. Zu sehen waren: Mit und ohne Ton (Lasse Callsen), Eine lange Reise (Sven Bunge), Sprachlos (Jasper Stratil), Schlag auf Schlag (Gerald Grote und Claus Oppermann), Vom Treffen zweier Igel (Jasper Stratil), Blütenstaub (Jasper Stratil) und Mopping (Oliver Ott und Torben Sachert ).

 


Torben Sachert

Schließlich die Premiere seines neuen Kurzfilms LABYRINTH. Die Geschichte nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise durch die innere Welt von Hauptprotagonistin Alicia. Erzählt mit sehr durchdachten und teils beeindruckenden Bildern von Kameramann Torben Sachert. Intensiv gespielt von Eva Charlotte Koschinsky. Dem Film selbst hätten kürzere Dia- und Monologe gut getan. Dazu die Frage: Darf Film das? Darf er die Sprache der Figuren in dieser Art poetisch überziehen? Darf sich Sprache im Film an das Theater anlehnen, heute? Karstens wagt es und das Ergebnis gibt ihm recht. Dieser Film bleibt im Kopf hängen. Wie er das macht, bleibt genauso geheimnisvoll wie die eigene Seele für Alicia.

 

Bericht und Fotos: Jessica Dahlke

Förderentscheidungen der Filmwerkstatt Kiel

Der Förderbeirat der Filmwerkstatt Kiel trat am 8. Oktober 2014 zusammen und vergab in seiner zweiten Fördersitzung in diesem Jahr Fördermittel in Höhe von 115.000 Euro an insgesamt 20 Projekte in den Bereichen Projektentwicklung, Produktion und Präsentation.

Produktionsförderung

BORN FOR KORN (Middelton & Heesch GbR)
von Rainer Heesch (15.000 Euro)

WOLF AND SHEEP
von Katja Ardomeits (10.000 Euro)

SOCIUS
von Delia Gyger (10.000 Euro)

FILM AB! DIE ABENTEUERLICHEN ERBEN DES LANDFILMS
von Carmen Blazejewski (10.000 Euro)

SANDY ISLAND
von Arto Sebastian Buhrmann (7.500 Euro)

EUROPIUM
von Lisa Rave (7.500 Euro)

DETER, BAUER
von Anne Carolin Renninger (7.500 Euro)

BARSTOW, CALIFORNIA
von Rainer Komers (7.500 Euro)

DIE KLEINSTE ARMEE DER WELT
von Martin Gerner

SABINE LINSE: RITES DES PASSAGE II – THE CAVE
von Verena Voigt (4.000 Euro)

Projektentwicklungsförderung

DAS TOTE PFERD VON PLÖN
von Jan Maroske (5.000 Euro)

MUTANGA
von Helmut Schulzeck (5.000 Euro)

DARREN QUINNERT
von Daniel Opitz (5.000 Euro)

WIRD DIE SCHÖNHEIT DIE WELT RETTEN?
von Jannik Büddig (5.000 Euro)

REYKJAVIK
von Katja Adomeit (5.000 Euro)

KREISLÄUFER
von Simic Zoran (5.000 Euro)

Präsentationsförderung

PERSONA NON DATA
von Doro Carl (2.500 Euro)

ZEILE FÜR ZEILE
von Viola Rusche (2.450 Euro)

BLITZFILM WORKSHOPS
Karsten Weber (2.400 Euro)

Erstellung einer DCP von seinem Film ICH HABE EINEN TRAUM
Fredo Wulf (400 Euro)

Die Förderentscheidung haben getroffen: Oliver Keidel (Drehbuchautor), Arne Sommer (Leiter Filmwerkstatt FFHSH) und Yasemin Yilmaz (Künstlerin & Kulturmanagerin).

Nordfilm Kiel vergibt Kurzfilm-Nachwuchspreis auf Filmfest SH 2015

Die Nordfilm Kiel GmbH unterstützt im kommenden Jahr erstmals das Filmfest Schleswig-Holstein und vergibt gemeinsam mit der Filmwerkstatt Kiel den Kurzfilm-Nachwuchspreis.

