Filmdreh „Frau Rose“

Alzheimer und Demenz gehören zu den häufigsten Krankheiten bei Menschen über 65 Jahren und verlangt sowohl Erkrankten als auch Verwandten und Pflegekräften viel ab. Zehn Studenten der FH Kiel wollen auf die Dringlichkeit dieses Themas aufmerksam machen und arbeiten aktuell an ihrem Kurzfilmprojekt „Frau Rose“. Unterstützen könnt ihr sie über eine Crowdfunding-Aktion auf Startnext. Wir haben mit Lana Riedel und Rebecca Rahel Schmidt über das Projekt gesprochen.

 

Worum geht es in eurem Film?

Unser Kurzfilm „Frau Rose“ handelt von einer älteren Dame die an Demenz leidet und fälschlicherweise in dem Glauben ist, dass sie nach Rom reisen wird.

Wie seid ihr auf das Thema gekommen oder warum war es euch so wichtig?

Die Idee kam uns, als wir uns immer wieder Geschichten von unseren – leider verstorbenen – Großeltern erzählten. Dabei kamen wir unausweichlich auf das Thema Demenz bzw. Alzheimer und unsere persönlichen Erlebnisse mit dieser Krankheit.
Uns wurde die Dringlichkeit des Themas bewusst. Dabei kam uns die Idee, einen Film darüber zu machen.
Nach einiger Recherche und vielen Überlegungen wurde uns bewusst, dass die von Demenz betroffenen Menschen auch ihre guten Momente haben. Und vor allem, dass sie nicht zwangsläufig unter der Krankheit leiden, so wie die Familienangehörigen. Viel eher scheinen Demenzkranke in ihrer eigenen Welt zu leben, die sie mit alten Erinnerungen auffüllen.
Unser Ziel ist es mit unserem Kurzfilm „Frau Rose“ den Menschen die Augen zu öffnen, wie präsent Demenz ist.
Zusätzlich wollen wir mit den Vorurteilen bezüglich Pflege – und Altersheimen aufräumen, da es sich nicht darum handelt, Personen abzuschieben, sondern sie – im besten Fall – vor sich selber zu schützen.

Dezember ist ja eher eine schwierige Zeit zum Filmemachen. Wie habt ihr die Dreharbeiten organisiert, um wetter- und lichttechnisch bedingten Problemen aus dem Weg zu gehen?

Der Drehtermin im Dezember bedeutete mehr Aufwand beim Dreh- und Dispositionsplan. Auf der einen Seite hieß das für die Innenaufnahmen, dass keine Fenster im Bild zu sehen sein durften, da unser Film tagsüber spielt und man im Dezember nur vier bis fünf Stunden Tageslicht zur Verfügung hat. Außerdem mussten wir verstärkt auf die Lichtsetzung achten, um Tageslicht zu simulieren.
Für den Außendreh war es wichtig, echtes Tageslicht zur Verfügung zu haben. Deshalb mussten wir im Vorfeld die Szene und deren dazugehörige Einstellungen genau durchplanen und als Team zügig arbeiten. Auch die niedrigen Temperaturen und der Kieler Wind erforderten eine schnelle Arbeitsweise. Immerhin war uns das Kieler Wetter für den Außendreh wohl gesonnen.

Wie kann man euch bei eurem Projekt unterstützen?

Damit wir diesen Film – der uns sehr am Herzen liegt – realisieren können, benötigen wir noch dringend finanzielle Unterstützung! Schaut doch einfach mal auf unserer Startnext-Seite vorbei: www.startnext.de/frau-rose
Wenn euch unser Projekt gefällt, könnt ihr uns mit dem einen oder anderen Euro sehr gerne weiterhelfen.

Das Interview führte Jessica Dahke mit Lana Riedel (Regie-Assistenz, Drehbuch, Ton, Tonschnitt) und Rebecca Rahel Schmidt (Regie, Drehbuch, Casting, Bildschnitt)

Denn Loch ist immer gut

Kurzfilme von Helmut Schulzeck und Jörg Meyer

Am 25. November luden Filmemacher Helmut Schulzeck und Filmlyriker Jörg Meyer zu einer Werkschau im Kommunalen Kino Kiel ein. Mit ihrer liebenswerten, selbstironischen Art verzauberten die beiden Kieler nicht nur mit ihren Filmen das Publikum. Gezeigt wurde u.a. der Schulzeck-Klassiker www.betreuteloecher.de – der es immerhin zu einem Wikipedia-Eintrag geschafft hat – sowie zum Nachgrübeln anregende video.poems von Jörg Meyer (ögyr). Ein Bericht.

 

„www.betreuteloecher.de“ und „Löcher im Kopf“

Bevor das für echt genommen wird. Nein, diese Filme sind keine Dokumentationen sondern Mockumentarys. Mockumentary? Hä? Genau: Fiktionale Dokumentationen, die das Genre parodieren. Dabei werden die Szenen inszeniert oder echte Filmdokumente mit erfundenen zusammenmontiert.
„Angefangen hat es damit, dass ich jeden Tag an dieser Dauerbaustelle Kieler Hauptbahnhof vorbei ging“, erklärt Helmut Schulzeck, der mit Maria-Debora Wolf vor etwa 10 Jahren vor dem Gebäude stand und den ersten Teil von www.betreuteloecher.de drehte. „Wir Menschen sind vielleicht stammesgeschichtlich an einem Punkt … ja, wo Löcher produziert werden. Und es ist sinnlos, sich darüber aufzuregen. Viel mehr ist es sinnvoll, sich damit zu beschäftigen. Für mich ist es das Schlimmste, wenn ein Loch sich nicht weiterentwickelt“, so die Lochforscherin.
Wer eine Mockumentary nicht kennt, der kann kaum über das lachen, was da vor der Kamera passiert. Denn die scheinbar geisteskranke Frau meint zu glauben, Löcher erforschen zu müssen. Es raunt ein verschämtes Kichern durch die Reihen, gemischt von Betretenheit und vielen Fragezeichen im Gesicht. Ändern tut sich das erst bei „Löcher im Kopf“ (die Neuauflage 2014), denn nun darf der inzwischen von Schulzeck aufgeklärte Zuschauer herzhaft aus der Brust lachen, wenn gestandene Philosophie-Doktoren ein ernsthaftes, wissenschaftliches Gespräch mit der jungen Lochforscherin führen wollen. Nirgendwo zeigt sich besser diese herrliche Selbstironie, für die Helmut Schulzeck bekannt ist. Und immerhin schaffte es www.betreuteloecher.de zum besten archäologischen Kurzfilm 2004.

