Moritz Boll über seinen Kurzfilm ABGETAUCHT

Diesen Sommer drehte Filmemacher Moritz Boll seinen neuen Kurzfilm „Abgetaucht“ im schönen Ditmarschen. Das Projekt wurde von der Filmwerkstatt Kiel unterstützt. Wir haben mit Moritz über das Drehen mit Kindern, Teamarbeit und Lagerfeuerromantik gesprochen.

 

Hallo Moritz, ihr habt gerade die Dreharbeiten zu eurem neuen Kurzfilm abgeschlossen. Wo habt ihr gedreht?

Wir haben mit dem ganzen Team auf dem Forellenhof Riesewohld in Dithmarschen gewohnt, weil wir auf dem Gelände unser Set eingerichtet hatten. Das war besonders schön, weil nach Drehschluss das Lagerfeuer angemacht wurde und später alle Mitwirkenden gleich glücklich ins Bett fallen konnten.

 


Wie lief’s?
Super! Wir hatten eine ganz wunderbare, intensive, lustige Zeit. Unsere Hauptdarstellerin ist gerade erst 7 geworden und deshalb haben wir ihre Eltern und ihren kleinen Bruder ebenfalls auf dem Hof untergebracht. Marko Gebbert, unser Hauptdarsteller, hatte dazu Sohn und Tochter mit dabei und so gab es viele Kinder am Set, viel Trubel, witzige Situationen, „Räuber und Gendarme“-Spiele in den Pausen und – für uns – erkenntnisreiche Einblicke in den Wahnsinn der Kindeserziehung. Aber gearbeitet haben wir natürlich auch und das sehr erfolgreich! Wir haben uns alle so toll verstanden, dass wir sehr traurig waren, als die letzte Klappe geschlagen wurde.

 


Worum geht es in deiner Geschichte?
Vater und Tochter sind im Wald. Im Wohnwagen. Abenteuer-Urlaub, Idylle. Aber die kleine Marie vermisst ihre Mutter.
Wenn es uns gelingt, wird das ein spannender, berührender Kurzfilm über einen ganz besonderen Ausflug von Vater und Tochter.
Wie war das Drehen mit einem Kind?
Viel einfacher als erwartet! Unsere Ghisele ist einfach ein Wunderkind! Sie hat das ganz toll gemacht. Wir haben extra kürzere Drehzeiten eingeplant und zum ersten Mal mit zwei Kameras gleichzeitig gedreht, um Takes zu sparen. Das hat sich als eine praktische Arbeitsweise herausgestellt. „Ghighi“ und Marko hatten dadurch die Möglichkeit, in jedem Take eine andere Spielweise auszuprobieren, ohne auf Anschlüsse und Körperhaltung zu achten. Wir haben Ghighi nicht verraten, worum es im Film geht, und die Szenen chronologisch gedreht. So hatte sie die Möglichkeit, genau wie ihre Figur, überrascht auf Wendungen zu reagieren.

 


Was war anders als bei „Elise“?
Die Kürze! Während wir an „Elise“ fast zwei Jahre gearbeitet haben, war dieser Kurzfilm nach einer Woche Drehzeit im Kasten. Ein komisches Gefühl! Wir hatten ja vorher nur einen einzigen Kurzfilm gedreht und damals waren wir 12 Jahre alt. Wir haben das aber sehr genossen, weil die Planung natürlich einfacher ist und der Prozess durch die Verkürzung intensiver. Bei diesem Kurzfilm habe ich nur Regie geführt und die Kamera an Björn Kurtenbach und Konstantin Tanner abgegeben. Das war super und hat es sehr erleichtert, das Wesentliche im Blick zu behalten.

 

Ihr seid von der Filmwerkstatt Kiel gefördert worden.
Ja! Ohne die Förderung hätten wir den Film nicht drehen können. Obwohl alle Crewmitglieder nur eine kleine Gage bekommen und wir von vielen Seiten unterstützt werden, müssen die klassischen Posten einer Produktion natürlich irgendwie bezahlt werden: Fahrzeuge, Equipment, Verpflegung und später die Postproduktion. Wir haben uns deshalb riesig über die Förderung gefreut!

 


Wie hat sich das auf eure Arbeit ausgewirkt?
Für uns hieß das konkret: 2 Kameras, ein vernünftiger Regie-Monitor, der beide Kamerasignale nebeneinander anzeigt, ein besseres Tonaufnahmegerät und die Aufteilung in Tonmischer und -angler am Set, mehr Zeit, die gemeinsame Unterkunft und unsere geliebten Funkgeräte durften natürlich auch nicht fehlen – der Forellenhof Riesewohld ist nämlich über 4 Hektar groß.
Wie geht es bei dir weiter?
Ich freue mich jetzt sehr auf den Schnitt! Geplant ist die Fertigstellung für Ende des Jahres. Wir haben außerdem noch einige Aufträge, u.a. werden wir für die PSD-Bank einen Kinospot mit einem Flugzeug drehen. Sehr aufregend!
Viel Erfolg dabei!
Vielen Dank!

Mehr über Moritz Boll

Schreibe einen Kommentar