Eine Idee wird 100: Das Kommunale Kino

Im zweiten Teil unseres großen Interviews spricht Filmszene SH mit dem Team des Kinos in der Pumpe über die Idee hinter den Kommunalen Kinos. Anlässlich des bevorstehenden Dokumentarfilmsommers darf auch ein Gespräch über Netflix & Co. nicht fehlen. Im Gespräch mit Eckhard Pabst, Zara Zerbe und Kerstin Geißelbrecht.

Das Interview führte Yorck Beese

 

Die Idee des kommunalen Kinos wird 100

Die Idee des Kommunalen Kinos feiert in diesem Jahr ihren 100sten Geburtstag. 1917 wurde das Konzept der sogenannten „gemeindlichen Lichtspielbühne“ erstmals schriftlich festgehalten. Es hat dann nochmal bis 1966 bzw. 1971 gedauert, bis erstmals ein solches Kino eröffnet wurde. Aber trotzdem: Sind die Ideale der propagierten “Herzens- und Verstandeskultur” im kommunalen Kino noch lebendig?

Papst (unter allgemeinem Nicken des gesamten Teams): Die Begriffe sind vielleicht ein bisschen altmodisch, die muss man erstmal in neue Begriffe übersetzen…

Zerbe: Also den Begriff Herzenskultur würde ich vielleicht, um einen noch älteren Begriff zu bemühen, mit Katharsis übersetzen…

Papst: …also etwa mit „Erleichterung“.

Zerbe: Es hilft ungemein, die emotionalen Dinge, die einem Menschen im Leben passieren können, in einem Film zu sehen…

 

…auch fiktive Filme basieren auf guten Milieustudien, die einmal ein Drehbuchautor durchgeführt hat…

Zerbe:  …man findet da auf jeden Fall Anknüpfungspunkte im eigenen Leben. Menschliche Schicksale werden durch Filme sichtbar – dadurch werden Menschen auch füreinander sichtbar.

Geißelbrecht: Aber das Kino hat auch den Teil des sozialen Raumes. Du kannst auf deinem Handy zwar alles gucken und zwar wo du magst, also zum Biespiel in der U-Bahn…

Zerbe:  …„im Hochbildformat“…

Geißelbrecht:  Aber die Dimension des Filmerlebens hast du nur im Kino: Du bist im Kino unter Leuten mit denen man nicht mal verabredet ist, aber spätestens irgendwann während des Films synchronisieren sich die Leute und sehen den Film gemeinsam.

Zerbe (lacht): Das stimmt. Ich habe dieses Jahr DIE MIGRANTINNEN im Kino gesehen und eine Frau neben mir lachte so herzlich, die hat mich direkt angesteckt…

Geißelbrecht: Das Kino schafft Gemeinschaft, die man vor dem Fernseher nicht kriegt.

 

Kino vs. Netflix & Co.

In der Medienwissenschaft wurde vor nicht allzu langer Zeit von einem neuen goldenen Zeitalter des Fernsehens gesprochen. Schauen wir also heute einmal auf die Straßen der medialen Landschaft: Smartphones, die ihren Inhabern eine breite Auswahl an filmischem „Material“ vermitteln können, und Serien die von Göttern in Amerika bis hin zu weiblichen Profi-Wrestlern reichen. Sind Netflix & Co. derzeit die schärfsten Konkurrenten des Kinos?

Papst: Ich würde es anders formulieren. Das Kino hat viele Konkurrenten, die das Sehverhalten der Menschen umlenken. Die Menschen gewöhnen sich daran, die Filme woanders zu sehen als im Kino. Da gibt es unterschiedliche Orte und unterschiedliche Typen von Medien. Deswegen unser Bekenntnis: Wir müssen die Menschen so früh es geht mit dem Gedanken des Kinos vertraut zu machen. Es geht nicht nur darum, den Film abzuarbeiten, sondern ihn zu erleben und zwar in dem Dispositiv, für das er gemacht ist: Das Kino. Da machen wir sehr viel Arbeit, um Jugendliche ins Kino zu bekommen und man wünscht sich sicher, dass zwei oder drei mehr da wären…

 

Serien sind für mich ein Zeichen der Zeit. Der schiere Umfang der Serien – oft werden binnen weniger Jahre unzählige Folgen gedreht – scheint zwei Dinge zu bedeuten: Einerseits stellt die Serie als Erzählform der Gegenwart umfangreiche Stories, ja fast schon ganze Mythologien zur Verfügung. Das heißt, es zeigt sich, wie groß eigentlich das Aufnahmevermögen eines Zusehers sein kann. Andererseits ist das Sehen von Serien eine Sache, die man nur im privaten Raum tut.

Papst: Ich denke, es ist ein Bekenntnis des Menschen zur Narration. Das Aufnahmevermögen ist unbegrenzt. (scherzt) Gut, wenn man so richtig absuchtet…

Zerbe (zustimmend): …und bingewatchet…

Papst: …ja, und den ganzen Tag im Pyjama auf dem Sofa Serien sieht oder im Bett, vielleicht sogar ohne Kleidung, weiß ich nicht, wieviel man noch aufnimmt. Wer in die Pumpe kommt darf aber gerne Kleidung anhaben. Doch im Ernst: Einigen wir uns darauf, dass alles ein Narrativ ist. Die Narration ist eines der Dinge, die uns ausmachen. Mit der Erzählung haben wir die Möglichkeit, uns die Differenz zwischen Aktualität und Potentialität vor Augen zu führen. Sich mit einer Geschichte zu beschäftigen, die nicht faktisch ist, sondern als Spiegelung von Möglichkeiten dient, ist die große Stärke der Narration. Ob daraus nun Herzensbildung oder doch Eskapismus folgen, das sind nur sekundäre Effekte. Was sein könnte ist nur durch die Narration transportierbar.

Zerbe: Das erklärt aber auch, warum Spoilern im Grunde eines der größten Verbrechen ist…

 

Gibt es etwas, das ihr unsere Leser fragen möchtet?

Das Team: Wo siehst du deine Filme am liebsten?

 

Und mit dieser Frage startet das Kino in der Pumpe mit dem DOKUMENTARFILMSOMMER durch. Vom 20. Juli bis zum 6. September 2017 wird dort ein breitgefächertes Programm zu sehen sein, das vielfältiger nicht sein könnte: Von Kreuzfahrten führ Gays über einen Einblick in das berüchtigte Nazi-Dorf Jamel bis hin zu schwedischen Kurzfilmen wird da jede Menge geboten. Das Programm des DOKUMENTARFILMSOMMERS

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Die Deichbullen: Eine norddeutsche Serie wird flügge

Was könnte norddeutscher sein, als zwei Hamburger Polizisten, die auf eine renitente Dorfgemeinschaft in Schleswig-Holstein treffen. Michael Söth hat daraus eine Serie gemacht: DIE DEICHBULLEN. Vor zwei Jahren startete diese zunächst auf Youtube, kam bei einer französischen Verleihfirma unter Vertrag und war zuletzt bei dem inzwischen geschlossenen Watchever zu sehen. Nun soll es weiter zu einem großen VOD-Anbieter gehen, für den eine Menge neues Material gedreht wurde. Wir haben Michael Söth getroffen.

 

Ein Bericht von Jessica Dahlke

 

Kurz vor sechs Uhr abends. An der Bar des Café Godot warte ich auf Michael Söth und unterhalte mich mit einem Mitarbeiter vom NDR. Das Café ist seit seiner Eröffnung zu einem Anlaufpunkt für Kieler Filmemacher geworden. Kein Zufall, denn der Besitzer ist selbst Filmemacher. Gut gelaunt, wie man ihn in der Szene kennt, betritt wenige Minuten später Michael das Lokal. Es gibt viel untereinander zu erzählen, ehe wir uns mit einem Bierchen vor das Café setzen, um die letzten Sonnenstrahlen des angenehmen Sommertages zu genießen.

 

 

Was klein anfing

Die neue Staffel der DEICHBULLEN ist ein kompletter Neustart. Die ursprüngliche erste Staffel wurde jetzt in den ersten beiden Folgen der neuen Serie verarbeitet. Das hat seinen Grund, denn im Gegensatz zur Webserie sind die Folgen jetzt weitaus länger: Sechs Folgen mit jeweils 25 Minuten Laufzeit wird es geben.

Das Team rund um die Deichbullen musste sich einigen Herausforderungen stellen, die vor allem dem geringen Budget geschuldet waren. „Wenn man mit wenig Geld arbeitet, ist man in erster Linie auf Menschlichkeit angewiesen”, erklärt Michael Söth, „du musst also mit den Leuten reden, stellst das Projekt vor und versuchst es auf die persönliche Ebene zu bringen, um das zu bekommen, was du brauchst.” Dadurch dauerte einiges viel länger, weil viele Leute erst einmal überzeugt werden müssten.

 

 

Die Kieler Crew

Das Team bestand diesmal aus vielen Vertreter der Kieler Szene. „Die Produktionsfirma, mit der ich die erste Staffel gedreht hatte, ist leider aus zeitlichen Gründen abgesprungen. Also musste ich mir kurzfristig neue Leute suchen”, kommt Söth ins Plaudern, „die meisten haben ich im Prinzip hier in Kiel kennengelernt, u.a beim Kieler Filmemacher Stammtisch. Hannes Gorrissen, den Kameramann, zum Beispiel. Von ihm kannte ich schon ein paar Sachen und ich dachte, der ist gut, der kann das wuppen. Aber auch alle anderen.” Am Ende war die Entscheidung die richtige für Söth. Alle seien stark an ihren Aufgaben gewachsen. „Im Gegensatz zu einem Studentenfilm steht man bei richtigen Filmarbeiten immer unter Druck. Die Leute können nur zu bestimmten Terminen. Und egal wie das Wetter ist, egal wie viel Zeit wir brauchen, der Film muss fertig werden”, sagt er und lacht.