www. betreuteLoecher .de (D 2002):
www.onlinefilm.org/de_DE/film/15249 http://de.wikipedia.org/wiki/Www.betreuteLoecher.de

Löcher im Kopf oder www. betreuteloecher .de reloaded (D 2014):
www.onlinefilm.org/de_DE/film/60857

 

video.poems: Kürzestwerke von ögyr

Um die Schaffung von Leerstellen geht es auch bei den Kürzestwerken von Jörg Meyer. Der Dichter verbindet die Assoziationskraft von Worten mit denen der Bilder und schafft so eine Schnittstelle zwischen der Literatur und dem Film. Denn die Assoziation ist die Gemeinsamkeit, die sprechender und bildschaffender Künstler verbindet. Das verwendete found footage-Material wird aus dem Zusammenhang gerissen und potenziert sich in seinem neuen Kontext. Wer – von den neuen Medien verwöhnt – sofort eine Antwort in dem Gezeigten sucht, ist zum Scheitern verurteilt. So graben sich die Filmchen in die Gehirnwindungen und erzwingen ein immer neues Grübel darüber. Denn nicht die schnell gegoogelte Antwort, sondern der Weg zu dieser Antwort ist das Ziel, die bei jedem anders ausfallen wird.

roisland (2’14’’)

schneewehfernseh’n (4’25’’)
www.schwungkunst.de/wordpress/?p=2870

wie die lilien (1’57’’)
www.schwungkunst.de/wordpress/?p=3925

papaögeno (2’26’’)
www.schwungkunst.de/wordpress/?p=2633

cape carnaval (3’19’’)
www.schwungkunst.de/wordpress/?p=4316

pathé_bibliothèque (5’00’’)
www.youtube.com/watch?v=uImog0Ke6XI

 

„Wo ist Erkan Deriduk?“ und „Kinderspiel“

Ebenfalls im Geiste des Mockumentarys sind auch diese Filme, die an diesem Abend gezeigt wurden. Auf der Suche nach Berd Fiedlers Abschlussfilm entdeckte Schulzeck den Keller – vollgestopft mit Zelluloidrollen – der Deutschen Akademie für Film und Fernsehen Berlin (DFFB) als Location für sich. Peter Fitz, unterstützt durch die Stimme von Otto Sander, begibt sich in „Wo ist Erkan Deriduk?“ auf die Suche nach einem tadschikischen Filmemacher. Alle weiteren Protagonisten des Films waren nicht in das Konzept eingeweiht. So ergaben sich absurde Szene von ganz allein. Unterstützt wird der Film von Musikerin Lydia Kavina, die auf ihrem Theremin den Sound für diese unwirkliche Welt beisteuert, die irgendwo zwischen dem Hier und Jetzt zu verorten ist.

„Kinderspiel“ sollte ursprünglich ein Spielfilm werden. „Doch während des Drehs ist irgendwie alles außer Kontrolle geraten“, erklärt Helmut Schulzeck lachend. So ergeben sich auch hier absurde Szenen zwischen zwei Frauen vor der Kamera. Ein Film der seit 1998 in der Schublade gelegen hatte.

Wo ist Erkan Deriduk? (10’00’’)
www.onlinefilm.org/de_DE/film/15253

Kinderspiel (8’00’’)
www.onlinefilm.org/de_DE/film/25269

Denn Loch ist immer gut (Kurt Tucholsky).

Bericht und Bild 2: Jessica Dahlke

Nachbericht: Musik im Film

Am 18. November trafen sich die Kieler Filmemacher in der Hansa 48, um über das Thema Filmmusik zu sprechen. Woher bekomme ich Musik? Wie hole ich mir die Rechte an Songs anderer Künstler? Wie arbeite ich als Regisseur mit einem Filmkomponisten zusammen, um das zu bekommen, was ich mir vorstelle? Den ganzen Bericht lest ihr hier.

Musik als Gestaltungsmittel im Film

Filmmusik wird in der Regel genutzt, um das Visuelle zu unterstützen und die emotionale Reaktion des Zuschauer in eine bestimmte Richtung zu lenken. Sie hilft dabei, das Gesehene besser zu verstehen oder intensiviert die emotionale Wahrnehmung des Zuschauers auf die Geschichte. Zudem kann sie eine dramaturgische Funktion einnehmen, indem sie zum Beispiel bestimmte Motive einzelnen Figuren im Film zuordnet, wie der „Imperial March“ (John Williams), der in Star Wars Bösewicht Darth Vader ankündigt. Zudem kann Musik die Atmosphäre eines Milieus miterzählen. Sie kann synchron zum Bild, aber auch asynchron arrangiert sein, so dass spürbare Spannungen zwischen Bild und Ton oder Verfremdungseffekte entstehen. Die Musik selbst kann auch zum unabhängigen Kommentator des Bildes werden oder den Zuschauer in die Irre führen, um einen humoristischen Effekt zu erzeugen.


