Filme als kultureller Auftrag: Das Kino in der Pumpe

Mit dem Kinopreis SH würdigt das Land Schleswig-Holstein kulturell wertvolle Arbeit. Die Preisträger vom Kino in der Pumpe sprechen mit Filmszene SH über Programmarbeit, den kulturellen Auftrag des Kinos und das Verhältnis des Kinos zu Netfflix und anderen Streaming-Diensten. Im ersten Teil dieser Interviewserie sprechen Eckhard Pabst, Zara Zerbe und Kirsten Geißelbrecht über das Programmjahr 2016 und ihre Highlights.

 

Das Interview führte Yorck Beese

Das Kino in der Pumpe hat kürzlich für das Programmjahr 2016 den Kinopreis SH gewonnen. Das Wichtigste natürlich zuerst: Gratulation zum Gewinn des Kinopreises! Als kommunales Kino seid ihr in der Kategorie nichtkommerzielles Kino angetreten und nun ist es urkundlich: Euer Filmprogramm ist hervorragend. Was verbindet ihr mit dem Gewinn des Kinopreises SH?

Pabst: Der Kinopreis würdigt die Programmarbeit eines Kinos und trägt dazu bei, ihm mehr Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit zu verschaffen. Das Marktgeschehen funktioniert nämlich so, dass Filmverleiher ihre Filme zu bestimmten Terminen veröffentlichen und so für ein breites Publikum sorgen. Die Kinoprogrammarbeit beginnt dann, wenn man eine Auswahl treffen oder eine Beschränkung machen muss. Das heißt, man muss durch Kombination, Anreicherung oder Kontextualisierung das Programm gestalten bzw. mitgestalten. Wir schaffen einen Mehrwert zu den Filmen, die wir ins Programm nehmen. Und die Überlegung des Ministeriums für Justiz, Kultur und Europa war es, das Augenmerk darauf zu lenken, dass Kinos genau so etwas machen können oder eben nicht: Programmarbeit.

Zerbe: Das war schon eine tolle Wertschätzung. Wir sitzen ja hier und zerbrechen uns den Kopf darüber, was wir für ein Programm anbieten können. Und wenn man dann so eine Wertschätzung bekommt, das ist schon toll. (scherzt) Außerdem waren die Schnittchen bei der Verleihung sehr gut…

 


Das Team des Kinos in der Pumpe: Eckhard Pabst, Zara Zerbe, Kerstin Geißelbrecht (v.l.n.r.; Foto: Yorck Beese)

 

2016 ist nicht das erste Programmjahr, für das das Kino in der Pumpe mit dem Kinopreis SH ausgezeichnet wurde. Damit nicht genug: Ihr habt in diesem Jahr den ungeteilten Kinopreis gewonnen. Was zeichnet euer Kino vor anderen nichtkommerziellen Kinos aus?

Pabst: Ich würde gerne zunächst auf den Begriff „nicht kommerziell“ eingehen: Wir sind genauso kommerziell wie andere Kinos. Was den Verleih angeht, unterliegen wir den gleichen Regeln wie die Mainstreamkinos. Der Unterschied ist: Wir müssen Lohneinkünfte nicht erwirtschaften. Wir haben in der Pumpe neun Angestellte und mein Team und ich sind Angestellte des Vereins im Bereich Kino. Das heißt, unser Lohnniveau ist nicht vom Gewinn abhängig – nur den Verleih interessiert das nicht. Der Verleih gibt uns einen Film nach den gleichen Regeln, die auch für die großen kommerziellen Kinos gelten. Es gibt Verleiher, die ihre Filme gezielt zu uns bringen. Da wird aber genauso hart verhandelt: Wir müssen vereinbaren, ob ein Film nur einmal gezeigt wird, oder an drei bestimmten Tagen in der Woche, zu welchen Zeiten er gespielt wird und wenn er dann gut spielt, möchte der Verleiher gerne eine Verlängerung. Unser Kino verlängert Filme nicht, weil bei unserem Programm eine Verlängerung nicht planbar ist.

Zerbe: …und es würde auch nicht zu unserem Programm passen. Wir gehen das deutlich anders an.

 

Das heißt, die Programmarbeit hat bei euch Vorrang?

Pabst: Die Standardsituation ist diese: Wir bekommen einen neuen Film angeboten, z.B. den neuen Valeska Griesebach, und wir müssen ihn zwei Wochen lang spielen. Wenn dann aber z.B. ein Stummfilmfest ansteht, dann kann ich nicht verlängern. Eine Verlängerung ist da unrealistisch.

 

2016 war auch das Jahr, in dem das Team der Pumpe gewachsen ist. Zara und Kirsten, wie habt ihr euch eingelebt?

Zerbe: Das größte Problem, wenn man seine Masterarbeit gerade abgeschlossen hat und in einem Kino arbeitet, ist, dass dann Leute kommen und sagen „Guck mal, eine Geisteswissenschaftlerin, die Popcorn an der Kasse verkaufen muss“. Es kann abenteuerlich sein, Leuten zu vermitteln, dass es halt ein richtiger Job ist. Alltägliche Aufgaben gehören genauso dazu, wie die anspruchsvolleren Aufgaben der Programmarbeit. Im Endeffekt macht der Job aber in jedem Fall sehr viel Spaß.

Geißelbrecht: Für mich war diese Stelle aus anderen Gründen sehr reizvoll. Ich arbeite schon seit 16 Jahren in der Organisation der SchulKinoWoche Schleswig-Holstein. Unsere Aufgabe dort war es, den Kinoraum für Jugendliche wieder erfahrbar zu machen, also vor allem Schülern das Kino näherzubringen. Durch die Perspektive des Kinos gewinne ich jetzt sozusagen den Blick auf die andere Seite hinzu.

 

Die persönlichen Highlights des Teams 2016

Mit dem Kinopreis SH wird die Gestaltung einer lebendigen Kinolandschaft gewürdigt. Das Programm eures Kinos war im Jahr 2016 dementsprechend breit gefächert. Da gab es neben einem interessanten Programm auch Kooperationen mit verschiedenen Interessensgruppen aus Kiel, u.a. die Reihe „Propaganda. Das Kino der NS-Zeit“, die sehr erfolgreich war. Was waren im Nachhinein eure persönlichen Highlights?

Pabst (lacht): Mein Problem ist, dass ich es immer so schnell vergesse. Aber im Ernst: Die „Propaganda-Reihe“, die in Kooperation der CAU Kiel entstanden ist, war wirklich ein Highlight. Da kam so viel Support, so viel Unterstützung von den Studenten, das war wirklich beglückend. Es gab zu jedem Film eine Einführung, in die jedes Mal viel Arbeit gegangen ist. Das Publikum war interessiert, bewegt und zugleich entsetzt über den aufpeitschenden Schund auf der Leinwand. Und die Diskussionen mit dem Publikum im Anschluss waren ebenso offen wie aufschlussreich.