Auch einige Promis waren diesmal mit von der Partie. So u.a. Konrad Stöckel, bekannt aus dem Schmidts Tivoli und EIS AM STIEL-Star Zachi Noy, der einen norddeutschen Polizisten mit starkem englischen Akzent spielt. „Besonders überrascht hat mich Andreas Elsholz, der mich schauspielerisch wirklich umgehauen hat. Er war vorbereitet und hatte vorher noch ein Schauspiel-Coaching für die Rolle gemacht, obwohl diese eher klein war – sehr professionell”, schwärmt Söth, „interessant und skurril natürlich Ben Becker. Sobald die Kamera läuft ist er Vollprofi. Das ist schon ein Unterschied zu: Ich spiel da mal irgendwo mit. Der ist es gewohnt vor 50 Leuten zu stehen und Dinge zu tun, die der Rolle geschuldet sind. Das ist ein Genuss, mit so einem Menschen zu arbeiten.”

 

 

Wo werden die DEICHBULLEN zu sehen sein?

Eine gute Frage, die noch nicht beantwortet werden darf. Studio Hamburg ist Co-Produzent und befindet sich aktuell in Verhandlung, doch es wird wohl auf einen großen Streamingdienst hinauslaufen. „Mich freut es sehr, dass es mal wieder eine norddeutsche Serie gibt. Im Moment haben wir aus dem Norden nur den TATORTREINIGER und BÜTTENWARDER. Da ist also locker noch Platz für eine dritte”, erklärt Söth.

 

Gibt es einen typisch norddeutschen Stil?

„Ich denke, wir Norddeutschen erkennen das gar nicht, wie wir sind. Ich merke das, wenn ich in einem anderen Bundesland bin. Da sagt man mir: Man merkt sofort, dass du aus Norddeutschland bist. Man redet so flach und breit, das fällt einem selber gar nicht mehr auf. Und wir haben angeblich eine gewisse Ruhe und keinen Humor. Was ich überhaupt nicht nachvollziehen kann. Ich finde, dass wir viel lachen, selbst über den größten Scheiß”, er lacht wieder. Söth selbst definiert diesen norddeutschen Stil über längere Kameraeinstellungen. Sich Zeit lassen für die Bilder. Den Blick über die karge Landschaft schweifen lassen.

„Daher reizt es mich gar nicht in Hamburg zu drehen. Das ist Großstadt mit tausenden Autos. Dann lieber diese Ruhe, zwei Schafe laufen durch, ab und zu ein Tourist, der in die Kamera schaut. Das wars auch. Diese Ruhe mag ich beim Arbeiten. Das halte ich auch für typisch Norddeutsch.” Dieser Stil zieht sich auch durch seine anderen Filme wie DEICHKING (D, 2006) und BAUERNFRÜHSTÜCK (D, 2011), stelle ich fest.

Da sei Söth von Detlef Buck geprägt, denn Filme wie KARNIGGELS (D, 1991) liebe er heute noch: „Im Auto sitzen und Fliegen tot schlagen finde ich viel spannender als Köpfe weg zu schießen. Das liebe ich als Stilmittel und versuche es in meine Filme einzubauen.“

 

 

Das neue Projekt

Zum Schluss sprechen wir über Michael Söths ersten Dokumentarfilm. Darin geht es um eine Gruppe von Männern über 60, die mit dem Mofa 1.800 km nach Biarritz fahren wollen.

„Mal gucken, wieviele ankommen. Das Thema hat mich nicht in Ruhe gelassen und damit hatte ich das Thema für meine erste Doku.” Der Film wird von der Filmwerkstatt Kiel gefördert.

Mehr Informationen über die DEICHBULLEN gibt es hier.

Filme als kultureller Auftrag: Das Kino in der Pumpe

Mit dem Kinopreis SH würdigt das Land Schleswig-Holstein kulturell wertvolle Arbeit. Die Preisträger vom Kino in der Pumpe sprechen mit Filmszene SH über Programmarbeit, den kulturellen Auftrag des Kinos und das Verhältnis des Kinos zu Netfflix und anderen Streaming-Diensten. Im ersten Teil dieser Interviewserie sprechen Eckhard Pabst, Zara Zerbe und Kirsten Geißelbrecht über das Programmjahr 2016 und ihre Highlights.

 

Das Interview führte Yorck Beese

Das Kino in der Pumpe hat kürzlich für das Programmjahr 2016 den Kinopreis SH gewonnen. Das Wichtigste natürlich zuerst: Gratulation zum Gewinn des Kinopreises! Als kommunales Kino seid ihr in der Kategorie nichtkommerzielles Kino angetreten und nun ist es urkundlich: Euer Filmprogramm ist hervorragend. Was verbindet ihr mit dem Gewinn des Kinopreises SH?

Pabst: Der Kinopreis würdigt die Programmarbeit eines Kinos und trägt dazu bei, ihm mehr Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit zu verschaffen. Das Marktgeschehen funktioniert nämlich so, dass Filmverleiher ihre Filme zu bestimmten Terminen veröffentlichen und so für ein breites Publikum sorgen. Die Kinoprogrammarbeit beginnt dann, wenn man eine Auswahl treffen oder eine Beschränkung machen muss. Das heißt, man muss durch Kombination, Anreicherung oder Kontextualisierung das Programm gestalten bzw. mitgestalten. Wir schaffen einen Mehrwert zu den Filmen, die wir ins Programm nehmen. Und die Überlegung des Ministeriums für Justiz, Kultur und Europa war es, das Augenmerk darauf zu lenken, dass Kinos genau so etwas machen können oder eben nicht: Programmarbeit.

Zerbe: Das war schon eine tolle Wertschätzung. Wir sitzen ja hier und zerbrechen uns den Kopf darüber, was wir für ein Programm anbieten können. Und wenn man dann so eine Wertschätzung bekommt, das ist schon toll. (scherzt) Außerdem waren die Schnittchen bei der Verleihung sehr gut…

 


Das Team des Kinos in der Pumpe: Eckhard Pabst, Zara Zerbe, Kerstin Geißelbrecht (v.l.n.r.; Foto: Yorck Beese)

 

2016 ist nicht das erste Programmjahr, für das das Kino in der Pumpe mit dem Kinopreis SH ausgezeichnet wurde. Damit nicht genug: Ihr habt in diesem Jahr den ungeteilten Kinopreis gewonnen. Was zeichnet euer Kino vor anderen nichtkommerziellen Kinos aus?

Pabst: Ich würde gerne zunächst auf den Begriff „nicht kommerziell“ eingehen: Wir sind genauso kommerziell wie andere Kinos. Was den Verleih angeht, unterliegen wir den gleichen Regeln wie die Mainstreamkinos. Der Unterschied ist: Wir müssen Lohneinkünfte nicht erwirtschaften. Wir haben in der Pumpe neun Angestellte und mein Team und ich sind Angestellte des Vereins im Bereich Kino. Das heißt, unser Lohnniveau ist nicht vom Gewinn abhängig – nur den Verleih interessiert das nicht. Der Verleih gibt uns einen Film nach den gleichen Regeln, die auch für die großen kommerziellen Kinos gelten. Es gibt Verleiher, die ihre Filme gezielt zu uns bringen. Da wird aber genauso hart verhandelt: Wir müssen vereinbaren, ob ein Film nur einmal gezeigt wird, oder an drei bestimmten Tagen in der Woche, zu welchen Zeiten er gespielt wird und wenn er dann gut spielt, möchte der Verleiher gerne eine Verlängerung. Unser Kino verlängert Filme nicht, weil bei unserem Programm eine Verlängerung nicht planbar ist.

Zerbe: …und es würde auch nicht zu unserem Programm passen. Wir gehen das deutlich anders an.

 

Das heißt, die Programmarbeit hat bei euch Vorrang?

Pabst: Die Standardsituation ist diese: Wir bekommen einen neuen Film angeboten, z.B. den neuen Valeska Griesebach, und wir müssen ihn zwei Wochen lang spielen. Wenn dann aber z.B. ein Stummfilmfest ansteht, dann kann ich nicht verlängern. Eine Verlängerung ist da unrealistisch.

 

2016 war auch das Jahr, in dem das Team der Pumpe gewachsen ist. Zara und Kirsten, wie habt ihr euch eingelebt?

Zerbe: Das größte Problem, wenn man seine Masterarbeit gerade abgeschlossen hat und in einem Kino arbeitet, ist, dass dann Leute kommen und sagen „Guck mal, eine Geisteswissenschaftlerin, die Popcorn an der Kasse verkaufen muss“. Es kann abenteuerlich sein, Leuten zu vermitteln, dass es halt ein richtiger Job ist. Alltägliche Aufgaben gehören genauso dazu, wie die anspruchsvolleren Aufgaben der Programmarbeit. Im Endeffekt macht der Job aber in jedem Fall sehr viel Spaß.

Geißelbrecht: Für mich war diese Stelle aus anderen Gründen sehr reizvoll. Ich arbeite schon seit 16 Jahren in der Organisation der SchulKinoWoche Schleswig-Holstein. Unsere Aufgabe dort war es, den Kinoraum für Jugendliche wieder erfahrbar zu machen, also vor allem Schülern das Kino näherzubringen. Durch die Perspektive des Kinos gewinne ich jetzt sozusagen den Blick auf die andere Seite hinzu.