Regisseure sollten sich also genau überlegen, wie sie Musik in ihren Filmen einsetzen wollen, bevor sie in den Dialog mit einem Komponisten treten oder sich auf die Suche nach einem passenden Sound im Internet machen. Zudem sollten sie sich die Frage stellen, ob Musik überhaupt eingesetzt werden muss oder ob die Bilder nicht alleine tragen. Ein inflationärer Gebrauch von Musik, wie er u.a. bei Fernsehfilmen und Soaps zu finden ist, sollte in jedem Fall vermieden werden.

Woher bekomme ich meine Filmmusik?

Die Suche nach geeigneter Musik kann mühsam sein, denn leider lassen sich die Stimmungen, die man im Kopf hat, nicht bei Google eingeben. So ist man gezwungen sich durch Datenbanken wie Soundcloud oder Soundtaxi zu wühlen, um dort freie d.h. CC-lizensierte bzw. gemafreie Musik zu finden. Ein Tipp aus der Stammtisch-Runde ist es, Webradios zu nutzen. „Dort gibt man einen Song ein und bekommt dann ähnliche Songs angeboten, darunter viele unbekannte Stücke“, rät Filmemacher Johannes Karstens, der auf diese Weise die Songs für seinen Kurzfilm „Labyrinth“ (2014) gefunden hat. Natürlich können die Lieder nicht einfach verwendet werden. Karstens schrieb die Musiker an und in allen Fällen willigten sie in eine kostenlose Verwendung ein, da es sich um eine nichtkommerzielle Produktion handelte.


Wer jedoch genaue Vorstellungen für seine Musik hat, für den kommt fertige Musik nicht in Frage. Hier können befreundete Musiker helfen, wie Kaweh Kordouni erklärt. „Bei meinem Kurzfilmen arbeite ich mit Pierre Schmalfeldt und Henrik Lungagnini zusammen, denn sie wissen, was ich möchte“, so der Iraner. Die Musiker hatten zuletzt den Soundtrack von „An diesem Sonntag“ komponiert, ein Kurzfilm, der jüngst auf den Nordischen Filmtagen in Lübeck zu sehen war. „Musiker haben eine gewisse Vorprägung. Der eine spielt Bass, der andere Saxophon. Einer mag klassische Arrangements auf dem Klavier, der andere Jazz, das alles fließt meist in die Ideenfindung für einen Soundtrack ein“, ergänzt Henrik Lungagnini.


Einen ganz anderen Weg beschritt Jackie Gillies. Sie holte für ihren neuen SciFi-Kurzfilm „A Strange Place Called Earth“ (D, 2014) den bekannten Filmkomponisten Max Berghaus ins Boot, der für Kinofilme wie „Barfuß“ (Schweiger, D 2005) den Soundtrack geschrieben hatte. Er hatte spontan Lust und Zeit die junge Filmemacherin zu unterstützen. Herausgekommen ist ein überaus sehenswertes Werk, das aufgrund von Festivaleinreichungen bisher nur die Filmcrew sehen durfte. Dieser Weg ist jedoch nicht für jeden geeignet, da er ein gewisses Budget fordert. „Zudem hängt es vom Kurzfilm-Projekt ab und ob der Komponist gerade Zeit dazu hat. In meinem Fall hatte ich Glück“, so die Filmemacherin.

Wie arbeite ich mit einem Komponisten zusammen?

Wer Filme macht, kennt sich oft nicht mit dem musikalischen Vokabular aus, was die Zusammenarbeit zuweilen schwierig machen kann. Hier müssen Regisseur und Komponist einen Weg finden, miteinander zu kommunizieren. Hilfreich ist es, dem Musiker ähnliche Lieder vorzustellen. Das allein reicht aber nicht. Es sollte auch geklärt werden, wie die Musik den Film unterstützen und begleiten soll. Manchmal kann ein Beispiellied sogar dazu führen, dass sich Regie oder Komponist zu sehr darauf versteifen und kreative Einlassungen damit unterbinden. Daher kann es sinnvoll sein nur über Stimmungen, dramaturgische Funktionen und Musikrichtungen zu sprechen. Es sollte also viel miteinander geredet werden. Filmemacher fahren gut damit, sich intensiv mit der Funktionsweise von Musik im Film zu beschäftigen, um ihre eigenen Vorstellungen zu konkretisieren. Auch die Aneignung eines musikalischen Grundvokabulars kann viele Missverständnisse verhindern.


Der nächste Kieler Filmemacher Stammtisch findet am 16. Dezember um 19:30 Uhr im Studio Filmtheater am Dreiecksplatz statt. Wir freuen uns über neue und alte Gesichter.

Crowdfunding | Motten im Kopf (Kurzfilm)

Karl ist ein Eigenbrödler und Fan von „Die Drei Fragezeichen“. Getreu den Worten von Steve Jobs (“Stay hungry. Stay foolish.”), möchten die Filmemacher von „Motten im Kopf“ zeigen, dass Ausdauer und ein gewisser Grad an Wahnsinn dabei helfen können, Fantastisches zu erleben und seine Träume zu erfüllen. Unterstützt wird das Kurzfilmprojekt von einer Crowdfunding-Aktion auf Startnextt. Wir haben mit den Machern Jan-Eric Krajewski und Sascha Würker über das Projekt gesprochen.

Erzählt einmal kurz, wie ihr zum Filmemachen gekommen seid?

Jan: Ich habe damals ein Praktikum beim Offenen Kanal Hamm absolviert. Eigentlich wollte ich nur wissen, wie man Videos schneidet. Der Sendeleiter ist aber schnell auf mich aufmerksam geworden und im Nu unterstützte ich seine kleine Produktionsfirma, die Kinderkrimis produziert. Anfangs wurde ich als Set-Runner und Cutter eingesetzt und beim letzten von mir betreuten Projekt habe ich die Aufnahmeleitung übernommen.