 


Großes Programm im kleinen Kino: Die Filmreihe „Propaganda. Das Kino der NS-Zeit“ (Foto: Christina Srebalus)

 

Pabst: Ganz toll war auch der Estnische Filmabend. Da hatte uns vor drei oder vier Jahren eine Gruppe angesprochen, die mit estnischen Filmemachern eine Tour durch Norddeutschland machten. Im zweiten Jahr haben sie hier angefragt und inzwischen kann man richtig zugucken, wie dieses kleine aber feine Filmfest wächst. Die Filme sind natürlich „skandinavisch“, also schon ein wenig düster und da wird auch mal gestorben…

 

…auch ein wenig Bergman-esk?

Pabst: Mehr so wie, sagen wir, Aki Kaurismäki vermischt mit poststalinistischem rumänischen Kino …

Zerbe: …oder Kaurismäki mit einer poststalinistischen Depression.

Pabst (lacht): Auch das! Und zu diesem Festival kommen so viele verschiedene Leute, dass da natürlich auch die landesüblichen Getränke gereicht werden.

Geißelbrecht: Den Dokumentarfilmsommer nicht zu vergessen!

Pabst: Absolut. Die großen Kinos haben den großen Sommerfilm, also Disney-Pixar & Co., wir haben den Dokumentarfilmsommer. Ich bin euphorisch, wenn ich daran denke. Man muss es natürlich in Relation sehen: Wir haben zwar nur eine vergleichsweise kleine Anzahl an Sitzplätzen, aber der Dokumentarfilmsommer war gut besucht – deutlich besser als die übliche Sommerkomödie. Und was noch ein Highlight war: Die Einweihung unseres Flügels. Mit Werner Loll konnten wir einen erfahrenen Mann für die Tasten gewinnen. Genauso wie Willem Strank, unser junger „Hauspianist“. Dieses Jahr noch werden wir ein ganzes Stummfilmwochenende machen. Da zeigen wir einige besondere Schätze wie zum Beispiel Dziga Vertovs DER MANN MIT DER KAMERA, um nur einen zu nennen.

 


Als die Pumpe ihren Flügel erhielt, war auch ein eifriger Filmemacher dabei, um das Geschehen zu dokumentieren (Quelle: YouTube, Fabian Leptien)

 

Der zweite Teil dieses Interviews erscheint wie gewohnt bald auf Filmszene SH. Dann sprechen Eckhard Pabst und sein Team über die Arbeit mit regionalen Filmemachern und die Idee des Kommunalen Kinos.

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Flensburger Kurzfilmtage: Ein Paradies für kreative Köpfe

Die Flensburger Kurzfilmtage geben Filmschaffenden eine Plattform und halten Fortbildungsmöglichkeiten für Flensburger Studenten bereit. Bis zum 15. Juli kann man seinen Film einreichen.

 

Ein Artikel von Samuel Bereuther

Ein Haufen Arbeit

Es ist ein Vollzeitjob für Maja Petersen. Im Januar beginnt ihre Arbeit mit der Beantragung der Fördermittel, weiter geht es mit den Vorbereitungen der Ausschreibungen – bis das Festival endlich im November in den Startlöchern steht, ist Einiges zu erledigen. „Jetzt ist eigentlich die ruhigste Zeit“, erzählt Maja beim Interview in ihrem Büro an der FH Flensburg, „Richtig los geht es dann, wenn die Anmeldefrist am 15. Juli gekommen ist und die Sichtung der Filme beginnt.“

 

Das Festival wächst!

Dabei hätte niemand erwartet, dass das Event jemals so groß werden würde. Im Jahr 2001 fanden die Filmtage das erste Mal unter der Leitung von Karsten Wiesel und Lars Diederichsen statt, deren erklärtes Ziel es war, die Bandbreite der Erscheinungsformen der Filmkunst sichtbar zu machen. „Das fand damals im sehr kleinen Rahmen unter dem Titel ‚Brot und Spiele‘ statt. Aber als die Veranstaltung Jahr für Jahr immer größer wurde, schafften sie es nicht mehr, das Festival als Nebenbeschäftigung zu organisieren“, erinnert sich Maja Petersen. Damals hatte sie mit einem Lehrkollegen einen Animationswettbewerb an der Fachhochschule ins Leben gerufen und suchte einen Rahmen, in dem sie die Filme zeigen konnte. „Dadurch kamen wir in Kontakt mit den beiden und sie holten mich mit ins Boot. Mittlerweile bezahlt mich die Hochschule für die Organisation der Filmtage, wir sind sogar ein eingetragener Verein.“

 

Filmtage auf dem Lehrplan

Inzwischen sind die Flensburger Kurzfilmtage zu einer festen Instanz in der nordischen Filmszene geworden, mit Einreichungen aus ganz Deutschland und Dänemark. Für das Kinder-Kurzfilmprogramm „Rolle Vorwärts“ gab es dieses Jahr über 2500 Anfragen, sodass manche sogar abgelehnt werden mussten. Doch das Flensburger Großereignis ist mehr als nur ein Wettbewerb: Studierende beider Hochschulen sind das ganze Jahr auf allen Ebenen beim Festival eingebunden.

„Das geht von den Flyern über den Trailer auf unserer Website bis hin zum Banner, das am Deutschen Haus hängt“, erzählt Petersen, „Mittlerweile arbeiten wir auch mit der Europa-Universität in Flensburg zusammen; die Sichtung der Filme wird von Germanistikstudenten durchgeführt.“ Selbst die schicken Trophäen für die Sieger stammen aus Studentenhand. „Daran können die üben, die Holztechnik an der FH studieren. Die Kurzfilmtage sind eben für alle von Vorteil.“

 

Wer darf teilnehmen?

Vergeben werden die verschiedensten Preise in den Kategorien Fiktion, Non-Fiktion, Animation und Wagnis („für die innovativste, spannendste Idee“) die allesamt jeweils mit einem Preisgeld von 1000 Euro dotiert sind. Außerdem werden zwei Publikumspreise für die deutsche und die dänische Kategorie vergeben. Wichtig ist Petersen dabei zu erwähnen, dass die ausgewählten Filme keinesfalls dem Mainstream entsprechen müssen: „Die einzigen Kriterien sind: Der Film muss kürzer als dreißig Minuten sein und jünger als zwei Jahre. Schließlich vergeben wir unsere Preise nicht für Perfektion. Der Film muss mitreißen, eine Geschichte erzählen.“

Wer mit seiner Produktion sein Glück versuchen möchte, hat dazu noch bis zum 15. Juli Zeit. Weitere Informationen zum Festival und zum Einreichungsverfahren findet Ihr auf diesen Seiten:

http://www.flensburger-kurzfilmtage.de/
https://www.facebook.com/flensburgerkurzfilmtage/

Crowdfunding: PentaQuad – Die Webserie

Mit einer viertelstündigen Pilotfolge startet die Scifi-Webserie „PentaQuad – Und die Galaxie macht Higgs” in ihr Serienleben. Ihr könnt ab sofort die Studioproduktion, für die die Comedytruppe „The Flying Discman” eine aufwendige Raumschiffkulisse gebauten hat, auf Startnext unterstützen.