 

Die persönlichen Highlights des Teams 2016

Mit dem Kinopreis SH wird die Gestaltung einer lebendigen Kinolandschaft gewürdigt. Das Programm eures Kinos war im Jahr 2016 dementsprechend breit gefächert. Da gab es neben einem interessanten Programm auch Kooperationen mit verschiedenen Interessensgruppen aus Kiel, u.a. die Reihe „Propaganda. Das Kino der NS-Zeit“, die sehr erfolgreich war. Was waren im Nachhinein eure persönlichen Highlights?

Pabst (lacht): Mein Problem ist, dass ich es immer so schnell vergesse. Aber im Ernst: Die „Propaganda-Reihe“, die in Kooperation der CAU Kiel entstanden ist, war wirklich ein Highlight. Da kam so viel Support, so viel Unterstützung von den Studenten, das war wirklich beglückend. Es gab zu jedem Film eine Einführung, in die jedes Mal viel Arbeit gegangen ist. Das Publikum war interessiert, bewegt und zugleich entsetzt über den aufpeitschenden Schund auf der Leinwand. Und die Diskussionen mit dem Publikum im Anschluss waren ebenso offen wie aufschlussreich.

 


Großes Programm im kleinen Kino: Die Filmreihe „Propaganda. Das Kino der NS-Zeit“ (Foto: Christina Srebalus)

 

Pabst: Ganz toll war auch der Estnische Filmabend. Da hatte uns vor drei oder vier Jahren eine Gruppe angesprochen, die mit estnischen Filmemachern eine Tour durch Norddeutschland machten. Im zweiten Jahr haben sie hier angefragt und inzwischen kann man richtig zugucken, wie dieses kleine aber feine Filmfest wächst. Die Filme sind natürlich „skandinavisch“, also schon ein wenig düster und da wird auch mal gestorben…

 

…auch ein wenig Bergman-esk?

Pabst: Mehr so wie, sagen wir, Aki Kaurismäki vermischt mit poststalinistischem rumänischen Kino …

Zerbe: …oder Kaurismäki mit einer poststalinistischen Depression.

Pabst (lacht): Auch das! Und zu diesem Festival kommen so viele verschiedene Leute, dass da natürlich auch die landesüblichen Getränke gereicht werden.

Geißelbrecht: Den Dokumentarfilmsommer nicht zu vergessen!

Pabst: Absolut. Die großen Kinos haben den großen Sommerfilm, also Disney-Pixar & Co., wir haben den Dokumentarfilmsommer. Ich bin euphorisch, wenn ich daran denke. Man muss es natürlich in Relation sehen: Wir haben zwar nur eine vergleichsweise kleine Anzahl an Sitzplätzen, aber der Dokumentarfilmsommer war gut besucht – deutlich besser als die übliche Sommerkomödie. Und was noch ein Highlight war: Die Einweihung unseres Flügels. Mit Werner Loll konnten wir einen erfahrenen Mann für die Tasten gewinnen. Genauso wie Willem Strank, unser junger „Hauspianist“. Dieses Jahr noch werden wir ein ganzes Stummfilmwochenende machen. Da zeigen wir einige besondere Schätze wie zum Beispiel Dziga Vertovs DER MANN MIT DER KAMERA, um nur einen zu nennen.

 


Als die Pumpe ihren Flügel erhielt, war auch ein eifriger Filmemacher dabei, um das Geschehen zu dokumentieren (Quelle: YouTube, Fabian Leptien)

 

Der zweite Teil dieses Interviews erscheint wie gewohnt bald auf Filmszene SH. Dann sprechen Eckhard Pabst und sein Team über die Arbeit mit regionalen Filmemachern und die Idee des Kommunalen Kinos.

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„Der Unsichtbare“ gewinnt „Nur 48 Stunden“

Der Wettbewerb „Nur 48 Stunden“ gilt nach 11 Jahren Bestehen als Institution in der Filmszene in Schleswig-Holstein. Mit sportlichem Wettkampfgeist stellen sich die Teams der Herausforderung, in nur 48 Stunden einen Film zu schreiben, zu drehen und zu schneiden. Das wie in jedem Jahr ausverkaufte Finale im metroKino Kiel zeigte, dass 2017 wohl das Jahr mit den bisher stärksten Beiträgen ist. Glückliche Gewinner war das Team von „Der Unsichtbare“. Wir haben die Macher nach der Preisverleihung zum Interview gebeten.

 

Ihr habt den “Nur 48 Stunden” Wettbewerb gewonnen. Herzlichen Glückwunsch! Wie fühlt ihr euch gerade?

Lisa Oppermann: Wir sind immer noch ein bisschen überfordert. Wir haben nicht gedacht überhaupt etwas zu gewinnen und jetzt haben wir den ersten Platz gemacht. Und dass, obwohl so viele gute Filme dieses Jahr im Finale gelaufen sind. Das ist total verrückt.

 

Wie seid ihr auf die Idee gekommen von “Der Unsichtbare”?

Mieke Wöhlk: Das war Nico (Wittke, Anm. der Red.). Er hat die Idee an uns herangetragen und wir fanden sie sofort gut.

Lisa: Nico kam die Idee, als er an einem Zebrastreifen stand und nicht rübergelassen wurde. Er hat sich gefragt, wie es wäre, wenn jemand wirklich unsichtbar wäre. Dazu hatten wir viele schöne Ideen, die wir leider aus Zeitmangel nicht alle umsetzen konnten.

 

 

Welche aufwendige Idee wurde rausgeworfen?

Mieke: Uns war es wichtig, dass wir den Unsichtbare in ganz normalen Alltagssituationen zeigen. Es sollte nichts übertrieben werden. Also quasi ein Alltagsunsichtbarer und die Probleme, die er damit hat.

Lisa: Tatsächlich haben wir von dem viel umgesetzt, von dem wir zuerst dachten, dass es zu schwierig wäre. Wir haben aber auch über eine Konstruktion nachgedacht, damit sich der Stuhl bewegt, auf der dem Unsichtbare beim Interview sitzt. Wenn man genau im Film hinhört, hört man das Leder quietschen in dem Moment, wo der Unsichtbare sich anders hinsetzt.

 

Habt ihr schon vorher Filme gedreht?

Lisa: Ja ich studiere Multimedia Production an der FH, deshalb habe ich schon einige Filme selbst gemacht. Beim 48-Stunden-Wettbewerb habe ich jetzt schon zweimal mitgemacht. Und Mieke hat glaube ich schonmal in einem Film mitgespielt.

Mieke: Ja, das stimmt, aber eigentlich studiere ich Medizin. Wir hatten letztes Jahr schon mitgemacht und das fanden wir wirklich cool. Meine Familie meinte damals, dass wir das nächstes Jahr zum Familienprojekt machen. Also ist das auch ein Film der Wölks und der Crew. Es hat sehr viel Spaß gemacht, weil da trotz des Stresses die ganze Zeit so eine Dynamik da war.

Lisa: Wir hatten einen sehr guten Workflow und deshalb waren wir die meiste Zeit eher entspannt, weil außer ein paar Tonproblemen alles geklappt hat. Im Gegensatz zum letzten Mal waren wir dieses Jahr einfach gut vorbereitet.

 

Was reizt euch an “Nur 48 Stunden”?

Lisa: Es reizt zu sehen, ob man es schafft in der kurzen Zeit wirklich eine gute Idee umzusetzen und wie weit man gehen kann.

Mieke: Einfach auch wie viele verschiedene Idee dabei herauskommen. Da sind die drei Dinge, die man für den Wettbewerb einbauen muss, die mal mehr, mal weniger offensichtlich zu sehen sind. Dann die Liebe zum Detail, die Diversität ist einfach der Wahnsinn. Es macht Spaß im Kino zu sitzen und sich die Filme anzusehen. Und diese Dynamik, die alle zusammenschweißt. Das reizt sehr.

 

Die Gewinner im Überblick

1. Platz – Der Unsichtbare (Lisa Oppermann / Nele Wöhlk)
2. Platz – Triplet (Torben Sachert / Olli Ott)
3. Platz – Die drei Stufen des Wahnsinns (Samuel Bereuther)

Publikumspreis – Triplet

Nachwuchspreis – We are (Reinhold Hansen)

Fotos findet ihr auf unsere Fanpage

 

2. Platz: Triplet

Triplet from Tim Butenschön on Vimeo.

PENTAQUAD startet in ferne Galaxien

Diesen Freitag zeigt das Kino in der Pumpe die Pilotfolge der neuen SciFi-Webserie PENTAQUAD. Das von der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein geförderte Projekt verspricht Science-Fiction gepaart mit Comedy und einer gesunden Mischung aus Special FX mit echten Kulissen, die noch mit Hand und Herz (aber ohne Bügeleisen) gebaut wurden. Wie PENTAQUAD die unendlichen Weiten des Weltraums ergründen wird, erzählt Regisseurin und Autorin Jessica Dahlke im Interview.

 

Das Interview führte Yorck Beese

 

Mit PENTAQUAD steht uns eine SciFi-Webserie ins Haus. Worauf dürfen wir uns am Freitag freuen?

Die Story ist zu Beginn der interstellaren Raumfahrt der Menschheit angesiedelt. Die meisten Serien beginnen in der Regel viel später und die Schiffe können dort dann schon von einem Sonnensystem zum nächsten springen. PENTAQUAD spielt in der Pionierzeit, ganz am Anfang, als die Menschheit noch überhaupt nicht weiß, ob es Außerirdische gibt oder nicht. In PENTAQUAD versuchen die fünf Raumfahrer einer StartUp-Raumfahrtbehörde (genannt CPLE), ähnlich wie Space-X, den großen Wurf und testen einen Antrieb, mit dem sie ins nächste Sonnensystem springen wollen. Außerdem dürfen sich die Zuschauer auf Retro freuen, auf Comedy und selbstgebaute Kulissen.