Sascha: Filme haben mich schon immer interessiert. Die Plots, die Schauspieler und ganz besonders die Regisseure. Aber es blieb immer nur beim Filme schauen. Bis ich mein Medientechnik-Studium begonnen habe. Dort habe ich die Anwendung der notwendigen Technik fürs Filmemachen erlernt und konnte mich voll und ganz auf das Kreative stürzen. Um notwendige Erfahrungen auch am Set zu sammeln, arbeitete ich bei einer ZDF-Filmproduktion in Köln als Set-Runner.

Worum geht es in eurem Film?

In Motten im Kopf geht es um einen Studenten namens Karl. Er ist Fan von „Die Drei Fragezeichen“ und liebt Tierdokumentationen. In Kiel absolviert er mittlerweile sein drittes Studium – die vorherigen hat er abgebrochen. Von Außenstehenden wird Karl belächelt und als Eigenbrötler wahrgenommen. Dabei macht er sich nur nichts aus Alkohol, Partys und oberflächlichen Kontakten. Im Laufe der Geschichte muss er aber mit seinen Prinzipien brechen, um am Ende ein großes Rätsel lösen zu können.

Wir sehen unseren Film als eine Art Abenteuermärchen an. Also eine Mischung aus Gute Nacht Geschichte und Indiana Jones. Allerdings ist die Figur des Dr. Henry Jones dann doch ein wenig cooler als die unseres Karls. Der Entdeckungsdrang und der nötige Trotz, sich nicht von seinen Zielen abhalten zu lassen, sind aber bei beiden gleich.

Wieso habt ihr euch fürs Crowdfunding entschieden?

Der Film entsteht im Rahmen unseres Multimedia Production-Studiums an der Fachhochschule Kiel. Da wir in dieses Projekt so oder so eine Menge Energie stecken mussten, haben wir uns dazu entschlossen das Ganze ein wenig größer aufzuziehen als nötig. Zwei Schauspieler kommen zum Beispiel aus München und Stuttgart und die Crew besteht aus 10 freiwilligen Helfern. Diese Meute musste natürlich versorgt werden und das kostet Geld.

Der anfänglichen Planung haben wir unser Eigenkapital zugedacht. Wir wollten nicht „über unsere Verhältnisse drehen“ und eine Abhängigkeit von Familie und Fans erzeugen. Der Film sollte ja so oder so fertiggestellt werden. Um das arme Studentenportemonnaie aber zu entlasten, haben wir uns für eine Startnext-Kampagne entschieden. Diese deckt zwar nicht alle geplanten Kosten ab, hilft uns aber dabei unseren Dispo wieder auszugleichen. Das Crowdfunding ist zusätzlich ein Experiment. Wir beide kannten diese Form der Finanzierung bisher nur von der Spenderseite und sind sehr gespannt, ob das Prinzip jetzt für Motten im Kopf funktioniert.

Wie geht es weiter mit „Motten im Kopf“?

Wir haben jetzt noch drei Szenen, die gedreht werden müssen. Danach gönnen wir uns, wegen zwei anderer Abgabetermine im Studium eine kurze Pause vom Film. Bis auf die Materialsichtung und die grobe Vorauswahl schaffen wir bis Mitte Dezember nichts weiteres. Danach soll es aber relativ zügig weitergehen. Die Mutter von Karl und der Erzählertext werden noch eingesprochen und bis Mitte/Ende Februar möchten wir den fertigen Film in den Händen halten. Anfangs war eine kleine Premiere geplant. Da wir aber von den ersten Drehtagen und vor allem von unserem Hauptdarsteller Markus Michalik sehr begeistert sind, haben wir ein gutes Gefühl, dass es unser Film ins Programm diverser Kurzfilmfestivals schafft. Die zeitliche Planung steht also noch aus und wird uns gerade in der vorlesungsfreien Zeit zum Jahresanfang auf Trab halten.

Vielen Dank für das Interview.

Bis zum 20. Dezember 2014 habt ihr die Möglichkeit die beiden Filmemacher auf Startnext zu unterstützen. Hier geht es zum Projekt.

15 Fakten über Kubricks 2001: ODYSSEE IM WELTRAUM

Seit Start des aktuellen Kinohits „Interstellar“ wird auch der SciFi-Klassiker „2001: Odyssee im Weltraum“ von 1968 wieder heiß diskutiert. Damit ihr mitreden könnt, gibt es hier fünfzehn Fakten über Stanley Kubricks Film.

1. „2001: Odyssee im Weltraum“ basiert teilweise auf der Kurzgeschichte von Arthur C. Clark „The Sentinal“ (1951). Zusammen mit Stanley Kubrik erweiterte der Autor die Geschichte zu einem Roman während die beiden am Drehbuch für den Film arbeiteten. Einer der Arbeitstitel war „Reise zu den Sternen“. Als jedoch „Fantastic Voyage“ (US 1966) Premiere feierte, hasste Stanley Kubrick den Film so sehr, dass er nicht wollte, dass sein Film einen ähnlichen Titel hatte. Am Ende fiel die Wahl auf „2001: A Space Odyssey“, weil es das erste Jahr des 21. Jahrhunderts und der Beginn des dritten Jahrtausends ist.

2. Kubrik hasste es zu fliegen. Daher schickte er für die Szene „Der Morgen der Menschheit“ die Second Unit Crew nach Afrika. Diese machte dort alle Landschaftsaufnahmen und kommunizierten mit Kubrick per Telefon, um die Bilder zu machen, die er wollte. Die sogenannte Dawn-of-Man-Szene ist ein großartiges Beispiel für Glasplatten-Fotografie und Frontprojektion. Im Gegensatz zur Rückprojektion wurde der in Afrika gedrehte Hintergrund nicht von hinten, sondern von vorne auf eine hochreflektierende Leinwand projiziert, vor der die Affen-Darsteller spielten, während gefilmt wurde. Stuart Freeborn schuf für die Menschenaffen zunächst ein primitives aber menschenähnliches Make-up, doch dadurch konnten die Frühmenschen nicht in voller Größe fotografiert werden, ohne dass der Film von der MPAA (zuständig u.a. für die Altersempfehlung) zensiert zu werden, weil sie nackt waren. So nahm Kubrick stattdessen die Affenvariante. Außer zwei Baby-Schimpansen wurden alle Affen von Menschen im Kostüm gespielt.