 

Staubsauger und LEDs

Im Herbst soll die gesamte erste Staffel von PentaQuad realisiert werden. Bis dahin heißt es für die Flying Discman bauen bauen bauen, denn eines der wichtigsten Merkmale der Serie sind die aus Alltagsgegenständen hergestellten Requisiten und Kulissen. „Im Moment stapeln sich bei mir im Wohnzimmer alte Staubsauger, aus denen wir futuristische Astronautenrucksäcke und Analysegeräte bauen wollen”, erklärt Jessica Dahlke, die zusammen mit Nico Andresen Set und Kostüme entworfen hat, „außerdem suchen wir nach Möglichkeiten, unsere Armaturen und Kontrollen mit LEDs zum leuchten zu bringen. Da unser Budget zu Anfang relativ knapp war und das meiste Geld in den Bau des Sets geflossen ist, musste wir für die erste Folge auf solche Details verzichten.” Das soll sich jetzt ändern.

 

Unterstützer gesucht

Mit der Zusage einer Weiterförderung durch die Filmwerkstatt Kiel – Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein – ist bereits ein Teil der Finanzierung gesichert. Das reicht jedoch nicht aus, um alle laufenden Kosten wie Miete für die Halle, Leihgebühren für Equipment und Materialkosten zu decken. Fans haben daher die Möglichkeit, die Webserie durch eine kleine oder größere Spende auf Startnext zu unterstützen.

 

Hier gehts zur Pilotfolge und der Crowdfunding-Kampagne:
https://www.startnext.com/pentaquad

Moschee DE (D, 2016)

Moschee De ist die filmische Neuinterpretation des gleichnamigen, 2010 uraufgeführten Theaterstücks. Unter der Regie von Michael Honnes und Mina Salehpur sowie unter der Mitwirkung vieler, bereits am Theaterstück beteiligter Schauspieler, entstand 2016 die filmische Inszenierung. Im März lief der Film auf dem Filmfest Schleswig-Holstein.

Grundlage bilden Interviewprotokolle von 2006, die mit diversen Beteiligten der Kontroverse um einen Moscheebau in Berlin Pankow gehalten wurden.

 

Bericht: Jascha Bürki

Versachlichung und Emotion

Die sehr minimalistische Bildgestaltung stellt die Charaktere und ihre Meinungen in den Vordergrund. Vor weißem Hintergrund bekommen die unterschiedlichen Protagonisten Platz, die verschiedenen Meinungen zu präsentieren, die um die Diskussion um den Moscheebau entstanden sind.

Hierbei merkt man vielen der Schauspieler ihren Theaterhintergrund deutlich an, was allerdings durchaus als geplante Überspitzung zur Darstellung der hochkochenden Emotionen während der Debatte verstanden werden kann. Der Film stellt voll und ganz den Dialog in den Vordergrund und verzichtete dabei leider darauf, die Möglichkeiten des Mediums Film auszunutzen. Der durchgehend weiße Hintergrund vermittelt eine leichte Monotonie, die leider auch von den unterschiedlichen Darstellern nicht kompensiert werden kann.

 

Medienpädagogische Weiterverarbeitung

Des Weiteren verzichten die Macher darauf, die präsentierten Meinungen mit Hintergrundinformationen detaillierter zu beleuchten. Wie bereits gesagt, soll der Dialog, sowohl zwischen den Protagonisten als auch zum Zuschauern hin, im Vordergrund stehen. Dementsprechend macht die, in der anschließenden Diskussion erwähnte, geplante medienpädagogische Weiterverwertung viel Sinn. Denn in diesem Feld liegen eindeutig die Stärken des Films. Er konfrontiert den Zuschauer mit einer Vielzahl unterschiedlicher Meinungen zum Thema Moscheebau und Islam in Deutschland, ohne sie zu werten.

So eignet sich der Film hervorragend als Diskussionsgrundlage, genauso wie als Grundlage für eine weiterführende Recherche zu diversen Themen, wie Islam, die Ahmadiyya Gemeinde, aber auch Moral und Identität. Man merkt dem Film an, dass dies die Priorität der Macher war und wahrscheinlich deshalb die Möglichkeiten des Mediums Film auf der Strecke geblieben sind. Aber alles in allem kann Moschee DE nur als das verstanden werden, was er sein will, nämlich als wertvoller Beitrag zu einer hochaktuellen Diskussion.

 

Weitere Information finden sich auf:
https://www.moschee-de.de/
http://www.kundschafterfilm.de/projekt/18

Drehbericht: Von Noer bis Schaubude – Arne Berner über seinen neuen Kurzfilm

Letzte Woche drehte Arne Berner seinen ersten Kurzfilm in Kiel. Der Schauspielstudent erkundet darin die dunklen Seiten seiner Hauptfigur Chris. Mit dabei viele bekannte Gesichter aus der Kieler Filmszene.

 

Das Interview führte Jessica Dahlke

 

Du hast deinen ersten Film gedreht. Worum geht es?

Arne Berner: Es geht um Chris, der versucht vor den Schatten seiner Vergangenheit zu fliehen. Er hat eine kleine Schwester, die er jede Woche vom Ballett abholt. Das Problem ist, dass sie mit seinem Stiefvater Rüdiger in einem Haus lebt. Zwischen den beiden gibt es Spannungen, die nicht näher benannt werden. Seine Schwester Elisabeth ist jedoch sein einziger Halt. Chris nimmt Drogen, um sich abzulenken. Und genau diese Drogen führen ihn schließlich zu seinem Stiefvater und dazu, dass der Konflikt offen ausbricht.

 

Wie bist du an deinen Stoff herangegangen? Warum diese Geschichte?

Es hat sich sehr organisch entwickelt. Eigentlich sollte der Film ursprünglich ein Showreel mit einigen zusammengesetzten Sequenzen sein, aber ich habe schnell gemerkt, dass das für mich nicht nur ein Showreel ist. Als die Person, für die das Showreel geplant war, dann abgesprungen ist, hat es sich zu meinem kleinen Baby entwickelt. Ich habe das Drehbuch sehr viel Leuten geschickt und mir Kritik eingeholt. Es ist locker durch 15 Versionen gegangen. Daraus hat sich ein Prozess entwickelt, der nicht forciert war, sondern wirklich aus der Situation heraus entstanden ist.

 

Das heißt also, dass du das Drehbuch mit anderen Filmemachern reflektiert hast. Kannst du ein bisschen was über die Filmszene hier in Kiel erzählen?

Ganz klar. Ich hätte nicht einmal einen Anfang gefunden, wenn das hier nicht alles so toll vernetzt und so leidenschaftlich wäre. Dadurch, dass wirklich jeder mit angepackt und jeder eine Kritik gegeben hat, mit der man etwas anfangen konnte, die Leute einfach Lust hatten zu filmen und insgesamt so eine Welle positiver Energie rüberkam, konnte das Ganze erst zustande kommen. Es ist dadurch viel besser geworden, als ich es mir vorgestellt habe.

 

Das ist dein erster Film, d.h. dass du irgendwo herkommst. Was machst du im normalen Leben?