Gesucht werden Filme bis maximal 20 Minuten Länge von Filmemacherinnen und Filmemachern bis 27 Jahre (bei Fertigstellung der Filme). Der Preis ist mit 1.000 Euro dotiert. Einreichfrist ist der 15.11.2014. Das Festival findet vom 19. bis 22.3. 2015 in Kiel statt. Veranstalter ist seit 2008 die Filmwerkstatt der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein zusammen mit dem Kommunalen Kino in der Pumpe Kiel und der Kulturellen Filmförderung Schleswig-Holstein e.V.

Mehr Informationen

Stammtisch | Den Sound im Ohr

Am 15. September 2014 trafen sich wieder Filmemacher aus Kiel und Schleswig-Holstein zum Kieler Filmemacher Stammtisch. Diesmal in der Pumpe. Aufgrund von Terminschwierigkeiten der geladenen Filmkomponisten und Musiker veränderten wir das Thema von „Filmmusik“ auf „Ton und Sounddesign im Film“. Das kam vor allem den jungen Nachwuchsfilmern zugute, die fundiertes Fachwissen von den anwesenden Experten wie dem Sounddesigner Ferit Esinberk erhielten.

 

Ton als gestalterisches Mittel im Film

Der Ton wird leider viel zu wenig wertgeschätzt, dabei ist er ein wichtiges gestalterisches Mittel im Film. „Das fängt schon beim Skript an, wo die Soundgestaltung mitgeplant werden sollte“, erklärt Ferit. „Der Ton bestimmt maßgeblich die Atmosphäre des Films und hat den gleichen Stellenwert wie das Bild“, ergänzt Frank Schmerschneider, der bei seinen Kurzfilmabenden in der Hansa 48 gerne Hintergrundinformationen zu den gezeigten Filmen mitliefert. „Mit Geräuschen lässt sich zum Beispiel Gefahr unmittelbar erlebbar machen. Filmmusik öffnet Gefühle. Und Hintergrundgeräusche erzeugen ein Raumgefühl. Der Ton ist sehr facettenreich“, so Frank weiter. Über den Ton lassen sich zudem erzählende Elemente gestalten, die mit dem Bild nur schwer darstellbar sind. So zum Beispiel im Film HASS (F, 1995), in dem Jugendliche ständig die Motoren von Luxusautos hören, die sie sich niemals leisten könnten.

 

Ton am Set

Am Set sollte der Ton so perfekt wie möglich aufgenommen werden, denn Nachbearbeitungen sind oft schwierig und langwierig bzw. in manchen Fallen gar nicht möglich. Eine Nachsynchronisation kann Dialogen zudem die Natürlichkeit nehmen, wenn diese noch einmal im Studio aufgenommen werden müssen. „Irgendwas geht immer verloren“, so Ferit.

„Jungen Filmemachern rate ich, das Equipment erst einmal zu leihen“, sagt Pierre Schmalfeldt, der bei diversen Kurzfilmdrehs als Tonmann im Einsatz ist. Das ist bei nichtkommerziellen Projekten zum Beispiel in der Filmwerkstatt Kiel möglich. Für einige hundert Euro gibt es aber auch Audiorekorder, die mit einem guten Mikrophon tolle Ergebnisse abliefern. „Bei der Tonabnahme selbst ist es wichtig auf Hintergrundgeräusche zu achten und mit den Mikro so dicht wie möglich an den Sprecher zu gehen. Bei einem Filmdreh mussten wir zum Beispiel den Stromgenerator versetzen, weil das Brummen die ganze Zeit zu hören war.“ Um Geräuschquellen wie Klimaanlagen, vorbeifahrende Züge oder andere Störquellen zu identifizieren, sollte bei der Locationbesichtigung auch der Ton getestet werden.

