Skatecop - Rache auf Rollen

Skatecop – Rache auf Rollen – Trashspaß aus Kiel (Crowdfunding)

Trash. Das ist das Genre, bei dem es Filmemacher richtig krachen lassen können. Was zuerst nur als Trailer geplant war, wird nun in einen Spielfilm im 80er-Jahre-Look verwandelt. Wir haben dem Team einige Fragen gestellt.

 

Wer seid ihr und wie seid ihr an den irren Typen Skatecop gekommen?

[Lukas] Wir sind Peter Ahlers, Lena Günther, Lukas Klenke und Dung Pham. Wir studieren Multimedia Production an der FH Kiel. Seit einigen Jahren machen wir regelmäßig Kurzfilme zusammen, unter anderem „Bratfettkalle“ oder dieses Jahr „Der brennende Bus von Kiel“. Dabei erfahren wir viel Unterstützung von unseren filmbegeisterten Freunden und Kommilitonen. Schon lange haben wir nach einer Möglichkeit gesucht, endlich etwas Größeres auf die Beine zu stellen. Und dann kam Skatecop!

 

Skatecop - Rache auf Rollen

 

Der Legende nach haben wir beim wöchentlichen Containern eine alte Videokassette in einer Mülltonne gefunden. Wir haben sie in den Player geschoben und dabei die Entdeckung des Jahrhunderts gemacht. Auf dieser Kassette war der Trailer zu Mike Litoris‘ Skatecop – Rache auf Rollen! Einem verschollenen Klassiker des Kieler Actionkinos. Der vollständige Film war leider unauffindbar, ebenso wie der Regisseur und der Cast. Wir denken, dass man in diesem Falle von dem Metropolis Kiels sprechen darf! Um zu retten, was noch zu retten ist, haben wir uns kurzerhand entschlossen, dieses Meisterwerk nachzudrehen!

In unseren Augen bietet die Welt des Skatecops eine fantastische Möglichkeit, einen anderen Blick auf die Stadt zu werfen, die im Laufe der Jahre zu unserer Heimat wurde. Kiel in einem postapokalyptischen Setting. Das bedeutet, dass Laboe endlich fällig wird, Düsternbrook abgebrannt ist und Mutantenpunks durch die Stadt marodieren und Chaos anrichten. Inmitten dieses Chaos ist der Skatecop der Letzte, der noch für Ordnung sorgt. Als gebrochener Charakter irgendwo zwischen Dirty Harry, Robocop und der City Cobra stellt er für uns ein Konglomerat dessen dar, was das maskuline Rollenbild der Achtziger zu bieten hat. Ihm wird natürlich ein bunter Strauß schillernder Charaktere an die Seite gestellt. Ob mexikanische Wrestler, schweigsame Auftragskiller mit Affenpfoten oder die Hobbyärzte der Untergrundorganisation „Der Untergrund“ – wir wollen mit der Geschichte des Skatecops eine Wundertüte des schlechten Geschmacks schnüren, das Freunden des Trashfilms ein breites Grinsen ins Gesicht zaubert!

 

Skatecop - Rache auf Rollen

 

Hat Trash seine Berechtigung und was bedeutet Trash für euch?

[Peter] Natürlich hat er das. Trash wird ja seiner Übersetzung gemäß gerne als Müll bezeichnet. Als etwas minderwertiges, etwas über das man lachen darf und soll. Hahaha, so ein blöder Film, sind die doof, das kann ja selbst ich besser. Doch so eine Herangehensweise ist viel zu kurz gedacht.

Trash kann viel mehr sein. Ein Freiraum für Andersartigkeit und den Bruch mit Konventionen. Wo gerade durch Scheitern etwas Großes und eigentümlich Kreatives entstehen kann. Trash ist nicht an die Regeln des „guten Geschmacks“ gebunden und kann sich daher im besten Falle frei entfalten und bietet jede Menge Platz für Subversion und Experimentierfreudigkeit. Im Grunde alles Sachen, die man sich vom Arthouse wünscht. Bloß dass es mehr Spaß macht und man nicht ernst die Stirn in Falten legen muss. Viel mehr fordert Trash einen Filmemacher auf beherzt die Hosen runterzulassen und eine saftige Arschbombe in die Jauchegrube zu machen!