Ich mache gerade eine Ausbildung zum Schauspieler an der Schule für Schauspiel Kiel. Ich werde in zwei Jahren meine Bühnenreife machen und werde mich bis dahin auch viel mit der Arbeit hinter der Kamera beschäftigen.

 

Ist es dein Ziel Schauspieler zu werden, oder willst du irgendwann mit deiner Schauspielerfahrung Richtung Regie gehen?

Ich bin da ganz pragmatisch. Ich denke, alles was dafür sorgt, dass ich meine Miete bezahlen kann, nehme ich gerne an. Ich denke auch, dass wenn man Schauspiel machen will, man sich nicht nur auf Schauspiel versteifen sollte. Ich lasse mich zum Beispiel auch Richtung Sprecher ausbilden, dann Theaterschauspiel, Filmschauspiel und jetzt versuch ich eben auch viel mit der Kamera zu machen. Im Moment ist es so, dass Film für mich eine gigantische Leidenschaft ist, weil jede freie Minute für Film oder Filmrelevantes draufgeht.

 

 

 

 

 

„Der Unsichtbare“ gewinnt „Nur 48 Stunden“

Der Wettbewerb „Nur 48 Stunden“ gilt nach 11 Jahren Bestehen als Institution in der Filmszene in Schleswig-Holstein. Mit sportlichem Wettkampfgeist stellen sich die Teams der Herausforderung, in nur 48 Stunden einen Film zu schreiben, zu drehen und zu schneiden. Das wie in jedem Jahr ausverkaufte Finale im metroKino Kiel zeigte, dass 2017 wohl das Jahr mit den bisher stärksten Beiträgen ist. Glückliche Gewinner war das Team von „Der Unsichtbare“. Wir haben die Macher nach der Preisverleihung zum Interview gebeten.

 

Ihr habt den “Nur 48 Stunden” Wettbewerb gewonnen. Herzlichen Glückwunsch! Wie fühlt ihr euch gerade?

Lisa Oppermann: Wir sind immer noch ein bisschen überfordert. Wir haben nicht gedacht überhaupt etwas zu gewinnen und jetzt haben wir den ersten Platz gemacht. Und dass, obwohl so viele gute Filme dieses Jahr im Finale gelaufen sind. Das ist total verrückt.

 

Wie seid ihr auf die Idee gekommen von “Der Unsichtbare”?

Mieke Wöhlk: Das war Nico (Wittke, Anm. der Red.). Er hat die Idee an uns herangetragen und wir fanden sie sofort gut.

Lisa: Nico kam die Idee, als er an einem Zebrastreifen stand und nicht rübergelassen wurde. Er hat sich gefragt, wie es wäre, wenn jemand wirklich unsichtbar wäre. Dazu hatten wir viele schöne Ideen, die wir leider aus Zeitmangel nicht alle umsetzen konnten.

 

 

Welche aufwendige Idee wurde rausgeworfen?

Mieke: Uns war es wichtig, dass wir den Unsichtbare in ganz normalen Alltagssituationen zeigen. Es sollte nichts übertrieben werden. Also quasi ein Alltagsunsichtbarer und die Probleme, die er damit hat.

Lisa: Tatsächlich haben wir von dem viel umgesetzt, von dem wir zuerst dachten, dass es zu schwierig wäre. Wir haben aber auch über eine Konstruktion nachgedacht, damit sich der Stuhl bewegt, auf der dem Unsichtbare beim Interview sitzt. Wenn man genau im Film hinhört, hört man das Leder quietschen in dem Moment, wo der Unsichtbare sich anders hinsetzt.

 

Habt ihr schon vorher Filme gedreht?

Lisa: Ja ich studiere Multimedia Production an der FH, deshalb habe ich schon einige Filme selbst gemacht. Beim 48-Stunden-Wettbewerb habe ich jetzt schon zweimal mitgemacht. Und Mieke hat glaube ich schonmal in einem Film mitgespielt.

Mieke: Ja, das stimmt, aber eigentlich studiere ich Medizin. Wir hatten letztes Jahr schon mitgemacht und das fanden wir wirklich cool. Meine Familie meinte damals, dass wir das nächstes Jahr zum Familienprojekt machen. Also ist das auch ein Film der Wölks und der Crew. Es hat sehr viel Spaß gemacht, weil da trotz des Stresses die ganze Zeit so eine Dynamik da war.

Lisa: Wir hatten einen sehr guten Workflow und deshalb waren wir die meiste Zeit eher entspannt, weil außer ein paar Tonproblemen alles geklappt hat. Im Gegensatz zum letzten Mal waren wir dieses Jahr einfach gut vorbereitet.

 

Was reizt euch an “Nur 48 Stunden”?

Lisa: Es reizt zu sehen, ob man es schafft in der kurzen Zeit wirklich eine gute Idee umzusetzen und wie weit man gehen kann.

Mieke: Einfach auch wie viele verschiedene Idee dabei herauskommen. Da sind die drei Dinge, die man für den Wettbewerb einbauen muss, die mal mehr, mal weniger offensichtlich zu sehen sind. Dann die Liebe zum Detail, die Diversität ist einfach der Wahnsinn. Es macht Spaß im Kino zu sitzen und sich die Filme anzusehen. Und diese Dynamik, die alle zusammenschweißt. Das reizt sehr.

 

Die Gewinner im Überblick

1. Platz – Der Unsichtbare (Lisa Oppermann / Nele Wöhlk)
2. Platz – Triplet (Torben Sachert / Olli Ott)
3. Platz – Die drei Stufen des Wahnsinns (Samuel Bereuther)

Publikumspreis – Triplet

Nachwuchspreis – We are (Reinhold Hansen)

Fotos findet ihr auf unsere Fanpage

 

2. Platz: Triplet

Triplet from Tim Butenschön on Vimeo.

Refugees – Kinder auf der Flucht (D 2016)

Sören Wendts 2016 erschienener 2-D Animationsfilm, der im März auf dem Filmfest Schleswig-Holstein lief, gibt einen seltenen Einblick in das Innenleben geflüchteter Kinder. Der Film entstand in Zusammenarbeit mit drei geflüchteten Minderjährigen in der Flüchtlingsambulanz im UK-Eppendorf. Die Protagonisten des Dokumentarfilms nehmen dort an einer Kunsttherapie teil, um ihre auf der Flucht und davor gemachten Erfahrungen zu verarbeiten.

 

Ein Bericht von Jascha Bürki

Zeichnungen geben Anonymität und zugleich große Nähe

Die in dieser Therapie entstandenen Zeichnungen bilden die Grundlage der 2D-Animationen des Films. So schafft er eine große Intimität zwischen dem Zuschauer und den geschilderten Geschichten der drei Kinder. Um die Anonymität der Geflüchteten zu wahren, haben sie sich für den Film selbst Spitznamen gegeben.

