58. Nordischen Filmtage: Erste Programm-Highlights

Die Nordischen Filmtage Lübeck werden erstmals Serien aus den nordisch-baltischen Ländern in einer eigenen Programmreihe präsentieren, wie die beiden Festivalleiter Linde Fröhlich und Christian Modersbach bei einem ersten Pressegespräch bekannt gaben. Im „Serien“ Programm wird u.a. die dänische Serie „Splitting Up Together“ (OT: Bedre skilt end aldrig) laufen, und aus Norwegen wird „Nobel“ auf der großen Leinwand zu sehen sein.

„Vor allem in den letzten Jahren sind qualitativ hochwertige Produktionen mit bekannten Schauspielern aus den nordisch-baltischen Ländern entstanden, die international hohe
Standards setzen. Wir freuen uns, nun Serien im Festival zu haben, die genau dies widerspiegeln und können damit unserem Publikum ein noch besseres Programm anbieten“, so Christian Modersbach, Managing Director der Nordischen Filmtage Lübeck.

Neue Filmwelten in 360 Grad

Die 58. Nordischen Filmtage Lübeck, eine Veranstaltung der Hansestadt Lübeck, finden in 2016 vom 2. bis 6. November statt. Als größte Plattform dieser Art außerhalb Skandinaviens zeigen sie neueste cineastische Trends und Highlights aus den nordischen Ländern und dem Baltikum sowie Filmschaffen aus Norddeutschland. Erstmalig wird in diesem Jahr ein Fulldome, mit finanzieller Unterstützung durch die Stadtwerke Lübeck, aufgebaut. Das Festival zeigt dort, kuratiert von Ralph Heinsohn, eine Auswahl von 360° Filmen.

Retrospektive und weitere Highlights

„In fremden Welten – In Different Worlds” lautet das Thema der diesjährigen Retrospektive, die sich den Routen skandinavischer Reisender in ferne Länder widmet. Im Programm laufen u.a. als Stummfilmevent „Mit Sven Hedin durch Asiens Wüsten“ (Deutschland / Schweden 1929). Der Film „Windjammer“ über eine Atlantikreise mit dem Segelschulschiff Christian Radich (Regie: Louis de Rochemont, 1957/58) oder zwei Dokumentationen des finnischen Regisseurs Jouko Aaltonen: „Lähettiläät“ (Ambassadors, 2003) und „Kongon Akseli“ (A Man from the Congo River, 2009). Aaltonen wird auch seinen aktuellen Film „Tunteiden temppelit“ (Temples of Dreams) im Dokumentarfilmprogramm der Filmtage vorstellen, wie Linde Fröhlich bekannt gab. Zum dritten Mal findet in Begleitung der Retrospektive das »Lübeck Film Studies Colloquium« statt, das sich an (Film-) Wissenschaftler und -Studenten richtet.

Masterclass und 10 Jahre Hörfilm

Die diesjährige Masterclass für Dokumentarfilmer aus Skandinavien, den baltischen Ländern und Norddeutschland stellt den dänischen Dokumentarfilm „Les Sauteurs – Those Who Jump“ in den Mittelpunkt dieser Veranstaltung. Die drei Regisseure Moritz Siebert, Estephan Wagner und Abou Bakar Sidibé reisen dafür in die Hansestadt. Außerdem feiern die Filmtage 10 Jahre Hörfilm und präsentieren in Zusammenarbeit mit dem Verein Andersicht und dem NDR wieder zwei Produktionen mit Audiodeskription für blinde und sehbehinderte Zuschauer. Begleitet wird das Jubiläum von einer Diskussionsveranstaltung.

Weitere Programmpunkte

Als besonderer Gast beim Festival wird die US-amerikanische Opernsängerin und Mezzosopranistin Joyce DiDonato erwartet, die gemeinsam mit Regisseur Ralf Pleger den Film „The Florence Foster Jenkins Story“ vorstellen wird (Sektion Filmforum). Auch außerhalb der Kinosäle werden wieder zahlreiche Events dazu einladen, aktiv am Festivalleben teilzunehmen. So wird die „Crisis Cuisine“ zur Unterstützung und Integration von Flüchtlingen, die 2015 mit viel positiver Resonanz und finanzieller Hilfe von den Lübeckerinnen und Lübeckern getragen wurde, auch in diesem Jahr wieder zu Tisch bitten, um Menschen aus Krisenregionen zu begegnen und Gerichte aus ihren Heimatländern zu probieren.

Neben den Hauptfestivalkinos CineStar Filmpalast Stadthalle, Kolosseum und Kommunales Kino Lübeck, sind in diesem Jahr als weitere Spielstätten das CineStar FilmHaus, die Kirche St. Katharinen, das Europäische Hansemuseum sowie das Fulldome Kino dabei.

Alle aktuellen Informationen zu den Filmtagen unter: www.filmtage.luebeck.de

Crowdfunding für „Wo andere Urlaub machen“

Das Team um Thies John sammelt Geld für für den Spielfilm „Wo andere Urlaub machen“. Werde Teil eines großartigen Projekts mit Hille Norden, Arne Prill, Torben Sachert, Johann Schulz, Hannes Gorrissen, Jonathan Nielsen und vielen mehr.

Ein Interview mit Thies John und mehr Informationen zum Projekt findet ihr hier

Thies John schreibt:

Werde Filmproduzent!
Du kannst Teil dieses Projektes werden!
Ab 20 Euro nehmen wir alles 😉
Je größer aber die Investition, desto schneller haben wir unser Budget von 8000 € zusammen.
Wenn du uns also unterstützen möchtest: hier die Modalitäten!

Überweise uns den Betrag, mit dem du dabei sein möchtest auf folgendes Konto:
IBAN: DE83210501701002723847
BIC: NOLADE21KIE
Fördesparkasse Kiel
Kontoinhaber: Daniel Chrommik und Jonathan Nielsen

Dieses Konto ist extra für dieses Projekt ins Leben gerufen worden.

Schön wäre es, wenn du uns für unsere Buchhaltung den angewiesenen Betrag mitteilen könntest. Dieser wird vermerkt.
e-mail: theater@thiesjohn.de

Wenn der Film dann erscheint, sollen die Einnahmen den Investoren zurück gegeben werden. Sobald der Film Gewinn abwirft, wird zwischen den Investoren und den Machern des Films geteilt.

Aktuelle Infos zu dem Projekt findet ihr ständig auf dieser facebook-Seite: https://www.facebook.com/Wo.andere.Urlaub.machen/?ref=ts&fref=ts

Eine Anmerkung noch: Die Dreharbeiten wurden verschoben, damit wir mehr Zeit haben, den erforderlichen Betrag zusammen zu bekommen. Wir werden also erst im Sommer 2017 drehen.