 

Skatecop - Rache auf Rollen

 

Was fasziniert euch an dem Look der 80er Jahre?

[Lena] Die 80er üben einfach eine große Faszination aus. Wir haben diese Zeit zwar nicht miterlebt, aber genau in dieser kollektiven Nostalgie liegt der Punkt. Vieles aus diesem Jahrzehnt erscheint „Larger than Life“. Und zwar nicht nur die irren Fönfrisuren und geschmacklosen Pastellklamotten! Auch der Genrefilm, ja sein goldenes Jahrzehnt! Filme wie Rambo II, Der Blade Runner oder eben Robocop lassen einem ob ihrer Wucht ja noch heute die Kinnlade runterklappen. Es liegt glaube ich auch an dieser paradoxen Mischung aus der brutalen Oberflächlichkeit der Konsumgesellschaft und der bunten Subkultur, die vor allem die Popkultur dieses Jahrzehnts so einzigartig macht. Auf der einen Seite hat man Miami Vice und auf der anderen dann Einstürzende Neubauten.

Man hat dadurch so ein utopisches, nostalgiebehangenes Bild im Kopf, bei dem das „damals war alles besser“, „ ach wär ich doch in dieser Zeit geboren worden“ mitschwingt. Verrückte Mode, bei der alles erlaubt war, Frisuren, die vor Hässlichkeit strotzten … diese Zeit steht für uns für das wilde, freie Ausprobieren von Stilen und Stilmixen. Wir haben den Eindruck, dass in dieser Zeit in Kunst, Mode und Musik viel Neues entstand und ein experimenteller Geist vorherrschte.

 

Wie finanziert ihr euch und wie kann man euch unterstützen?

[Dung] Einen Großteil des Filmes werden wir privat finanzieren, bzw. durch Unterstützung von Freunden. Jeder im Team, auch die Schauspieler arbeiten unentgeltlich, was bei knapp 3 Wochen Dreh eine enorme Unterstützung darstellt. Und viele befreundete Künstler stellen uns ihre Fähigkeiten zur Verfügung. Sei es im Soundtrack, in der Produktion oder vor der Kamera. Ohne sie wäre dass alles nicht möglich!

Trotzdem wird der Film so wie wir ihn uns vorstellen viel Geld kosten, welches vor allem in Kostüm und Requisite fließen wird. Auch für Equipment, Verpflegung und Fahrtkosten wird einiges an Kosten anfallen. Wir sind im Gespräch mit einigen lokalen Sponsoren und versuchen mit Hilfe von Sachspenden den Umfang der Kosten etwas zu senken. Außerdem haben wir Kulturförderung bei der Stadt Kiel beantragt.

Dreh und Angelpunkt wird aber unsere Crowdfundingkampagne auf www.startnext.com/skatecop. Da wir bereits im Vorfeld soviel positive Resonanz für unser Projekt bekommen haben, hoffen wir dadurch unser Budget aufzubessern, um auch wirklich den Film so realisieren zu können, wie wir ihn uns vorstellen. Deshalb ist uns eine Spende auf Startnext eine ganz ganz große Hilfe! Damit helft ihr uns den Film zu drehen, den wir immer machen wollten und dafür bekommt ihr den Film, den ihr immer gedreht haben wolltet! Und obendrauf gibt’s für den Spender noch ganz coole Dankeschön-Pakete!

Aber auch abseits des schnöden Mammons freuen wir uns über Hilfe und Angebote jeglicher Form! Sei es als Hilfe am Set, Statistenrollen oder auch Sachspenden, die unseren Requisitenfundus bereichern. Vielleicht hat zum Beispiel jemand Lust, mal seinen Oldtimer durchs Bild fahren zu lassen oder uns seine abgefahrenen Spielzeugwaffen oder Vintageklamotten zu leihen. Wie gesagt, jede Kleinigkeit ist wichtig und wir freuen uns über jede Art der Unterstützung!

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