Labyrinth | Kurzfilmdreh

Vom 7. bis 9. August 2014 drehte Johannes Karstens seinen neuen Kurzfilm „Labyrinth“ in Kiel. Für den angehenden Kameramann war es der erste Film in der Rolle des Regisseurs. Eine ganz andere Art des Arbeitens und eine tolle Erfahrung, wie er filmszene-sh.de im nachfolgenden Interview verrät.

Wie waren die Dreharbeiten?

Sehr angenehm. Wir haben mit einem kleinen Team an verschiedenen Orten in Kiel gedreht, unter anderem in der Gaststätte Blücher, eine wirklich großartige Location, und im Sechseckbau (Studentenwerk SH, Anm. d. Red.) an der Uni Kiel. Außer einem kleinen Regenschauer hat alles geklappt und nach der ersten Durchsicht des Materials bin ich sehr zufrieden.

Worum geht es in Labyrinth?

Es ist die Geschichte von Alicia, gespielt von Eva Charlotte Koschinsky, die uns im Film ihre Innenwelt offenbart. Ihre Vorstellungen von Liebe, die eigene Beziehung zu Patrick (Christian Ramcke) und die als Störfaktor der perfekten Beziehung auftretende Jenny (Jana Ulrika Peinelt) spielen dabei eine tragende Rolle.

In diesem Film hast du das erste Mal Regie geführt, wie waren deine Erfahrungen?

Ja stimmt, normalerweise bin ich im Kamera-Department zu Hause. Das hat diesmal Torben Sachert übernommen. Wenn man Regie führt, nimmt man einen ganz anderen Blickwinkel zum Film ein. Als Kameramann hat man die Aufgabe die Bilder zu gestalten. Als Regisseur arbeitet man dagegen viel intensiver mit den Schauspielern. Das hat mich an der Aufgabe gereizt. Ich möchte an dieser Stelle einen großen Dank an meine Regieassistentin Alexandra Eck aussprechen. Sie hat schon bei vielen Filmen Regieassistenz gemacht und ihre Erfahrung hat mir den Einstieg mehr als erleichtert. Auch die Arbeit mit Torben war großartig. Überhaupt, das ganze Team.

Wie arbeitet es sich mit einem Kameramann wie Torben Sachert, der seit Jahren im Filmgeschäft tätig ist?

Sehr angenehm. Wir kennen uns schon seit einigen Jahren und haben ähnliche Vorstellungen davon, wie ein Film funktioniert und aussehen muss. Vorher haben wir im gleichen Department zusammen gearbeitet, da war diese Rollenverteilung als Kameramann und Regisseur natürlich neu für uns. Zwischen uns besteht ein großes Vertrauensverhältnis, so ist es auch möglich, über Einstellungen zu diskutieren, wenn man verschiedener Meinungen ist.

Du hast bewusst nur mit einem kleinen Team gearbeitet. Warum?

Die Story des Films ist sehr intim und ich wollte für die Schauspieler die richtige Atmosphäre am Set erzeugen, damit sie sich ganz auf ihre Rolle einlassen können. Außerdem finde ich die Arbeit in kleinen Teams sehr angenehm.

Das Drehbuch stammt von dir. Wie lange hast du daran gearbeitet?

Den ersten Entwurf habe ich in einer Nacht geschrieben. Danach begann die Überarbeitungsphase, die ein halbes Jahr dauerte und in der sich langsam der endgültige Film herausbildete. Es nützt kein schöner Text, wenn man den nicht in Bildern erzählen kann. Auch die Arbeit mit den Schauspielern und an der Auflösung des Films modifiziert das Drehbuch mehrfach bis es schließlich drehreif ist.

Wann wird der Film fertig sein?

Ich denke, so Mitte bis Ende September wird er hier in Kiel Premiere haben. Danach würde ich ihn gerne bei Filmfestivals einreichen und hoffe, dass er auch hier in Kiel bei diversen Veranstaltungen laufen wird.

Zum Schluss würde ich mich gern noch einmal herzlich bei Thomas Plöger vom Studentenwerk und bei Kostja Eulitz, dem Besitzer des Blüchers, für die Bereitstellung der Drehorte bedanken.

Das Interview führte Jessica Dahlke

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