3. Stanley Kubrick war für seinen Perfektionismus bekannt und ließ Einstellungen sehr oft wiederholen. Bei „2001: Odyssee im Weltraum“ schoss Kubrick zudem bis zu 50 Polaroid-Bilder, um das perfekte Licht zu finden. Das konnte Stunden dauern. Kein Wunder, dass das gesamte Filmmaterial 200 Mal länger ist als der endgültige Film. Kubrick überzog das Gesamtbudget um 4,5 Millionen Dollar (statt veranschlagen 6 Mio. Dollar) und brauchte 16 Monate länger für die Dreharbeiten. Trotzdem gehört der Film zu den Werken, die das Vokabular der Filmsprache entscheidend geprägt haben und SciFi-Blockbustern wie Star Wars den Weg ebneten.

4. Die Special Effekts sind alle physisch, chemisch und mechanisch gemacht. Um das Raumschiff sowie das Fehlen eines oben und unten so realistisch wie möglich darzustellen, wurde in England von der Flugzeugfirma Vickers Armstrong eine gigantische Zentrifuge gebaut. Sie wog etwa 30 Tonnen und war zwölf Meter hoch. Kosten 750.000 Dollar. Durch die besondere Technik scheint es im Film, als könnten die Darsteller die Wände hochgehen. Dieser Effekt entsteht dadurch, dass sich die Kamera mit der Zentrifuge bewegt, während die Darsteller an der Stelle blieben. Teilweise waren die Aufnahmen so kompliziert, dass Sequenzen von einigen Sekunde mehrere Tage Arbeit in Anspruch nahmen. Hauptdarsteller Dullea verglich die Zentrifuge mit einem gigantischen Hamsterrad, abgeschlossen, mit Scheinwerfern an der Außenseite.
Der fertige Film beinhaltet erstaunlicherweise nur 205 Special Effects Einstellungen. Im Vergleich: „Star Wars: Episode IV – A new Hope“ hatte 350 Einstellungen und „Star Wars: Episode III – Revenge of the Sith“ über 2.200 Special Effects Einstellungen. „2001: Odyssee im Weltraum“ gewann einen einzigen Oskar für die besten Special Effects. Alle Credits gingen an Kubrick, der damit die Techniker verärgerte, die an dem Film gearbeitet hatten. Kubrick selbst war während der Verleihung nicht anwesend.

5. Production-Designer Tony Masters und Special Photographic Effects Supervisor Dough Trumbull schufen alle Modelle aus den Skizzen des Production-Designers Harry Lange. Lange kam von der NASA und seine Designs erforderten eine sicherheitstechnische Überprüfung durch die CIA. Um Kubricks Verlangen nach Perfektion genüge zu tun, brauchte der Künstler sechs Monate zum Zeichnen. Das Production-Design-Team mit Masters, Lange und Ernest Archer gewann den Best Art Direction Award und BAFTA.

6. Das Mond-Set wurde in den Pinewood Studios gebaut. Dazu hob man tatsächlich den Boden aus und schüttete ihn später wieder zu. Kubrick ließ verschiedene Sandsorten und -farben für das Antlitz des Mondes importieren. „2001: Odyssee im Weltraum“ ist der letzte Film vor der Mondlandung, was Verschwörungstheoretiker für keinen Zufall halten.

7. Stanley Kubrick wurde vom ehemaligen NASA-Mitarbeiter Fred Ordway wissenschaftlich beraten und stellte ihm die neuesten Informationen und Erkenntnisse zur Verfügung. Während der fast sechsmonatigen Preproduction-Planung und Design-Arbeit sind sechs große Space-Fahrzeuge entstanden: das Orion III Earth-to-Orbit Shuttle, Raumstation V im Orbit der Erde, das Aries IB Earth-orbit-to-lunar Surface Shuttle, der Rocket Bus, der Menschen und Material von einem Teil des Mondes zu einem anderen transportiert, das riesige interplanetare Raumschiff Discovery und dessen kleines Hilfs-Düsenraumschiff für Wartung und lokale Erforschung.
Jedes dieser Fahrzeuge wurde mit großer Sorgfalt entworfen, damit sie absolut realistisch aussehen konnten. Die Designer bestanden darauf, den Zweck und die Funktionen jeder Komponente auszuarbeiten, bis hin zur logischen Beschriftung der einzelnen Knöpfe und der plausiblen Anzeige von Operationen, Analysen und anderer Daten auf den Bildschirmen. Bei der Umsetzung dieser Arbeit wurden sie von der NASA, Unternehmen und Universitäten beraten.

8. Wer ein aufmerksamer Schachspieler ist, kann während Poole’s Schachszene mit HAL einen Fehler bei den Zügen erkennen. Stanley, selbst Schachliebhaber, der gern im Washington Square Park spielte, soll absichtlich einen Fehler im Film eingebaut haben, um zu sehen, ob es irgendwem auffällt.

