Die NDR Nordstory – „Großes Kino zwischen den Meeren“ – Eine Rezension

Der NDR widmete vergangenen Freitag, den 29.06. in seiner „Nordstory“ einen ganzen Beitrag der Filmszene in Schleswig-Holstein. Unter dem Titel „ Großes Kino zwischen den Meeren“ stellt uns die Sendung drei Phänomene der Filmszene vor. Einblicke in die Produktion der „Deichbullen“ bis zu einem Freilichtkino on tour und der spannenden Arbeit als Location-Scout.

Ein Bericht von Merle Doelle

Die Deichbullen

Die Krimi-Serie des Kieler Filmemachers Michael Söth über zwei Hamburger Polizisten, die ins kleine Dörfchen Kolmar versetzt werden.
„Die Deichbullen gehören zu Kolmar, wie der Deich und die Elbe.“ (Marion Krause)
„Jeder Cent ist wichtig“, sagt Söth über die Produktion und somit ist bei dem Low-Budget Projekt vor Allem Improvisation und Einfallsreichtum gefragt. Nicht nur wenn mal wieder das Wetter nicht mitspielt, sondern auch wenn es gilt, bestimmte Requisiten zu beschaffen. Am Ende eines jeden Drehtages gibt es kein Problem, für das es keine Lösung gibt. Auch Söth spielt dabei mehrere wichtige Rollen- als Filmemacher, Produzent, Drehbuchautor und Regisseur, jedoch hauptsächlich hinter der Kamera.
Doch all die Mühen der 12 köpfigen Crew haben sich am Ende gelohnt und jetzt punktet die Web-Serie mit ihrem typisch norddeutschen Humor sogar auf Netflix.

 

Die Vier vom Frelichtkino

Sechs Wochen mit Leinwand und Projektor durch Schleswig-Holstein. Die Ehepaare Turowski und Fiebig vom „Filmclub Burgtheater Ratzeburg“ und dem Kino in Mölln fahren im Sommer 12 Spielorte an, um die Leute fürs Open-Air Kino zu begeistern. Das Herz des Freilichtkinos ist hier eindeutig der große Projektor, aber natürlich auch die 36 Quadratmeter große Leinwand. Diese schwimmt, wie am Ratzeburger See, auch gerne mal mitten auf dem Wasser. Für den Komfort sorgen die Gäste selbst, in dem sie ihre eigenen Stühle mitbringen. Manchmal sitzen die Zuschauer allerdings im Regen, denn auch hier ist das schnell umschlagende Wetter des rauen Nordens der größte Feind der Veranstaltung. Aber das hält weder „die vier vom Feilichtkino“, noch die im Schnitt 200 Gäste davon ab, „Großes Kino“ mit renommierten Kinofilmen und teils Vorpremieren unter freiem Himmel zu genießen.

 

Traumberuf Location-Scout

Karin Verbeek aus Hamburg fährt täglich hunderte Kilometer durchs Land um passende Drehorte für Film und Fernsehen zu finden.
„Unbekannte Orte ins Kino bringen“, ist was Karin Verbeek am Laufen hält. Die „nordstory“ belgeitet sie dabei, wie sie einen geeigneten Campingplatz und eine Kiesgrube am Salemer See für einen Verfolgungsfilm besichtigt, fotografiert und dokumentiert. Hierbei ist es nicht nur wichtig, die Besitzer von der Location als möglichen Drehort zu überzeugen. Es ist ebenfalls wichtig, der Produktionsfirma den Drehort schmackhaft zu machen.
„Man muss filmisch sehen und in Bildern denken“, sagt Verbeek über ihren Job. Der Druck für gute Ergebnisse ist groß und man muss auch Enttäuschungen wegstecken können. Aber sie hat auch schon u.a. für „Tatort“ unscheinbare Orte sichtbar gemacht. Dank ihr ist durch den Film „Fleisch ist mein Gemüse“ eine ganze Straße in Wilhelmsburg berühmt geworden.

Mit diesem Bericht hat der NDR deutlich bewiesen, dass Schleswig-Holstein viel mehr zu bieten hat, als nur Wasser und plattes Land, sondern auch ganz großes Kino.

Die Dokumentation findet ihr in der Mediathek des NDR.

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