Retrospektive Fritz Lang – Spione

Termin
10.01.19
20:30 - 22:30

Veranstaltungsort
Kino in der Pumpe


Fritz Lang, geboren 1890 in Wien, gestorben 1976 in Beverly Hills. Sein Ruf war schon zu Lebzeiten legendär – mit seiner zweiten Ehefrau Thea von Harbou bildete er das Traumpaar der Film-High-Society der Weimarer Republik; sein Instinkt, die Massen zu dirigieren, bescherte dem Kino Bildtableaus von unvergleichlicher Wucht und Wirkung; seine Vorliebe für monumentale Bildentwürfe ging aber nicht zulasten feinster Charakterzeichnungen und sensibler Porträts einer nervösen Zeit; und sein Gespür für die ästhetischen und gestalterischen Möglichkeiten des Mediums ließen ihn gerade den Übergang vom Stumm- zum Tonfilm äußerst innovativ meistern. Er war eine Künstlerpersönlichkeit, die auf vielen Umwegen zum Film gelangte, nachdem er zunächst Architektur, dann bildende Künste und Malerei studierte. Auf Kabarett- und Theaterbühnen schulte sich sein Regietalent, das er ab 1919 im Filmmetier umsetzte. Und er war auch ein charmanter Geschichtenerzähler, der seine bewegte Biografie mit mancher spannenden Ausschmückung anreicherte (so die Unterredung bei Joseph Goebbels, der ihm die Leitung des deutschen Filmschaffens anvertrauen wollte), um andere Geschehnisse im Dunkeln verschwinden zu lassen (den nicht aufgeklärten tödlichen Pistolenschuss auf seine erste Frau). 47 Regiearbeiten zählt sein OEuvre – die skurrile Neufassung der 1000 Augen des Dr. Mabuse, die 2018 als Die 1000 Glotzböbbel vom Dr. Mabuse in schwäbischer Synchronisation und neuer Montage in die Kinos kommt. In den folgenden Monaten zeigen wir den ersten Teil einer größeren Werkschau.

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