Mit freundlichen Grüßen,
Thies John

JOLA – Kieler Spielfilm feierte Premiere im metro-Kino

Gar nicht verloren steht die junge Frau vor dem riesigen, grauen Vorhang des metro-Kinos in Kiel. Noch können nicht alle glauben, dass diese gerade 18jährige einen ganzen Spielfilm auf die Beine gestellt haben soll. Und das mit einem Mikrobudget von 1.500 Euro, gefördert durch den Landesverband Jugend und Film. Doch heute am 16. Juli 2016 hat genau dieser Film, genannt JOLA, Premiere.

Bericht und Bilder: Jessica Dahlke

212

Auch ich bin gespannt und erinnere mich an den Winterabend im Januar 2015 zurück, als mir Hille Norden im Restaurant der Traum GmbH von einem Schülerprojekt erzählte, das sie in den Ferien umsetzen wollte. Niedlich war die Idee, mit 16 Jahren einen Kinofilm zu drehen. Und viele, sehr viele hatten nicht daran geglaubt, dass das funktionieren kann. Doch Hille zog ihre Idee durch und mobilisierte die Menschen um sich herum. Am Ende waren es wohl auch Profis wie Torben Sachert, die den Film mit möglich gemacht haben.

 

 

Doch was taugt das Erstlingswerk der als Poetry Slammerin bekannt gewordenen Hille Norden, das innerhalb von 14 Tagen gedreht wurde? Man muss liebenswerter Weise über einige Längen im Film hinwegsehen, die vor allem durch die viel zu langen Dialoge verursacht werden. Auch der Umstand, dass man aus Geld und Personalmangel keinen professionellen, dauerhaften Tonmann hatte, bricht an der ein oder anderen Stelle die kreativen und guten Bilder von Kameramann Hannes Gorrissen etwas auf. Doch mitgerissen wird der Zuschauer schließlich vom Mut der drastischen Darstellung, die die Hauptfigur Jola erst aus der Bahn und dann auf die Suche nach einem anderen Leben katapultiert. Regisseur Johann Schultz zeigt Händchen für eine ausgezeichnete Inszenierung trotz der Textlast, die ihm das Drehbuch aufgebürdet hat.

 

 

JOLA ist kein Meisterwerk, doch für ein so junges Team eine ordentliche Arbeit. Und das ist auch nicht das, was an diesem Abend gefeiert wird. Vielmehr ist es der Gedanke dahinter, dass man trotz aller Widerständen und fehlender finanzieller Unterstützung seine Visionen durchsetzen muss. Und wenn es nur darum geht zu zeigen, dass Kiel und Schleswig-Holstein eine verdammt rege und kreative Filmszene hat, die zusammen hält, wenn es drauf ankommt. Mit Fug und Recht darf man gespannt sein, was da noch kommen wird.

 

 

 

 

 

 

 

Interaktiver Kurzfilm RESISTENZ (Kobzik/Spieck)

Mit Resistenz haben zwei Multimedia-Production Studenten der Fachhochschule Kiel einen interaktiven Kurzfilm geschaffen, bei dem der Zuschauer selbst entscheidet, wie es weiter gehen soll. Lest dazu mehr in diesem Interview.

Ein Interview von Jessica Dahlke

Kannst du kurz beschreiben, wer ihr seid und worum es in eurem Kurzfilm geht?

Moin moin, wir sind León Kobzik und Philipp Spieck, zwei Multimedia-Production Studenten der FH-Kiel. Zusammen haben wir das letzte Jahr über den Kurzfilm „Resistenz“ produziert. Dabei geht es um zwei Überlebende in einer apokalyptischen Welt, die um ihr Überleben kämpfen müssen. Der Film hat einen interaktiven Erzählstrang, sodass der Zuschauer selbst entscheiden kann, wie sich die Geschichte weiterentwickelt. Insgesamt sind so sechs verschiedene Enden möglich.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, einen interaktiven Film zu produzieren?

Ursprünglich wollten wir einen Kurzfilm oder eine Webserie produzieren. Das haben wir schon öfter gemeinsam gemacht, daher wussten wir, dass wir gut zusammen arbeiten können. Allerdings haben wir dann im Internet ein interaktives Video gefunden und fanden das Konzept interessant und spannend. Außerdem hatten wir Lust mal etwas Neues auszuprobieren.

Wie funktioniert die Technik?

Die Auswahlfelder, welche während der Entscheidungen erscheinen, haben wir mithilfe von Youtube-Anmerkungen erstellt. Diese erlauben es einem, an beliebigen Stellen im Video per Auswahlbox auf ein anderen Clip zu verlinken. Der Zuschauer kann so auf die Option seiner Wahl klicken und wird dann zum entsprechenden Video weitergeleitet.

Was plant ihr als nächstes?

Im Moment sind wir noch damit beschäftigt „Resistenz“ bei verschiedenen Filmfestivals einzureichen. Danach haben wir aber auf jeden Fall Lust, das nächste Projekt auch gemeinsam zu starten. Geplant ist dann wieder ein klassischer Kurzfilm.

 

DER SEELENJÄGER – Ein Kurzspielfilm aus Itzehoe

Colin Barrymore aus Itzehoe und Oliver Kirchhoff aus Flensburg erschaffen gemeinsam Fantasy Filme in Schleswig-Holstein, die sich nicht verstecken müssen. Mit „Der Seelenjäger“ wagen sie sich an ihren ersten Film.

Das Interview führte Kim-Kevin Weinbach

Colin, du bist quasi der Vater dieses Projekts. Worum geht es in „Der Seelenjäger“?

Der Schatari oder Shash´ar Thar, bedeutet in der Sprache von Tama so viel wie Seelenjäger oder Seelenfresser. Diese Wesenheiten sind finstere Schattenwesen aus einer anderen Sphäre. Im Film selbst geht es um eines dieser Wesen, welches auf eine sadistische Art und Weise jagt auf Reisende und Arbeiter macht. Dabei wird gezeigt, wie sich der Seelenjäger bewegt, wie boshaft er sein kann und welche finsteren Künste er anwenden kann, um seine Gier nach Leben zu stillen. Die drei Holzfäller Aros, Farus und Barusos, sowie ein älterer Gelehrter geraten dabei in Gefahr und müssen um ihr Überleben kämpfen. Interessant dabei, wie sich alle Charaktere im Laufe der Geschichte verändern. Jeder der Charaktere reagiert anders auf die Situation, in die sie hineingezogen werden. Man wird ihre Stärken und Schwächen erkennen. Und so manche Situation wird ganz anders ausgehen, obwohl doch irgendwie klar war, dass es hätte anders passieren sollen. Und die Frage ist nur, ob sie es überleben werden…

Colin, warum Fantasy?

Ich bin in einer Zeit aufgewachsen, in der Fantasy die Kinos dominierte. Herr der Ringe, Harry Potter, Eragon und andere Kultfilme sind damals in den Kinos gelaufen. Mir war von Anfang an klar, dass ich meine Geschichten nicht sofort Filme im Hollywood-Stil würde drehen können. Denn Dinge, die zunächst einfach wirken, können sich zu einer ziemlichen Herausforderung entwickeln. Ich lernte Oliver Kirchhoff in einem Filmforum kennen und wir waren gleich auf einer Wellenlänge. So stieg er als Produzent ein. Das hat mich sehr motiviert.