 

Die Flucht aus der Sicht der Kinder

Die erste Fluchtgeschichte ist die der sechsjährigen Butterfly, die mit ihrer alleinerziehenden Mutter vor der sozialen Ächtung im Iran geflohen ist. Ihre 2-jährige Flucht führte über die Türkei und das Mittelmeer nach Europa. Insbesondere die Schilderung der zwei gescheiterten Versuche, mit dem Boot nach Italien zu kommen, gibt einen beklemmenden Einblick in die Realität junger Geflüchteter. Und auch die Schilderung ihrer psychischen Probleme und ihres selbstverletzenden Verhaltens, seit der Ankunft in Hamburg, gewähren eine intime Perspektive auf die Probleme vieler in Deutschland ankommender Menschen. Der Film zeigt, was alles bewältigt werden muss, um eine erfolgreiche Integration zu ermöglichen.

Als zweites erzählt der mit 13 Jahren geflüchtete Camel die Geschichte seiner vierjährigen Odyssee von Afghanistan nach Deutschland. Um der erzwungenen Radikalisierung zu entgehen, wurde er von seinen Eltern alleine auf den Weg nach Europa geschickt, um dort seine Schwester zu treffen.

Die letzte Episode schildert den Weg des 14 Jahre alten 50 Cent von Guinea nach Deutschland. Er machte sich mit 13 Jahren auf den Weg nach Europa, um den Unruhen in seinem Heimatland zu entkommen.

 

Distanz und Fokus auf die Subjektive der Kinder

Der Film erreicht sowohl durch die Verwendung der Arbeiten der drei Kinder, als durch die Tatsache, dass zumindest Camel und 50 Cent ihre Geschichten selbst erzählen, eine große Nähe zwischen dem Zuschauer und den Erzählungen der Protagonisten.
Hierbei gibt sich der Film große Mühe, keine Wertung in die Erzählungen einfließen zu lassen. Natürlich sind es subjektiv gefärbte Berichte der Geflüchteten. Diese Subjektivität spiegelt jedoch gerade die empfundene Realität der in Deutschland Angekommenen wieder.

 

Film als Unterrichtsmaterial

Die subjektive Erzählhaltung bildet auch eine gute Grundlage für die pädagogische Weiterverarbeitung im Unterricht, für die der Film gemacht ist. Gerade hier kann er als Anregung für eine weiterführende Diskussion und als Grundlage für weitere Ausarbeitungen zu diversen Themen, wie etwa den jeweiligen Fluchtursachen, der Europäischen Flüchtlingspolitik oder den Herausforderungen der Integrationspolitik dienen.

Weitere Infos, auch zu den unterschiedlichen Lizenzen für eine Pädagogische Weiterverarbeitung, gibt es auf http://www.studiorakete.de/project/3-refugees/

PENTAQUAD startet in ferne Galaxien

Diesen Freitag zeigt das Kino in der Pumpe die Pilotfolge der neuen SciFi-Webserie PENTAQUAD. Das von der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein geförderte Projekt verspricht Science-Fiction gepaart mit Comedy und einer gesunden Mischung aus Special FX mit echten Kulissen, die noch mit Hand und Herz (aber ohne Bügeleisen) gebaut wurden. Wie PENTAQUAD die unendlichen Weiten des Weltraums ergründen wird, erzählt Regisseurin und Autorin Jessica Dahlke im Interview.

 

Das Interview führte Yorck Beese

 

Mit PENTAQUAD steht uns eine SciFi-Webserie ins Haus. Worauf dürfen wir uns am Freitag freuen?

Die Story ist zu Beginn der interstellaren Raumfahrt der Menschheit angesiedelt. Die meisten Serien beginnen in der Regel viel später und die Schiffe können dort dann schon von einem Sonnensystem zum nächsten springen. PENTAQUAD spielt in der Pionierzeit, ganz am Anfang, als die Menschheit noch überhaupt nicht weiß, ob es Außerirdische gibt oder nicht. In PENTAQUAD versuchen die fünf Raumfahrer einer StartUp-Raumfahrtbehörde (genannt CPLE), ähnlich wie Space-X, den großen Wurf und testen einen Antrieb, mit dem sie ins nächste Sonnensystem springen wollen. Außerdem dürfen sich die Zuschauer auf Retro freuen, auf Comedy und selbstgebaute Kulissen.

 

 

Ist PENTAQUAD mehr STAR TREK oder mehr STAR WARS?

Große SciFi-Serien und Filme spielen eine kleine Rolle, doch viel wichtiger sind mir Anspielungen auf die Theoretische Physik, vor allem aus der Populärwissenschaft. Da darf zum Beispiel Schrödingers Katze nicht fehlen. Eine gute Geschichte stellt für mich zudem immer eine Beobachtung des Zeitgeistes dar.

 

Erzähl mir mehr. Wie gehst du an Comedy heran?

Ich lege mich da nicht auf einen einzigen Ansatz fest. Besonders wichtig war mir zuallererst die Figurenkonstellation. Auf einem Raumschiff hast du einen abgeschlossenen Raum, aus dem du nicht entkommen kannst. Das heißt, wir haben eine Schicksalsgemeinschaft, aus der absurde Situationen entstehen. Comedy lebt von Konflikten und ein Raumschiff ist der perfekte Ort dafür.

Comedy ist auch immer abhängig vom Wissens- und Gefühlshorizont der Zuschauer. Gags können daher nach einer gewissen Zeit nicht mehr verstanden werden, besonders wenn sie an aktuelle Ereignisse gekoppelt sind. Andere Witze altern quasi nie, weil sie universell sind. Die gute Mischung macht es.

Und vor allem: Wir lachen meist über Dinge, die uns Angst machen.

 

 

…die uns Angst machen?

Ja, wir lachen über Vorgesetzte oder auch Rechtsextremismus, sieh Dir nur die HEUTE SHOW an. Aber man muss soweit gar nicht gehen: Loriot hat sich der Ängste des Kleinbürgers vor Peinlichkeiten angenommen und das war grandios.

 

Welche Aufgaben übernimmst du neben der Regie noch?

Verschiedene, vom Drehbuch bis zur Produktion. Außerdem habe ich mit Nico Andresen die Kulisse gebaut und die Kostüme stammen von mir. Zum Filmemachen gehört auch einiges an Verwaltungskram.

 

Im Logo der Raumfahrtbehörde in PENTAQUAD finden sich zwei rosa Einhörner. Ich denke, es geht um Raumfahrt?

Tut es auch. Die Einhörner sind eine Anspielung auf die „Unicorns“: So nennt man Startups, die über ein Budget von über einer Milliarde Dollar verfügen. Das Raumfahrtunternehmen in meiner Geschichte ist so arrogant, dass sie das Symbol des Einhorns nicht nur im Logo haben, sondern auch noch gleich zwei davon.

 

Wann hast du mit den Vorbereitungen begonnen?

Das war 2013. Ich lag „ein wenig krank“ auf dem Sofa und habe mir alle drei Staffeln der originalen STAR TREK Serie „Raumschiff Enterprise“ mit Captain Kirk angesehen. Vor allem die erste Staffel war sehr erhellend, was die – sagen wir mal – Kreativität der Ausstatter anging. Bei einer Folge läuft Mr. Spock mit einem Imkeranzug als Raumanzug herum, in einer anderen hat man einem Hund zwei Hörner auf den Kopf gesetzt, um aus ihm ein Außerirdischen Tier zu machen. Das hat mich angesprochen, weil es ein Kontrapunkt zu den computergenerierten Bildern heutiger Hollywoodfilme darstellt.

