Geschichten aus dem Grenzland – Projekt 2020

Im kommenden Jahr feiern wir 100 Jahre Deutsch-Dänische Grenzziehung. Die FORWARD FILMPRODUKTION aus Sörup nimmt das Jubiläum zum Anlass, Menschen aus dem Grenzland ihre Geschichten erzählen zu lassen. Der erste Beitrag aus der offenen Kurzfilmreihe „Projekt 2020 – Eine Grenze. Die Menschen. Ihre Geschichten.“ ist seit Freitag auf YouTube und Facebook zu sehen. 

Eine dänische Schülerin, die sich eine deutsche Rentnerin als Wahl-Oma aussucht. Ein dänischer Landwirt, der in dem neuen Wildschweinzaun eine Herausforderung für die deutsch-dänische Zusammenarbeit sieht. Ein angehender deutscher Einzelhandelskaufmann, der seine Ausbildung grenzüberschreitend absolviert. Sie sind die ersten Protagonisten, die im Rahmen des „Projektes 2020“ ihre individuelle Geschichte aus der Grenzregion erzählen. 

Die Interviews für die nächsten Filmbeiträge sind bereits im Schnitt oder werden aktuell gedreht. „Es sind immer wieder auch ‚eckige‘ Themen dabei“, stellt Thomas Dethleffsen, Geschäftsführer von FORWARD, klar. So kommt unter anderem eine Krebspatientin zu Wort. Sie lebt kurz hinter der Grenze auf der dänischen Seite. Aufgrund einer Gesetzesänderung muss sie für ihre Strahlentherapie nun weiter ins Landesinnere fahren, statt wie bisher ins nahe gelegene Flensburg. 

Zu den weiteren Protagonisten werden u. a. ein ehemaliger Grenzpolizist, die Faustballer der deutschen Minderheit in Dänemark, die gleichzeitig in der dänischen Nationalmannschaft punkten, und ein Däne zählen, der in Flensburg unter anderem als Stadtführer arbeitet. „Wir freuen uns jederzeit auf weitere Vorschläge“, so Dethleffsen. „Mit dem Projekt wollen wir Geschichten-Schätze aus der Region heben. Es ist unser Beitrag zu dem Jubiläum, das wir mit allen Menschen feiern wollen, die in unserer Region leben oder sich für sie interessieren.“ Mindestens sieben weitere Kurzfilme mit je drei bis vier Protagonisten aus Deutschland und Dänemark sollen in den kommenden Monaten folgen. 

Der Umfang des Projektes ist nicht festgelegt, und auch zeitlich ist es nicht begrenzt. Zwar habe das Jubiläum im kommenden Jahr den Anstoß für die Eigenproduktion gegeben, aber „wir positionieren uns nicht nur im Jubiläumsjahr und hören dann wieder auf damit“, betont Dethleffsen. Gezeigt werden kleine menschliche Geschichten, aber auch Beiträge mit kontroversen Positionen zum Thema Grenze. „Wir zeigen die Bedeutung der deutsch-dänischen Grenze in unterschiedlichen Dimensionen. Von Mensch zu Mensch.“ 

Der Ablauf der ersten Dreharbeiten habe bereits einen wichtigen Aspekt an der Grenze gezeigt, berichtet Sönke Lassen: „Die Verständigung untereinander läuft völlig unkompliziert.“ Auch sonst sei die Erfahrung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit durchweg positiv. Das bisherige Fazit des Regisseurs: „Jeder ist aufgeschlossen, freundlich und hilfsbereit. Ob Deutscher oder Däne, deutsche Minderheit, dänische Minderheit, Lokalpatriot oder überzeugter Europäer.“

Die Kurzfilme sollen nicht nur über YouTube und Facebook verbreitet werden. Es ist geplant, die Filme zudem auf weiteren Online-Plattformen sowie auf Veranstaltungen im Rahmen der Feierlichkeiten zu zeigen. Ihre Protagonisten hat die Söruper Filmproduktion unter anderem über Recherche im Internet, intensive Zeitungslektüre, Empfehlungen und Facebook-Aufrufe gefunden. Thomas Dethleffsen: „Wir hoffen, dass sich unsere Idee rumspricht und sich weitere Menschen bei uns melden, die ihre Geschichte erzählen möchten.“

Nach einer Pressemitteilung der Forward Filmproduktion


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