Kunterbunter Abend im KoKi Kiel

Windhunde im Offenen Kanal Kiel, rollende Metallkugeln in der Reichskanzlei und Mc Fitti auf einem Boot. All dies und noch vieles mehr bot der Kurzfilm- und Musikvideoabend in der Pumpe. Das Programm bestand aus neun Musikvideos und sieben Kurzfilmen, von denen drei ihre Premiere feierten.

Am Samstag, den 18. Oktober präsentierte das Kommunale Kino (KoKi) eine Auswahl an Kurzfilmen und Musikvideos. Alle filmischen Beiträge wurden von den Moderatoren Eckhard Pabst, Programmverantwortlicher des KoKi, und Regisseur Kay Otto nach den Kriterien „Qualität und Lokalität“ ausgewählt.

Unter den ausgewählten Beiträgen waren die üblichen Verdächtigen aus dem diesjährigen „Nur 48 Stunden“- Filmwettbewerb wie „Mopping“ (Torben Sachert), „Spoiler“ (Oliver Boczek) und „Aground: Terra 9629“ (Kaweh Kordouni). Aber auch Werke von szenebekannten Regisseuren wie Aron Krause, Christian Mertens und Sven Sindt waren mit an Bord.

Premiere feierten an diesem Abend „One Way“ und „Gangsterbraut“ von Jan Waßmuth. „Gangsterbraut“ erzählt die Geschichte eines Pornorappers mit Potenzproblemen, der auf eine alte Dame in Endzeitstimmung trifft. „Ich habe mich bei diesem Film total tot geplant. Daher ist One Way mit viel Improvisation bei der Dialogführung entstanden“, erklärt Waßmuth. Die Schauspieler bekamen die Drehortabfolge mitgeteilt und sollten den Dialog und den Verlauf der Story improvisierend erarbeiten. Das Endergebnis könnt ihr euch auf Vimeo anschauen.

Die dritte Premiere des Abends kam mit „Akusoptisch“ von Bernd Fiedler. Die Hauptdarsteller in diesem Kurzfilm sind eine Metallkugel, Portraits von Frauen, eine Kerze und ein Bild vom Mosaiksaal in der neuen Reichskanzlei. „Ich sorge gern für Verwirrung. Meine Filme sind wie Melodien. Bei Melodien fragt doch auch keiner nach, was das soll. Hier habe ich einfach mal Film gespielt“, erklärt Fiedler. „Akusoptisch“ ist der Nachfolger von „Opakustisch“ und Teil einer Trilogie.

Auch im Musikvideobereich gab es einiges zu bestaunen. Zum 20jährigen Bandbestehen drehte die Band Selig ein neues Video zu ihrem Erfolgshit „Ohne Dich“. Diesmal nicht in luftiger Höhe sondern auf dem wunderschönen Boden in Schottland. Regie führte der Kieler Fotograf Sven Sindt. Dieser hat, gemeinsam mit Mediengestalter Heiko Landkammer, auch das Video zu Mc Fittis „Mama halblang“ gedreht. Wer Mc Fitti kennt, kennt auch seinen Hang zum Übertriebenem. Daher wurden hier nicht bloß Kräne sondern gleich Kameradrohnen eingesetzt. Für Mc Fittis Verhältnisse macht er aber wirklich „halblang“ in diesem Video.

Und zum Schluss noch eine Quizfrage: Was haben ein Pferd aus Neumünster, zwei Kinder aus Einfeld und Regisseur Kay Otto gemeinsam? Alle drei waren an dem Dreh von „Lass uns gehen“ von Revolverheld beteiligt. Gedreht wurde in Niedersachsen bei Schloss Marienburg. Die beiden Hauptdarsteller Mats Marcinkowski und Anna Marie Tapia-Leon verdanken ihr Mitwirken im Musikvideo einem Zufall. Eigentlich wurden zwei andere Kinder für den Dreh gecastet. Die beiden harmonierten jedoch so gut mit dem Pferd Goldie, dass Mats und Anna Marie die Rolle am Ende bekamen.

Alles in allem ein gelungener Abend mit viel Abwechslung.

Bericht: Olga „Gina“ Wanner

Das Programm in chronologischer Reihenfolge

Mopping (Torben Sachert und Oliver Ott)
Frittenbude // Wings (Aron Krause)
Tocotronic: Warte auf mich auf dem Grund des Swimmingpools (Aron Krause)
Spoiler (Oliver Boczek)
Labyrinth (Johannes Karstens)
Aground: Terra 9629 (Kaweh Kordouni)
Maxim: Rückspiegel (Heiko Landkammer)
Selig: Ohne Dich (Sven Sindt)
Mc Fitti: Mama halblang (Sven Sindt und Heiko Landkammer)
Akusoptisch (Bernd Fiedler)
One Way (Jan Waßmuth)
Gangsterbraut (Jan Waßmuth)
Turbostaat: Tut es doch weh (Kay Otto)
Niels Frevert: Blinken Am Horizont (Christian Mertens)
Moritz Krämer: 90 Minuten (Christian Mertens)
Revolverheld: Lass uns gehen 2014 (Kay Otto)

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