memoria – ein Hauch von Armenien im Studio Filmtheater Kiel

Am 17.09.2019 feierte memoria der Filmemacherin Laura Carlotta Cordt von der Muthesius Kunsthochschule im Studio Filmtheater Premiere. Der Film ist eine essayistische Dokumentation über den Filmemacher Gor Magaryan. Ein Erzählung  über Heimat, Zukunft und Erinnerungen an Armenien.

Ein Bericht von Merle Dölle

memoria ist im Rahmen einer Masterarbeit an der Muthesius Kunsthochschule entstanden, in enger Zusammenarbeit mit dem Filmemacher Gor Magaryan. Der Film blickt zurück auf das Geburtsland des Protagonisten: Armenien. Auf die politische Situation und das gesellschaftliche Leben. Auf seine Kindheit, den Aufbruch in eine neue Welt und seinen Weg als Künstler. Er blickt aber auch nach vorne. 

Auf sein Leben in der neuen Heimat Kiel und seine Vorstellungen von einer Zukunft in Deutschland.  Das Bildmaterial aus Jerewan wird ergänzt durch analoges Material aus Kiel, das von Magaryan selbst stammt. Seine Stimme führt den Zuschauer durch den Film. Fremde Musik und Klänge lassen die Bilder für sich sprechen.

Memoria und die Kunst des Essayfilms

Eine essayisitsche Dokumentation ist eine experimentelle Filmform zwischen Dokumentation und Spielfilm. Hierbei greift der Regisseur eine subjektive Betrachtungsweise auf.

Das Zusammenspiel von Bild und Ton in memoria gewährt tiefe Einblicke in die Gefühls- und Gedankenwelt Magaryans. Es wirkt wie eine Erzählung, fast schon wie ein Märchen mit einem dokumentativen Hintergrund. Im Film scheint die Grenze von Erzählung und Dokumentation zu verschwimmen.

Manche Sequenzen des Filmes erinnern an Tagträumerei oder so, als könnte man direkt in den Kopf des Protagonisten hineingucken. Zugleich berichtet er in anderen Szenen detailliert von seinem Leben und seinen Eindrücken. Weit entfernt von einer klassischen Dokumentation und dennoch aufschlussreich und informativ.

Kein klassischer Spielfilm, der dennoch eine Geschichte erzählt und Emotionen weckt. Eine gelungene Arbeit von Laura Carlotta Cordt und ein tiefer Einblick in eine fremde Welt.

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