Oliver, du bist neben Colin der Koproduzent und sogar Teilhaber eurer gemeinsamen Firma. Wie ist es zu der Zusammenarbeit gekommen?

Moin moin, tja wie war das damals. 2010 wurde ich auf ein Fantasyprojekt aufmerksam, welches in Schleswig-Holstein gedreht werden sollte. Bei den Gesprächen und dem Ideenaustausch mit Colin fiel mir auf, dass noch reichlich Arbeit getan werden musste, ehe es in die Umsetzung gehen konnte. Colin bat mich um Hilfe. Ich musste ein paar Tage darüber nachdenken und willigte schließlich ein. So entstand eine sehr fruchtbare Zusammenarbeit, die bereits ihre Höhen und Tiefen erlebt hat. Aber Probleme sind dazu da, gelöst zu werden!

Oliver, welche Produktionen sind geplant und werdet ihr ausschließlich Fantasy machen?

Mit unserer Produktionfirma E-Prime stellen wir uns gerade materialmäßig auf und unterstützen damit auch befreundete Produktionen. Dabei gilt wie immer, eine Hand wäscht die andere. Wir werden auch in andere Genres tätig werden. Teils als eigene Produktion teils als Koproduktion.

Oliver, du kommst ja vom Film und bist der Profi. Woher kennen wir dich?

Ja, begonnen habe ich mit Komparserie und bin dann über Sprechrollen und Nebenrollen zu Hauptrollen gekommen. Ich war zu sehen beim Tatort Kiel “Borowski und der brennende Mann”, TV Spielfilmwerbung, dem Kurzfilm “Blutzverwandt”, dem Kurzfilm “Die Störung”, dem Spielfilm “1945 eine Geschichte”, dem Spielfilm “Die Tote im Unterholz” usw. Aber auch hinter der Kamera bin ich aktiv, als Caterer, als Cutter, als Produzent, Regisseur usw.

Oliver, ihr legt ja großen Wert auf professionelle Nachbearbeitung. Die Musik zum Beispiel wird eigens komponiert und eingespielt und die VFX digital am PC erzeugt. Erzählt uns doch mal genaueres darüber?

Wir legen nicht nur Wert auf die Nachbearbeitung, sondern geben gleich von Beginn an Vollgas. Das heißt wir fangen schon in der Vorbereitung an das finanzielle vernünftig und kalkuliert an zu gehen. Wir legen auch viel Wert auf Authentizität. Die Gewandungen sind zum Beispiel aus groben Leinen. Die Waffen sind keine Larpwaffen sondern aus echtem Metall, wie die Rüstungen und Helme auch. Wir wollen, dass schon bei den Dreharbeiten möglichst alles stimmt und die Computer nur wenig zu tun bekommen. Aber ganz ohne kommen wir nicht aus. Da haben wir uns weitere Profis ins Boot geholt, die für kleines Geld die Effekte machen. Die Musik kommt tatsächlich von einem Komponisten, der teils neue Musik erstellt oder freie für uns bearbeitet. Hier müssen wir höllisch aufpassen, dass die GEZ nicht greift.

Oliver, ihr habt in Itzehoe gedreht. Warum gerade Itzehoe? Wenn man an Fantasy denkt, fällt einem ja nicht gerade der Kreis Steinburg in Schleswig-Holstein ein.

Warum nicht? Viele Ecken in Schleswig-Holstein sind dafür bestens geeignet und wir sollten das nutzen. Und wir zeigen somit auch mal die Seiten von unserer Heimat, die viele noch nicht kennen, aber kennenlernen sollten. Viele Produktionen drehen bereits hier im Norden.

Oliver: Bei den Dreharbeiten habt Ihr ja auch aus luftiger Höhe gedreht mit einem Hubsteiger der weit über die Baumgipfel reichte und beeindruckende Bilder bescherte. War für euch als kleine Produktion schwer, einen solchen Aufwand zu betreiben?

Nun, da hatten wir Glück und konnten über einen guten Bekannten günstig an einen 30m Steiger kommen. Wir hatten ihn für einen Tag zur Verfügung und mussten alle Drehs mit ihm an diesem Tag machen. Da wir im Wald gedreht haben, musste noch eine Drehgenehmigung eingeholt werden. Und bis auf das er sich einmal festgefahren hat, ging alles glatt. Ansonsten setzen wir aber auch auf Altbewährtes wie eine Steadycam, Kräne, usw.

Colin: Der Film ist aktuell in der Nachbearbeitung. Wann können wir uns auf die Veröffentlichung freuen?

Wenn es gut läuft, werden wir noch dieses Jahr Premiere feiern. Aber das können wir nicht mit voller Gewissheit sagen, denn wir wollen es richtig machen. Wir sind nun bei der Endphase angelangt. Die Effekte sind so gut wie durch, es kommt jetzt noch der letzte Feinschliff. Außerdem steuern unsere Freunde von Libertad Pro noch ein paar Foley Sounds sowie selbst komponierte Musik bei.

Oliver; wie lang geht der Seelenjäger und was hat die Produktion gekostet?

Also der “Seelenjäger” ist ca. 25 min lang. Genau können wir erst nach dem Final-Cut sagen. Die Kosten beliefen zwischen 3.000,00 EUR und 4.000,00 EUR. Und das ist noch einer der günstigeren Filme, bei den anderen kommen wir auf bis zu 25.000,00 EUR pro Film. Dieses Geld muss erstmal aufgetrieben werden. Dass das sehr schwer ist, davon können alle freien Filmemacher ein Lied von singen.

Colin, wo wird der fertige Film zu sehen sein?

Wir haben noch nicht so weit geplant, aber nach der Premiere im kleinen Kreis und nach der Teilnahme an Filmfesten denken wir, dass wir den Film online veröffentlichen werden. Aber da werden Oliver und ich auch noch einmal Rücksprache halten, bevor wir etwas fest zusagen, was nachher anders kommen könnte.

Colin, was ist als nächstes an Projekten geplant?

Wir haben bereits Ideen gesammelt, wollen diese aber noch nicht zu früh preisgeben. Wir haben einige Kurzfilme im Petto, die jedoch viel Aufwand bedeuten in Sachen Aufnahme, Darsteller, Requisiten und natürlich das liebe Geld. Doch Pläne sind schon da, die wir angehen werden, wenn der Seelenjäger veröffentlicht wurde.

Danke für das Interview

Kai Göhring | Film- und Theaterdarsteller

Kai Göhring ist vom Komparsen zum Film- und Serienschauspieler aufgestiegen und war auch international auf verschiedenen Theaterbühnen zu sehen. Kim hat ihn ein paar Fragen gestellt.

Das Interview führte Kim Weinbach

Wann und wie bist du zum Film gekommen?

