Schreiben unter Freunden – Drehbuch Werkstatt Kiel

Am 9. März waren wieder alle Interessierten zum allmonatlichen Drehbuchworkshop im Künstlercafé Godot Kiel eingeladen. Die bunte Gesprächsrunde unter der Leitung von Anna Lena Möller feiert im Juni bereits ihr einjähriges Bestehen und leistet seit ihrer Gründung einen wichtigen Beitrag zur Weiterbildung Kieler DrehbuchautorInnen und derer, die es werden wollen. Themen der diesmaligen Runde waren Kurzfilme, Werbung und die Fähigkeit, das eigene Schreibprojekt auch einmal aus der Hand geben zu können.

 

Bericht von Samuel Bereuther

Filmtheorie kompakt

Mit Pfefferminztee und Bio-Limo bewaffnet versammelte man sich im gemütlichen Hinterzimmer in der Gutenbergstraße 18, um eine monatliche Dosis Filmwissen zu bekommen. In Vorbereitung auf den immer näher rückenden „Nur 48 Stunden“-Wettbewerb, bei dem die Teilnehmer nur zwei Tage Zeit hat, um einen Kurzfilm zu einem bestimmten Thema zu drehen, standen effektive Gestaltungsmethoden für eine authentische Geschichte im Kurzfilmformat im Blickpunkt. Wie bisher jeden Monat fanden sich auch bei dieser Sitzung viele neue Gesichter im Godot ein.

 

Fortbildung für jeden Erfahrungsgrad

„Ich habe als Kind meinen kleinen Geschwistern auf langen Autofahrten Geschichten erzählt, später habe ich sie dann aufgeschrieben und illustriert“, erklärt Anna Lena in der Vorstellungsrunde, „dann kam das Schreiben für’s Theater dazu und schließlich habe ich festgestellt, dass mir eigentlich das Drehbuchschreiben am Besten gefällt.“ Mittlerweile ist Anna Lena vielseitig in der Kieler Filmszene tätig. Während ihrer jahrelangen Mitarbeit hat sie sich besonders eines zum Ziel gesetzt: Die Förderung des Wissens- und Erfahrungsaustausches, der für das künstlerische Wachstum junger SchriftstellerInnen unverzichtbar ist. Ob Profi, Hobbyist oder unbeschriebenes Blatt, Fakt ist, dass man immer etwas voneinander lernen kann.

 

Reger Austausch nach amerikanischem Vorbild

„Der Alltag eines deutschen Drehbuchautors besteht leider viel zu oft daraus, dass man alleine im Pyjama an seinem Schreibtisch sitzt“, so Anna Lena. „Dadurch werden viele Ideen oft nicht weiterentwickelt oder landen im Papierkorb. Man muss einfach lernen, sein Skript auch mal aus der Hand zu geben, sich mit anderen zu unterhalten, um neuen Input zu bekommen.“

Die Lösung und ein großes Vorbild der Werkstatt liegt im amerikanischen Konzept des Writers Room: Nicht nur ein professioneller Schreiberling ist für ein Drehbuch zuständig, sondern gleich ein ganzes Team, das sich je nach Talent und Belieben verschiedene Aufgabenbereiche zuteilen kann.

„Dieses Mal bekommt ihr eine Hausaufgabe“, sagt Anna Lena zum Schluss. „Schreibt bitte bis nächsten Mal das Drehbuch für einen einminütigen Kurzfilm.“ Auf das, was dabei herauskommen wird und zu welchen künstlerischen Kollaborationen es führen könnte, kann man jetzt schon gespannt sein.

Großer Auftakt des 2. Norddeutschen Filmfests in Rendsburg

In Zusammenarbeit zwischen dem Schauburg Filmtheater und dem Kino-Center Rendsburg rollt das Norddeutsche Filmfest wieder den roten Teppich aus. Erklärtes Anliegen der Veranstalter ist es, norddeutsche Filmemacher und norddeutsches Publikum zusammenzubringen. Nicht ohne Vorfreude führt Kinochefin und Moderatorin Nicole Claussen daher durch einen prallgefüllten Programmabend im festlich ausgestatteten Kino-Center.