 

 

Ist PENTAQUAD mehr STAR TREK oder mehr STAR WARS?

Große SciFi-Serien und Filme spielen eine kleine Rolle, doch viel wichtiger sind mir Anspielungen auf die Theoretische Physik, vor allem aus der Populärwissenschaft. Da darf zum Beispiel Schrödingers Katze nicht fehlen. Eine gute Geschichte stellt für mich zudem immer eine Beobachtung des Zeitgeistes dar.

 

Erzähl mir mehr. Wie gehst du an Comedy heran?

Ich lege mich da nicht auf einen einzigen Ansatz fest. Besonders wichtig war mir zuallererst die Figurenkonstellation. Auf einem Raumschiff hast du einen abgeschlossenen Raum, aus dem du nicht entkommen kannst. Das heißt, wir haben eine Schicksalsgemeinschaft, aus der absurde Situationen entstehen. Comedy lebt von Konflikten und ein Raumschiff ist der perfekte Ort dafür.

Comedy ist auch immer abhängig vom Wissens- und Gefühlshorizont der Zuschauer. Gags können daher nach einer gewissen Zeit nicht mehr verstanden werden, besonders wenn sie an aktuelle Ereignisse gekoppelt sind. Andere Witze altern quasi nie, weil sie universell sind. Die gute Mischung macht es.

Und vor allem: Wir lachen meist über Dinge, die uns Angst machen.

 

 

…die uns Angst machen?

Ja, wir lachen über Vorgesetzte oder auch Rechtsextremismus, sieh Dir nur die HEUTE SHOW an. Aber man muss soweit gar nicht gehen: Loriot hat sich der Ängste des Kleinbürgers vor Peinlichkeiten angenommen und das war grandios.

 

Welche Aufgaben übernimmst du neben der Regie noch?

Verschiedene, vom Drehbuch bis zur Produktion. Außerdem habe ich mit Nico Andresen die Kulisse gebaut und die Kostüme stammen von mir. Zum Filmemachen gehört auch einiges an Verwaltungskram.

 

Im Logo der Raumfahrtbehörde in PENTAQUAD finden sich zwei rosa Einhörner. Ich denke, es geht um Raumfahrt?

Tut es auch. Die Einhörner sind eine Anspielung auf die „Unicorns“: So nennt man Startups, die über ein Budget von über einer Milliarde Dollar verfügen. Das Raumfahrtunternehmen in meiner Geschichte ist so arrogant, dass sie das Symbol des Einhorns nicht nur im Logo haben, sondern auch noch gleich zwei davon.

 

Wann hast du mit den Vorbereitungen begonnen?

Das war 2013. Ich lag „ein wenig krank“ auf dem Sofa und habe mir alle drei Staffeln der originalen STAR TREK Serie „Raumschiff Enterprise“ mit Captain Kirk angesehen. Vor allem die erste Staffel war sehr erhellend, was die – sagen wir mal – Kreativität der Ausstatter anging. Bei einer Folge läuft Mr. Spock mit einem Imkeranzug als Raumanzug herum, in einer anderen hat man einem Hund zwei Hörner auf den Kopf gesetzt, um aus ihm ein Außerirdischen Tier zu machen. Das hat mich angesprochen, weil es ein Kontrapunkt zu den computergenerierten Bildern heutiger Hollywoodfilme darstellt.

Nichtsdestotrotz lag das Projekt dann erstmal in der Schublade, weil für die Umsetzung eine Halle fehlte. Anfang 2016 traf ich dann auf Nico Andresen, der mir von einer Halle in Neumünster erzählte. Als klar war, dass wir dort drehen konnten, habe ich einen Antrag bei der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein eingereicht. Die konnten sich am Anfang nicht viel darunter vorstellen, weil der Dreh mit echter Kulisse doch recht selten in Schleswig-Holstein ist, vor allem im Low-Budget-Bereich. Darum erhielten wir zunächst eine Produktionsvorbereitungsförderung, um eine Pilotfolge zu drehen. Um die Finanzierung zu schließen, mussten wir weitere Sponsoren anwerben, die uns mit Sach- und Geldspenden bzw. Rabatten unterstützt haben. Das waren vor allem Holz, Eisenwaren und Elektroschrott. Dank dieser Hilfe war es überhaupt möglich, die Pilotfolge zu drehen, die am Freitag zu sehen ist.

 

 

Welche Hürden musstet ihr dann während des Drehs nehmen?

Da muss ich erstmal überlegen, weil bei diesem Dreh unheimlich viel gutgegangen ist! An ein oder zwei Stellen hat es aber tatsächlich geklemmt. So wollte wir blinkende LEDs und den ganzen Kram haben, doch derjenige, der diese bauen wollte ist aus Zeitgründen abgesprungen. Da unser Zeitplan sehr eng war, mussten wir für die Pilotfolge auch bauliche Kompromisse eingehen. So fehlte der Raum hinter der Tür sowie die vierte Wand. All das wird für den Rest der Serie noch nachgebaut.

 

Besteht Spoilergefahr, wenn ich dich frage, woher der Name PentaQuad kommt?

Nein (lacht). Der Name kommt daher, dass ich einen kleinen Zahlenfetisch habe. Gerade bei SciFi-Filmen finde ich das konsequent. Nehmen wir THX 1138 von George Lucas, das ist ein gutes Beispiel. Zahlen vermitteln im SciFi immer eine gewisse Technologisierung.

Im Namen stecken die griechischen bzw. lateinischen Zahlen penta und quad drin. Ich fand es passend, eine Zahlenkombination zu nehmen, die zunächst einmal bedeutungslos ist, aber zur selben Zeit Assoziationen auslöst, wobei ich vor allem Wert auf Bedeutungsspiele und Lautmalerei lege. So ist zum Beispiel „Quad“ von der Lautstruktur her sehr nah bei „Squad“, also einer Mannschaft oder einer Einsatztruppe. Dasselbe Prinzip greift auch an vielen anderen Stellen, so wie bei unserer Figur des Professor Higgs: Einerseits ist der Name eine Referenz auf einen renommierten Physiker, andererseits hört man das lautmalerische „Hicks“ bei einem Schluckauf heraus.

 

 

Ein wichtiges Kriterium für Qualität in Science-Fiction ist, dass es fulminante Außenaufnahmen des Raumschiffs vor einem weiten Weltraum gibt. Wird es am Freitag Außenaufnahmen zu sehen geben und wenn ja, welche Qualität dürfen wir von ihnen erwarten?

Also, wir haben VFX eingesetzt, aber nur solche Computer-Effekte, die man auch auf analogen Film oder per Stoptrick hätte herstellen können. Und es gibt Außenaufnahmen und zwar in Form der klassischen Raumschiff-Modelle, wie sie in alten SciFi-Filmen verwendet wurden.

Da muss ich kurz einhaken: Ridley Scott, hat mit PROMETHEUS meines Erachtens ein Zeichen gesetzt, dass auch physische Requisiten genutzt werden sollten. Ich erinnere da an das krakenähnliche Alien, welches sich Dr. Shaw aus ihrem Leib herausschneidet, das war eine Latexrequisite. Und obwohl Scott nach eigener Aussage davon überzeugt ist, so viel wie möglich auch durch die Linse zu filmen, hat er sich für VFX und CGI geöffnet. Wie denkst du über diesen Unterschied zwischen „gibt es“ und „kommt aus dem Computer“?

Ich finde die richtige Mischung machst. Einige Dinge funktionieren mit dem Computer besser, bei anderen sind Bauten gefragt. So etwas wie das Gummikostüm des Gorn, mit dem sich Captain Kirk in STAR TREK duelliert hat, das kannst du heute nicht mehr machen. Inzwischen zeigt sich auch im großen Kino, dass eine Balance zwischen Realfilm und CGI gefragt ist. STAR WARS – EPISODE 1-3 haben es mit dem Einsatz des Greenscreen so übertrieben, dass man sich fragt, ist das ein Film oder ein Computerspiel. Der Ansatz, tatsächliche Kulissen zu bauen hat danach wieder zugenommen. Am Ende muss man auf das beste Mittel zurückgreifen, je nachdem was man darstellen will.

 

 

Wie soll es nach der Premiere mit PENTAQUAD weitergehen?

Wir haben eine weitere Förderung erhalten und werden den Rest der Serie im Herbst drehen. Doch auch hier haben wir noch nicht alle finanziellen Mittel zusammen. Daher starten wir nächste Woche eine Crowdfunding-Aktion, wo jeder die Möglichkeit hat, uns mit kleinen oder größeren Beträgen zu unterstützen.

 

Worauf freust du dich am Freitag?

Ich freue mich auf das Publikum. Man muss einen Film zeigen können, um zu sehen, wie er ankommt. Das ist bei Comedy enorm wichtig, denn nur so kann man dazulernen. Ich bin sehr gespannt wie PENTAQUAD beim Zuschauer ankommt.

 

PENTA QUAD feiert Premiere am Freitag, den 19. Mai 2017, im Kino in der Pumpe (20.30 Uhr).