Als erstes einmal: Vielen herzlichen Dank für deine Interview-Anfrage. Die Bezeichnung Schauspieler ist schon fast zu viel der Ehre, ich bezeichne mich eher als Darsteller für TV, Film und Theater. Ich sehe mich selber auch eher als interdisziplinären Künstler, denn ich liebe alles, was mit Kunst zu tun hat. Nun zur Frage: Durch einen Freund von mir, der selber schon seit einigen Jahren als Komparse beim Großstadtrevier und bei anderen Hamburger Komparsen-Agenturen tätig ist, erhielt ich die Internetadresse der Agentur „extraFaces“ in Hamburg. Dort habe ich im Frühjahr 2013 ein Profil erstellt. Mein erster Einsatz als Komparse ließ dann auch nicht lange auf sich warten.

Du hast eine Menge Erfahrung als Komparse sammeln können. Wie ist es dazu gekommen, dass du auch Sprechrollen im Film bekommen hast?

So mittlerweile sind es wohl so an die 100 verschiedene Einsätze als Komparse auf die ich zurückblicken kann. Meine erste Rolle mit Text habe ich beim Fan-Movie „Bond:reloaded“ von Ingo Frenzel spielen dürfen. Ich kann mich noch gut an all die Ohrfeigen von dir erinnern. An die Rolle bin ich über Facebook herangekommen. Genauso auch an meine zweite kleine Textrolle als Polizeibeamter, in dem von dir coproduzierten Film „Die Tote im Unterholz“ von Kai-Uwe Wedel.

Oh ja Die Ohrfeigen bleiben mir auf ewig in Erinnerung, aber wenn es im Drehbuch steht, dann setzen wir es auch so um.

Der Weg vom Schauspieler im TV und Film zum Theater schien dann nicht weit. Wo hattest du deine internationalen Auftritte und welche Rolle hast du genau in welchem
Stück gespielt?

Im Frühjahr 2014 fragte mich eine Bekannte, ob ich nicht am Theater „Dittchenbühne“ in Elmshorn in dem Stück „Der Hauptmann von Köpenick“ mitspielen möchte. Mit diesem Stück waren wir im Herbst 2014 auch auf Ostsee-Tournee durch die baltischen Staaten Estland, Lettland, Litauen, Polen, Russland und Finnland, um nur einige Stationen zu nennen. Wir spielten unter anderem in St. Petersburg, Tallinn, Danzig und Murmansk. Die „Dittchenbühne“ ist übrigens das erste deutsche Theater, das in Murmansk, der nördlichsten Stadt Europas, aufgetreten ist. Im „Hauptmann“ habe ich den Schneidermeister Wormser gespielt. Einen Charakter, der nach oben hin buckelt und nach unten tritt. In dem Stück „Ich liebe Euch doch alle…“, eine Tragik-Komödie über den Zerfall der DDR, inszeniert von Maria von Bismarck, spielte ich drei Rollen, den Egon Krenz, einen Stasi-Schergen und einen NVA-Offizier an der Grenze. Letztes Jahr im Herbst waren wir dann mit „Der Revisor“ erneut auf Tournee. Darin durfte ich den Stadthauptmann Anton Antonowitsch zum besten geben. Anfang dieses Jahres hatten wir „Der Katzensteg“, inszeniert von Klaus Falkhausen, im Programm. Ich spielte dort die sehr emotionale Rolle des Antihelden Gevatter Hackelberg, einem menschlichen Wrack, der am Ende sogar seine Tochter erschießt.

War der Wechsel vom Film zur Bühne schwer für dich?

Als Darsteller ist es mir wichtig, immer authentisch und ehrlich zu agieren. Denn wenn man eine Rolle nur „vorspielt“, merkt es der Zuschauer. Egal ob in der Flimmerkiste, auf der großen Leinwand oder auf der Bühne. Auf der Bühne muss man seinen Part allerdings sehr genau und wiederholbar auf den Punkt spielen. Das muss man beim Film selbstverständlich auch, jedoch kann man beim Film jede Szene so oft wiederholen, bis man das beste Ergebnis erzielt hat. Im Theater kann man bei einem Patzer nicht so einfach sagen: „Liebes Publikum, ich hatte einen Texthänger, wir fangen nochmal von vorne an.“ Man ist es außerdem dem Publikum schuldig, bei jeder einzelnen Aufführung die gleiche Leistung abzurufen, von der ersten bis zur letzten Aufführung. Aber dafür probt man dann ja auch entsprechend lange im Vorwege.

Was macht dir mehr Spaß? Vor der Kamera zu stehen oder auf der Bühne, wo du den direkten Kontakt zum Publikum hast?

Beides ist immer wieder sehr aufregend, aber dieses Lampenfieber vor einer Premiere oder Aufführung ist mit nichts zu vergleichen.

Vor einem Jahr standest du ja auch in meinem Kurzfilm „Der Letzte Drink“ vor der Kamera. Einen Film über die Alkoholkrankheit und seine Auswirkungen, wenn ich es so ausdrücken darf. Es war und ist mir eine riesen Ehre, dass ich mit dir zusammenarbeiten durfte. Du hast so grandios gespielt, dass nicht nur ich, sondern das ganze Team bei deinem Spiel Gänsehaut hatte. Was hat dich überzeugt eine solche Rolle zu spielen?

Vielen lieben Dank für Dein Lob. Mir war das Mitwirken in diesem Film deshalb so wichtig, weil die Geschichte/das Drehbuch aufzeigt, dass Sucht auch immer alle Angehörigen des Erkrankten mit einbezieht. Das Thema Alkoholismus bzw. stoffgebundene Abhängigkeits- Erkrankung, ist ja in unserer Gesellschaft immer noch ein Tabuthema. Sucht ist immer eine Familienkrankheit und sehr oft entwickeln sich Co-Abhängigkeiten an denen die Betroffenen (also die Co-Abhängigen) auch zugrunde gehen, mit teilweise dramatischen Entscheidungen, wie es in dem Film thematisiert wurde. Ich fand es wichtig, diese kleine Geschichte mit erzählen zu dürfen und es war mir eine Ehre, dass Du mich als Darsteller dafür auserkoren hast.

Du lebst in Elmshorn, bei uns im wunderschönen Schleswig-Holstein und pendelst viel nach Hamburg, Itzehoe und Kiel für Dreharbeiten. Was ist das für ein Gefühl inzwischen ein so gut gebuchter Schauspieler zu sein?

Deine Worte in Gottes Gehörgang… Es wäre schön, wenn ich ein gut gebuchter Schauspieler wäre. Wenn ich so gut gebucht wäre, dass ich von den Gagen meinen Lebensunterhalt bestreiten könnte. Ich freue mich selbstverständlich über jede Buchung als Komparse und Darsteller, um mit meinem Talent meine Mitmenschen zu unterhalten.

Warum lebst du ausgerechnet in Elmshorn und nicht Hamburg? Hast du eine besondere Beziehung zu unserem wunderschönen Bundesland?

