Filmkultur Lounge Live: Filmfest Schleswig-Holstein „Junges Schleswig-Holstein“

Das Kurzfilmprogramm „Junges SH“ zeigte eine Werkschau der jungen Filmemacher in Schleswig-Holstein. Im Interview Philipp Gorecki (Zwischenwelten), die Macherinnen von Date op de Diek (Regie: Lara Pansegrau), Johann Schultz und Sascha Witt (5 Prozent Heimat), Jan Kluczewitz (Grünes Licht), Paul Vicent Mayr (Forsthaus) sowie Lasse Heisel (Games in the Darkness).

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Johanna Jannsen im Interview: Neue Ausgabe des Kulturmagazins Schleswig-Holstein

Seit einem halben Jahr arbeiten wir mit dem Printmagazin „Schleswig-Holstein“ zusammen und schreiben dort regelmäßig Portraits und Interviews über Filmschaffende und Festivals in Schleswig-Holstein. In der aktuellen Ausgabe stellen wir Johanna Jannsen vor, diesjährige Preisträgerin des Nachwuchspreises Schleswig-Holstein.

Einen Blick ins Heft gibt es hier:

https://schleswig-holstein.sh/jahrgang-2018-ausgabe-2/#1

Filmkultur Lounge: Die Webserie PentaQuad

Die Filmkultur Lounge erlebt dieses Jahr ihre zweite Auflagen beim Filmfest Schleswig-Holstein. Diesmal kommen auch die Filmemacher zu Wort und berichten von ihren Produktionen. Im ersten Interview erfahrt ihr interessante Hintergründe zur Webserie „PentaQuad“, die auf dem Filmfest Premiere feiert. Hier geht’s zum Video.

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Wildes Herz: „Man muss mit den Menschen leben, andere gibt es nicht“

Als nach der Premiere von Wildes Herz auf der DOK Leizig die Lampen im Vorführungssaal angehen, flammen überall im Zuschauerraum geflüsterte Gespräche auf, schließlich trifft der Film einen kulturpolitischen Nerv, zeigt er doch das Erstarken einer rechtsnationalen Strömung in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen und wie schwer und wichtig es ist sich dem entgegen zu stellen. Am Samstag nun folgte die Premiere im Studio Kino bevor „Wildes Herz“ am 12. April in die deutschen Kinos startet.

 

Ein Bericht von Anna Lena Möller

 

Der Film vermittelt dies alles durch die Augen seines Protagonisten,  des Sängers Jan „Monchi“ Gorkow von der Band „Feine Sahne Fischfilet“. Konventionell und chronologisch erzählt „Wildes Herz“ aus dem Leben des Frontmanns und bleibt dabei ebenso eckig wie sein Protagonist – im  besten Sinne des Wortes. Charly Hübner und Sebastian Schultz, die gemeinsam den Film umgesetzt haben loten immer wieder zwischen Extrempositionen aus, thematisieren Monchis Jugend als gewaltbereiter Ultra genauso wie sein Wunsch nach Zurückgezogenheit in der Heimat, die  Beobachtung der Band durch den Verfassungsschutz genauso wie das Engagement der Band gegen Rechts.

 

Manchmal droht der Film zu kippen, zu offen, unbequem, extrem sind die Aussagen, ja die Parolen, des Protagonisten, zu wenig werden sie stellenweise durch den Film selber reflektiert.

Und doch gelingt dieser Drahtseilakt, weil er es gleichzeitig schafft die Aussagen nachvollziehbar, aus Diskussionen wiedererkennbar zu machen und den Zuschauer dazu einlädt anzuecken, Position zu beziehen.

Martin Farkas und Roman Schauerte finden hierzu mal atmosphärisch-beobachtende mal energiegeladen-teilhabende Bilder zwischen Festival-Rave und Ostsee-Sonnenuntergang, die erst eine Nähe zum Protagonisten möglich machen und immer wieder die Entwicklung des Protagonisten einfangen.

 

„Man muss mit den Menschen leben, andere gibt es nicht“, fasst Monchi zusammen. Es ist sein Resümee der letzten Jahre, gemäßigter als noch in seiner Jugend, aber nicht angepasster. Und es ist sein Antrieb sich immer wieder mit jenen Menschen auseinander zu setzen gegen deren Rechtsradikalismus er angeht.

Filmfest Schleswig-Holstein

Das Filmfest Schleswig-Holstein zeigt Filme aus dem Land und über das Land. Es ist Schaufenster für die vielfältige Filmszene in Schleswig-Holstein und Guckkasten aus dem nördlichsten Bundesland in den Rest der Filmwelt.