9. In einer Szene verweigert HAL Dr. David „Dave“ Bowman (Keir Dullea) den Zugang zum Schiff. Er ist gezwungen, sich von der Luft in seiner Fähre durch das Vakuum des Alls in die Luftschleuse schießen zu lassen. Diese Szene wurde auf dem Kopf gedreht, das heißt die Luftschleuse befand sich an der Decke direkt über der Kamera am Boden. Ziel war es, Dave in die Luftschleuse hineintrudeln zu lassen. Dazu wurde Dullea an ein Seil gebunden, das ein stämmiger Zirkusarbeiter mit schweren Handschuhen hielt. Das Seil war genau abgemessen und hatte Knoten an mehreren Stellen. Wenn der Arbeiter das Seil mit voller Geschwindigkeit bis zum nächsten Knoten durch seine Handschuhe gleiten ließ, stürzte Dullea in Richtung Kamera. Dann sprang der Arbeiter auf eine Plattform und weil er schwerer als der Schauspieler war, schoss Dullea zurück zur Decke. In dem Moment, als seine Füße den Untergrund berührten, ließ der Mann das Seil wieder bis zum nächsten Knoten los.
Der Stunt wurde nur einmal und ohne Schnitt gedreht. Da Dullea alias Dave mit dem Gesicht Richtung Kamera stürzte, konnte nicht auf einen Stuntman zurückgegriffen werden. Stanley Kubrick hielt in dieser Sequenz persönlich die große Panavision-Kamera.

10. Sich auf Arthur C. Clarke beziehend wollte Stanley Kubrick eine Versicherung von der Lloyd’s of London gegen Verluste im Falle, dass Außerirdische die Erde entdecken, bevor der Film im Kino lief. Lloyd lehnte ab.

11. Während der Premiere verließen 241 Menschen das Kino, inklusive Kritiker Rock Hudson, der fragte: „Will mir jemand sagen, was zur Hölle das sein soll?“ Da der Film in der ersten Woche kein finanzieller Erfolg war, wollte MGM ihn zurückziehen, doch mehrere Kinobetreibern überzeugten das Studio vom Gegenteil. Sie hatten beobachtet, dass eine wachsende Zahl junger Erwachsener 2001 besuchten, um die Star-Gate-Sequenz unter Einfluss psychodelischer Drogen zu sehen. Das half dem Film am Ende doch zu einem finanziellen Erfolg.

12. Die Schwarzbild Overture, gesetzt mit einer atonalen Atmosphäre von György Ligeti, erzählt die Story des Films in drei Minuten, vollständig nur über den Sound. Er ist mysteriös, ominös und spannend. 2001 eröffnete zunächst mit einem 10-minütigen, auf 35-mm gefilmten Prolog, in dem die Möglichkeiten von außerirdischen Leben per Interview diskutiert wurden. Kubrick entfernte diesen Anfang nach einer Vorführung bei MGM, aber der Text überlebte in „The Making of Kubrick’s 2001“ von Jerome Agel.

13. Floyd ruft seine Tochter auf der Erde mit einem Video-Telefon an, das viel Ähnlichkeit mit dem heutige Skype hat. Kubrick berücksichtigte die Inflation nicht hoch genug: Der Anruf aus dem All zur Erde kostet nur 1,70 Dollar. Es gibt zudem nur einen bewussten Witz in 2001. Es ist die wortlose Szene, in der Floyd eine lange Liste an Anweisungen liest, bevor er die Null-Gravitations-Toilette benutzt.

14. Der mysteriöse Monolith ist als TMA-1 bekannt. Gefunden auf der Tycho-Basis auf dem Mond. Er verströmt einen auffälligen Ton, der dem des Computer-Modems ähnelt. Etwa das erste Internetsignal?

15. George Lucas gestand 1977, dass 2001 besser als Star Wars sei: “Stanley Kubrick made the ultimate science fiction movie, and it is going to be very hard for someone to come along and make a better movie, as far as I’m concerned. On a technical level, [Star Wars] can be compared, but personally I think that 2001 is far superior.

Kennt ihr noch mehr unglaubliche Fakten über „2001: Odysee im Weltraum“? Dann ab in die Kommentare.

Ein Artikel es ehemaligen Kultur-Blogs kult-literaten.de

Young Nordic Filmmaker: Nachbericht aus Lübeck

Für junge Filmemacher aus Nordeuropa wurden die Nordischen Filmtage in Lübeck zu einem ganz besonderen Erlebnis, denn sie hatten die Chance mit Gleichgesinnten eine Woche lang Filme zu drehen. Die Bewerberliste war dementsprechend lang, doch 16 glückliche Filmemacher aus Deutschland und Skandinavien konzipierten und drehten mit Unterstützung des norwegischen Regisseurs Bent Hamer in kürzester Zeit Filme. Das Besondere: In jedem Team war jedes Land einmal vertreten und alle sahen sich zum ersten Mal. Eine Herausforderung mit riesem Spaßfaktor. Wir haben mit Merlin Slamanig gesprochen.

Wie seid ihr Young Nordic Filmmaker geworden?
Hille und Samuel aus Kiel, ich und Max aus Lübeck haben uns für das Projekt beworben, bedeutet jeder hat ein ein bis zwei Seiten langes Motivationsschreiben geschrieben, in dem wir uns vorgestellt und unsere Beziehung und Erfahrung zum Film verdeutlicht haben. Ziel des Projektes war es, jungen Menschen, die selbst später in der Filmbranche tätig sein wollen, die Möglichkeit zu bieten, Kontakte zu knüpfen und etwas zu lernen.