Website: http://www.the-flying-discman.de/
facebook: https://www.facebook.com/theflyingdiscman/

Von der Schlei in die Welt – Im Gespräch mit Regisseur Friedrich Tiedtke

Von Eckernförde ging er nach Berlin und von dort aus nach Dänemark, wo er unter den wachsamen Augen eines Lars von Trier an seinem Handwerk feilte. Jetzt läuft sein aktueller Film auf Festivals in Seattle und Cambridge. Zum Filmfest Schleswig-Holstein lässt er es sich nicht nehmen, in seiner Heimat Halt zu machen, um im Kommunalen Kino in der Pumpe THE BOY IN THE OCEAN zu zeigen. Fünf Fragen an Regisseur Friedrich Tiedtke.

 

Ein Interview von Yorck Beese

In deinem neuen Film zeigst du ein Thema, das im Kino noch eher selten ist: Das Erwachen der Sexualität im männlichen Kind, das sich eigentlich noch fest im Schoß der Familie befindet. Wie kamst du zu diesem Thema?

Ich bin mir nicht mehr sicher, was zuerst kam: Die Idee einen Film über den Übergang zwischen Kindheit und Jugend zu machen oder einen Film, der auf einem Segelboot spielt. Letztendlich ergänzen diese Ideen sich aber gegenseitig, denn das Segelboot hat als Ort eine Ambivalenz, die sowohl die äußere als auch die innere Gefangenschaft des Protagonisten einfängt.

 

THE BOY IN THE OCEAN nimmt sich dem Coming of Age an, ohne geschmacklos oder platt zu werden. Was verbindest du mit der Situation. Wie bewertest du die Rolle des Jungen, in dem die Lust gerade erst erwacht?

Üblicherweise wird Jungen eine eher einfache Rolle zugeschrieben, wenn es um pubertäre oder vorpubertäre Sexualität geht. Der Schmerz und die Tiefe, die mit dem sexuellen Erwachen verbunden sind, werden dagegen kaum beleuchtet. Dabei ist das ein komplexes Thema, das noch längst nicht ausgelotet ist.

 

Dein Film lässt den Zuschauer unmittelbar am Innenleben des Jungen teilhaben, macht seine Gedankengänge nah und nachvollziehbar. Wie wichtig ist dieser Aspekt für dich?

Psychologisierung ist eines der wichtigsten Elemente des Filmemachens. Das macht Kino spannend, schafft Komplexität, schafft Stimmung und Zeitbezüge. Um eine Figur spannend zu machen, muss der Zuschauer an ihrer Psyche teilhaben können. Für mich persönlich beginnt dieser Aspekt natürlich mit der Preproduction, aber er endet erst mit dem finalen Schnitt und selbst der bringt noch Neues hervor, an das ich vorher vielleicht nicht gedacht habe, im Nachhinein aber im Film haben möchte.

 

War es schwierig, diese Rolle mit einem Jugendlichen zu filmen?

Mein Hauptdarsteller, der selbst noch in diesem Alter ist, 12 bis 15 Jahre eben, hat mit seiner Professionalität voll überzeugt. Durch die Art und Weise, wie wir einige der „schwierigen“ Takes gedreht haben, in Verbindung mit seinem Spiel, konnte ich sicher sein, dass wir den Film in der gewünschten Form zeigen können.

 

Dein Film zeigt einen pointierten Umgang mit Sprache – die Dialoge der Figuren sind zugleich an die Situationen gebunden, in denen sie stattfinden, und vermitteln doch eine tragische Ironie, die der Szene innewohnt. Wie wichtig ist Sprache für dich?

Die Schwierigkeit ist es, die Sprache natürlich zu halten. Natürlichkeit zu erzeugen ist eine Kunst für sich. Ein Drehbuch zu erstellen ist da auch ein schwerer Prozess, doch muss man eine Abgewogenheit erreichen. Ich möchte so wenige Worte wie möglich benutzen, lieber nochmal einen Satz streichen. „Ist Sprache überhaupt in der Lage wiederzugeben, was wir sagen wollen?“, das ist eine Frage, die ich mir mehr und mehr stelle.

 

Bild: Berit Mölleken

Jonas Rothlaender über FADO (D, 2016)

Der gebürtige Lübecker Jonas Rothlaender kehrte zu den Nordischen Filmtagen mit seinem Spielfilm FADO für kurze Zeit in seine alte Heimat zurück. Wir haben ihn zu seinem neuen Film ein paar Fragen gestellt.

 

Interview von Katleen Glameyer am 31.10.2016

Du bist in Lübeck geboren und aufgewachsen. Wie sah das für Dich damals aus in Schleswig-Holstein – gab es dort kreative Leute, mit denen du arbeiten, beziehungsweise Dich gut vernetzten konntest?
Also tatsächlich habe ich nur die Hälfte meiner Jugend in Lübeck verbracht. Als ich 11 Jahre alt war sind wir nach Bielefeld gezogen – aber ich bin trotzdem immer Lübecker im Herzen geblieben.
Während der Schulzeit habe ich Kurzgeschichten geschrieben und auch Theater gespielt. Nach dem Abitur bin ich dann nach Berlin zum Zivildienst. Das Filmemachen fing tatsächlich erst an, als ich nach Berlin gezogen bin. Da habe ich in den ersten Jahren selber kleine, schmuddelige Kurzfilme gedreht.
Vorher war das eher so die Suche nach dem richtigen Ausdruck.
Und dann begann ja mein Studium an der DFFB.

 

Hast Du Verbindungen zur Filmszene Schleswig-Holstein?

Ich bin jetzt wieder Hamburger, da ich nach dem Studium wieder zurück gezogen bin. Vor ”Fado” hatte ich einen Dokumentarfilm gedreht, der ”Familie haben” heißt. Der ist von der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein bzw. der Filmwerkstatt Kiel unterstützt worden.
Der Film spielt auf Grund meiner Wurzeln teilweise auch in Lübeck. Deswegen gab es da Finanzierungen und später auch eine Verleihförderung von der Filmwerkstadt Kiel, weil ich den Film selber ins Kino gebracht habe. Das ist sozusagen die eine Verbindung mit dem Norden.
Und dann sind da noch die Nordischen Filmtage in Lübeck, wo ich eigentlich mit fast jedem Film zu Gast war. Die Filmtage waren für mich immer ein wichtiger Knotenpunkt!

 

Wann kam Dir die die Idee zu Fado?

Das ist ungefähr 6 Jahre her.
Am Anfang sollte es noch eher darum gehen, eine gleichberechtigte Paargeschichte zu erzählen. Sozusagen das Ende einer Beziehung. Das war die Anfangsidee für Fado. Und es war von Anfang an klar, dass das in Lissabon spielen sollte.

 

 

Warum Lissabon?

Was mich im Zusammenhang mit dieser Stadt interessiert hat, war das Sich-Entfremden. Dieses Sich-Fremdsein in einer Beziehung.
Also zum einen sich in der Beziehung fremd sein, aber sich dann zusätzlich auch in der Fremde zu befinden. Diese zwei Aspekte von Fremdsein waren mir wichtig. Ich war damals ein oder zweimal zuvor in Lissabon gewesen und es ist eine eher intuitive Entscheidung für die Stadt gewesen.
Aufgrund von dieser Melancholie und Schwermütigkeit und auch dieser sehr metaphysischen Atmosphäre.
Sebastian, der Co-Autor, und ich sind im Verlauf der fünf Jahre Drehbucharbeit mindestens ein bis zweimal im Jahr nach Lissabon gefahren, um die Stadt zu entdecken. Wir wollten Lissabon nicht nur als schöne Kulisse darstellen. Im Laufe der Arbeit hat sich Lissabon dann zum Antagonisten von Fabian herauskristallisiert.

 

Was macht diesen Gegenspieler Lissabon noch aus?

Lissabon ist der Gegenspieler, der ihm quasi das Leben schwer macht und ihm Steine in den Weg wirft.
Fabian ist die ganze Zeit damit beschäftigt, sich selbst, sein Umfeld, und seine Gefühle zu kontrollieren. Wir wollten ihm was entgegensetzen, was er nicht kontrollieren kann. Dieses Atmosphärische, die verwinkelten Gassen Lissabons, das Element des Wassers, das Erdbeben, die Fado-Musik, die ja auch etwas sehr emotionales, expressives hat. Das waren so die Merkmale des Antagonisten Lissabons.

 

Das ist interessant. Denn als ich den Film sah, hab ich mich teilweise wirklich unwohl gefühlt. Wie soll ich sagen … Du hast intensive Gefühle und versuchst irgendwie, Dich damit in dir wohlzufühlen und eine Stabilität zu erreichen, aber der Ort spiegelt die ganze Unkontrolliertheit dann auch nochmal wieder. Das heißt es ist im Innen und im Außen…das fühlte sich schon unangenehm an!
Ich habe Fabian jedenfalls als jemanden wahrgenommmen, der seine Gefühle unterdrückt und zwischendurch kommen sie einfach sturzweise heraus.
Meinst Du, das ist etwas Nordisches?
Oder ist das rein personenabhängig…könnte das auch bei irgendwem sein?

Für dich ist das Nordisch, ja?

 

Ja…ja! Ich hab das so hier kennen gelernt. Ich weiß vielleicht zu wenig darüber, wie die Menschen in anderen Kulturen mit Gefühlen umgehen. Womöglich spiegeln meine Erfahrungen nur einen zufälligen Ausschnitt der Menschen in unserem Breitengrad wider.