„Sind gute Tonaufnaufnahmen vor Ort nicht möglich, dann lieber auf den Drehort verzichten oder gucken, ob man die Geräusche reduzieren kann, zum Beispiel indem die Klimaanlage ausgeschaltet wird“, rät Ferit. „Was man auch vorher testen sollte ist der Raumklang. Wir haben einmal im UKSH gedreht und dort eine Plansequenz durch verschiedene Räume gemacht. Weil einige Räume viel halliger waren als andere, hatten wir Probleme, den Ton des Sprechers zu angeln. So was muss man vorher wissen“, erklärt Mary-Ann Helbig, Studentin an der FH Kiel. Manchmal passen die Hintergrundgeräusche aber auch zur Atmosphäre des Films. Das Brummen eines Flugzeuges hat der apokalyptischen Stimmung im Kurzfilm „Aground: Terra 9629“ (Kaweh Kordouni) noch mehr Tiefe gegeben. Solche Zufälle sind aber selten.

„Wenn der Ton extern aufgenommen wird, sollte immer eine Klappe verwendet werden. Denn es ist später unheimlich viel Arbeit ohne sie Bild und Ton zu synchronisieren. Das wird leider gern mal vergessen“, ergänzt Jackie Gillies. „Außerdem sollten von jedem Raum einige Minuten Atmosphäre aufgenommen werden. Damit kann der Cutter später Pausen überbrücken oder Tonfehler überdecken“, so Ferit.

 

Lohnt sich der Einsatz von Funkstrecken?

Zudem wollte ich von meinen Gästen wissen, ob sie mit Funkstrecken arbeiten und was man dabei beachten muss. „Ich arbeite gerne mit Funkstrecken, weil sich die Menschen vor der Kamera freier fühlen und so viel authentischer wirken“, erklärt Caro Palm, ebefalls Studentin der FH Kiel. Ihre Kommilitonin Mary-Ann ergänzt: „Man sollte vor Drehbeginn testen, wie weit der Funk reicht, sonst reißt der Ton womöglich mitten in der Aufnahme ab. Zudem immer dafür sorgen, das nix das Signal stört.“ Im Ausland kann es außerdem passieren, dass die Frequenzen, über die die Funkstrecken laufen, bereits besetzt sind. Ist das der Fall, muss vor Ort für Ersatz gesorgt werden. Der Einsatz bleibt aber Geschmackssache. Sinnvoll sind Funkstrecken besonders dann, wenn die Gegebenheiten am Set das Angeln des Tons erschweren.

„Ach ja und bitte schreit niemals laut herum, wenn der Tonmann nicht darauf vorbereitet ist. Da fliegen einem wirklich die Ohren weg“, erklärt Pierre zum Schluss, was mit wilden Nicken einiger bestätigt wird. Klar, wir werden bei nächsten Dreh ganz besonders darauf achten.

Bericht, Fotos: Jessica Dahlke

Das verkopfteste Filmfestival Kiels überrascht mit Genre

Am Donnerstag (11.09.2014) traf sich die Kieler Filmszene in der Szene-Disco Luna, um die „verkopftesten“ Filme der Stadt anzusehen. Doch die Veranstalter überraschen positiv mit einer guten Mischung und sogar Genre wie Horror, SciFi und Musical bekamen ihre Chance. Filmszene-sh.de stellt alle gesehenen Filme in einer Kurzrezension vor.

Sprachlos (Conrad Pfüller)

Ach ja, die Stummfilmzeit. Ach ja, dieses wunderbare Overacting. Machen wir doch einen Film draus. Und zwar einen ziemlichen witzigen, der vor allem von seinem Hauptdarsteller lebt. Für einen netten Abend wärmsten zu empfehlen.