Im Jahre 1996 suchten wir für unsere Familie eine bezahlbare Wohnung und sind in Elmshorn fündig geworden. Oft habe ich mit dem Gedanken gespielt, wieder zurück nach Hamburg zu ziehen. Da ich aber in den Sommermonaten auf Deutschlands kleinster Fähre, der Fähre Kronsnest, eine Betätigung gefunden habe, die mich auch mit Stolz erfüllt, bin ich Elmshorner Bürger geblieben. Und als gebürtiger Flensburger bin ich ja auch ein Ur-Schleswig-Holsteiner.

Du stehst ja auch gerne bei Studentenfilmen und guten Amateur/Independent Produktionen kostenlos vor der Kamera. Ist es dir wichtig den Nachwuchs so zu fördern mit deinem Talent oder gibt es andere Gründe?

Bei Studentenfilmen wäscht ja eine Hand die andere. Die Studenten können sich keine teuren Schauspieler leisten und ich bekomme im Gegenzug die Gelegenheit mein Talent zu beweisen. Jede Betätigung als Darsteller gibt mir außerdem die Möglichkeit mich weiter zu entwickeln.

In welchen Filmen und Serien konnten wir dich schon in kleinen und großen Rollen bewundern?

Die meisten Einsätze als Komparse hatte ich beim NOTRUF HAFENKANTE, wo ich auch schon oft prominent im Bild war und auch eine Kleindarstellerrolle als Hausmeister spielen durfte. Dann bin ich beim GROSSSTADTREVIER gewesen. Auch da durfte ich vor kurzem einen lustigen Part spielen, der etwas prominenter war. Aber ob eine Rolle groß oder klein ist, möchte ich gerne dem Zuschauer überlassen. Denn da liegen die Wahrnehmungen weit auseinander. Speziell was die Diskrepanz zwischen der Eigen- und Fremdwahrnehmung betrifft. Rollen die ich für mich als toll oder schön betrachte, werden vom Zuschauer durchaus anders gesehen und umgekehrt.

Wo können wir dich demnächst sehen?

Ab dem 1. Juli geht die Web-Serie FRISCH GESTRICHEN – DIE SERIE im wöchentlichem Rhythmus bei Youtube auf Sendung. Die erste Maler-Comedy aus der Feder von Leo Leiser. Diese Serie haben wir ab Mitte Januar bis Ende Februar in Itzehoe gedreht. In der Serie spiele ich den Nachbarn von der Chefin der Malerfirma Fuscher, die von Rahel Leschnik gespielt wird. Die weiteren Hauptrollen bestreiten Tom Wald und Leo Leiser. In Gastauftritten sind auch Prominente wie Michaela Schaffrath, Bernd Panzer, Monty Arnold und, last but not least Big Harry mit dabei. Ich war bei diesem Projekt als Set-Aufnahmeleiter auch hinter der Kamera aktiv. Ab dem 2. September bin ich in zwei Rollen bei dem Theaterstück „Der Fluch des Bernsteinzimmers“ auf der Dittchenbühne in Elmshorn zu sehen.

Das hört sich spannend an und ich wünsche euch viel Erfolg mit der Serie und bin gespannt auf die erste Folge.

Was bedeutet es dir diesen Beruf auszuleben?

Beruf kommt ja von Berufung… Ich war sehr lange Zeit meines Lebens immer irgendwie unglücklich. Auch meine gesellschaftlichen Erfolge, wie z.B. das Bestehen der Gesellenprüfung zum Feinmechaniker oder die Anstellung als Abteilungsleiter in einer Kunststoffproduzierenden Firma, haben mir nie das Gefühl gegeben, etwas Wertvolles oder Nachhaltiges zu tun. Erst als die Pflanze Künstler, die in mir ruht, wieder Nahrung bekam, habe ich den Zustand der inneren Zufriedenheit für mich erlangt. Denn ich darf und kann jetzt Dinge tun, die meine Mitmenschen erfreuen. Ich möchte nämlich den Menschen lieber als Künstler/Entertainer in Erinnerung bleiben, als wie jemand der dafür gesorgt hat, dass eine Firma wirtschaftlichen Erfolg auf dem Rücken der (ausgebeuteten) Angestellten erzielte. Deshalb habe ich z.B. auch aufgehört in einer Firma zu arbeiten, in der Zubehörteile für die Kriegsindustrie hergestellt hat. Das konnte und werde ich niemals mit meinem Gewissen vereinbaren können!

Nun hast du noch das Schlusswort und ich danke dir für dieses informative Interview.

Ich möchte Dir danken, dass Du mich als wichtig genug erachtest als dass Du denkst, dass es von Wert ist, dass man mir zuhört bzw. dass man diese Zeilen von mir hier liest. Was mir wichtig ist, habe ich ja schon in der letzten Frage beantwortet: Meine innere Zufriedenheit, die ich u.a. auch durch die Tätigkeit als darstellender Künstler erfahren darf. Ich möchte alle Menschen ermuntern, auf ihre innere Stimme zu hören, die ihnen sagt, was gut für sie ist. Es ist niemals zu spät, einen Neuanfang zu machen, in ein zufriedenes Leben zu starten. Ich werde zwar nicht reich an materiellen Gütern, aber reich beschenkt mit positiver Energie. Denn die Freude, die ich gebe kommt zu mir zurück.

Ingo Frenzel über DIE ZOMBIE JÄGER

Ingo Frenzel ist Filmemacher aus Uetersen in Schleswig-Holstein und dreht zurzeit eine Serie mit dem Titel DIE ZOMBIE JÄGER. Kim hat ihm ein paar Fragen gestellt.

Interview von Kim Kevin Weinbach

Du machst deine nicht kommerziellen Filme schon seit vielen Jahren und hast inzwischen viele Themen bearbeitet und verfilmt. Vor einigen Jahren z.b. hast du den abendfüllenden „James Bond Fanfilm“ gedreht, in dem ich eine kleine Rolle spielen durfte. Nun gehst du einen neuen Weg mit deiner kleinen Uetersener Produktion und wagst den Schritt zu zur Serie mit DIE ZOMBIE JÄGER. Wie bist du auf die Idee gekommen eine youtube Serie über Zombies zu machen?

Es ist keine Serie ausschließlich über Zombies, was der Titel der Serie schon verrät: DIE ZOMBIE JÄGER. 2012 hatte ich einen Spielfilm mit dem gleichen Titel gemacht, der eher eine Komödie geworden ist. Als Serie habe ich jetzt die Möglichkeit, die Story so zu erzählen, wie es damals eigentlich geplant war, also keine Komödie. Aber es wird trotzdem nicht furztrocken.

Wie viele Folgen sind geplant und wie lang wird eine Folge gehen?

Wir drehen zurzeit die erste Staffel á 7 Folgen. Laufzeit ca. 8 bis 12 Minuten pro Folge. Dann sehen wir erstmal, wie die Geschichte beim Publikum ankommt. Im Staffelfinale lassen wir die Möglichkeit die Serie fortzusetzen offen. Also kann es unter Umständen eine lange Serie werden.

