DER SEELENJÄGER – Ein Kurzspielfilm aus Itzehoe

Colin Barrymore aus Itzehoe und Oliver Kirchhoff aus Flensburg erschaffen gemeinsam Fantasy Filme in Schleswig-Holstein, die sich nicht verstecken müssen. Mit „Der Seelenjäger“ wagen sie sich an ihren ersten Film.

Das Interview führte Kim-Kevin Weinbach

Colin, du bist quasi der Vater dieses Projekts. Worum geht es in „Der Seelenjäger“?

Der Schatari oder Shash´ar Thar, bedeutet in der Sprache von Tama so viel wie Seelenjäger oder Seelenfresser. Diese Wesenheiten sind finstere Schattenwesen aus einer anderen Sphäre. Im Film selbst geht es um eines dieser Wesen, welches auf eine sadistische Art und Weise jagt auf Reisende und Arbeiter macht. Dabei wird gezeigt, wie sich der Seelenjäger bewegt, wie boshaft er sein kann und welche finsteren Künste er anwenden kann, um seine Gier nach Leben zu stillen. Die drei Holzfäller Aros, Farus und Barusos, sowie ein älterer Gelehrter geraten dabei in Gefahr und müssen um ihr Überleben kämpfen. Interessant dabei, wie sich alle Charaktere im Laufe der Geschichte verändern. Jeder der Charaktere reagiert anders auf die Situation, in die sie hineingezogen werden. Man wird ihre Stärken und Schwächen erkennen. Und so manche Situation wird ganz anders ausgehen, obwohl doch irgendwie klar war, dass es hätte anders passieren sollen. Und die Frage ist nur, ob sie es überleben werden…

Colin, warum Fantasy?

Ich bin in einer Zeit aufgewachsen, in der Fantasy die Kinos dominierte. Herr der Ringe, Harry Potter, Eragon und andere Kultfilme sind damals in den Kinos gelaufen. Mir war von Anfang an klar, dass ich meine Geschichten nicht sofort Filme im Hollywood-Stil würde drehen können. Denn Dinge, die zunächst einfach wirken, können sich zu einer ziemlichen Herausforderung entwickeln. Ich lernte Oliver Kirchhoff in einem Filmforum kennen und wir waren gleich auf einer Wellenlänge. So stieg er als Produzent ein. Das hat mich sehr motiviert.

Oliver, du bist neben Colin der Koproduzent und sogar Teilhaber eurer gemeinsamen Firma. Wie ist es zu der Zusammenarbeit gekommen?

Moin moin, tja wie war das damals. 2010 wurde ich auf ein Fantasyprojekt aufmerksam, welches in Schleswig-Holstein gedreht werden sollte. Bei den Gesprächen und dem Ideenaustausch mit Colin fiel mir auf, dass noch reichlich Arbeit getan werden musste, ehe es in die Umsetzung gehen konnte. Colin bat mich um Hilfe. Ich musste ein paar Tage darüber nachdenken und willigte schließlich ein. So entstand eine sehr fruchtbare Zusammenarbeit, die bereits ihre Höhen und Tiefen erlebt hat. Aber Probleme sind dazu da, gelöst zu werden!

Oliver, welche Produktionen sind geplant und werdet ihr ausschließlich Fantasy machen?

Mit unserer Produktionfirma E-Prime stellen wir uns gerade materialmäßig auf und unterstützen damit auch befreundete Produktionen. Dabei gilt wie immer, eine Hand wäscht die andere. Wir werden auch in andere Genres tätig werden. Teils als eigene Produktion teils als Koproduktion.

Oliver, du kommst ja vom Film und bist der Profi. Woher kennen wir dich?

Ja, begonnen habe ich mit Komparserie und bin dann über Sprechrollen und Nebenrollen zu Hauptrollen gekommen. Ich war zu sehen beim Tatort Kiel “Borowski und der brennende Mann”, TV Spielfilmwerbung, dem Kurzfilm “Blutzverwandt”, dem Kurzfilm “Die Störung”, dem Spielfilm “1945 eine Geschichte”, dem Spielfilm “Die Tote im Unterholz” usw. Aber auch hinter der Kamera bin ich aktiv, als Caterer, als Cutter, als Produzent, Regisseur usw.

Oliver, ihr legt ja großen Wert auf professionelle Nachbearbeitung. Die Musik zum Beispiel wird eigens komponiert und eingespielt und die VFX digital am PC erzeugt. Erzählt uns doch mal genaueres darüber?