Macher von Sprachlos

Traumwäsche (Olya Rada)

Das freudrische Kurzfilmdrama á la Ingmar Bergman hinterlässt einen positiven Eindruck, auch wenn Filmliebhabern und regelmäßige Besucher von Kurzfilmfestival wie ich immer wieder das Gefühl beschleicht, das Ganze schon unendlich mal gesehen zu haben. Es wäre schön endlich ein Festivalabend zu erleben, wo nicht jeder zweite Film irgendwas mit dem menschlichen, gruseligen Innenleben zu tun hat. Trotzdem, die Jury urteilte: Bester Film und Bester Schnitt

Filmemacherin Olya Rada

Der Philaterist (Jan-Gerrit Seyler)

Mächtig drollig erobert Hauptdarsteller Armin Dillenberger an diesem Abend die Herzen der Zuschauer. Als Briefmarkensammler mit Sozialphobie macht er die Wandlung des Helden, der gezwungen ist nach draußen zu gehen, auf sympathische Weise fühlbar. Die Jury vergab den 2. Preis und den Preis für die Beste Kamera. Zudem gab’s den Publikumspreis.

1984 (SoulfireHifi , Ronny Trettmann)

Als Knetfigur kommt der Rapper dieses Videos daher, der für den Dreh keine Zeit hatte. Übrigens eine Weltpremiere an diesem Abend.

Macher von 1984

Ebene Minus Eins (Gor Margaryan)

Ein Fahrstuhl, eine Videokamera, ein Experimentalfilm. Für das Genre, das nicht für jedermann ist, faszinierend anzusehen. Die Jury urteilte: Bestes Sound Design

Schmidts Katze (Felix Knoche)

Die besten Geschichten über die Deutschen erzählt man am besten – richtig – in einem Schrebergarten. Leider lässt sich der Mörder zu schnell erahnen. Schade. Trotzdem schaurig-schön.

ZDF Champions-League-Spot (Sven Sindt)

Zu hart für das ZDF, aber würdig genug für das Luna-Publikum, dachten sich die Veranstalter und nahmen diesen Spot mit ins Programm. Warum auch immer.

Filmemacher Sven Sindt

Von Sinnen (Ingo Rotkowsky & Co)

Ganz von Sinnen kommt Christian Kock in diesem Kurzfilm daher. Der während des 48-Stunden-Wettbewerbs im Mai entstandenen Beitrag funktioniert auch außerhalb diesen Rahmens.

Sarang Aria – Regisseur bei „Von Sinnen“

Piete

Der Zeichentrickfilm ist niedlich. Das finden zumindest alle Zuschauerinnen, die jedes Mal, wenn Piete mit seinen großen Kuhleraugen zwinkert, in ein kollektives „Oooh“ verfallen. Die Jury empfand wohl ähnlich und vergab für die animierten Vogelköpfe den Preis für den „Verkopftesten“ Film.

Feuer, Wasser, Erde, Luft und Zeit (Maria Reinhardt)

In die Trickkiste filmischer Natur greift dieser Film. Zusammen mit einer wunderschönen Kulisse und einer gut erzählten Handlung immer wieder sehenswert. Die Jury urteilte: Bestes Timing.

Hauptdarsteller Falk Szyba von „Feuer, Wasser, Erde, Luft und Zeit „

Aground: Terra 9629 (Kaweh Kordouni)

„Dieser Film funktioniert sogar, wenn das Bild ruckelt“, erklärte Moderator Felix. Die Dystopie entstand während des Nur-48-Stunden-Wettbewerbs im Anscharpark in Kiel-Wik.

Recordation (Sven-Friedrich Wiese)

Trash? Experimentalfilm? Das Spiel mit den Erwartungen? Ein interessanter Beitrag.

Filmemacher Sven-Friedrich Wiese

Opakustisch (Bernd Fiedler)

Mit Bildmaterial aus dem Archiv bastelt Bernd Fiedler eine schaurige Collage über Erinnerungskultur.