 

 

Wo ist der Unterschied zwischen deiner Serie und kommerziellen Zombie-Serien und Filmen wie zum Beispiel THE WALKING DEAD?

Erstens: Es ist eine reine deutsche Serie, die in Hamburg und SH spielt.
Zweitens: Die Zombies stehen nicht im Vordergrund, sondern die Zombie-Jäger und ihre Geschichte /Geschichten. Hinzu kommt, dass es eigentlich ein Genremix ist. Ich würde sogar soweit gehen es Zombie Dallas/Denver zu nennen. Denn Politik, Macht und Intrigen spielen in dieser Serie eine sehr große Rolle. Und wir haben einen Helden, der eine Gabe hat, ähnlich wie die eines X – Man. Mehr verrate ich jetzt aber nicht. Guckt einfach und gut ist!

Wir hoffen, dass ab September die ersten Folgen laufen werden und es gibt keine wirkliche Premiere, sondern eher ein Preview für Cast, Crew und geladene Gäste. Dort zeigen wir dann die ersten drei oder vier Folgen, wie gewohnt im Burg Kino Uetersen.

Wie schafft man es trotz Familie und bürgerlichem Beruf nebenher Filme zu drehen? Und wie finanzierst du die Filme?

LEIDENSCHAFT heißt das Zauberwort. Ohne sie wäre das alles nicht möglich. Tja und finanzieren? Gute Frage. Privat, hier und da mal ein Sponsor und nach dem Motto eine Hand wäscht die andere, was leider heutzutage kaum noch jemand kennt.

Und viel Improvisation ist nötig, was ja einen guten Filmemacher eigentlich ausmacht. Man muss lernen mit den gegebenen Umständen klar zu kommen und da weiter zu machen, wo andere hinschmeissen würden.

Du machst ja gerne Premieren im Uetersener Burg Kino, wo der Eintritt dann komplett für gute Zwecke gespendet wird. Wie wichtig ist es dir, dass du mit deiner Leidenschaft zum Film auch noch was Gutes tust und wie suchst du dir aus, an wen du die Spenden geben wirst?

Das entscheide ich immer sehr spontan, wo halt Hilfe gebraucht wird. Bei BOND:RELOADED war es für die Kinderkrebs Station in Eppendorf, bei unserem Filmfest UNSCHÄRFE 2015 haben wir Sachgegenstände für die Flüchtlinge gesammelt. Dieses Jahr beim gleichen Filmfest, sammeln wir für Obdachlose, um ihnen ein schönes Weihnachtsessen zu organisieren.

Es gibt sicher einige die sagen, dass deine Werke Trash sind. Wie gehst du damit um?

Auf diese Frage zu antworten macht mir richtig Spaß. Kleines Beispiel: Deutschland gewinnt gegen die Ukraine 2 – 0. Es gibt nichts zu nörgeln, also suchen wir was. Jogi kratzt sich die Eier … Auweia. Leider ist es gerade in Deutschland zum Volkssport geworden, vieles schlecht zu reden und über andere ihre Erfolge freuen geht schon mal gar nicht. Lange Rede kurzer Sinn, die Leute, die das behaupten, gehen mir am Arsch vorbei. In erster Linie interessiert mich das Publikum im Kino und wenn die schmunzelnd, lächelnd und nicht gelangweilt nach dem Film den Kinosaal verlassen, dann habe ich gewonnen!

Du machst parallel zur Serie noch weitere Filmprojekte. Welche sind gerade in Produktion und was wird uns da erwarten?

Erwarten? Sehr viel. Storymäßig kack ich Hollywood zu. Nein im Ernst. Zwei Kurzfilme. SCHIZOPHONE mit Kai Svaennson Göhring in der Hauptrolle, der übrigens auch bei der ZJ Preview läuft. RADIO mit Rahel Leschnick in der Hauptrolle, der noch in der Postproduction ist und vorraussichtlich Ende des Jahres Premiere feiert. Unsere Mini Serie SO NAH UND DOCH SO FERN, die jetzt doch ein Spielfilm wird und für nächstes Jahr stehen STANLEY und ERSCHRECKT EUCH NICHT! in der Planung.

Also ich werde Euch noch eine lange Zeit Trash Filme abliefern.

Nun hast du die Gelegenheit, noch was loszuwerden, was dir besonders am Herzen liegt. Ich danke dir für das Interview und wünsche dir viel Spaß beim Drehen und viel Erfolg mit deiner Serie und deinen weiteren Projekten.

Äh ja. An alle Filmemacher da draußen, alt und jung, Profi, Semiprofi und Amateur, mit oder ohne Kohle, tut Euch und dem Publikum einen Gefallen: Langweilt es nicht und kommt vom Schema SISSI, WINNETOU, DER KOMMISAR und LÜMMEL VON DER LETZTEN BANK weg! Macht dann lieber mal einen trashigen Film! Und nehmt euch selbst nicht so ernst.

Skatecop – Rache auf Rollen – Trashspaß aus Kiel (Crowdfunding)

Skatecop - Rache auf Rollen

Trash. Das ist das Genre, bei dem es Filmemacher richtig krachen lassen können. Was zuerst nur als Trailer geplant war, wird nun in einen Spielfilm im 80er-Jahre-Look verwandelt. Wir haben dem Team einige Fragen gestellt.

 

Wer seid ihr und wie seid ihr an den irren Typen Skatecop gekommen?

[Lukas] Wir sind Peter Ahlers, Lena Günther, Lukas Klenke und Dung Pham. Wir studieren Multimedia Production an der FH Kiel. Seit einigen Jahren machen wir regelmäßig Kurzfilme zusammen, unter anderem „Bratfettkalle“ oder dieses Jahr „Der brennende Bus von Kiel“. Dabei erfahren wir viel Unterstützung von unseren filmbegeisterten Freunden und Kommilitonen. Schon lange haben wir nach einer Möglichkeit gesucht, endlich etwas Größeres auf die Beine zu stellen. Und dann kam Skatecop!

 

Skatecop - Rache auf Rollen

 

Der Legende nach haben wir beim wöchentlichen Containern eine alte Videokassette in einer Mülltonne gefunden. Wir haben sie in den Player geschoben und dabei die Entdeckung des Jahrhunderts gemacht. Auf dieser Kassette war der Trailer zu Mike Litoris‘ Skatecop – Rache auf Rollen! Einem verschollenen Klassiker des Kieler Actionkinos. Der vollständige Film war leider unauffindbar, ebenso wie der Regisseur und der Cast. Wir denken, dass man in diesem Falle von dem Metropolis Kiels sprechen darf! Um zu retten, was noch zu retten ist, haben wir uns kurzerhand entschlossen, dieses Meisterwerk nachzudrehen!