Klar, für mich entspricht das schon dem Stereotypen des nordeutschen, nordischen Menschen. Aber für mich geht es eigentlich nicht so sehr um kulturelle Unterschiede, sondern um persönliche. Also die entscheidende Frage bei Fado war für mich: Wie gehen wir Menschen allgemein – und speziell wir Männer – mit Gefühlen um, die wir nicht haben wollen. Und ich glaube, das ist ein ganz wichtiger Motor für den Film gewesen. Da ist es eigentlich egal, woher wir kommen.
Aber du hast natürlich recht, dass es zum Klischeebild des Norddeutschen passt. Also ich verstehe, dass die Verbindung im Kopf zustande kommt. Aber die ist für mich eher charaktertypisch und nicht kulturtypisch.

 

Golo Euler und Luise Heyer spielen die Hauptrollen in Fado. Warum hast Du die beiden gewählt?

Golo stand schon früh fest. Und dann haben wir vor allem Konstellationen getestet. Es gibt so wenig, was wir aus der Vorgeschichte von den beiden im Film erfahren. Wenn Du das Paar als Zuschauer siehst, dann musst Du sehen: Die beiden gehören irgendwie zusammen.
Golo stand ja wie gesagt zuerst fest und dann haben wir ihn zusammen mit verschiedenen Schauspielerinnen im Casting gehabt.
Golo und Luise saßen gleich zu Beginn des Castings auf den Stühlen vor mir und bevor sie angefangen haben zu spielen wusste ich: Ok, die sind´s! Das war ganz toll. Die hatten einfach so eine Energie und Magie zusammen, die du gar nicht herstellen kannst. Entweder ist die da oder die ist nicht da. Und die beiden hatten das.

 

 

Wie habt Ihr Euch auf Eure gemeinsame Arbeit vorbereitet?

Golo und Luise standen schon ein halbes Jahr vor Drehbeginn fest und wir haben in dem halben Jahr davor sehr intensiv an den Figuren gearbeitet. Ich einzeln mit den beiden Schauspielern; zusätzlich haben wir noch circa eine Woche vorher Improvisationsarbeit zu der Vorgeschichte ihrer Beziehung gemacht, damit die beiden ein Fundament hatten, was ihre gemeinsame Vergangenheit angeht.

 

Wie lief das eigentlich mit dem Budget? Waren die Proben finanziell abgedeckt durch die Förderung oder wie kann ich mir das vorstellen?

Gute Frage! Fado war ja mein Abschlussfilm, und das war dann eben auch nur mit dem Einverständnis der Schauspieler möglich. Sie hatten Interesse daran, dass das Spiel gut funktioniert. Und da sie wussten, dass das auch eine Bereicherung ist und ihnen für die Rollenarbeit hilft, hatten sie auch Lust darauf.
Es gab eine Aufwandsentschädigung und eine Art sozialistische Gage bei dem Film- alle haben das gleiche bekommen. Somit waren die Proben auch nicht bezahlt.

 

Im Film taucht immer wieder dieses Bild auf, dieser Kupferstich von dem Erdbeben 1755 in Lissabon. Hast du solche Requisiten nach und nach gesammelt, bzw. lief Dir dieses Bild einfach irgendwann zufällig über den Weg?

Es ist tatsächlich so, dass mir das über den Weg gelaufen ist… ich glaube, es war in einer Ausstellung in Lissabon. Ich wusste zum Besipiel gar nicht, dass es 1755 dieses Erdbeben gab. Und dieses Motiv passte dann sehr gut zu der Geschichte und zu dem was Fabian in Lissabon widerfährt. Und so kam der Kupferstich dann auch in den Film.

 

Am Ende erwischt Fabian Doro mit ihrem Liebhaber Nuno im Bett und schlägt ihn.
Ich frage mich, ob ich ein Detail verpasst habe oder einen kurzen Augenblick nicht aufgepasst habe – Ich wusste nicht, ob das real ist oder nicht.

Was glaubst Du?

 

 

Mh,…ich glaube, es passiert nur in seiner Vorstellung.

Also es ist auf jeden Fall nichts, wo Du nicht aufgepasst hast.
Es ist eher die Frage, was beim Zuschauer passiert. Der Film spielt ja die ganze Zeit mit den verschiedenen Ebenen der Wahrnehmung. Es geht um Eifersucht, darum, was real ist und was Vorstellung. Eifersucht ist für mich ein stückweit Kopfkino, das wir alle kennen. Und obwohl wir wissen, dass das nur Vorstellung ist, fühlt es sich an wie Realität. Also der Eifersüchtige kann das nicht wirklich unterscheiden. Und bei Fado wollte ich das gleiche Gefühl im Zuschauer erzeugen. Deswegen sollst du als Zuschauer eben auch nie genau wissen: Ist es jetzt real oder ist es Vorstellung?
Ich selbst habe da für mich eine eindeutige Antwort drauf, so wie du für dich eine mehr oder weniger eindeutige Antwort hast. Aber für mich gibt es nicht die allgemeingültige Erklärung. Sondern es ist eben genau das, was beim Zuschauer selbst passieren soll. DU sollst dir die Frage selber stellen und auch selber beantworten.

 

Jonas, vielen herzlichen Dank für das Interview!

Danke Dir!

REGIE Jonas Rothlaender
DREHBUCH Jonas Rothlaender, Sebastian Bleyl
ROLLEN Golo Euler (Fabian), Luise Heyer (Doro), Albano Jerónimo (Francisco), Pirjo Lonka (Anita), Duarte Grilo (Nuno), Isabel Abreu (Maria)

http://fado.jonasrothlaender.com

Interaktiver Kurzfilm RESISTENZ (Kobzik/Spieck)

Mit Resistenz haben zwei Multimedia-Production Studenten der Fachhochschule Kiel einen interaktiven Kurzfilm geschaffen, bei dem der Zuschauer selbst entscheidet, wie es weiter gehen soll. Lest dazu mehr in diesem Interview.

Ein Interview von Jessica Dahlke

Kannst du kurz beschreiben, wer ihr seid und worum es in eurem Kurzfilm geht?

Moin moin, wir sind León Kobzik und Philipp Spieck, zwei Multimedia-Production Studenten der FH-Kiel. Zusammen haben wir das letzte Jahr über den Kurzfilm „Resistenz“ produziert. Dabei geht es um zwei Überlebende in einer apokalyptischen Welt, die um ihr Überleben kämpfen müssen. Der Film hat einen interaktiven Erzählstrang, sodass der Zuschauer selbst entscheiden kann, wie sich die Geschichte weiterentwickelt. Insgesamt sind so sechs verschiedene Enden möglich.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, einen interaktiven Film zu produzieren?

Ursprünglich wollten wir einen Kurzfilm oder eine Webserie produzieren. Das haben wir schon öfter gemeinsam gemacht, daher wussten wir, dass wir gut zusammen arbeiten können. Allerdings haben wir dann im Internet ein interaktives Video gefunden und fanden das Konzept interessant und spannend. Außerdem hatten wir Lust mal etwas Neues auszuprobieren.

Wie funktioniert die Technik?

Die Auswahlfelder, welche während der Entscheidungen erscheinen, haben wir mithilfe von Youtube-Anmerkungen erstellt. Diese erlauben es einem, an beliebigen Stellen im Video per Auswahlbox auf ein anderen Clip zu verlinken. Der Zuschauer kann so auf die Option seiner Wahl klicken und wird dann zum entsprechenden Video weitergeleitet.

Was plant ihr als nächstes?

Im Moment sind wir noch damit beschäftigt „Resistenz“ bei verschiedenen Filmfestivals einzureichen. Danach haben wir aber auf jeden Fall Lust, das nächste Projekt auch gemeinsam zu starten. Geplant ist dann wieder ein klassischer Kurzfilm.

 

DER SEELENJÄGER – Ein Kurzspielfilm aus Itzehoe

Colin Barrymore aus Itzehoe und Oliver Kirchhoff aus Flensburg erschaffen gemeinsam Fantasy Filme in Schleswig-Holstein, die sich nicht verstecken müssen. Mit „Der Seelenjäger“ wagen sie sich an ihren ersten Film.

Das Interview führte Kim-Kevin Weinbach

Colin, du bist quasi der Vater dieses Projekts. Worum geht es in „Der Seelenjäger“?

Der Schatari oder Shash´ar Thar, bedeutet in der Sprache von Tama so viel wie Seelenjäger oder Seelenfresser. Diese Wesenheiten sind finstere Schattenwesen aus einer anderen Sphäre. Im Film selbst geht es um eines dieser Wesen, welches auf eine sadistische Art und Weise jagt auf Reisende und Arbeiter macht. Dabei wird gezeigt, wie sich der Seelenjäger bewegt, wie boshaft er sein kann und welche finsteren Künste er anwenden kann, um seine Gier nach Leben zu stillen. Die drei Holzfäller Aros, Farus und Barusos, sowie ein älterer Gelehrter geraten dabei in Gefahr und müssen um ihr Überleben kämpfen. Interessant dabei, wie sich alle Charaktere im Laufe der Geschichte verändern. Jeder der Charaktere reagiert anders auf die Situation, in die sie hineingezogen werden. Man wird ihre Stärken und Schwächen erkennen. Und so manche Situation wird ganz anders ausgehen, obwohl doch irgendwie klar war, dass es hätte anders passieren sollen. Und die Frage ist nur, ob sie es überleben werden…

Colin, warum Fantasy?

Ich bin in einer Zeit aufgewachsen, in der Fantasy die Kinos dominierte. Herr der Ringe, Harry Potter, Eragon und andere Kultfilme sind damals in den Kinos gelaufen. Mir war von Anfang an klar, dass ich meine Geschichten nicht sofort Filme im Hollywood-Stil würde drehen können. Denn Dinge, die zunächst einfach wirken, können sich zu einer ziemlichen Herausforderung entwickeln. Ich lernte Oliver Kirchhoff in einem Filmforum kennen und wir waren gleich auf einer Wellenlänge. So stieg er als Produzent ein. Das hat mich sehr motiviert.