Wir legen nicht nur Wert auf die Nachbearbeitung, sondern geben gleich von Beginn an Vollgas. Das heißt wir fangen schon in der Vorbereitung an das finanzielle vernünftig und kalkuliert an zu gehen. Wir legen auch viel Wert auf Authentizität. Die Gewandungen sind zum Beispiel aus groben Leinen. Die Waffen sind keine Larpwaffen sondern aus echtem Metall, wie die Rüstungen und Helme auch. Wir wollen, dass schon bei den Dreharbeiten möglichst alles stimmt und die Computer nur wenig zu tun bekommen. Aber ganz ohne kommen wir nicht aus. Da haben wir uns weitere Profis ins Boot geholt, die für kleines Geld die Effekte machen. Die Musik kommt tatsächlich von einem Komponisten, der teils neue Musik erstellt oder freie für uns bearbeitet. Hier müssen wir höllisch aufpassen, dass die GEZ nicht greift.

Oliver, ihr habt in Itzehoe gedreht. Warum gerade Itzehoe? Wenn man an Fantasy denkt, fällt einem ja nicht gerade der Kreis Steinburg in Schleswig-Holstein ein.

Warum nicht? Viele Ecken in Schleswig-Holstein sind dafür bestens geeignet und wir sollten das nutzen. Und wir zeigen somit auch mal die Seiten von unserer Heimat, die viele noch nicht kennen, aber kennenlernen sollten. Viele Produktionen drehen bereits hier im Norden.

Oliver: Bei den Dreharbeiten habt Ihr ja auch aus luftiger Höhe gedreht mit einem Hubsteiger der weit über die Baumgipfel reichte und beeindruckende Bilder bescherte. War für euch als kleine Produktion schwer, einen solchen Aufwand zu betreiben?

Nun, da hatten wir Glück und konnten über einen guten Bekannten günstig an einen 30m Steiger kommen. Wir hatten ihn für einen Tag zur Verfügung und mussten alle Drehs mit ihm an diesem Tag machen. Da wir im Wald gedreht haben, musste noch eine Drehgenehmigung eingeholt werden. Und bis auf das er sich einmal festgefahren hat, ging alles glatt. Ansonsten setzen wir aber auch auf Altbewährtes wie eine Steadycam, Kräne, usw.

Colin: Der Film ist aktuell in der Nachbearbeitung. Wann können wir uns auf die Veröffentlichung freuen?

Wenn es gut läuft, werden wir noch dieses Jahr Premiere feiern. Aber das können wir nicht mit voller Gewissheit sagen, denn wir wollen es richtig machen. Wir sind nun bei der Endphase angelangt. Die Effekte sind so gut wie durch, es kommt jetzt noch der letzte Feinschliff. Außerdem steuern unsere Freunde von Libertad Pro noch ein paar Foley Sounds sowie selbst komponierte Musik bei.

Oliver; wie lang geht der Seelenjäger und was hat die Produktion gekostet?

Also der “Seelenjäger” ist ca. 25 min lang. Genau können wir erst nach dem Final-Cut sagen. Die Kosten beliefen zwischen 3.000,00 EUR und 4.000,00 EUR. Und das ist noch einer der günstigeren Filme, bei den anderen kommen wir auf bis zu 25.000,00 EUR pro Film. Dieses Geld muss erstmal aufgetrieben werden. Dass das sehr schwer ist, davon können alle freien Filmemacher ein Lied von singen.

Colin, wo wird der fertige Film zu sehen sein?

Wir haben noch nicht so weit geplant, aber nach der Premiere im kleinen Kreis und nach der Teilnahme an Filmfesten denken wir, dass wir den Film online veröffentlichen werden. Aber da werden Oliver und ich auch noch einmal Rücksprache halten, bevor wir etwas fest zusagen, was nachher anders kommen könnte.

Colin, was ist als nächstes an Projekten geplant?

Wir haben bereits Ideen gesammelt, wollen diese aber noch nicht zu früh preisgeben. Wir haben einige Kurzfilme im Petto, die jedoch viel Aufwand bedeuten in Sachen Aufnahme, Darsteller, Requisiten und natürlich das liebe Geld. Doch Pläne sind schon da, die wir angehen werden, wenn der Seelenjäger veröffentlicht wurde.

Danke für das Interview

Schreibe einen Kommentar