Moritz Boll über seinen neuen Film „Elise“

Moritz Boll ist eines der vielen jungen Ausnahmetalente in der Filmszene Schleswig-Holstein. Aktuell arbeitet er an seinem neuen Spielfilm, der Anfang 2016 Premiere feiern wird. Wir haben mit ihm über die Dreharbeiten von „Elise“ gesprochen und seine Zusammenarbeit mit Schauspieler Michael Mendl.

 

Bericht von Jessica Dahlke

 

Hallo Moritz, dein Film „Elise“ ist fast fertig. Wie waren die Dreharbeiten?

Großartig, anstrengend, aufregend, wunderschön, lehrreich, wahnsinnig, warm, kalt. (Letzteres besonders für unsere tapferen Darstellerinnen, die in einem Swimmingpool mit 10° so tun mussten, als wäre Sommer..) Und insgesamt: eine ganz tolle Zeit! Unsere ersten beiden Drehwochen haben wir in Dänemark verbracht, wo wir die Außenaufnahmen für den Roadtrip-Teil des Films aufgenommen haben. Das hat großen Spaß gemacht und uns zu einem wunderbar funktionierenden, sehr engem Team zusammengeschweißt. Ich bin sehr dankbar, dass das alles so gekommen ist. Jeder Dreh war neu und aufregend, denn Elise ist unser bisher größtes Projekt. Die Landschaft und die menschenleere Gegend in einem benachbarten Militärgebiet haben uns sehr viel Freiheit in der Gestaltung gegeben und weil alle zusammengewohnt haben, gab es wenig zu disponieren. Das einzige, worauf man achten musste, war die Sonne, die irgendwann untergeht.

 

 

 

Das waren die ersten beiden Drehwochen. Wie ging es dann weiter?

Genau, es folgte ein kurzer Block in Kiel und zum Ende des letzten Jahres haben wir dann zwei Wochen in der Nähe von Schleswig gedreht, mit dem bekannten Schauspieler Michael Mendl. Das war für uns alle eine wahnsinnige Bereicherung – und auch eine große Herausforderung. Michael ist ein erstklassiger Darsteller, von dem ich ganz viel gelernt habe. Mich hat es sehr gerührt, dass er in seinem Drehbuch jeden freien Platz mit Notizen und Ideen zum Film beschrieben hat. Er hat sich wirklich voll auf uns und das Projekt eingelassen und keinen Unterschied zu den großen Produktionen gemacht, bei denen er normalerweise spielt. Das hat uns sehr gefreut, aber auch große Anstrengungen gekostet.

 

Wie kam es dazu, dass Schauspieler Michael Mendl eine Rolle übernommen hat?

Beim Schreiben der Rolle „Dorsday Uckhaus“ hatten wir uns schon einen Mann vorgestellt, der Charme und Charakterstärke ausstrahlt und Michael passte deshalb perfekt. Ich habe das Drehbuch an seine Agentur geschickt und einen Freudentanz durch‘s Zimmer gemacht, als er sich daraufhin meldete. Er ist dabei, aber in dem eigentlich geplanten Zeitraum hatte er andere Drehs. Das ist der Grund, warum wir die Drehzeit aufgeteilt haben. Im Nachhinein bin ich ganz froh darüber, weil wir in der Zwischenzeit (3 Monate) schon anfangen konnten zu schneiden und so auch über den einen oder anderen Fehler gestolpert sind, den wir im letzten Block beheben konnten.

 

 

 

Worum geht es in dem Film?