Oliver, du bist neben Colin der Koproduzent und sogar Teilhaber eurer gemeinsamen Firma. Wie ist es zu der Zusammenarbeit gekommen?

Moin moin, tja wie war das damals. 2010 wurde ich auf ein Fantasyprojekt aufmerksam, welches in Schleswig-Holstein gedreht werden sollte. Bei den Gesprächen und dem Ideenaustausch mit Colin fiel mir auf, dass noch reichlich Arbeit getan werden musste, ehe es in die Umsetzung gehen konnte. Colin bat mich um Hilfe. Ich musste ein paar Tage darüber nachdenken und willigte schließlich ein. So entstand eine sehr fruchtbare Zusammenarbeit, die bereits ihre Höhen und Tiefen erlebt hat. Aber Probleme sind dazu da, gelöst zu werden!

Oliver, welche Produktionen sind geplant und werdet ihr ausschließlich Fantasy machen?

Mit unserer Produktionfirma E-Prime stellen wir uns gerade materialmäßig auf und unterstützen damit auch befreundete Produktionen. Dabei gilt wie immer, eine Hand wäscht die andere. Wir werden auch in andere Genres tätig werden. Teils als eigene Produktion teils als Koproduktion.

Oliver, du kommst ja vom Film und bist der Profi. Woher kennen wir dich?

Ja, begonnen habe ich mit Komparserie und bin dann über Sprechrollen und Nebenrollen zu Hauptrollen gekommen. Ich war zu sehen beim Tatort Kiel “Borowski und der brennende Mann”, TV Spielfilmwerbung, dem Kurzfilm “Blutzverwandt”, dem Kurzfilm “Die Störung”, dem Spielfilm “1945 eine Geschichte”, dem Spielfilm “Die Tote im Unterholz” usw. Aber auch hinter der Kamera bin ich aktiv, als Caterer, als Cutter, als Produzent, Regisseur usw.

Oliver, ihr legt ja großen Wert auf professionelle Nachbearbeitung. Die Musik zum Beispiel wird eigens komponiert und eingespielt und die VFX digital am PC erzeugt. Erzählt uns doch mal genaueres darüber?

Wir legen nicht nur Wert auf die Nachbearbeitung, sondern geben gleich von Beginn an Vollgas. Das heißt wir fangen schon in der Vorbereitung an das finanzielle vernünftig und kalkuliert an zu gehen. Wir legen auch viel Wert auf Authentizität. Die Gewandungen sind zum Beispiel aus groben Leinen. Die Waffen sind keine Larpwaffen sondern aus echtem Metall, wie die Rüstungen und Helme auch. Wir wollen, dass schon bei den Dreharbeiten möglichst alles stimmt und die Computer nur wenig zu tun bekommen. Aber ganz ohne kommen wir nicht aus. Da haben wir uns weitere Profis ins Boot geholt, die für kleines Geld die Effekte machen. Die Musik kommt tatsächlich von einem Komponisten, der teils neue Musik erstellt oder freie für uns bearbeitet. Hier müssen wir höllisch aufpassen, dass die GEZ nicht greift.

Oliver, ihr habt in Itzehoe gedreht. Warum gerade Itzehoe? Wenn man an Fantasy denkt, fällt einem ja nicht gerade der Kreis Steinburg in Schleswig-Holstein ein.

Warum nicht? Viele Ecken in Schleswig-Holstein sind dafür bestens geeignet und wir sollten das nutzen. Und wir zeigen somit auch mal die Seiten von unserer Heimat, die viele noch nicht kennen, aber kennenlernen sollten. Viele Produktionen drehen bereits hier im Norden.

Oliver: Bei den Dreharbeiten habt Ihr ja auch aus luftiger Höhe gedreht mit einem Hubsteiger der weit über die Baumgipfel reichte und beeindruckende Bilder bescherte. War für euch als kleine Produktion schwer, einen solchen Aufwand zu betreiben?

Nun, da hatten wir Glück und konnten über einen guten Bekannten günstig an einen 30m Steiger kommen. Wir hatten ihn für einen Tag zur Verfügung und mussten alle Drehs mit ihm an diesem Tag machen. Da wir im Wald gedreht haben, musste noch eine Drehgenehmigung eingeholt werden. Und bis auf das er sich einmal festgefahren hat, ging alles glatt. Ansonsten setzen wir aber auch auf Altbewährtes wie eine Steadycam, Kräne, usw.

Colin: Der Film ist aktuell in der Nachbearbeitung. Wann können wir uns auf die Veröffentlichung freuen?

Wenn es gut läuft, werden wir noch dieses Jahr Premiere feiern. Aber das können wir nicht mit voller Gewissheit sagen, denn wir wollen es richtig machen. Wir sind nun bei der Endphase angelangt. Die Effekte sind so gut wie durch, es kommt jetzt noch der letzte Feinschliff. Außerdem steuern unsere Freunde von Libertad Pro noch ein paar Foley Sounds sowie selbst komponierte Musik bei.

Oliver; wie lang geht der Seelenjäger und was hat die Produktion gekostet?

Also der “Seelenjäger” ist ca. 25 min lang. Genau können wir erst nach dem Final-Cut sagen. Die Kosten beliefen zwischen 3.000,00 EUR und 4.000,00 EUR. Und das ist noch einer der günstigeren Filme, bei den anderen kommen wir auf bis zu 25.000,00 EUR pro Film. Dieses Geld muss erstmal aufgetrieben werden. Dass das sehr schwer ist, davon können alle freien Filmemacher ein Lied von singen.

Colin, wo wird der fertige Film zu sehen sein?

Wir haben noch nicht so weit geplant, aber nach der Premiere im kleinen Kreis und nach der Teilnahme an Filmfesten denken wir, dass wir den Film online veröffentlichen werden. Aber da werden Oliver und ich auch noch einmal Rücksprache halten, bevor wir etwas fest zusagen, was nachher anders kommen könnte.

Colin, was ist als nächstes an Projekten geplant?

Wir haben bereits Ideen gesammelt, wollen diese aber noch nicht zu früh preisgeben. Wir haben einige Kurzfilme im Petto, die jedoch viel Aufwand bedeuten in Sachen Aufnahme, Darsteller, Requisiten und natürlich das liebe Geld. Doch Pläne sind schon da, die wir angehen werden, wenn der Seelenjäger veröffentlicht wurde.

Danke für das Interview

Kai Göhring | Film- und Theaterdarsteller

Kai Göhring ist vom Komparsen zum Film- und Serienschauspieler aufgestiegen und war auch international auf verschiedenen Theaterbühnen zu sehen. Kim hat ihn ein paar Fragen gestellt.

Das Interview führte Kim Weinbach

Wann und wie bist du zum Film gekommen?

Als erstes einmal: Vielen herzlichen Dank für deine Interview-Anfrage. Die Bezeichnung Schauspieler ist schon fast zu viel der Ehre, ich bezeichne mich eher als Darsteller für TV, Film und Theater. Ich sehe mich selber auch eher als interdisziplinären Künstler, denn ich liebe alles, was mit Kunst zu tun hat. Nun zur Frage: Durch einen Freund von mir, der selber schon seit einigen Jahren als Komparse beim Großstadtrevier und bei anderen Hamburger Komparsen-Agenturen tätig ist, erhielt ich die Internetadresse der Agentur „extraFaces“ in Hamburg. Dort habe ich im Frühjahr 2013 ein Profil erstellt. Mein erster Einsatz als Komparse ließ dann auch nicht lange auf sich warten.

Du hast eine Menge Erfahrung als Komparse sammeln können. Wie ist es dazu gekommen, dass du auch Sprechrollen im Film bekommen hast?

So mittlerweile sind es wohl so an die 100 verschiedene Einsätze als Komparse auf die ich zurückblicken kann. Meine erste Rolle mit Text habe ich beim Fan-Movie „Bond:reloaded“ von Ingo Frenzel spielen dürfen. Ich kann mich noch gut an all die Ohrfeigen von dir erinnern. An die Rolle bin ich über Facebook herangekommen. Genauso auch an meine zweite kleine Textrolle als Polizeibeamter, in dem von dir coproduzierten Film „Die Tote im Unterholz“ von Kai-Uwe Wedel.

Oh ja Die Ohrfeigen bleiben mir auf ewig in Erinnerung, aber wenn es im Drehbuch steht, dann setzen wir es auch so um.

Der Weg vom Schauspieler im TV und Film zum Theater schien dann nicht weit. Wo hattest du deine internationalen Auftritte und welche Rolle hast du genau in welchem
Stück gespielt?