Filmemacher Bernd Fiedler

Mopping (Torben Sachert)

Natürlich darf bei einem solch verkopften Festival der lustige Abgang nicht fehlen, den Torben Sachert mit seiner in 48-Stunden gedrehten Musical-Nummer schafft. Ein Comedy-Stück á la Saturday Night Life Digital Shorts, das uns wohl noch einige Monate bei Kieler Kurzfilmabenden begegnen wird. Auf das uns der Film irgendwann aus Augen und Ohren blutet. Die Jury vergab den Preis für den Verfußtester Film (Choreografie in einem Musical).

Filmemacher Torben Sachert

Außer Konkurrenz liefen zudem Eis von Jessica Dahlke (Autorin dieses Artikels) und Cowboy und Indianer von Jan-Gerrit Seyler.

Wir sollen über dein Filmfestival oder deinen Kurzfilmabend berichten? Dann schreib uns an!

Fotos und Bericht: Jessica Dahlke

Sponsoring: Eine Sache der Glaubwürdigkeit

Am 18. August traf sich die Kieler Filmemacher-Szene wieder im Studio Kino am Dreiecksplatz, um sich über ihre Erfahrungen mit Sponsoring und Crowdfunding auszutauschen. Darunter etablierte Filmemacher, Studenten der CAU Kiel und der Muthesius Kunsthochschule sowie hauptberufliche Videoproduzenten.

Sponsoring ein wichtiges Mittel der Filmfinanzierung

Filme kosten Geld, das ist kein Geheimnis. Und wer nicht-kommerziell produziert, für den ist das eigene Werk oft ein Verlustgeschäft. Selbst wenn alle Beteiligten auf Gehälter verzichten und das Equipment vorhanden ist, müssen Kosten für Catering, Fahrten und die Anschaffungen von Ausstattung und Kostümen bedacht werden.

Dem Sponsor einen Mehrwert bieten

Bevor man jedoch losrennt und bei Sponsoren nach Geldern, Rabatten oder Sachgegenständen fragt, sollte man zunächst einen Mehrwert für den Sponsor finden, dem man ihm quasi im Tausch anbieten kann. Das können profane Dinge wie die Nennung im Abspann, in den sozialen Medien oder Pressetexten sein, aber auch komplexe Vereinbarungen wie die Verbindung des Films mit einer Veranstaltung, an der das Unternehmen beteiligt ist. Schnell stand beim Stammtisch die Frage nach der Einflussnahme im Raum. Die sei nach Erfahrung der Teilnehmer jedoch eher gering. Auch sollte der Sponsor zum Thema des Films passen und nicht ein Thema kritisieren, das Geschäftsinhalt des Unternehmens ist.


Karstadt Kiel als Sponsor von „An diesem Sonntag“

Der erste Kontakt

Zu Beginn der Sponsorensuche muss zunächst der richtige Ansprechpartner gefunden werden. Briefe und E-Mails an Generaladressen bleiben vor allem bei größeren Unternehmen meist unbeantwortet. Erste Anlaufstelle sind in der Regel die Pressestelle bzw. die Abteilung für Unternehmenskommunikation. „In jedem Fall ist der persönliche Kontakt immer die bessere Wahl“, erklärt Sigrun Benesch, die für Kaweh Kordounis „An diesem Sonntag“ Karstadt Kiel mit ins Boot holen konnte. Das Kaufhaus sponserte 2014 einen Großteil der Kostüme des Kurzfilms. „Nach einem Telefonat bin ich vom Filialleiter direkt eingeladen worden und habe ihm vor Ort unser Projekt vorgestellt.“ Als Gegenleistung wurde Karstadt als Hauptsponsor genannt und erhielt eine gesonderte Kampagne auf Facebook, Youtube, Google+ und Twitter in Form von Bildern, Berichten und einem Video. Product Placement fand nicht statt. Allgemein ist Product Placement ein schwieriges Thema, das beim Stammtisch leider unter den Tisch gefallen ist.