In unseren Augen bietet die Welt des Skatecops eine fantastische Möglichkeit, einen anderen Blick auf die Stadt zu werfen, die im Laufe der Jahre zu unserer Heimat wurde. Kiel in einem postapokalyptischen Setting. Das bedeutet, dass Laboe endlich fällig wird, Düsternbrook abgebrannt ist und Mutantenpunks durch die Stadt marodieren und Chaos anrichten. Inmitten dieses Chaos ist der Skatecop der Letzte, der noch für Ordnung sorgt. Als gebrochener Charakter irgendwo zwischen Dirty Harry, Robocop und der City Cobra stellt er für uns ein Konglomerat dessen dar, was das maskuline Rollenbild der Achtziger zu bieten hat. Ihm wird natürlich ein bunter Strauß schillernder Charaktere an die Seite gestellt. Ob mexikanische Wrestler, schweigsame Auftragskiller mit Affenpfoten oder die Hobbyärzte der Untergrundorganisation „Der Untergrund“ – wir wollen mit der Geschichte des Skatecops eine Wundertüte des schlechten Geschmacks schnüren, das Freunden des Trashfilms ein breites Grinsen ins Gesicht zaubert!

 

Skatecop - Rache auf Rollen

 

Hat Trash seine Berechtigung und was bedeutet Trash für euch?

[Peter] Natürlich hat er das. Trash wird ja seiner Übersetzung gemäß gerne als Müll bezeichnet. Als etwas minderwertiges, etwas über das man lachen darf und soll. Hahaha, so ein blöder Film, sind die doof, das kann ja selbst ich besser. Doch so eine Herangehensweise ist viel zu kurz gedacht.

Trash kann viel mehr sein. Ein Freiraum für Andersartigkeit und den Bruch mit Konventionen. Wo gerade durch Scheitern etwas Großes und eigentümlich Kreatives entstehen kann. Trash ist nicht an die Regeln des „guten Geschmacks“ gebunden und kann sich daher im besten Falle frei entfalten und bietet jede Menge Platz für Subversion und Experimentierfreudigkeit. Im Grunde alles Sachen, die man sich vom Arthouse wünscht. Bloß dass es mehr Spaß macht und man nicht ernst die Stirn in Falten legen muss. Viel mehr fordert Trash einen Filmemacher auf beherzt die Hosen runterzulassen und eine saftige Arschbombe in die Jauchegrube zu machen!

 

Skatecop - Rache auf Rollen

 

Was fasziniert euch an dem Look der 80er Jahre?

[Lena] Die 80er üben einfach eine große Faszination aus. Wir haben diese Zeit zwar nicht miterlebt, aber genau in dieser kollektiven Nostalgie liegt der Punkt. Vieles aus diesem Jahrzehnt erscheint „Larger than Life“. Und zwar nicht nur die irren Fönfrisuren und geschmacklosen Pastellklamotten! Auch der Genrefilm, ja sein goldenes Jahrzehnt! Filme wie Rambo II, Der Blade Runner oder eben Robocop lassen einem ob ihrer Wucht ja noch heute die Kinnlade runterklappen. Es liegt glaube ich auch an dieser paradoxen Mischung aus der brutalen Oberflächlichkeit der Konsumgesellschaft und der bunten Subkultur, die vor allem die Popkultur dieses Jahrzehnts so einzigartig macht. Auf der einen Seite hat man Miami Vice und auf der anderen dann Einstürzende Neubauten.

Man hat dadurch so ein utopisches, nostalgiebehangenes Bild im Kopf, bei dem das „damals war alles besser“, „ ach wär ich doch in dieser Zeit geboren worden“ mitschwingt. Verrückte Mode, bei der alles erlaubt war, Frisuren, die vor Hässlichkeit strotzten … diese Zeit steht für uns für das wilde, freie Ausprobieren von Stilen und Stilmixen. Wir haben den Eindruck, dass in dieser Zeit in Kunst, Mode und Musik viel Neues entstand und ein experimenteller Geist vorherrschte.

 

Wie finanziert ihr euch und wie kann man euch unterstützen?

[Dung] Einen Großteil des Filmes werden wir privat finanzieren, bzw. durch Unterstützung von Freunden. Jeder im Team, auch die Schauspieler arbeiten unentgeltlich, was bei knapp 3 Wochen Dreh eine enorme Unterstützung darstellt. Und viele befreundete Künstler stellen uns ihre Fähigkeiten zur Verfügung. Sei es im Soundtrack, in der Produktion oder vor der Kamera. Ohne sie wäre dass alles nicht möglich!

Trotzdem wird der Film so wie wir ihn uns vorstellen viel Geld kosten, welches vor allem in Kostüm und Requisite fließen wird. Auch für Equipment, Verpflegung und Fahrtkosten wird einiges an Kosten anfallen. Wir sind im Gespräch mit einigen lokalen Sponsoren und versuchen mit Hilfe von Sachspenden den Umfang der Kosten etwas zu senken. Außerdem haben wir Kulturförderung bei der Stadt Kiel beantragt.

Dreh und Angelpunkt wird aber unsere Crowdfundingkampagne auf www.startnext.com/skatecop. Da wir bereits im Vorfeld soviel positive Resonanz für unser Projekt bekommen haben, hoffen wir dadurch unser Budget aufzubessern, um auch wirklich den Film so realisieren zu können, wie wir ihn uns vorstellen. Deshalb ist uns eine Spende auf Startnext eine ganz ganz große Hilfe! Damit helft ihr uns den Film zu drehen, den wir immer machen wollten und dafür bekommt ihr den Film, den ihr immer gedreht haben wolltet! Und obendrauf gibt’s für den Spender noch ganz coole Dankeschön-Pakete!

Aber auch abseits des schnöden Mammons freuen wir uns über Hilfe und Angebote jeglicher Form! Sei es als Hilfe am Set, Statistenrollen oder auch Sachspenden, die unseren Requisitenfundus bereichern. Vielleicht hat zum Beispiel jemand Lust, mal seinen Oldtimer durchs Bild fahren zu lassen oder uns seine abgefahrenen Spielzeugwaffen oder Vintageklamotten zu leihen. Wie gesagt, jede Kleinigkeit ist wichtig und wir freuen uns über jede Art der Unterstützung!

Thies John über „Wo andere Urlaub machen“

Thies John ist Schauspieler, Regisseur und Autor aus Kiel und realisiert in diesem Sommer seinen ersten Langfilm in der Nähe von Eckernförde. Warum ihr ihn bei seiner Crowdfunding-Aktion unterstützen solltet, lest ihr im Interview.

 

Das Interview führte Jessica Dahlke

 

Du bereitest gerade die Produktion deines ersten Langfilms vor. Kannst du kurz erzählen, worum es darin geht.

Genau genommen ist es mein zweiter Langfilm, aber meinen ersten “Hab ich vergessen” kann man sozusagen vergessen. Es wird ein Horrorfilm. Es wird ein Film, der sehr schleswig-holsteinisch geprägt sein wird. Schon allein durch die Kulisse, in der er spielt. Er wird gänzlich am Strand der Eckernförder Bucht entstehen in der Nähe des kleinen Örtchens Noer. Dort gibt es eine wunderbare Steilküste, die schön zerklüftet und sehr einzigartig ist in ihrer gesamten Art. Ich habe mich erst letzten Samstag wieder in diese Kulisse verliebt, als wir dort den Trailer für unsere Crowdfunding-Aktion gedreht haben.