Nichtsdestotrotz lag das Projekt dann erstmal in der Schublade, weil für die Umsetzung eine Halle fehlte. Anfang 2016 traf ich dann auf Nico Andresen, der mir von einer Halle in Neumünster erzählte. Als klar war, dass wir dort drehen konnten, habe ich einen Antrag bei der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein eingereicht. Die konnten sich am Anfang nicht viel darunter vorstellen, weil der Dreh mit echter Kulisse doch recht selten in Schleswig-Holstein ist, vor allem im Low-Budget-Bereich. Darum erhielten wir zunächst eine Produktionsvorbereitungsförderung, um eine Pilotfolge zu drehen. Um die Finanzierung zu schließen, mussten wir weitere Sponsoren anwerben, die uns mit Sach- und Geldspenden bzw. Rabatten unterstützt haben. Das waren vor allem Holz, Eisenwaren und Elektroschrott. Dank dieser Hilfe war es überhaupt möglich, die Pilotfolge zu drehen, die am Freitag zu sehen ist.

 

 

Welche Hürden musstet ihr dann während des Drehs nehmen?

Da muss ich erstmal überlegen, weil bei diesem Dreh unheimlich viel gutgegangen ist! An ein oder zwei Stellen hat es aber tatsächlich geklemmt. So wollte wir blinkende LEDs und den ganzen Kram haben, doch derjenige, der diese bauen wollte ist aus Zeitgründen abgesprungen. Da unser Zeitplan sehr eng war, mussten wir für die Pilotfolge auch bauliche Kompromisse eingehen. So fehlte der Raum hinter der Tür sowie die vierte Wand. All das wird für den Rest der Serie noch nachgebaut.

 

Besteht Spoilergefahr, wenn ich dich frage, woher der Name PentaQuad kommt?

Nein (lacht). Der Name kommt daher, dass ich einen kleinen Zahlenfetisch habe. Gerade bei SciFi-Filmen finde ich das konsequent. Nehmen wir THX 1138 von George Lucas, das ist ein gutes Beispiel. Zahlen vermitteln im SciFi immer eine gewisse Technologisierung.

Im Namen stecken die griechischen bzw. lateinischen Zahlen penta und quad drin. Ich fand es passend, eine Zahlenkombination zu nehmen, die zunächst einmal bedeutungslos ist, aber zur selben Zeit Assoziationen auslöst, wobei ich vor allem Wert auf Bedeutungsspiele und Lautmalerei lege. So ist zum Beispiel „Quad“ von der Lautstruktur her sehr nah bei „Squad“, also einer Mannschaft oder einer Einsatztruppe. Dasselbe Prinzip greift auch an vielen anderen Stellen, so wie bei unserer Figur des Professor Higgs: Einerseits ist der Name eine Referenz auf einen renommierten Physiker, andererseits hört man das lautmalerische „Hicks“ bei einem Schluckauf heraus.

 

 

Ein wichtiges Kriterium für Qualität in Science-Fiction ist, dass es fulminante Außenaufnahmen des Raumschiffs vor einem weiten Weltraum gibt. Wird es am Freitag Außenaufnahmen zu sehen geben und wenn ja, welche Qualität dürfen wir von ihnen erwarten?

Also, wir haben VFX eingesetzt, aber nur solche Computer-Effekte, die man auch auf analogen Film oder per Stoptrick hätte herstellen können. Und es gibt Außenaufnahmen und zwar in Form der klassischen Raumschiff-Modelle, wie sie in alten SciFi-Filmen verwendet wurden.

Da muss ich kurz einhaken: Ridley Scott, hat mit PROMETHEUS meines Erachtens ein Zeichen gesetzt, dass auch physische Requisiten genutzt werden sollten. Ich erinnere da an das krakenähnliche Alien, welches sich Dr. Shaw aus ihrem Leib herausschneidet, das war eine Latexrequisite. Und obwohl Scott nach eigener Aussage davon überzeugt ist, so viel wie möglich auch durch die Linse zu filmen, hat er sich für VFX und CGI geöffnet. Wie denkst du über diesen Unterschied zwischen „gibt es“ und „kommt aus dem Computer“?

Ich finde die richtige Mischung machst. Einige Dinge funktionieren mit dem Computer besser, bei anderen sind Bauten gefragt. So etwas wie das Gummikostüm des Gorn, mit dem sich Captain Kirk in STAR TREK duelliert hat, das kannst du heute nicht mehr machen. Inzwischen zeigt sich auch im großen Kino, dass eine Balance zwischen Realfilm und CGI gefragt ist. STAR WARS – EPISODE 1-3 haben es mit dem Einsatz des Greenscreen so übertrieben, dass man sich fragt, ist das ein Film oder ein Computerspiel. Der Ansatz, tatsächliche Kulissen zu bauen hat danach wieder zugenommen. Am Ende muss man auf das beste Mittel zurückgreifen, je nachdem was man darstellen will.

 

 

Wie soll es nach der Premiere mit PENTAQUAD weitergehen?

Wir haben eine weitere Förderung erhalten und werden den Rest der Serie im Herbst drehen. Doch auch hier haben wir noch nicht alle finanziellen Mittel zusammen. Daher starten wir nächste Woche eine Crowdfunding-Aktion, wo jeder die Möglichkeit hat, uns mit kleinen oder größeren Beträgen zu unterstützen.

 

Worauf freust du dich am Freitag?

Ich freue mich auf das Publikum. Man muss einen Film zeigen können, um zu sehen, wie er ankommt. Das ist bei Comedy enorm wichtig, denn nur so kann man dazulernen. Ich bin sehr gespannt wie PENTAQUAD beim Zuschauer ankommt.

 

PENTA QUAD feiert Premiere am Freitag, den 19. Mai 2017, im Kino in der Pumpe (20.30 Uhr).

Website: http://www.the-flying-discman.de/
facebook: https://www.facebook.com/theflyingdiscman/

Die Arbeit im Writers Room – Zu kollektiv für Deutschland?

Am vergangenen Samstag war Arne Sommer, Drehbuchautor und Leiter der Filmwerkstatt, zu Gast bei der 1. Erzählwerkstatt Kiel, die noch bis zum 12. Mai in der Alten Mu zahlreiche Workshops für Autoren anbietet. In “Der Writer’s Room” stellte Arne Sommer das Konzept des kollektiven Schreibens vor, das vor allem bei amerikanischen Serien beliebt geworden ist. Dabei warf er auch einen kritischen Blick auf das deutsche Redakteur-System.

