Kieler Woche der Kinos – Altes Kino, Neues Kino

Die Kieler Woche der Kinos startet in die vierte Ausgabe. Vom 3. bis 8. September 2019 können Kinoliebhaber*innen und die, die es noch werden wollen, Kinoklassiker und Previews auf großer Leinwand erleben. Das Programm gewohnt gemischt mit Dokumentarfilmen, Spielfilmen und einem Stummfilmklassiker mit Live-Musik.

Schon zum vierten Mal veranstalten die Kieler Kinos eine gemeinsame Veranstaltungsreihe, die den Kieler Besucher*innen Klassiker und Filme außerhalb des üblichen Programms näher bringen will. In diesem Jahr aufgrund terminlicher Probleme des Cinemaxx und des metroKino im Schloßhof sowie dem Umbau des Hansafilmpalastes erstmals in reduzierter Besetzung. „Das soll sich aber im nächsten Jahr wieder ändern“, versichert Dennis Jahnke vom Studio Filmtheater am Dreiecksplatz, der zusammen mit Zara Zerbe (Kino in der Pumpe) und Andreas Steffens (Traum-Kino) das diesjährige Programm zusammengestellt hat.

Das Motto „Altes Kino – Neues Kino“ stellt diesmal Filmklassiker und noch nicht veröffentlichte Filme nebeneinander. Es geht ums Entdecken. „Ältere Filme kommen noch relativ selten auf die Leinwand zurück“, erklärt Andreas Steffens, „bei manchen Filmen ist es sogar schwer, sie überhaupt noch irgendwo zu sehen.“ So ist es auch mit dem sowjetischen Stummfilm „Kosmische Reise“, der zwar 1936 gedreht wurde, aber schnell wieder aus den russischen Kinos verschwand und erst 1980 wiederentdeckt wurde. In Deutschland ist der Film erst seit 2010 bekannt. „Man kann hier also schon von einer kleinen Kinorarität sprechen“, sagt Zara Zerbe. Live am Klavier begleitet wird der Stummfilm von Willem Strank, der regelmäßig Stummfilmevents im Kino in der Pumpe veranstaltet.

Der Programmschwerpunkt Neues Kino wird vor allem von Previews bestritten, also Filmen, die noch keine Premiere hatten. Dabei soll es auch politisch sein dürfen. Hochaktuell ist der Dokumentarfilm „Driving Europe“, der Europa einer Bestandsaufnahme unterzieht. Um Freiheit und Selbstbestimmung geht es im Spielfilm „The White Crow“, die Geschichte eines sowjetischen Balletttänzers, der nach einer Aufführung im Westen bleiben will. Auf eine Überraschungspremiere darf sich das Publikum dann am 7.09.2019 im Traum-Kino freuen.

Driving Europe

Das Programm

Driving Europe (D 2019) – 03.09.2019

Mit dem Gefühl Europa driftet auseinander, begeben sich Ina, Felix und Tim auf eine außergewöhnliche Reise. Sie verlegen ihre Hamburger WG in einen selbstausgebauten Van. Ihr Ziel: In jedem EU-Land mit den unterschiedlichsten Menschen über deren Hoffnungen und Ängste hinsichtlich der Europäischen Union zu sprechen. Entstanden ist eine Dokumentation mit überraschenden Ideen für eine gemeinsame Zukunft und emotionalen Einblicken in die Gedankenwelt der Menschen – zusammen mit atemberaubenden Naturaufnahmen.

Dokumentarfilm mit anschließendem Filmgespräch mit den Filmemachern

D 2019. 90 Min. FSK 0. R: Felix Hartge, Ina Bierfreund, Tim Noetzel.

Dienstag, 03.09., 20:30 Uhr, Studio Filmtheater am Dreiecksplatz

Harold und Maude (USA 1971) – 04.09.2019

Liebesfilm, schwarze Komödie. Ein lebensmüder junger Mann und eine lebenslustige Oma treffen sich. Liebesfilm und schwarze Komödie, ein Kultfilm für Nonkonformisten. Deutsche Sprachfassung.

US 1971. 91 Min. FSK 12. R: Hal Ashby. Mit Bud Cort, Ruth Gordon. Musik: Cat Stevens

Mittwoch, 04.09., 20:00 Uhr, Traum-Kino

Harold und Maude

LOLA rennt (D 1998) – 05.09.2019

Thriller, Drama. Manni hat Schulden und das nicht zu knapp. 100.000 DM schuldet der kleine Kurier seinem Oberhehler. Wenn er nicht bezahlt, geht’s ihm an den Kragen. Mannis Freundin Lola hat noch 20 Minuten, um das Geld von der Bank zu holen – 20 Minuten bis Mannis Auftraggeber erscheint. 20 Minuten, die über das Leben ihres Freundes entscheiden. Also rennt Lola los…

D 1998. 81 Min. FSK 12. R: Tom Tykwer. Mit Franka Potente, Moritz Bleibtreu

Donnerstag, 05.09., 20:30 Uhr, Studio Filmtheater am Dreiecksplatz

Nurejew – The White Crow (GB 2019) – 06.09.2019

Biopic, Drama. Beruhend auf wahren Ereignissen erzählt Regisseur und Darsteller Ralph Fiennes in die Geschichte des legendären sowjetischen Ballettstars Rudolf Nurejew, der die Welt 1961 mit seiner Flucht nach Frankreich verblüffte. Die Rolle Nurejew interpretiert eindrucksvoll der ukrainische Weltklasse-Balletttänzer Oleg Ivenko.
Paris in den 1960er Jahren: Der Kalte Krieg befindet sich auf seinem Höhepunkt und die Sowjetunion schickt ihre beste Tanzkompanie in den Westen, um ihre künstlerische Stärke zu demonstrieren. Das Leningrader Kirow-Ballett begeistert die Pariser Zuschauer, aber ein Mann sorgt für die Sensation: der virtuose junge Tänzer Rudolf Nurejew. Attraktiv, rebellisch und neugierig, lässt er sich vom kulturellen Leben der Stadt mitreißen. Begleitet von der schönen Chilenin Clara Saint streift er durch die Museen und Jazz-Clubs der Stadt, sehr zum Missfallen der KGB-Spione, die ihm folgen. Doch Nurejew genießt den Geschmack der Freiheit und beschließt in Frankreich politisches Asyl zu beantragen. Ein höchst riskantes Katz- und Mausspiel mit dem sowjetischen Geheimdienst beginnt.

GB 2019. 122 Min. FSK 6. R: Ralph Fiennes. Mit Oleg Ivenko, Ralph Fiennes

Freitag, 06.09., 20:30 Uhr, Kino in der Pumpe

Kosmische Reise

Überraschungs-Premiere – 07.09.2019

Überraschungsvorpremiere eines ganz neuen Films vor dem Bundesstart!

Samstag, 07.09., 20:00 Uhr, Traum-Kino

Kosmische Reise (UdSSR 1936) – 08.09.2019

Science-Fiction. Moskau 1946: Der betagte Professor Sedych leitet ein Raumfahrtprogramm, deren Ziel eine Mondlandung ist. Der junge Professor Karin zweifelt an den Fähigkeiten des alten Wissenschaftlers. Die ersten Raketen-Starts scheitern scheinbar, doch dann gelingt die Mondlandung und die Raumfahrer müssen Abenteuer meistern. „Kosmische Reise“ ist der letzte sowjetische Stummfilm.

Am Klavier Willem Strank

UdSSR 1936. 70 Min. FSK n.A. . R: Vasilij Zuravlev. Stummfilm

Sonntag, 08.09., 20:30 Uhr, Kino in der Pumpe

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