Die norddeutsche (Film-) Jugend von Heute

Es gibt sie und zwar genau hier in Schleswig-Holstein. Filmbegeisterte Jugendliche, die mehr machen, als bloß die ewig gleichen Schulprojekte oder Dokumentationen über Schafe und das Wattenmeer. Die Jugendlichen von moinmoin movies haben sich zwei Leitsätze ganz groß auf die Fahnen geschrieben: „Spaß haben und die eigene Kreativität fließen lassen“. Wie das genau aussieht, wird auf dem Blog „moinmoin-movies.blogspot.de“ dokumentiert. Die 15- bis 19-Jährigen halten ihre Filmprojekte überwiegend in Form von Filmtagebüchern fest und ermöglichen somit einen Blick hinter die Kulissen.

Wie alles seinen Lauf genommen hat und wer genau hinter moinmoin movies steckt, verrät uns der 18-jährige Merlin Slamanig.

filmszene-sh.de: Wie bist du zum Filmemachen gekommen?

Merlin: Vor etwa zehn Jahren habe ich meine erste Digitalkamera geschenkt bekommen und war fasziniert davon, dass ich durch die Stopmotion-Technik meinen Legofiguren Leben einhauchen konnte. Danach habe ich mit meinem Bruder Marek (15) und unserem gemeinsamen Freund Jendrik (17) immer häufiger kleine Filmchen gemacht, von grottig schlecht bis gerade ansehbar. Später widmete ich mich ein wenig dem Dokumentarfilm und habe gleichzeitig angefangen, beim Offenen Kanal Kiel Seminare und Ferienworkshops zu besuchen. Im Jugend-Medien-Camp letztes Jahr lernte ich die Prinzipien des Szenischen Films kennen und so kam es zum ersten größeren Projekt.

filmszene-sh.de: Und das war der Grundstein für moinmoin movies?

Merlin: Ja so kann man es sagen. Noch berauscht vom Camp drehten Jendrik und ich einen ersten, eigenen Film „Breakdown“. Da uns die Qualität nicht überzeugte, wollten wir es noch einmal machen, diesmal aber besser. So suchte ich in meinem Freundeskreis nach Mitstreitern für diese Fortsetzung. Im Dezember fingen auch schon die ersten Drehtage (nachts) an. Neben der Größe des Teams, wuchsen auch unsere Fähigkeiten. Nach diesem Dreh stand fest: Wir wollen weitermachen und legten uns den Namen moinmoin movies zu.

Bei moinmoin movies gilt das Prinzip Do-It-Yourself

filmszene-sh.de: Was genau ist nun moinmoin movies?

Merlin: Wir sind kein Verein und schon gar keine Firma, einfach nur eine Zusammenkunft aus film- und schauspielbegeisterten Schülern von bisher drei verschiedenen Schulen. Alles passiert in der Freizeit und ist zu unserer Leidenschaft geworden.

filmszene-sh.de: Wer ist bei euch der „Chef“?

Merlin: Bei uns funktioniert vieles aus sich selbst heraus. Ich werde oft als Antreiber oder Ansprechpartner angesehen, da der Blog sowie die anderen Social Media Kanäle von mir administriert wird. Aber bei uns übernimmt jeder die Aufgabe, die er oder sie gerne ausüben möchte und daher steht Teamarbeit im Vordergrund. Nur durch die Ergänzung unserer individuellen Fähigkeiten sind wir in der Lage, unsere Projekte durchzuziehen. Einen Chef gibt es also nicht.

filmszene-sh.de: Technik kostet bekanntlich viel Geld. Wie finanziert ihr das?

Merlin: Jeder von uns steuert das bei, was er privat an Technik besitzt. Aber wir haben auch eine „Do it yourself“-Ausstattung, zu der ein Kamerakran, ein Dolly auf Schienen und Tageslichtscheinwerfer gehören.

Szene aus dem jüngsten Projekt „Verrannt“

filmszene-sh.de: Was sind die nächsten Projekte?

Merlin: In den Sommerferien stehen zwei Kurzfilme an und ein Imagefilm für den Musikzug Plön.

filmszene-sh.de: Wie kann man sich bei euch aktiv beteiligen?

Merlin: Mitmachen kann bei uns quasi jeder, der – so wie wir – filmbegeistert ist und seine Fähigkeiten ins Team mit einbringen will. Egal, ob als Blogger, Kameramann oder als Helfer hinter den Kulissen.

Zu den jüngsten Projekten von moinmoin movies gehört der Kurzfilm „Verrannt“, der im Rahmen des „Nur-48-Stunden“-Filmwettbewerbs entstanden ist. Die gesamte Entwicklung des Films von der Idee bis zur Postproduktion ist auf dem Blog moinmoin movies nachzulesen.

Du hast ein Filmprojekt, von dem Du uns erzählen willst? Du kommst aus Schleswig-Holstein oder arbeitest zur Zeit im nördlichsten Bundesland Deutschlands an einem Film. Dann schreib uns eine Mail an info[at]filmszene-sh[dot]de

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