 

Ein Bericht von Jessica Dahlke

Filmgeschichte: Der Autor als angestellter Storyproduzent

Schon zu Beginn der Filmgeschichte gehörte der Drehbuchautor zu den Zuarbeitern der Filmproduktion. Das Studiosystem gab ihm nur wenig Spielraum und war der Stoff nicht nach dem Gusto des Produzenten, so landete das Buch auch nicht auf der Leinwand. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg und mit der Krise des Studiosystems versuchte der europäische Autorenfilm einen ersten Befreiungsschlag, durch den der Regisseur mit dem Autor eine Personalunion einging – der Neue Deutsche Film zeichnet hierfür sicherlich mitverantwortlich, denn die Fassbinders, Herzogs und Wenders dieser Ära waren allesamt auch Autoren. Fast Forward ins Jahr 2010: Die Bewerber von Drehbuchstudiengängen an Deutschen Filmhochschulen werden noch während der Vorstellungsgespräche ermahnt, sich nicht mit den Mitbewerbern auszutauschen – die Autoren sind weder Regisseure noch frei. Doch die boomende Serienindustrie der letzten Jahre hat zumindest einigen angelsächsischen Autoren so etwas wie Souveränität verschafft und das hatte viel mit der Gründung von Writer’s Rooms zu tun.

 

Durch den Filter des Redakteurs

In Deutschland werden Serien nach einem einfachen Prinzip produziert. Ein Redakteur ist dafür verantwortlich sich Autoren zu suchen, die Folgen für seine Serie schreiben. Er wacht darüber, dass das Stilkonzept der Serie in die Drehbücher einfließt, die Figuren keine Brüche haben und über Folgen hinausgehende Handlungsstränge weitergeschrieben werden. Dieses System hat große Vorteile, denn es ist effizient. Doch auf der Kehrseite steht, dass alle Eingebungen und Ideen der Autoren durch den Filter des Redakteurs gehen müssen und so die Gefahr entsteht, dass am Ende ein glattgebügelter Stoff herauskommt. Zudem haben die Autoren keinen Kontakt zueinander und können so auch keine neuen, kreativen Impulse miteinander austauschen.

 

Der Showrunner und sein Team

Immer wieder kommt daher die Idee auf, sich auch in Deutschland am angelsächischen Modell der Writer’s Rooms zu versuchen. Hierbei handelt es sich um eine Gruppe Autoren, die zusammen an einem Stoff arbeiten, ohne dass ein Redakteur oder ein Produzent Einfluss auf den Entstehungsprozess hat. Geleitet wird das Team ebenfalls von einem Autor, dem sogenannte Showrunner. Dieser wacht u.a. über die Kontinuität des Serienstoffs, ist aber auch Moderator des Teams. Die Stoffe werden in der Regel nicht von allen gleichzeitig geschrieben, was wahrscheinlich relativ ineffizient wäre. Wer welche Aufgaben bekommt und ob diese rotieren oder nicht entscheidet jeder Writer’s Room selbst. Denkbar sind Modelle wie das abwechselnde Schreiben der Serienfolgen. Hier schreibt zwar lediglich ein Autor zurzeit, doch alle reflektieren die Ergebnisse gemeinsam. Ein anderes Modell ist die Aufgabenverteilung nach Fähigkeiten, sodass ein Autor für Dialoge verantwortlich ist, ein anderer Autor die Ideen eingibt und so weiter. Entscheidend für diese Art von Arbeit ist die Einstellung der Autoren, gemeinsam das Bestmögliche zu produzieren.

 

Wir sind nicht Goethe

Gäbe es einen Satz, den unser Innenminister von sich geben könnte, um einen urdeutschen Irrglauben endlich über den Deich zu schmeißen, dann ist es der Glaube an das Einzelgenie: “Wir sind nicht Goethe!” Nur ganz wenige Menschen vermögen es, geniale Geschichten im Alleingang zu schreiben. Und warum sollte man dieses Ideal überhaupt verfolgen, wenn es in der Gruppe besser und schneller klappt? Doch genau dieser Grundsatz scheint noch tief in der deutschen Seele verwurzelt, weswegen es Writer’s Room bisher noch immer schwer in Deutschland haben. Dieses Bewusstsein könnte sich jedoch mit einer neuen Generation, die mit der Crowdmentalität des Internets aufgewachsen ist, langsam ändern.

 

Nicht-Autoren im Writer’s Room

Dänemark geht sogar noch einen Schritt weiter. Hier finden sich Pilotprojekte, bei denen in den Writer’s Room auch Nicht-Autoren eingebunden werden, um neue, kreative Impulse in die Gruppe zu bringen und die Autoren vor dem Tunnelblick zu bewahren. Auch die Einbeziehung von Vertretern der Zielgruppe vor der Produktion des Drehbuches kann hilfreich sein, um von Anfang an Fehleinschätzungen und Irrwege zu vermeiden.

Wie erfolgreich ein Writer’s Room sein kann, zeigen Beispiele wie die Erfolgsserien BREAKING BAD (Showrunner: Vince Gilligan), DOCTOR WHO (BBC Showrunner: Steven Moffat) und die deutschen Serie DEUTSCHLAND 83, bei der auf das klassische Redakteur-System verzichtet wurde und die Hauptautoren den Einfluss auf alle Phasen der Produktion behalten haben.

Arne Sommer, der selbst einmal in den Writer’s Room der Erfolgsserie 24 schnuppern durfte, überzeugte seine Zuhörer mit seinem anschaulichen Vortrag und sorgte so für eine rege Diskussion unter den Teilnehmern.

 

Zum Programm der 1. Kieler Erzählwerkstatt

Bild: Corinne Kutz (unsplash.com)

Wenn Theoretiker Filme machen

The First Cut is the Deepest – Studierende des Masterstudiengangs Medienwissenschaft an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) debütieren in der Pumpe mit eigenen Dokumentarfilmen.

 

Ein Bericht von Melanie Huber

 

Kirche, Körper, Hobbyraum: Wenn man die fünf jeweils 20-minütigen Kurzdokumentationen der Kieler Studierenden wissenschaftlich untersuchen würde, böte sich der Raum als verbindendes Element an. So steht in KIELS ALTE SEELE – DIE ST. NIKOLAI KIRCHE die Kirche als kulturhistorischer Ort im Mittelpunkt, in COVER ist es der menschliche Körper, in KNÄCKEBROT MIT TOMATENMARK die Autowerkstatt des Kieler Urgesteins Hans Willi Hansen und in THE DADS ARE ALRIGHT die Hobbyräume dreier Väter. Auch Nicht-Orte werden thematisiert, wie etwa der Hamburger Flughafen in LAST MINUTE[S].

 

Von der Theorie zur Praxis

Dabei kommt die innere Verbundenheit nicht von ungefähr. Umgesetzt wurden die Filme im Rahmen eines einjährigen Projektmoduls unter der Leitung des Medienwissenschaftlers Willem Strank. Wo zunächst die Theorie im Vordergrund stand, ist ab der zweiten Hälfte des Seminars die Praxis ins Spiel gekommen. „Bei schweineheißen Temperaturen haben wir uns Dokumentarfilme angesehen und uns gefragt: Was zum Geier können wir selbst daraus machen?“, erzählt Strank vor ausverkauftem Hause im Kino in der Pumpe. Die Antwort ist einfach: Jede Menge!