 

 

Es wird ein Zombiefilm, aber die Zombies sind nur Katalysator. Vordergründig geht es um Zombies, aber wenn man ein bisschen in die Handlung reinguckt, dann geht es um das, was bei den Menschen ausgelöst wird. Um Verlust von Unschuld, Überschreitung von Grenzen, gerade auch von moralische Grenzen. Und es gibt keine Figur, die nicht in irgendeiner Art ihre Unschuld verlieren wird.

 

Es klingt ein bisschen nach dem Konzept von “The Walking Dead” und “Fear Of The Walking Dead”. Dort geht es auch um die Entwicklung der Menschen und weniger um die Zombies.

Ich möchte nicht in Abrede stellen, dass mich das nicht auch geprägt. Nur worauf ich verzichten werde, sind diese “Zerfleischungsaktionen” durch Zombies. Mir geht es wirklich darum, wie diese Leute miteinander kommunizieren, wie sie funktionieren. Ich habe mir mit Hille Norden Charaktere überlegt, die wirklich sehr sehr spannend sind, die ihre Brüche haben. Es gibt eigentlich keine glatte Figur. Es gibt trotzdem Sympathieträger, die aber an den Aufgaben, die sie sich selbst stellen, zu scheitern drohen. Ich glaube es wird äußerst spannend werden. Es wird kein Wohltue-Film, sondern es geht ans Eingemachte. Es gibt sehr harte Szenen.

 

 

Ich hab ein sehr tolles Team gefunden, das mich gerade unterstützt. Vor der Kamera und auch dahinter. Johann Schulz ist dran beteiligt, Hannes Gorrissen, Hille Norden, Torben Sachert, Arne Prill und viele mehr. Die sind alle heiß drauf jetzt loszulegen. Dafür fehlt uns im Moment noch die finanzielle Grundlage und die versuche ich jetzt über eine Crowdfunding-Aktion zu bekommen.

 

Crowdfunding ist ein gutes Stichwort. Wie finanziert man ein solches Projekt und wie wird das Geld verwendet?

Das Geld wird für die Dinge ausgegeben, die man bei jedem Film braucht. Zum Beispiel die Kostüme. Da die Zeitspanne, in der die Handlung abläuft relativ groß ist, brauchen wir Klamotten in verschiedenen Verschleißzuständen. Wir brauchen also für jeden mindestens drei gleiche Outfits, die dann mehr oder weniger ramponiert sind. Dann natürlich Make-Up. Wir haben eine Schauspielerin, die die normale Filmschminke nicht vertragen kann, da müssen wir dann Alkoholschminke kaufen. Das sind alles so Kleinigkeiten, die sich nachher aber summieren werden. Dazu kommt natürlich der abgelegene Drehort. Wir werden dort Toiletten und Catering benötigen. Wir brauchen ein Zelt als Aufenthaltsort, wo die Leute auch mal entspannen können. All das muss eben organisiert werden. Wir brauchen die Drehgenehmigung, wir brauchen Stellplätze für unsere Fahrzeuge, wir brauchen überhaupt Fahrzeuge. Und das summiert sich halt alles. Ich bin gerade dabei einen Finanzplan aufzustellen, was wir wirklich am Notwendigsten benötigen. Das wird dann unser Crowdfunding-Ziel ergeben. Das ist dann aber sehr knapp bemessen. Den Rest versuchen wir über Sponsoren zu finanzieren oder vielleicht überschreiten wir auch unser Crowdfunding-Ziel. Damit könnten wir dann auch einen Dolly ausleihen.

 

Wie ist die Idee entstanden einen Zombiefilm zu drehen?

Also ich habe da selbst ein besonderes Faible für das Genre. Ich würde mich schon als Fan von Horrorfilmen bezeichnen. Ich guck mir da natürlich an, was es schon gab und was noch nicht. Ich glaube allein durch die Art des Drehs wie den eingeschränkten Drehort, dass der Film komplett am Tag spielen wird und andere Besonderheiten, haben wir Merkmale, die ich so noch keinem Zombiefilm gesehen habe. Bei “The Walking Dead” läuft es anders ab, da wird viel mehr mit den Schockelementen gearbeitet und davon rücke ich ein bisschen ab. Es wird Schockelemente geben, aber die kommen von woanders.

Und die Idee diese Art von Film zu machen, die entstand wie viele Ideen in einem Kneipengespräch, das ich geführt habe mit einem Freund von mir, Daniel Chrommik.

 

 

Wie bist du zum Film gekommen?

Für Film interessiere ich mich seit den späten 70er Jahren. Ich hatte dummerweise nie eine Kamera zur Verfügung, sonst hätte ich viel früher angefangen mal was zu drehen. Ich habe dann Anfang der 90er mit einer geliehenden Kamera des Offenen Kanals einen Film produziert: der oben angesprochene Langfilm und war natürlich völlig überfordert damit, weil ich fast alles selbst gemacht habe und nicht wusste, wie man eigentlich an so einen Film rangeht. Zu der Zeit habe ich auch schon Theaterstücke geschrieben, die relativ erfolgreich hier in Kiel gelaufen sind. Über das Schneiden kam ich Mitte der 90er dazu, noch ein paar Kurzfilme zu machen. Zum Beispiel einen kleinen düsteren Horrorfilm, der leider verschollen ist, aber der visuell schon dem entsprach, was ich gerne in Horrorfilmen sehe. Ich habe dann an Wettbewerben teilgenommen und zweimal sogar einen Preis gewonnen. Doch dann habe ich das Filmemachen aus den Augen verloren.

 


Filmemacher Thies John (links)

 

Und wie ich jetzt zum Film gekommen bin, weißt du ja am besten. Ich bin bei deinem Projekt The Flying Discman gelandet und habe bei dem Sketch “Verkorkt” das erste Mal wieder Regie geführt. Es folgten einige Drehbücher für die Comedy-Gruppe und auch vor der Kamera habe ich gestanden. Schön war, dass wir 2015 dann auch noch den Jürgen-Prediger-Filmpreis gewonnen haben. Und sowas motiviert natürlich unglaublich. Man fängt an zu überlegen, was man noch alles machen kann. Der Langfilm ist jetzt das erste große Projekt, für den Herbst plane ich eine Webserie.

Webserien sind Moment ein gutes Mittel, mit relativ wenig Geld aber mit viel Originalität etwas Anständiges zustande zu bringen. Originalität ist mir daran das Wichtigste. Es sollte sich nicht dem normalen Fernsehzuschauer anbiedern, sondern Filmqualität und gute Schauspieler haben. Dann gibt es noch zwei Kurzfilmprojekte. Das ist so, was mich im Moment umtreibt.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Diese Seite verwendet Google Analytics. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen