„Wie vernetzen wir die Kieler Filmszene“ – Ein Nachbericht

Ende September traf sich die Kieler Filmszene zum 18. Mal zum Stammtisch. Nach der langen Sommerpause gab es natürlich ein großes Hallo und eine Menge zu erzählen, denn die Welt hat sich in Kiel weiter gedreht und viele neue Filmprojekte sind über die Sommermonate entstanden. Ein zunehmender Aufwind ist in der Szene zu spüren. Wo früher nur Schafe und Deiche vermutet wurden, sind junge Talente herangewachsen, die sich gegenseitig mit ihren Projekten und Visionen befruchten. Das ist auf der einen Seite großartig, auf der anderen spürt die Szene, dass sie noch immer nicht da ist, wo sie sein will.

Bericht von Jessica Dahlke

 

Ein großer Punkt ist die Vernetzung. Vermehrt kam an diesem Abend der Wunsch auf, eine zentrale Anlaufstelle zu schaffen, an der sich Leute für Filmprojekte zusammenfinden könnten – egal ob für große, professionelle Projekte oder das Erstlingswerk. Auch der Rat etablierter Filmemacher ist gefragt, doch bis auf wenige Ausnahmen ist es noch immer schwer, im Falle der Fälle einfach jemanden fragen zu können. Zudem soll die Geschwindigkeit, mit der junge Nachwuchstalente zur Szene kommen, erhöht werden, zum Beispiel direkt nach der Aufnahme eines Studiums in Kiel. Es wäre schade diese Potenziale einfach versiegen zu lassen.

 

 

Ideen schwirrten durch den Raum: Facebookgruppen, eine App, eine Kartei im Internet oder die verstärkte Nutzung von bestehenden Seiten wie crew-united. Kaweh Kordouni, Besitzer des Café Godot, versucht mit einer Schauspieler- und Filmcrew-Kartei Abhilfe zu verschaffen. Der Nachteil: Die Daten sind nicht online abrufbar.

 

 

Bei einer Online-Datenbank müssten neben der Finanzierung für die Programmierung auch datenschutzrechtliche Dinge geklärt werden. Komfortabel wäre natürlich eine Datenbank mit mobiler App, die es ermöglichen würde, auch von unterwegs aus sein Filmteam zusammenzustellen. Doch wer pflegt diese Daten und administriert das System? Eine Variante wäre auch ein System, in dem nur Filmprojekte eingestellt werden und der dazu gehörigen Bedarf an Personal. Das hätte den Vorteil, dass Profile nicht zu Karteileichen werden.

 

 

Zuletzt sprachen wir über die Arbeit und Möglichkeiten, die der Verein Kulturelle Filmförderung Schleswig-Holstein e.V. der Filmszene in Kiel bieten könnte. Das Problem: Der Verein überaltert zunehmend. Das mag vor allem an der kaum existierenden Außendarstellung liegen, die den Verein im Internet schwer auffindbar macht. Hier muss viel getan werden. Doch es lohnt sich auch für junge Filmemacher sich hier verstärkt zu engagieren und die Filmszene in ihrem Sinne mitzugestalten.

 

 

Am Ende des Abends wurde die Weiterarbeit an den angesprochenen Themen vereinbart und ein Projektteam gegründet, das hauptverantwortlich über Möglichkeiten und Initiativen beraten wird. Wer mehr tun will als reden, ist gerne eingeladen mit uns in Kontakt zu treten.

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