Crowdfunding ist kein Selbstgänger

Aller Anfang ist schwer und das gilt vor allem beim Crowdfunding. Viele Erstprojekte werden daher fast ausschließlich durch Freunde und Familienmitgliedern finanziert. Wer größere Projekte heben will, braucht eine bereits bestehende Fanbase, die mit aktivem Marketing und Social Media-Marketing vorher aufgebaut werden muss. Auch durch Pressearbeit können Fans akquiriert werden. Hier sollte der Fokus zunächst auf Lokalblätter liegen, da diese bei der Bevölkerung großes Vertrauen genießen. Zudem werden Projekte vor Ort gern unterstützt. Das wichtigste Erfolgsrezept bleibt jedoch Vertrauen, denn die Fans geben Geld für ein Produkt, von dem sie nicht wissen, ob es gut wird. Authentizität ist gefragt, genauso wie eine gut geschriebene (fehlerfreie) Projektbeschreibung und professionelle Bilder (Setfotos, Probeaufnahmen) sowie Videos. Image und Glaubwürdigkeit sind eben alles.

Habt ihr noch mehr Anregungen zum Thema Sponsoring. Dann schreibt uns eine Mail oder kommentiert diesen Artikel. Wir freuen uns auf euren Besuch beim nächsten Stammtisch.

Titelbild: Sven Uckermann

10 Fakten über Ennio Morricone

Der italienische Filmkomponist Ennio Morricone (*1928 Rom) hat während seiner Karriere für mehr als 500 Filme Musik komponiert. Bekannt wurde er mit den Soundtracks der Spaghetti-Western „Ein paar Dollar zu viel“, „Spiel mir das Lied vom Tod“ und anderen, mit denen er bis heute in Verbindung gebracht wird, obwohl sie nur acht Prozent seiner Arbeit ausmachen. Morricone ist bekannt für seinen avantgardistischen Stil mit Ecken und Kanten. kult-literaten.de hat 10 interessante Fakten zusammengetragen.

#1 Hineingeboren

Für Morricones Familie stand es außer Frage, dass Ennio Musik machen würde. Denn schon sein Vater Mario war ein angesehener Trompeter.

#2 Ausgezeichnet

Trotz seines enormen Outputs war Ennio Morricone nur fünf Mal für den Oskar nominiert und erhielt 2004 den Ehrenoskar. Dafür gewann er andere bedeutende Awards wie den Golden Globe, den BAFTA Award, David di Donatello, den ASCAP Award und einen Grammy.

#3 Stilentwicklung

In den 1960er und 70er Jahren suchte er sich gezielt hochwertige Independent-Filme ohne kommerziellen Anspruch aus und hatte so die Möglichkeit, mit Stil-Elementen zu experimentieren, die nicht dem Mainstream entsprachen und den Zuschauer zuweilen herausfordern konnten.

#4 Durchbruch

Die Arbeit mit Sergio Leone machte Morricone schließlich bekannt. Es entstand die Filmmusik zu „Für eine Handvoll Dollar“ (1964), „Für ein paar Dollar mehr“ (1965), „Zwei glorreiche Halunken“ (1965), „Spiel mir das Lied vom Tod“ (1968) und „Todesmelodie“ (1971).

#5 Drei

Markant ist die Art, wie die Musik in diesen Filmen aufgeteilt ist. Zuerst beginnt sie mit einem archaisch klingenden Segment, wofür nicht orchestrale Instrumente wie dem menschlichen Pfeifen, eine Maultrommel oder Percussion-Instrumente eingesetzt werden. Es erinnert an den Helden, der sein Leben einsam außerhalb der Gesellschaft fristet. Im zweiten Teil kommt dann eine E-Gitarre hinzu, die der Musik einen zeitgenössischen Anstrich gibt: Sex, Drugs and Rock’n’Roll. Im dritten Teil kommt dann das Streichorchester und ein Männerchor dazu, die den bürgerlichen Klassizismus und damit das Etablissement zitieren.

Ennio Morricone
Foto: Augusto De Luca, CC-Lizenz

#6 Eliminierung

Durch die Gegenüberstellung von primitiven Instrumenten wie der Maultrommel mit modernen Instrumenten und dem klassizistischen Orchester löst Morricone die Musik aus ihrem traditionellen Kontext und eliminiert die Merkmale der einzelnen Musikrichtungen, die für diese Instrumente sonst typisch sind.

#7 Bach

Mit der Titelmusik des Gangsterfilms „Der Clan der Sizilianer“ (Henri Verneuil, 1969) verarbeitet Morricone seine Distanzierung von der Kammermusik, indem er auf für Bach typische Modulationen zurückgreift. Sie basiert auf der Neunten von Johann Sebastian Bach, deren Hauptmotiv aus nur vier Tönen besteht. Darüber legt er ein sizilianisches Motiv und lässt die Melodien gegeneinander ankämpfen. Das es sich bei diesen vier Tönen um B, A, C und H handelt, ist kein Zufall, sondern eine Hommage an den Komponisten.

#8 Die Flöte

Während seiner Arbeit zu „Es war einmal in Amerika“ (Leone, 1984) war Morricone fasziniert von der Panflöte, die den Mittelpunkt des Stücks „Poverty“ bildet und immer wieder anders arrangiert im Film wiederholt wird.

#9 Höhepunkt

Bleibenden Eindruck hinterließ auch der Soundtrack von „The Mission“ (Joffé, 1986), der zahlreiche Künstler zu eigenen Interpretationen inspirierte.

#10 Kubrick

Gerne hätte Ennio Morricone mit Stanley Kubrick zusammengearbeitet, der ihm die Arbeit an der Musik zu „Clockwork Orange“ (1971) anbot. Doch nachdem Sergio Leone Kubrick am Telefon erzählte, dass Morricone parallel auch an seinem Film arbeite, meldete sich dieser, Kubrick, nie wieder beim Filmkomponisten.

Ein Bericht vom ehemaligen Blog kult-literaten.de

Titelbild: LucaChp, CC-Lizenz

Labyrinth | Kurzfilmdreh

Vom 7. bis 9. August 2014 drehte Johannes Karstens seinen neuen Kurzfilm „Labyrinth“ in Kiel. Für den angehenden Kameramann war es der erste Film in der Rolle des Regisseurs. Eine ganz andere Art des Arbeitens und eine tolle Erfahrung, wie er filmszene-sh.de im nachfolgenden Interview verrät.

Wie waren die Dreharbeiten?

Sehr angenehm. Wir haben mit einem kleinen Team an verschiedenen Orten in Kiel gedreht, unter anderem in der Gaststätte Blücher, eine wirklich großartige Location, und im Sechseckbau (Studentenwerk SH, Anm. d. Red.) an der Uni Kiel. Außer einem kleinen Regenschauer hat alles geklappt und nach der ersten Durchsicht des Materials bin ich sehr zufrieden.

Worum geht es in Labyrinth?

Es ist die Geschichte von Alicia, gespielt von Eva Charlotte Koschinsky, die uns im Film ihre Innenwelt offenbart. Ihre Vorstellungen von Liebe, die eigene Beziehung zu Patrick (Christian Ramcke) und die als Störfaktor der perfekten Beziehung auftretende Jenny (Jana Ulrika Peinelt) spielen dabei eine tragende Rolle.

In diesem Film hast du das erste Mal Regie geführt, wie waren deine Erfahrungen?

Ja stimmt, normalerweise bin ich im Kamera-Department zu Hause. Das hat diesmal Torben Sachert übernommen. Wenn man Regie führt, nimmt man einen ganz anderen Blickwinkel zum Film ein. Als Kameramann hat man die Aufgabe die Bilder zu gestalten. Als Regisseur arbeitet man dagegen viel intensiver mit den Schauspielern. Das hat mich an der Aufgabe gereizt. Ich möchte an dieser Stelle einen großen Dank an meine Regieassistentin Alexandra Eck aussprechen. Sie hat schon bei vielen Filmen Regieassistenz gemacht und ihre Erfahrung hat mir den Einstieg mehr als erleichtert. Auch die Arbeit mit Torben war großartig. Überhaupt, das ganze Team.

Wie arbeitet es sich mit einem Kameramann wie Torben Sachert, der seit Jahren im Filmgeschäft tätig ist?

Sehr angenehm. Wir kennen uns schon seit einigen Jahren und haben ähnliche Vorstellungen davon, wie ein Film funktioniert und aussehen muss. Vorher haben wir im gleichen Department zusammen gearbeitet, da war diese Rollenverteilung als Kameramann und Regisseur natürlich neu für uns. Zwischen uns besteht ein großes Vertrauensverhältnis, so ist es auch möglich, über Einstellungen zu diskutieren, wenn man verschiedener Meinungen ist.

Du hast bewusst nur mit einem kleinen Team gearbeitet. Warum?

Die Story des Films ist sehr intim und ich wollte für die Schauspieler die richtige Atmosphäre am Set erzeugen, damit sie sich ganz auf ihre Rolle einlassen können. Außerdem finde ich die Arbeit in kleinen Teams sehr angenehm.

Das Drehbuch stammt von dir. Wie lange hast du daran gearbeitet?

Den ersten Entwurf habe ich in einer Nacht geschrieben. Danach begann die Überarbeitungsphase, die ein halbes Jahr dauerte und in der sich langsam der endgültige Film herausbildete. Es nützt kein schöner Text, wenn man den nicht in Bildern erzählen kann. Auch die Arbeit mit den Schauspielern und an der Auflösung des Films modifiziert das Drehbuch mehrfach bis es schließlich drehreif ist.

Wann wird der Film fertig sein?

Ich denke, so Mitte bis Ende September wird er hier in Kiel Premiere haben. Danach würde ich ihn gerne bei Filmfestivals einreichen und hoffe, dass er auch hier in Kiel bei diversen Veranstaltungen laufen wird.

Zum Schluss würde ich mich gern noch einmal herzlich bei Thomas Plöger vom Studentenwerk und bei Kostja Eulitz, dem Besitzer des Blüchers, für die Bereitstellung der Drehorte bedanken.

Das Interview führte Jessica Dahlke

Beißende Fußballfans auf der Kieler Woche

Mit einem zähen aber verdienten Sieg gewann die deutsche Mannschaft am 26. Juni 2014 mit einem 0:1 das Spiel gegen die USA. Hunderte Studenten hatten sich an diesem sonnigen Sommertag in der Mensa I der CAU Kiel versammelt, um auf großer Leinwand dem Spektakel beizuwohnen. Was sie nicht wussten: Unter ihnen befand sich eine Horde Zombies, die die Zuschauer mit einem tödlichen Virus infizierten. Gott sei Dank alles nur Fiktion, denn Filmemacher Sven Heid drehte seinen neuen Zombiefilm SAILING CITY OF THE LIVING DEAD 2 – ZOMBIESCHLAND.

 

 

Insgesamt schon der fünfte Kurzfilm, in dem Heid mit seinen Zombies eine vermeintlich heile Welt zerstört. Erst im letzten Jahr drehte der Regisseur mit seiner Film- und Theatergruppe glaseisenbeton SAILING CITY OF THE LIVING DEAD 1, wo er seine Darsteller in den frühen Morgenstunden über die noch unaufgeräumte Kieler Woche schickte. Mit seinen oft unkonventionellen Trash-Streifen gehört Sven Heid zu den ausgefalleneren Filmemachern der Kieler Filmszene und produzierte bisher 18 Kurzfilme, darunter DIE BÜRGERINITIATIVE SCHREVENPARK, ZOMBIES IM BAU 2 sowie EINE JUNGFRAU FÜR GRAF DRACULA.

 

Fotos: Mirko Siebert

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