Im Frühjahr 2014 fragte mich eine Bekannte, ob ich nicht am Theater „Dittchenbühne“ in Elmshorn in dem Stück „Der Hauptmann von Köpenick“ mitspielen möchte. Mit diesem Stück waren wir im Herbst 2014 auch auf Ostsee-Tournee durch die baltischen Staaten Estland, Lettland, Litauen, Polen, Russland und Finnland, um nur einige Stationen zu nennen. Wir spielten unter anderem in St. Petersburg, Tallinn, Danzig und Murmansk. Die „Dittchenbühne“ ist übrigens das erste deutsche Theater, das in Murmansk, der nördlichsten Stadt Europas, aufgetreten ist. Im „Hauptmann“ habe ich den Schneidermeister Wormser gespielt. Einen Charakter, der nach oben hin buckelt und nach unten tritt. In dem Stück „Ich liebe Euch doch alle…“, eine Tragik-Komödie über den Zerfall der DDR, inszeniert von Maria von Bismarck, spielte ich drei Rollen, den Egon Krenz, einen Stasi-Schergen und einen NVA-Offizier an der Grenze. Letztes Jahr im Herbst waren wir dann mit „Der Revisor“ erneut auf Tournee. Darin durfte ich den Stadthauptmann Anton Antonowitsch zum besten geben. Anfang dieses Jahres hatten wir „Der Katzensteg“, inszeniert von Klaus Falkhausen, im Programm. Ich spielte dort die sehr emotionale Rolle des Antihelden Gevatter Hackelberg, einem menschlichen Wrack, der am Ende sogar seine Tochter erschießt.

War der Wechsel vom Film zur Bühne schwer für dich?

Als Darsteller ist es mir wichtig, immer authentisch und ehrlich zu agieren. Denn wenn man eine Rolle nur „vorspielt“, merkt es der Zuschauer. Egal ob in der Flimmerkiste, auf der großen Leinwand oder auf der Bühne. Auf der Bühne muss man seinen Part allerdings sehr genau und wiederholbar auf den Punkt spielen. Das muss man beim Film selbstverständlich auch, jedoch kann man beim Film jede Szene so oft wiederholen, bis man das beste Ergebnis erzielt hat. Im Theater kann man bei einem Patzer nicht so einfach sagen: „Liebes Publikum, ich hatte einen Texthänger, wir fangen nochmal von vorne an.“ Man ist es außerdem dem Publikum schuldig, bei jeder einzelnen Aufführung die gleiche Leistung abzurufen, von der ersten bis zur letzten Aufführung. Aber dafür probt man dann ja auch entsprechend lange im Vorwege.

Was macht dir mehr Spaß? Vor der Kamera zu stehen oder auf der Bühne, wo du den direkten Kontakt zum Publikum hast?

Beides ist immer wieder sehr aufregend, aber dieses Lampenfieber vor einer Premiere oder Aufführung ist mit nichts zu vergleichen.

Vor einem Jahr standest du ja auch in meinem Kurzfilm „Der Letzte Drink“ vor der Kamera. Einen Film über die Alkoholkrankheit und seine Auswirkungen, wenn ich es so ausdrücken darf. Es war und ist mir eine riesen Ehre, dass ich mit dir zusammenarbeiten durfte. Du hast so grandios gespielt, dass nicht nur ich, sondern das ganze Team bei deinem Spiel Gänsehaut hatte. Was hat dich überzeugt eine solche Rolle zu spielen?

Vielen lieben Dank für Dein Lob. Mir war das Mitwirken in diesem Film deshalb so wichtig, weil die Geschichte/das Drehbuch aufzeigt, dass Sucht auch immer alle Angehörigen des Erkrankten mit einbezieht. Das Thema Alkoholismus bzw. stoffgebundene Abhängigkeits- Erkrankung, ist ja in unserer Gesellschaft immer noch ein Tabuthema. Sucht ist immer eine Familienkrankheit und sehr oft entwickeln sich Co-Abhängigkeiten an denen die Betroffenen (also die Co-Abhängigen) auch zugrunde gehen, mit teilweise dramatischen Entscheidungen, wie es in dem Film thematisiert wurde. Ich fand es wichtig, diese kleine Geschichte mit erzählen zu dürfen und es war mir eine Ehre, dass Du mich als Darsteller dafür auserkoren hast.

Du lebst in Elmshorn, bei uns im wunderschönen Schleswig-Holstein und pendelst viel nach Hamburg, Itzehoe und Kiel für Dreharbeiten. Was ist das für ein Gefühl inzwischen ein so gut gebuchter Schauspieler zu sein?

Deine Worte in Gottes Gehörgang… Es wäre schön, wenn ich ein gut gebuchter Schauspieler wäre. Wenn ich so gut gebucht wäre, dass ich von den Gagen meinen Lebensunterhalt bestreiten könnte. Ich freue mich selbstverständlich über jede Buchung als Komparse und Darsteller, um mit meinem Talent meine Mitmenschen zu unterhalten.

Warum lebst du ausgerechnet in Elmshorn und nicht Hamburg? Hast du eine besondere Beziehung zu unserem wunderschönen Bundesland?

Im Jahre 1996 suchten wir für unsere Familie eine bezahlbare Wohnung und sind in Elmshorn fündig geworden. Oft habe ich mit dem Gedanken gespielt, wieder zurück nach Hamburg zu ziehen. Da ich aber in den Sommermonaten auf Deutschlands kleinster Fähre, der Fähre Kronsnest, eine Betätigung gefunden habe, die mich auch mit Stolz erfüllt, bin ich Elmshorner Bürger geblieben. Und als gebürtiger Flensburger bin ich ja auch ein Ur-Schleswig-Holsteiner.

Du stehst ja auch gerne bei Studentenfilmen und guten Amateur/Independent Produktionen kostenlos vor der Kamera. Ist es dir wichtig den Nachwuchs so zu fördern mit deinem Talent oder gibt es andere Gründe?

Bei Studentenfilmen wäscht ja eine Hand die andere. Die Studenten können sich keine teuren Schauspieler leisten und ich bekomme im Gegenzug die Gelegenheit mein Talent zu beweisen. Jede Betätigung als Darsteller gibt mir außerdem die Möglichkeit mich weiter zu entwickeln.

In welchen Filmen und Serien konnten wir dich schon in kleinen und großen Rollen bewundern?

Die meisten Einsätze als Komparse hatte ich beim NOTRUF HAFENKANTE, wo ich auch schon oft prominent im Bild war und auch eine Kleindarstellerrolle als Hausmeister spielen durfte. Dann bin ich beim GROSSSTADTREVIER gewesen. Auch da durfte ich vor kurzem einen lustigen Part spielen, der etwas prominenter war. Aber ob eine Rolle groß oder klein ist, möchte ich gerne dem Zuschauer überlassen. Denn da liegen die Wahrnehmungen weit auseinander. Speziell was die Diskrepanz zwischen der Eigen- und Fremdwahrnehmung betrifft. Rollen die ich für mich als toll oder schön betrachte, werden vom Zuschauer durchaus anders gesehen und umgekehrt.

Wo können wir dich demnächst sehen?

Ab dem 1. Juli geht die Web-Serie FRISCH GESTRICHEN – DIE SERIE im wöchentlichem Rhythmus bei Youtube auf Sendung. Die erste Maler-Comedy aus der Feder von Leo Leiser. Diese Serie haben wir ab Mitte Januar bis Ende Februar in Itzehoe gedreht. In der Serie spiele ich den Nachbarn von der Chefin der Malerfirma Fuscher, die von Rahel Leschnik gespielt wird. Die weiteren Hauptrollen bestreiten Tom Wald und Leo Leiser. In Gastauftritten sind auch Prominente wie Michaela Schaffrath, Bernd Panzer, Monty Arnold und, last but not least Big Harry mit dabei. Ich war bei diesem Projekt als Set-Aufnahmeleiter auch hinter der Kamera aktiv. Ab dem 2. September bin ich in zwei Rollen bei dem Theaterstück „Der Fluch des Bernsteinzimmers“ auf der Dittchenbühne in Elmshorn zu sehen.

Das hört sich spannend an und ich wünsche euch viel Erfolg mit der Serie und bin gespannt auf die erste Folge.

Was bedeutet es dir diesen Beruf auszuleben?

Beruf kommt ja von Berufung… Ich war sehr lange Zeit meines Lebens immer irgendwie unglücklich. Auch meine gesellschaftlichen Erfolge, wie z.B. das Bestehen der Gesellenprüfung zum Feinmechaniker oder die Anstellung als Abteilungsleiter in einer Kunststoffproduzierenden Firma, haben mir nie das Gefühl gegeben, etwas Wertvolles oder Nachhaltiges zu tun. Erst als die Pflanze Künstler, die in mir ruht, wieder Nahrung bekam, habe ich den Zustand der inneren Zufriedenheit für mich erlangt. Denn ich darf und kann jetzt Dinge tun, die meine Mitmenschen erfreuen. Ich möchte nämlich den Menschen lieber als Künstler/Entertainer in Erinnerung bleiben, als wie jemand der dafür gesorgt hat, dass eine Firma wirtschaftlichen Erfolg auf dem Rücken der (ausgebeuteten) Angestellten erzielte. Deshalb habe ich z.B. auch aufgehört in einer Firma zu arbeiten, in der Zubehörteile für die Kriegsindustrie hergestellt hat. Das konnte und werde ich niemals mit meinem Gewissen vereinbaren können!

Nun hast du noch das Schlusswort und ich danke dir für dieses informative Interview.

Ich möchte Dir danken, dass Du mich als wichtig genug erachtest als dass Du denkst, dass es von Wert ist, dass man mir zuhört bzw. dass man diese Zeilen von mir hier liest. Was mir wichtig ist, habe ich ja schon in der letzten Frage beantwortet: Meine innere Zufriedenheit, die ich u.a. auch durch die Tätigkeit als darstellender Künstler erfahren darf. Ich möchte alle Menschen ermuntern, auf ihre innere Stimme zu hören, die ihnen sagt, was gut für sie ist. Es ist niemals zu spät, einen Neuanfang zu machen, in ein zufriedenes Leben zu starten. Ich werde zwar nicht reich an materiellen Gütern, aber reich beschenkt mit positiver Energie. Denn die Freude, die ich gebe kommt zu mir zurück.

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