Bericht: Yorck Beese

 

 

Hans von Fehrn-Stender, Inhaber des Schauburg Filmtheaters, entrichtet ein Grußwort, das nicht ohne Grund an die Kinoslogans der Vergangenheit erinnert. „Mach dir ein paar schöne Stunden und geh ins Kino“, hieß es Ende der 1950er Jahre in einer großangelegten Plakataktion der deutschen Filmwirtschaft. Vierzig Jahre später wurde dank eines Zusammenwirkens von Förderern und Verleihern daraus „Kino ist das Größte“. Weitere zwanzig Jahre später findet das Norddeutsche Filmfest bereits zum zweiten Mal statt und sorgt dafür, dass auch hiesige Filme ein Spotlight erhalten und ihnen die Exklusivität der Leinwand zuteil wird – denn: „Filme werden für’s Kino gemacht“. So bietet sich in den nächsten drei Tagen für die Rendsburger und Zugereiste die Gelegenheit, Filmemacher und Schauspieler persönlich kennenzulernen.

 

 

Auch Jessica Dahlke vom Verein Filmkultur SH e.V. richtete einige Worte ans Publikum und betont die Wichtigkeit des Norddeutschen Filmfest, das mit seiner einmaligen Lage in Rendsburg eine Brücke schlägt zwischen der Filmszene an der Ost- und derer an der Westküste. Denn Netzwerk und Kooperation ist eine der wichtigsten Aufgaben, die sich sowohl Kinos, als auch Filmemacher und Kulturvereine stellen können, um die Filmlandschaft in Schleswig-Holstein zu fördern.

 

 

Höhepunkt des Abends ist der DMAX-Dokumentarfilm DIE WRACKTAUCHER (D, 2016). Das Team von TAKE25 aus Lunden hat den langjährigen Nordseetaucher Andi Peters bei seiner Arbeit begleitet. Hart ist seine Arbeit und voller Rückschläge, denn in der Nordsee liegen mehr als 50.000 Wracks und viele bergen unbekannte Schätze. Auf der Suche nach dem „Schatz der Maria“ hat Peters in 20 Jahren über 4.000 Tauchgänge absolviert.

 

 

Gemeinsam mit Michael Lütje von TAKE 25 erzählt Peters von den Dreharbeiten und macht neugierig auf mehr Abenteuer in der Nordsee. Eine anonyme Zuschauermeinung zu den Tiefseetauchern: „Wenn ich an die Dokumentarfilme letzte Woche auf der Berlinale denke, dann sind die Wracktaucher zwölf Mal besser.“

 


Musik von den Rendsburger NOK-outs – samt Musikvideo und Live Performance für die Festivalstadt

Die Highlights der nächsten Tage:

Freitag, 24.Februar:
– HARDBOILED CRIME STORY – ein waschechter Krimi aus Dithmarschen, dazu reicht das Kino Center Kaffee und Kuchen (14.30 Uhr)
– MANCHE HATTEN KROKODILE – liebevolle und authentische Doku über einige Urgesteine auf St. Pauli (Schauburg Filmtheater, 20 Uhr)

Sonnabend, 25. Februar:
– ROBBI, TOBBI UND DAS FLIEWATÜÜT – mit Besuch von Tobbi-Darsteller Arsseni Bultmann und weiteren Gästen (14.30 Uhr im Schauburg Filmtheater)
– WINDSTÄRKE 5 – ICH BÜNN EEN SEEMANN – Doku über Kapität Klaus Helms mit der Bordkapelle des Lotsengesangvereis „Knurrhahn“ (live ab 18 Uhr im Kino Center)
– DER EIMERSEE – Claus Oppermann, Sven Bohde und Michal Packschies zeigen den Siegerfilm des Green Screen Festivals (ab 20 Uhr im Schauburg Filmtheater)

Sonntag, 26. Februar:
– OSTFRIESISCH FÜR ANFÄNGER – Spielfilmkomödie mit Dieter Hallervorden in der Hauptrolle (11 Uhr, Kino Center)
– „Kieler Shorts“ – 13 Kurzfilme aus der Kieler Szene, von Comedy über Horror bis Experimental ist alles dabei (14 Uhr, Kino Center)
– FERIEN – die Anwesenheit von Regisseurein Bernadette Knoller rundet das Norddeutsche Filmfest ab, 19 Uhr im Schauburg Filmtheater

Offizielle Website des Festivals: www.nff-rendsburg.de

 

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