 

Wie sahen eure Filmarbeiten konkret aus?
Konkret haben wir eine Woche lang Workshops zum Dokumentarfilm bei Christoph Dobbitsch, unserem Teamer, gemacht und dann jeden Tag eine neue Aufgabe bekommen, die wir dann filmisch umgesetzt haben. Ziel war es sich auszuprobieren und in unseren Teams „warm“ zu werden.
Richtig gedreht wurde erst ab dem dritten Tag, wo wir dann mit unseren Teams los sind und unsere vorher selbst organisierten Interview-Partner zu interviewen, Schnittmaterial zu sammeln, Leute auf der Straße zu befragen und und und…

 

Wie hat sich die Arbeit in einem internationalen Team gestaltet?
Die Teams bestanden aus vier Teilnehmern aus jeweils einem Land. Ich hatte mir das vorher viel schwerer vorgestellt mit einem Norweger, einer Dänin und einer Finnin in einem Team zusammen zu arbeiten und dann unter Zeitdruck einen Film zu erstellen. Aber dadurch, dass wir so viel Zeit im Vorfeld zum Ausprobieren und Kennenlernen hatten, war es doch erstaunlich vertraut in diesem Team zu arbeiten. Wir haben uns gegenseitig immer unterstützt und trotzdem jeden möglichst nach seinen Fähigkeiten eingesetzt. Wir brauchten ja immer jemanden um den Ton aufzuzeichnen, einen für die Kamera und einen, der das Interview führt und der Vierte hatte auch irgendwie immer was zu tun.
Skandinavier können sowieso alle sehr gutes Englisch sprechen, so dass das kein Problem darstellte. Nur sind mir bei steigender Übermüdung ab und an ein paar deutsche Worte rausgerutscht.
Am Ende war es zwar viel Arbeit, aber es war toll mit so vielen Gleichgesinnten und auch inspirierenden Persönlichkeiten zusammen zu arbeiten. Für uns alle war der Abschied daher nicht so einfach, wie vorher gedacht, denn nach einer Woche verändert sich dann schon so einiges. Am ersten Tag noch saßen am Essenstisch alle nach Ländern geordnet, später einfach nach Gesprächsthemen.

 

Was habt ihr noch erlebt?
Wir hatten die Möglichkeit auf so ziemlich jedem Empfang anwesend zu sein, mit Regisseuren und Produzenten zu reden, Kontakte zu knüpfen und interessante Geschichten zu erfahren. Zusätzlich dazu gab es Gruppentreffen mit Regisseuren wie Bent Hamer.
Die Abschlussveranstaltung war dann natürlich die Premiere unserer Filme im CineStar Kino am Sonntag den 2. November 2014. Trotz zuvor durchgemachter Nacht im Schnittraum waren dann doch alle zufrieden mit dem Resultat und wir haben uns nochmal alle in einem Restaurant zusammengefunden und zusammen gegessen, bis die ersten Züge abfuhren.

Vielen Dank für das Interview

Die Ergebnisse

Kunterbunter Abend im KoKi Kiel

Windhunde im Offenen Kanal Kiel, rollende Metallkugeln in der Reichskanzlei und Mc Fitti auf einem Boot. All dies und noch vieles mehr bot der Kurzfilm- und Musikvideoabend in der Pumpe. Das Programm bestand aus neun Musikvideos und sieben Kurzfilmen, von denen drei ihre Premiere feierten.

Am Samstag, den 18. Oktober präsentierte das Kommunale Kino (KoKi) eine Auswahl an Kurzfilmen und Musikvideos. Alle filmischen Beiträge wurden von den Moderatoren Eckhard Pabst, Programmverantwortlicher des KoKi, und Regisseur Kay Otto nach den Kriterien „Qualität und Lokalität“ ausgewählt.

Unter den ausgewählten Beiträgen waren die üblichen Verdächtigen aus dem diesjährigen „Nur 48 Stunden“- Filmwettbewerb wie „Mopping“ (Torben Sachert), „Spoiler“ (Oliver Boczek) und „Aground: Terra 9629“ (Kaweh Kordouni). Aber auch Werke von szenebekannten Regisseuren wie Aron Krause, Christian Mertens und Sven Sindt waren mit an Bord.

Premiere feierten an diesem Abend „One Way“ und „Gangsterbraut“ von Jan Waßmuth. „Gangsterbraut“ erzählt die Geschichte eines Pornorappers mit Potenzproblemen, der auf eine alte Dame in Endzeitstimmung trifft. „Ich habe mich bei diesem Film total tot geplant. Daher ist One Way mit viel Improvisation bei der Dialogführung entstanden“, erklärt Waßmuth. Die Schauspieler bekamen die Drehortabfolge mitgeteilt und sollten den Dialog und den Verlauf der Story improvisierend erarbeiten. Das Endergebnis könnt ihr euch auf Vimeo anschauen.

Die dritte Premiere des Abends kam mit „Akusoptisch“ von Bernd Fiedler. Die Hauptdarsteller in diesem Kurzfilm sind eine Metallkugel, Portraits von Frauen, eine Kerze und ein Bild vom Mosaiksaal in der neuen Reichskanzlei. „Ich sorge gern für Verwirrung. Meine Filme sind wie Melodien. Bei Melodien fragt doch auch keiner nach, was das soll. Hier habe ich einfach mal Film gespielt“, erklärt Fiedler. „Akusoptisch“ ist der Nachfolger von „Opakustisch“ und Teil einer Trilogie.

Auch im Musikvideobereich gab es einiges zu bestaunen. Zum 20jährigen Bandbestehen drehte die Band Selig ein neues Video zu ihrem Erfolgshit „Ohne Dich“. Diesmal nicht in luftiger Höhe sondern auf dem wunderschönen Boden in Schottland. Regie führte der Kieler Fotograf Sven Sindt. Dieser hat, gemeinsam mit Mediengestalter Heiko Landkammer, auch das Video zu Mc Fittis „Mama halblang“ gedreht. Wer Mc Fitti kennt, kennt auch seinen Hang zum Übertriebenem. Daher wurden hier nicht bloß Kräne sondern gleich Kameradrohnen eingesetzt. Für Mc Fittis Verhältnisse macht er aber wirklich „halblang“ in diesem Video.

