Werkschau Helmut Schulzeck: Frauenbilder

Termin
08.04.19
18:30 - 20:30

Veranstaltungsort
Kino in der Pumpe


Was ich gerne mag (2017, 46 Min)
Heide (2017, 8:30 Min)
Düsseldorf (2017, 11 Min)
Manchmal denk‘ ich jetzt auf Deutsch (2014, 33 Min)
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Was ich gerne mag (2017, 46 Min)

Ein Mockumentary in Form eines ironischen Essayfilms in einen Prolog und sechs Episoden, montiert aus Archivaufnahmen aus den Jahren 1998-2002.
Eine Kamera mit einem heute überholten Bildformat (4:3) begleitet die Protagonistin Gaby Reichert durch ihren Alltag in den letzten Jahren des vergangenen Jahrhunderts sowie in den ersten des jetzigen und dokumentiert dabei ach so gewöhnliche Vorlieben der Protagonistin, die aber durch Reicherts beiläufige, aber temperamentvolle Beschreibungen und phantasiereiche Erzählungen anrührende aber auch seltsame bis absurd komische Momente anhäufen. Schon die Titel der Episoden (Paternoster, Schwarzarbeit, Hundespaziergang, Kleideranprobe, Waschsalon, Zimmer mieten) benennen dabei eine auffällige Normalität. Naive Lebensfreude, Komik und sanft anklingende Einsamkeit stecken dabei den Rahmen im Leben dieser mitteilungsfreudigen jungen Frau ab und lassen den Zuschauer einen Blick zurück in die scheinbar optimistische Zeit der Jahrhundertwende werfen.
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Heide (2017, 8:30 Min)

In „Heide“ wird die postfaktische Identität einer vermeintlichen schleswig-holsteinischen Politikerin im Jahre 2003 skizziert, die Probleme mit ihrer Selbstdarstellung hat: Sie hält sich für Heide Simonis.
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Düsseldorf (2017, 11 Min)

Um wen oder was geht es eigentlich hier, fragt sich der Zuschauer bei „Düsseldorf oder Norbert und Bruno“, Die Kurzkomödie wirft ein Schlaglicht auf die spießigen Ansichten zweier vorgeblicher Frauenversteher, die schließlich nach andeutungsreichem Wortgefecht ihren Frieden miteinander machen.
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Manchmal denk‘ ich jetzt auf Deutsch (2014, 33 Min)

Wie frau aus der Fremde in einer neuen Heimat und Normalität ankommt, zeigt Helmut Schulzeck in „Manchmal denk’ ich jetzt auf Deutsch“. Selbst mit einer kenianischen Frau verheiratet, interviewt er drei Kenianerinnen, die als Au-pair-Mädchen oder im Jugendaustausch nach Schleswig-Holstein kamen und dort deutsche Männer heirateten. Das Vorurteil, dass Kenianerinnen einen „Mzungu“ (weißen Europäer) vor allem wegen seines (aus afrikanischer Sicht) „Reichtums“ heiraten, erweist sich dabei als ebenso unbegründet wie jenes, dass Afrikanerinnen die passenden Heimchen am deutschen Herd sind. Vielmehr berichten drei selbstbewusste junge Frauen (und auch ein deutscher Ehemann) vom schwierigen gegenseitigen Anpassungsprozess, den sie aber souverän meisterten – und manchmal sogar schon „auf Deutsch denken“.

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