Young Nordic Filmmaker: Nachbericht aus Lübeck

Für junge Filmemacher aus Nordeuropa wurden die Nordischen Filmtage in Lübeck zu einem ganz besonderen Erlebnis, denn sie hatten die Chance mit Gleichgesinnten eine Woche lang Filme zu drehen. Die Bewerberliste war dementsprechend lang, doch 16 glückliche Filmemacher aus Deutschland und Skandinavien konzipierten und drehten mit Unterstützung des norwegischen Regisseurs Bent Hamer in kürzester Zeit Filme. Das Besondere: In jedem Team war jedes Land einmal vertreten und alle sahen sich zum ersten Mal. Eine Herausforderung mit riesem Spaßfaktor. Wir haben mit Merlin Slamanig gesprochen.

Wie seid ihr Young Nordic Filmmaker geworden?
Hille und Samuel aus Kiel, ich und Max aus Lübeck haben uns für das Projekt beworben, bedeutet jeder hat ein ein bis zwei Seiten langes Motivationsschreiben geschrieben, in dem wir uns vorgestellt und unsere Beziehung und Erfahrung zum Film verdeutlicht haben. Ziel des Projektes war es, jungen Menschen, die selbst später in der Filmbranche tätig sein wollen, die Möglichkeit zu bieten, Kontakte zu knüpfen und etwas zu lernen.

 

Wie sahen eure Filmarbeiten konkret aus?
Konkret haben wir eine Woche lang Workshops zum Dokumentarfilm bei Christoph Dobbitsch, unserem Teamer, gemacht und dann jeden Tag eine neue Aufgabe bekommen, die wir dann filmisch umgesetzt haben. Ziel war es sich auszuprobieren und in unseren Teams „warm“ zu werden.
Richtig gedreht wurde erst ab dem dritten Tag, wo wir dann mit unseren Teams los sind und unsere vorher selbst organisierten Interview-Partner zu interviewen, Schnittmaterial zu sammeln, Leute auf der Straße zu befragen und und und…

 

Wie hat sich die Arbeit in einem internationalen Team gestaltet?
Die Teams bestanden aus vier Teilnehmern aus jeweils einem Land. Ich hatte mir das vorher viel schwerer vorgestellt mit einem Norweger, einer Dänin und einer Finnin in einem Team zusammen zu arbeiten und dann unter Zeitdruck einen Film zu erstellen. Aber dadurch, dass wir so viel Zeit im Vorfeld zum Ausprobieren und Kennenlernen hatten, war es doch erstaunlich vertraut in diesem Team zu arbeiten. Wir haben uns gegenseitig immer unterstützt und trotzdem jeden möglichst nach seinen Fähigkeiten eingesetzt. Wir brauchten ja immer jemanden um den Ton aufzuzeichnen, einen für die Kamera und einen, der das Interview führt und der Vierte hatte auch irgendwie immer was zu tun.
Skandinavier können sowieso alle sehr gutes Englisch sprechen, so dass das kein Problem darstellte. Nur sind mir bei steigender Übermüdung ab und an ein paar deutsche Worte rausgerutscht.
Am Ende war es zwar viel Arbeit, aber es war toll mit so vielen Gleichgesinnten und auch inspirierenden Persönlichkeiten zusammen zu arbeiten. Für uns alle war der Abschied daher nicht so einfach, wie vorher gedacht, denn nach einer Woche verändert sich dann schon so einiges. Am ersten Tag noch saßen am Essenstisch alle nach Ländern geordnet, später einfach nach Gesprächsthemen.

 

Was habt ihr noch erlebt?
Wir hatten die Möglichkeit auf so ziemlich jedem Empfang anwesend zu sein, mit Regisseuren und Produzenten zu reden, Kontakte zu knüpfen und interessante Geschichten zu erfahren. Zusätzlich dazu gab es Gruppentreffen mit Regisseuren wie Bent Hamer.
Die Abschlussveranstaltung war dann natürlich die Premiere unserer Filme im CineStar Kino am Sonntag den 2. November 2014. Trotz zuvor durchgemachter Nacht im Schnittraum waren dann doch alle zufrieden mit dem Resultat und wir haben uns nochmal alle in einem Restaurant zusammengefunden und zusammen gegessen, bis die ersten Züge abfuhren.

Vielen Dank für das Interview

Die Ergebnisse

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