Elise (Maren Kraus) ist 19 Jahre alt und hat gerade ihr Abitur bestanden. Das Gefühl der grenzenlosen Freiheit wird schnell von den großen Fragen überschattet: Was mache ich jetzt? Was für ein Leben möchte ich führen? Was sind eigentlich meine Ziele und Wünsche? Auf der Geburtstagsfeier ihres Vaters lernt sie Dorsday Uckhaus kennen. Uckhaus, gespielt von Michael Mendl, ist ein Freigeist, ein wohlhabender Künstler, der Elise und ihre Freundin Maria (Carolin Dietrich) auf die Idee bringt, einen Roadtrip zu seinem Ferienhaus im Norden Dänemarks zu unternehmen. Beide machen sich auf den Weg und erleben eine ereignisreiche Reise. Als sie bei Uckhaus ankommen, wird Elises Verhältnis zu dem alten Künstler schließlich besonders spannend: Er macht ihr den Vorschlag, sie nackt zu porträtieren.

 

 

 

Was waren die Highlights des Drehs?

Da gab es viele! Die unbeschwerte Zeit in Dänemark, der erste Dreh mit Michael, der Graben, die Szene mit Marko Gebbert und Claudia Friebel im Toni’s, das Drehen auf einem Segelschiff – das dank Reisetabletten zum Glück zu einem Highlight wurde. Insgesamt einfach das tolle Gefühl, als Team etwas Besonderes auf die Beine zu stellen.

 

Und die größten Herausforderungen?

Herausforderungen gab es neben dem normalen Wahnsinn – Zeit-, Equipment- und Geldsorgen – auch eine Menge! Wir haben zum Beispiel für eine Szene, die auf einer Landstraße spielt, einen Drehort mit Polizei und Ordnungsamt genau abgesteckt und als wir zwei Wochen später zum Drehen kamen, hatte es einen Rohrbruch gegeben und die ganze Straße war aufgerissen. Wir sind dann wie die Irren durch die Gegend gefahren, um noch
schnell einen Ersatzort zu finden. Da waren wir eigentlich schon k.o. bevor es überhaupt losging!

 

 

 

Wann werdet ihr Premiere feiern?

Anfang des nächsten Jahres. Das genaue Datum werden wir auf unserer Website www.moritzbollfilms.de und auf der facebook-Seite dann stündlich posten!

 

Wie bist du zum Filmemachen gekommen?

Durch Lego. Ich hab mit zehn Jahren begonnen, kleine (und furchtbar schlechte!) Stop-Motion-Filme zu drehen und zwei Jahre später habe ich dann meinen Kumpel Jan Jekal kennen gelernt, mit dem ich 2007 unseren ersten Kurzfilm Wrong gedreht habe. Der wurde durch viele glückliche Zufälle im Cinemaxx in Kiel aufgeführt. Das war so ein tolles Erlebnis, dass wir uns dachten, das kann nicht der Letzte gewesen sein! Das Drehbuch zu Elise haben wir auch zusammen geschrieben.

 

Wenn man auf deiner Homepage ist, bemerkt man auffällig viele größere Firmen, für die du schon gearbeitet hast. Wie hast du es geschafft, dir mit deinen jungen Jahren schon so eine Reputation aufzubauen?

Vielen Dank! Ich habe angefangen, Imagefilme oder Veranstaltungsfilme für kleinere Unternehmen zu drehen, um Erfahrungen und natürlich auch die nötige Finanzierung für meine größeren Projekte zu sammeln und dabei immer versucht, etwas Besonderes aus den Filmen zu machen. Ich wollte einen jungen Blick auf das Produkt oder das Unternehmen werfen und den Projekten eine möglichst hohe Professionalität geben. Das hat sich wohl herumgesprochen und so wurden die Auftraggeber immer größer. Vor einigen Jahren habe ich dafür ein Kleingewerbe angemeldet.

 

 

 

Was hast du in näherer Zukunft geplant? Hast du schon ein neues Filmprojekt?

Im Sommer haben wir einen Kino-Spot für die PSD-Bank gedreht. Der muss geschnitten werden. Aber zu einem neuen Spielfilm habe ich mir noch keine konkreten Gedanken gemacht. Ich muss auch erstmal eine ganze Menge Schlaf nachholen 😉

Ein Gedanke zu „Moritz Boll über seinen neuen Film „Elise“

Schreibe einen Kommentar