Dreharbeiten im Anscharpark

 

Entsetzte Blicke und das Geschrei zweier Männer rüttelten am Samstag (12. Juli 2014) den sonst so idyllischen Anscharpark in Kiel-Wik auf. Doch schnell legte sich die Aufregung, denn hinter der vermuteten, üblen Schlägerei unter Gangmitgliedern steckten die Schauspieler Martin Sprung und Kay Oeikim Kasman, die gerade eine Kampfszene für den neuen Kurzfilm von Jackie Gillies drehten. An vier Drehtagen entsteht zur Zeit eine düstere Geschichte um einen Astronauten, der an diesem morbiden Ort auf Menschen trifft, auf die das Adjektiv „normal“ in keinem Fall zutrifft.

 

Martin Sprung und Kay Oeikim Kasman in Aktion

Einen Titel für den Kurzfilm gibt es noch nicht, doch soviel kann gesagt sein, es handelt sich um eine zweite Version von Kaweh Kordounis AGROUND: TERRA 9629 (D, 2014), der im Mai den zweiten Platz beim „Nur-48-Stunden“-Wettbewerb gewann.

 

„Wir hatten uns von vornherein überlegt, zwei verschiedene Versionen der Geschichte im Anschar-Park zu drehen. Die jetzige ist etwa doppelt so lang wie AGROUND: TERRA 9629 und hat einen anderen erzählerischen Schwerpunkt. Auch der Soundtrack ist neu. Er wird von Max Berghaus komponiert und unterstreicht die drückenden Bilder dieses wirklich fantastischen Ortes“, erklärt Regisseurin Jackie Gillies, die das Drehbuch zusammen mit Kristin Danger geschrieben hat. Gedreht wird in den Ruinen der alten Anschar-Park-Klinik, die 2004 aus den Gebäuden auszog. Seitdem verfallen die Häuser zusehens und sollen Anfang 2015 teilweise abgerissen werden. „Es ist wirklich schade, dass dieser sehenswerte Ort dem Erdboden gleich gemacht wird. Leider gibt es hier in der Umgebung nur wenige Plätze wie diesen“, bedauert einer der Fotografen, die den Anscharpark für ihre Fotoprojekte nutzten.

 

Tonmann Pierre Schmalfeldt und seine Assistentin Nicole Nowak

Für Filmemacherin Jackie Gillies ist der Kurzfilm das erste Projekt, für das sie als Regisseurin verantwortlich ist. Zuletzt war sie als Regieassistentin bei zwei Kurzfilmen von Kaweh Kordouni (AN DIESEM SONNTAG, AGROUND: TERRA 9629, beide 2014) tätig. Zudem konzeptionierte sie mit Jan Waßmuth und Simon Hansen die Ausstellungsfilme BACK TO EARTH (D, 2013) und CANNONBALL PARADISE (D, 2014) für die Herbert Gerisch-Stiftung und agierte als Kameraassistenz und Cutterin. 2010/12 war sie bereits für den Schnitt der Wrestling-Dokumentation KIELER GIGANTEN zuständig, welcher 2013 auf dem Filmfest „Augenweide“ (seit 2014 Filmfest Schleswig-Holstein) gezeigt wurde. Beim Theaterstück „frankenstein. panik. halleluja.“ (Regie: Jan Waßmuth), das 2013 im Lessingbad einen achtenswerten Erfolg feierte, war sie u.a. für das Marketing verantwortlich.

 

Kamerfrau Jessica Dahlke

Der Kurzfilm wird erneut von der Kamerafrau Jessica Dahlke fotografiert, die bereits bei der Vorgänger-Version AGROUND: TERRA 9629 an der Kamera stand. Für Ausstattung, Maske und Kostüm ist Kristin Danger verantwortlich. Ton macht Pierre Schmalfeldt. Schnitt und Postproduktion erfolgt durch Max Reble. In der Hauptrolle ist Conrad Stoll zu sehen. Studenten der FH Kiel produzieren zudem ein Making-of.

Bilder: Frank Schmerschneider

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