 

Filme auf ganz eigene Weise

Vom Skript über die Aufnahmeleitung zu Ton, Licht, Kamera und Filmmusik. Alles haben die fünf Teams selbst umgesetzt. „Planung ist dabei ganz wichtig“, resümiert Elena Kruse, Mitglied des Doku-Essays COVER. In COVER analysieren die Filmemacherinnen das Schönheitsideal unserer Zeit – auf ganz eigene Weise.

Die Filme belustigen, informieren und berühren: Während in THE DADS ARE ALRIGHT amüsant die Vaterrolle hinterfragt wird, erzählt eine Frau in LAST MINUTE[S] von ihrer langjährigen Tätigkeit als Abschiebebeobachterin bei Abschiebungen am Hamburger Flughafen. Die unterschiedlichen Themen und Herangehensweisen der Studierenden machen den Abend bunt und vielfältig – das begeisterte Publikum ist ein Beleg dafür.

Zur Facebook-Seite von The First Cut is the Deepest

 

Die Filme

THE DADS ARE ALRIGHT

In einer Zeit, in der die soziale Rolle des Vaters neu verhandelt wird, erzählt der Film THE DADS ARE ALRIGHT die Geschichte dreier Väter. Der Auszug der Kinder aus dem Elternhaus stellt nicht nur einen emanzipatorischen Akt der jungen Erwachsenen dar, sondern schafft auch Freiraum für die Neuentfachung oder Intensivierung alter Leidenschaften. Ein persönlicher Blick auf die Vätergeneration, die irgendwo zwischen patriarchalen Strukturen und der Erfindung des Dad Jokes changiert.

Drehbuch: Max Gnutzmann, Ines Lenkersdorf & Tim Witte Aufnahmeleitung: Max Gnutzmann, Ines Lenkersdorf, Marian Pollok, Heiko Straehler-Pohl & Tim Witte Regie: Max Gnutzmann, Tanja Hagemeister, Ines Lenkersdorf, Marian Pollok, Heiko Straehler-Pohl & Tim Witte Kamera: Marian Pollok Ton: Heiko Straehler-Pohl Selektion & Konzept: Max Gnutzmann, Ines Lenkersdorf, Marian Pollok, Heiko Straehler-Pohl & Tim Witte Post-Production: Tanja Hagemeister & Marian Pollok Musik: Lars Fischer & Niklas Holle

 

LAST MINUTE[S]

Flughäfen – Orte der Vorfreude. Doch nicht jede Reise dort beginnt freiwillig. LAST MINUTE[S] ist das Porträt einer Frau, die hinter den Urlaubsreklamen gearbeitet, gefühlt, aber vor allem geholfen hat.

Skript: Anna-Lena Bach, Anna Lena Möller
Aufnahmeleitung: Johanna Ehrhardt, Eva Puschmann
Kamera: Jurij Abegg
Licht: Anna Lena Möller
Ton: Michelle Ritterbusch
Filmmusik: Anna-Lena Bach, Jurij Abegg
Schnitt: Anna-Lena Bach, Anna Lena Möller, Michelle Ritterbusch
Kommunikation: Jurij Abegg, Johanna Ehrhardt, Eva Puschmann

 

COVER

Ein langsamer Schwenk über die Hautwölbungen des menschlichen Körpers – die körnigen Poren eines Plakats am Straßenrand – eine glänzende Qualle, die im Meer verschwindet. Prüfend ist der Blick eines Werbeplakats: Wer bestimmt diese Bilder?
Selbstreflexiv und experimentell setzt sich COVER mit dem menschlichen Drang nach einem künstlichen Schönheitsideal auseinander, dem man sich aufgrund der ständigen Präsenz von Werbung kaum entziehen kann. In drei Akten lotet der Film die Verortung des Menschen zwischen natürlicher Erscheinung und perfektioniertem Abbild aus. Die Hauptrollen besetzen Werbeplakate, menschliche Haut und Naturerscheinungen, die in Detailaufnahmen fragmentarisch aneinandergereiht werden. Die facettenreiche Geräuschlandschaft des menschlichen Körpers selbst kommentiert diese forschende Oberflächen-Komposition. Dabei driften sowohl der Ton als auch die Bilder in eine Erkundung über das Abbilden von „Realität“.

Kamera: Elena Kruse, Lara Timm Aufnahmeleitung: Elena Kruse, Friederike Röhreke Ton: Katharina Noß
Regie: Dara Brexendorf, Lina Kerzmann
Schnitt: Dara Brexendorf, Lina Kerzmann, Elena Kruse, Lara Timm Post Production Bild: Elena Kruse, Lara Timm Post Production Ton: Friederike Röhreke, Katharina Noß

 

KNÄCKEBROT MIT TOMATENMARK – EIN FILM ÜBER HANS WILLI HANSEN

Eigentlich wäre das Leben von Hans Willi Hansen geeigneter Stoff für einen abendfüllenden Spielfilm. Eine Trans-Sahara-Tour mit vier Freunden in zusammengeschraubten Autos wird für den jungen Hippie und Rockmusiker zum Schlüsselerlebnis. Danach hängt er den Lehrerjob an den Nagel, wird Kfz-Meister und gründet seine Werkstatt „Joe’s Garage“. Der Rest ist ein Stück Kieler Stadtgeschichte.

Konzept: Sandra Gäßler, Stephanie Hinderliter, Carolin Oltmann, Jasmin Schönke, Marten Schwarz, Ummahan Tuncel
Preproduction: Sandra Gäßler, Stephanie Hinderliter, Carolin Oltmann, Jasmin Schönke, Marten Schwarz, Ummahan Tuncel
Interview: Stephanie Hinderliter, Ummahan Tuncel
Kamera: Jasmin Schönke, Marten Schwarz
Schnitt: Sandra Gäßler, Carolin Oltmann, Jasmin Schönke
Licht: Jasmin Schönke
Ton: Sandra Gäßler
Drone Operator: Jasmin Schönke
Postproduktion: Sandra Gäßler, Carolin Oltmann, Jasmin Schönke
PR/Werbung: Stephanie Hinderliter, Ummahan Tuncel

 

KIELS ALTE SEELE – DIE ST. NIKOLAI KIRCHE

Mit mehr als 750 Jahren ist die St. Nikolai Kirche das älteste noch erhaltene Gebäude Kiels. Ihre bewegte Geschichte – mit der Zerstörung im zweiten Weltkrieg und dem anschließenden Aufbau – erzählt KIELS ALTE SEELE.

Kamera: Borris Blumenau, Lukas Knaack
Ton: Christoph Fiedler
Schnitt: Sabrina Santoro, Lukas Knaack
Vor der Kamera: Gerlind Stephani, Pastor Dr. Matthias Wünsche, Sabrina Santoro

Das Team von KIELS ALTE SEELE bedankt sich bei der St. Nikolai Kirche für die freundliche Zusammenarbeit sowie beim Landesarchiv Schleswig-Holstein und dem Stadtarchiv Kiel für die Bereitstellung des Archivmaterials.

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