Beim Filmfest haben im Land geförderte Produktionen, Projekte von heimischen und ausgewanderten Filmemachern, in Schleswig-Holstein gedrehte Filme sowie Nachwuchsproduktionen aus dem Land eine Heimat. Dabei versteht es sich als Spiegel der aktuellen Entwicklungen und zeigt neben Spielfilmen auch Experimente, Animationen und transmediale Projekte. Ein besonderer Schwerpunkt wird traditionell auf den Dokumentarfilm in all seinen Formen gelegt.

Termin
20./21.04.2018
Pumpe Kiel

Save the Date: Nur 48 Stunden

Filmteams aus Schleswig-Holstein sind aufgerufen, in nur 48 Stunden ihren Wettbewerbsfilm zu produzieren. Wie immer gibt es ein Thema sowie drei Elemente, die im Film auftauchen müssen, als Vorgabe.

Save the date! Nur 48 Stunden – Der schnellste Filmwettbewerb in Schleswig-Holstein! Bis zum 24. April könnt ihr euer Filmteam anmelden. Produziert wird vom 27. – 29. April, das Finale findet am 9. Mai im Metro-Kino in Kiel statt.

Alles zum Wettbewerb

Lübeck und die Oskarnominierung: Warum „Watu Wote“ den Preis verdient hat

Manche Begebenheiten wirken wie ein Märchen, andere sind so vorhersehbar logisch, dass man kaum überrascht ist, wenn sie eintreten. So erging es mir, als die Oscarnominierung für Katja Benrath und ihren Kurzfilm „Watu Wote – All of Us“ bekannt wurde. Doch spulen wir ein paar Momente in der Zeit zurück.

Kolumne von Jessica Dahlke

Keine Oscarnominierung für „Aus dem Nichts“ von Fatih Akin. Dafür erfuhr Katja Benrath und ihr Team direkt in Kenia, wo der Film gedreht wurde, dass nun der begehrte amerikanische Preis in greifbarer Nähe gerückt war.

Gesehen habe ich den Film auf den Nordischen Filmtagen. Ich war gespannt und skeptisch, denn ihm eilte schon seit Wochen ein grandioser Festival-Ruf voraus. Eine schlechte Voraussetzung also, um beim Hype-geplagten Publikum Punkte zu sammeln. Doch bis heute lässt er mich nicht los. Warum?

Worum geht es: Der Film erzählt die wahre Geschichte über einen einheimischen Reisebus in Kenia, der an der Grenze von Somalia von einer Miliz islamischer Fundamentalisten überfallen wird, die die christlichen Insassen erschießen wollen. Doch keiner verrät wer Christ ist und wer nicht, bis schließlich Hilfe kommt.

Groß werden Filme genau in dem Moment, in dem sie nicht nur eine filmische und dramaturgische Meisterleistung vollbringen, was bei „Watu Wote“ der Fall ist. Sie werden groß, weil sie den Zeitgeist treffen. Und das ist auch der Unterschied zwischen „Aus dem Nichts“ und „Watu Wote – All of us“.  Der Kinogänger sieht sich Geschichten auf der Leinwand an, weil er sich Fragen über die Welt stellt. Und dann steht er dort zwischen den Christen und Muslimen, die von Extremisten bedroht werden und fragt sich, zählt diese Solidarität zwischen den Menschen noch? Wird jemand sein Leben riskieren, um jemand anderen zu retten? Oder gibt es nur noch Menschen, die der einen oder anderen Religion angehören bzw. der einen oder anderen Nation?

Das ist das Zeitgeistige an Katja Benraths Film. Sie entpolitisiert nicht, so wie es Fatih Akin tut, dem es um das Schicksal des Opfers geht und das Erzählen einer spannenden Geschichte, sondern traut sich den gefundenen Stoff zu nehmen und mit feinem Gespür den Menschen dort anzusprechen, wo seine Sorgen und Bedürfnisse liegen. Wo aus dem Schicksal einzelner Menschen das Schicksal der gesamten Welt wird. Sie lässt uns aufatmen und zeigt, dass diese Solidarität, die die Businsassen füreinander haben, auch für alle anderen noch gilt. Dass alle Menschen noch immer gleich sind und sich füreinander einsetzen können. Darum ist dieser Kurzfilm so wichtig. Und darum hat er einen Oscar verdient.

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