Student steht auf und erlebt was

Teampräsentationen des 3. Semesters MLP der FH Kiel

Neun Kurzfilme präsentierten die Studenten des dritten Semesters Multimedia Production am 2. April im Studio-Kino. Und das Erste, was der Zuschauer lernt ist, dass Studentenfilme gerne mit dem Aufstehen am Morgen beginnen und um das studentische Leben kreisen. Große Überraschungen gab es dabei nur wenige.

9-2-5

Der Computer dringt immer weiter in unser Leben ein. Alles kann man inzwischen über das Internet nach Hause bestellen, egal ob Lebensmittel, neue Klamotten oder Spielzeug für die Kleinen. Doch es geht noch weiter. Denn auch Geräte können inzwischen über das Netz kontrolliert werden und schon heute werden vermeintliche Terroristen mit ferngesteuerten Drohnen im mittleren Osten gejagt. Das Filmteam von 9to5 hat sich um das letztere Thema viele Gedanken gemacht und einen Kurzfilm produziert, der die Jagd nach Verbrechern, die nicht mehr als kleine Flecken auf dem Bildschirm sind, wie ein Computerfilm aussehen lässt. Der schöne Wechsel zwischen Betriebsküche inklusive Kollegen-Geburtstagtorte und Tötungsvorgang am PC verdeutlicht die ethische Problematik dieser neuen Art des Krieges. Gut umgesetzt.

Frau Rose

Einem ernsten Thema widmet sich auch der Kurzfilm „Frau Rose“. Die alte Dame, gespielt von Karla Becker, möchte verreisen. Doch es geht immer wieder etwas schief. Der Zuschauer ahnt, das hier etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Ein liebevoll gemachter Film, dem man seine kleinen dramaturgischen Schwächen verzeiht.

Bericht über den Filmdreh

Gud’n

Jeder kennt das. Man wacht auf und merkt, dass man viel zu spät dran ist. An Frühstück ist nicht mehr zu denken. So ergeht es auch der Hauptfigur in Gud’n, witzig gespielt von Oeikim Kasman, der sich im Vorlesungssaal von einer Vielzahl Leckereien umgeben sieht, über die er am liebsten herfallen würde. Ein Manko ist leider das Ende des Films, das die Pointe wie ein lauer Sommerwind vergehen lässt und zeigt, dass Comedy eines der anspruchsvollsten Genres überhaupt ist. Für den trotzdem sehr unterhaltsamen Film erhielten die Macher zurecht starken Applaus.

Persona

„Persona“ (S, 1966) von Ingmar Bergman gehört zu einem der wichtigsten Filme der Filmgeschichte. Wer diesen Titel wählt, der sollte sich bewusst sein, dass der filmgebildete Zuschauer sofort an den Klassiker denkt und Reminiszenzen darauf erwartet. Doch dem ist nicht so und überhaupt bleibt von diesem Film nichts in Erinnerung außer die Idee, die falsche Identität, die jeder tagtäglich mit sich herumschleppt, mit Pappmasken zu symbolisieren. Völlig unverständlich bleibt vor allem das Ende, das die dramaturgischen Fehler noch einmal stark unterstreicht. Schade.

Tellerrand

Zwei Menschen, die unterschiedlich nicht sein könnten, gehen aufgrund ihrer Vorurteile zunächst einander vorbei. Der Kurzfilm ist geprägt von einem gähnend langen Monolog, der statt in Handlung, die Problematik in Worten ausformuliert. Dadurch verkommt dieser Film zu einem besseren Hörspiel mit Bildern. Wirklich schade.

Warteraum

Prüfungszimmer, Zahnarzt oder Verhör. Egal, auf was man wartet. Wenn es unangenehm ist, dann ist das Wartezimmer ein Vorort zur Hölle. Genauso ergeht es auch diesem Protagonisten, der beim Berühren der anderen Wartenden auch noch Visionen aus deren Leben sehen kann. Originell aufgesetzt zeigt er großes Potenzial für weitere Filme, auch wenn dieser eher Mittelmaß ist.

Wolle 30°

Bitte keine Flaschenpost. Auch wenn Kiel eine Hafenstadt ist, sollte unsere Souvenir-Folklore nicht Gegenstand eines Filmes sein, denn das wirkt schnell billig. Ansonsten glänzt dieser überaus witzige Film mit Einfallsreichtum und einer fantastischen Besetzung. Ein Mann, vermutlich Buchhalter, lernt durch Flaschenpost, die er in einer Waschmaschine findet, den sozialen Umgang mit Menschen. Sehr sehenswert.

Zwölfmal

Paul hat ein Problem. Er kann Realität und Fantasie nicht auseinanderhalten. Damit ihm das trotzdem gelingt, hat er immer einen Tischtennisball dabei. Verstehen tut man diesen Umstand leider nur, wenn man die Inhaltsangabe des Films liest. Nicht besonders originell umgesetzt ist dieser Kurzfilm schnell wieder aus dem Gedächtnis gelöscht.

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