Drehbericht: Von Noer bis Schaubude – Arne Berner über seinen neuen Kurzfilm

Letzte Woche drehte Arne Berner seinen ersten Kurzfilm in Kiel. Der Schauspielstudent erkundet darin die dunklen Seiten seiner Hauptfigur Chris. Mit dabei viele bekannte Gesichter aus der Kieler Filmszene.

 

Das Interview führte Jessica Dahlke

 

Du hast deinen ersten Film gedreht. Worum geht es?

Arne Berner: Es geht um Chris, der versucht vor den Schatten seiner Vergangenheit zu fliehen. Er hat eine kleine Schwester, die er jede Woche vom Ballett abholt. Das Problem ist, dass sie mit seinem Stiefvater Rüdiger in einem Haus lebt. Zwischen den beiden gibt es Spannungen, die nicht näher benannt werden. Seine Schwester Elisabeth ist jedoch sein einziger Halt. Chris nimmt Drogen, um sich abzulenken. Und genau diese Drogen führen ihn schließlich zu seinem Stiefvater und dazu, dass der Konflikt offen ausbricht.

 

Wie bist du an deinen Stoff herangegangen? Warum diese Geschichte?

Es hat sich sehr organisch entwickelt. Eigentlich sollte der Film ursprünglich ein Showreel mit einigen zusammengesetzten Sequenzen sein, aber ich habe schnell gemerkt, dass das für mich nicht nur ein Showreel ist. Als die Person, für die das Showreel geplant war, dann abgesprungen ist, hat es sich zu meinem kleinen Baby entwickelt. Ich habe das Drehbuch sehr viel Leuten geschickt und mir Kritik eingeholt. Es ist locker durch 15 Versionen gegangen. Daraus hat sich ein Prozess entwickelt, der nicht forciert war, sondern wirklich aus der Situation heraus entstanden ist.

 

Das heißt also, dass du das Drehbuch mit anderen Filmemachern reflektiert hast. Kannst du ein bisschen was über die Filmszene hier in Kiel erzählen?

Ganz klar. Ich hätte nicht einmal einen Anfang gefunden, wenn das hier nicht alles so toll vernetzt und so leidenschaftlich wäre. Dadurch, dass wirklich jeder mit angepackt und jeder eine Kritik gegeben hat, mit der man etwas anfangen konnte, die Leute einfach Lust hatten zu filmen und insgesamt so eine Welle positiver Energie rüberkam, konnte das Ganze erst zustande kommen. Es ist dadurch viel besser geworden, als ich es mir vorgestellt habe.

 

Das ist dein erster Film, d.h. dass du irgendwo herkommst. Was machst du im normalen Leben?

Ich mache gerade eine Ausbildung zum Schauspieler an der Schule für Schauspiel Kiel. Ich werde in zwei Jahren meine Bühnenreife machen und werde mich bis dahin auch viel mit der Arbeit hinter der Kamera beschäftigen.

 

Ist es dein Ziel Schauspieler zu werden, oder willst du irgendwann mit deiner Schauspielerfahrung Richtung Regie gehen?

Ich bin da ganz pragmatisch. Ich denke, alles was dafür sorgt, dass ich meine Miete bezahlen kann, nehme ich gerne an. Ich denke auch, dass wenn man Schauspiel machen will, man sich nicht nur auf Schauspiel versteifen sollte. Ich lasse mich zum Beispiel auch Richtung Sprecher ausbilden, dann Theaterschauspiel, Filmschauspiel und jetzt versuch ich eben auch viel mit der Kamera zu machen. Im Moment ist es so, dass Film für mich eine gigantische Leidenschaft ist, weil jede freie Minute für Film oder Filmrelevantes draufgeht.

 

 

 

 

 

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