Stadt Land Meer – Open Air Kurzfilmnacht an der Kieler Uni

Am 12. Juli präsentierte uns das Studentenwerk zusammen mit dem Meeresfilmfestival „Cinemare“ eine Kurzfilmnacht unter freiem Himmel vor der Mensa der CAU.  Gezeigt wurden insgesamt 19 Kurzfilme, darunter auch Teilnehmer des 48 Stunden- Wettbewerbes.

Unter dem Motto  „Stadt Land Meer“ wurde jedes denkbare Filmgenre einmal aufgegriffen. Eine bunte Mischung aus Schwarz-Weiß-Filmen, Animation, Komödien und Horror. Für jeden Geschmack also etwas dabei. Ich möchte euch nun meine fünf Lieblinge des Abends vorstellen.

Bericht von Merle Doelle

The Not So Great Escape

1930er Jahre. Die Flucht zweier Gefängnisinsassen in einem traditionellen Eisenbahnwagon. Trotz jeder Menge Pech und Pannen scheint die Flucht zunächst gelungen. Oder doch nicht?              Ein Kurzfilm, der ganz ohne gesprochene Sprache auskommt. Torben Sachert und Olli Ott lassen die Geschichte allein durch Mimik, Gestik und Musik erzählen. Der Finalist des Kurzfilm-Wettbewerbs sorgt nicht nur für Spannung, sondern auch für einige Lacher und hält am Schluss eine schräge Pointe bereit.

 

Das H in der Suppe

„Ich wollte mindestens sieben Lacher haben und ich habe sie bekommen“, sagt Gerald Grote über seinen Film am Ende der Vorstellung. Und das zu recht, wie ich finde.

Der Werdegang von der Ideenfindung für einen Kurzfilm bis zur tatsächlichen Umsetzung; Grotes Kurzfilm knapp zusammengefasst. Dabei arbeitet er in seinem Film nicht mit bewegten Bildern. Das Grundgerüst bauen Bilder, die in kurzen Sequenzen aneinandergeschnitten seine Geschichte erzählen und dabei keinesfalls auf Ironie und Witz verzichten. Nach diesem Kurzfilm stellt sich mir die Frage, ob das „H“ in der Suppe für Humor steht oder eher für „herrlich anders“. Das ist nämlich Grotes Kurzfilm: irgendwie anders.

 

Trashman

Und noch ein weiterer Schatz aus der 48h- Filmkiste. In Jackie Gillies Kurzfilm versucht der Müllmann Peter Plastik die Welt vor der bösen „Toxic Polymera“ zu retten, die die Erde mit Plastik bevölkern will. Am Ende gelingt es jedoch Peter die „Queen of Plastik“ zu besiegen und die Welt vor der Müllkatastrophe zu retten.

Ein Wunschdenken? Auf jeden Fall ein Weckruf und ein Appell. Für die Umwelt. Gegen die Verschmutzung der Meere und vor Allem gegen Plastik.

 

Blue Eyed Me

Jetzt mal weg von lokalen Produktionen aus dem Norden hin zu internationalen Kurzfilm- Produktionen aus den Vereinigten Staaten.

Was wäre, wenn du dir ein Haustier bestellst, dass deine Gene trägt und deine Eigenschaften hat?

Was wäre wenn, aus diesem einzigarten „Ich“ eine Massenproduktion wird, die das Gegenteil von einzigartig ist. Was passiert, wenn der Preis für dein „Ich“ immer mehr sinkt?

Auf all diese Fragen versucht Alexey Marfin in seinem Film einzugehen.  In Hong Kong, dem Sinnbild für die Verschmelzung von Industrie und Technologie.  Wer allerdings die versteckte Botschaft des Filmes erkennt, dem wird schnell klar, hier geht es um viel mehr als nur um Haustiere. Hier geht es um eine Sache, die uns alle betrifft: Unser Profil auf Social Media.

Repräsentiert von einem Fisch, der genauso sein soll, wie sein Besitzer und somit zum Massenprodukt wird, das immer mehr an Wert verliert.

 

Working with Animals

Ein kurzer Dokumentarfilm über den Naturfilmer Juan Sebastian Elcano. Der Beitrag bietet in nur vier Minuten einen kurzen aber prägnanten Eindruck in Juans Dreharbeiten auf den Galapagos Inseln.

„Nothing is better storrytelling than nature“, sagt Juan über seinen Job, der mehr Leidenschaft als Arbeit ist.

Er redet mit den Tieren als wären es Menschen. Hier werden Seerobben für die Dreharbeiten motiviert, dort eine Echse für ihre grandiose Performance gelobt. Er ist spezialisiert auf wilde Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum. Wobei es gleichzeitig auch ein bisschen wie sein eigener Lebensraum wirkt.

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