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„To B or to Be flat” – Gewinner des 23. Filmfestes Schleswig-Holstein

Viola Rusche und Hauke Harder sind mit ihrem Dokumentarfilm „To B or to Be flat“ Sieger des diesjährigen 23. Filmfestes Schleswig-Holstein. Der Film beschäftigt sich mit dem Leben und Schaffen
des Belgischen Komponisten Boudewijn Buckinx und seiner ganz eigenen künstlerischen Haltung gegenüber der Musik.

Bericht Merle Dölle

Eine Erzählung in Kontrasten

„Warum ist meine Musik so einfach? Warum ist meine Musik so komplex?“ So widersprüchlich diese Fragen auch sind, Buckinx hat trotzdem scheinbar einfache Antworten: „Man muss spontan sein, nichts denken.“ Simpel und plausibel scheinen sie dennoch nur auf den ersten Blick zu sein. Fest steht, ein Schlüsselelement seiner Kompositionen ist der schiere Wechsel von Dur auf Moll. Hervorragend eingespielte Tonaufnahmen seiner Musik geben dem Zuschauenden die Möglichkeit, selbst Antworten auf diese Fragen zu finden. Diese sind so gegensätzlich, wie das Setting des Films: Vom verregneten Belgien bis unter die Sonne Spaniens.

Komponist der Postmoderne

Buckinx wurde 1945 in Belgien geboren, verbringt heute aber einen großen Teil seiner Zeit mit seiner Frau in Spanien. Er gilt als Komponist der Postmoderne und ist bekannt für seinen spielerischen Umgang mit der Kunstgeschichte und seiner besonderen künstlerischen Haltung. Dabei dient seine Musik nicht nur der Kunst, sondern ist auch sein ganz persönliches Tagebuch. Zu seinen bekanntesten Werken zählen „9 unvollendete Sinfonien“ und „1001 Sonatas für Geige und Klavier“, die nicht nur als Konzert aufgeführt wurden, sondern auch eine wichtige Rolle im Film einnehmen.

Hineinschnuppern in musikalische Schattenwelten

Nicht zu Unrecht wurde die Dokumentation mit dem Gesa-Rautenberg-Langpreisfilm ausgezeichnet. In 88 Minuten schafft es der Film, den Komponisten und seine Musik dem Zuschauenden ein bisschen näher zu bringen.  Er ist der vierte Film in der Filmreihe über zeitgenössische Komponisten von Rusche und Harder. Und selbst wenn man kein tieferes Verständnis für Buckinxs einfache und doch so komplexe Musik aufbringen kann, lässt der Film uns dennoch ein bisschen hineinschnuppern in seine Gefühls- und Gedankenwelt, die er mit seiner Musik ausdrückt. Der Film gibt präzise Einblicke in die Schattenwelt postmoderner Komponisten und bewegt, durch seine Bandbreite an akustischen Darbietungen, auch den größten Kulturbanausen zum Zuhören. Man geht nach dieser Vorführung vielleicht nicht unbedingt als Fan postmoderner Musik nach Hause. Aber auf alle Fälle hat man einiges gelernt. Nämlich darüber, warum die Musik so ist wie sie ist und was die Person Boudweijn Bukinx damit zu tun hat.

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