Und zum Schluss noch eine Quizfrage: Was haben ein Pferd aus Neumünster, zwei Kinder aus Einfeld und Regisseur Kay Otto gemeinsam? Alle drei waren an dem Dreh von „Lass uns gehen“ von Revolverheld beteiligt. Gedreht wurde in Niedersachsen bei Schloss Marienburg. Die beiden Hauptdarsteller Mats Marcinkowski und Anna Marie Tapia-Leon verdanken ihr Mitwirken im Musikvideo einem Zufall. Eigentlich wurden zwei andere Kinder für den Dreh gecastet. Die beiden harmonierten jedoch so gut mit dem Pferd Goldie, dass Mats und Anna Marie die Rolle am Ende bekamen.

Alles in allem ein gelungener Abend mit viel Abwechslung.

Bericht: Olga „Gina“ Wanner

Das Programm in chronologischer Reihenfolge

Mopping (Torben Sachert und Oliver Ott)
Frittenbude // Wings (Aron Krause)
Tocotronic: Warte auf mich auf dem Grund des Swimmingpools (Aron Krause)
Spoiler (Oliver Boczek)
Labyrinth (Johannes Karstens)
Aground: Terra 9629 (Kaweh Kordouni)
Maxim: Rückspiegel (Heiko Landkammer)
Selig: Ohne Dich (Sven Sindt)
Mc Fitti: Mama halblang (Sven Sindt und Heiko Landkammer)
Akusoptisch (Bernd Fiedler)
One Way (Jan Waßmuth)
Gangsterbraut (Jan Waßmuth)
Turbostaat: Tut es doch weh (Kay Otto)
Niels Frevert: Blinken Am Horizont (Christian Mertens)
Moritz Krämer: 90 Minuten (Christian Mertens)
Revolverheld: Lass uns gehen 2014 (Kay Otto)

„Die Zeit, die uns bleibt“ – Das war die KielNET-Kurzfilmnacht 2014

Am 22. und 23. Oktober 2014 fand die siebte KielNet-Kurzfilmnacht im metro-Kino Kiel statt. Vor ausverkauftem Haus sahen die Zuschauer 10 Kurzfilme aus Schleswig-Holstein und Hamburg. Der Sieger des Publikumspreises wird in den nächsten Wochen bekannt gegeben.

„Nach der ersten KielNet-Kurzfilmnacht waren die Zuschauer so emotionalisiert, dass sie nach Hause gegangen sind und Kinder gemacht haben.“ Inzwischen sind diese Kinder eingeschult, so Christoph Dobbitsch, der mit einer spritzigen Moderation durch den Abend führte. Wieder zeigte die Auswahl der Filme, wie rege die Filmszene in Kiel und Umgebung ist. Doch leider ist sie noch immer fast unsichtbar für viele potentielle Zuschauer, die wirklich Lust auf Kurzfilme haben. Das konnte die KielNet-Kurzfilmnacht ändern, denn im Gegensatz zu anderen Kurzfilm-Veranstaltungen in der Stadt fielen die vielen fremden Gesichter sofort ins Auge.

„Wind“ von Robert Löbel

Vorjahresgewinner Robert Löbel konnte leider nicht persönlich erscheinen, um seinen Preis für den beliebtesten Film entgegen zu nehmen. Stattdessen wurde er live per Skype nach Kiel projiziert und stellte sich den neugierigen Fragen des Moderators. Löbel hatte 2013 mit seinem Animationsfilm „Wind“ die Herzen der Zuschauer erobert. Die Idee zu seinem Abschlussfilm sei bei WG-Gesprächen entstanden. Nach der ersten Idee, es solle um Kulturanpassung und Systemkritik gehen, recherchierte Löbel weiter und produzierte schließlich einen Kurzfilm über Menschen, die sich an ihre windige Umgebung angepasst haben.

„Mopping“ und „Aground: Terra 9629“

Der „Nur-48-Stunden“ Wettbewerb ist eine Kieler Erfindung und inzwischen fester Bestandteil der schleswig-holsteinischen Filmszene. Ab diesem Jahr wird er auch in anderen Bundesländern ausgetragen. Dobbitsch lobte die zunehmende Qualität der Kurzfilme, die in nur 48 Stunden entstanden sind. Dazu gehören auch der Erst- und Zweitplatzierte des diesjährigen Wettbewerbs. Mit „Mopping“ setzten sich Filmemacher Torben Sachert und Oliver Ott ein musikalisches Denkmal. Kaweh Kordouni versuchte sich mit „Aground: Terra 9629“ zum ersten Mal an SciFi. Idee und Drehbuch entstanden in Zusammenarbeit mit Jackie Gillies, Jessica Dahlke, Kristin Danger, Martin Sprung und Pierre Schmalfeldt.

„Gangsterbraut“ von Jan Waßmuth

Der Wahlhamburger und ehemalige Kieler Jan Waßmuth zeigte seinen neuen Kurzfilm „Gangsterbraut“, den er zusammen mit seinem Team auf dem Hamburger Dom drehte. Der Film wurde von der Filmförderung HHSH, Filmwerkstatt Kiel gefördert. „Gangsterbraut“ erzählt die Geschichte eines jungen Schausteller-Paares. Sehr eindrücklich fotografiert erzählt Waßmuth eine tragische Geschichte, die leider an einigen Stellen seine Längen hat. Dennoch sehenswert.

„Es war einmal im Winter“ von Friedrich Tiedtke

Der erste Film von Friedrich Tiedtke wurde sofort zum Festival-Hit. Eine Seltenheit auf dem hart umkämpften Festival-Markt, der vor allem von Filmstudenten dominiert wird. Die Geschichte beschäftigt sich mit dem erdrückenden Gefühl der Schuld. Für einen 18-Jährigen wirkt der Film sehr reif, auch wenn man ihm vorwerfen kann, dass er von Anfang an mit dem Grabtuch erzählt.

„From Dad to Son“

Interessant für Animations-Fans war der Überraschungsfilm. Die mit Papier gefaltete Story erzählt auf liebevolle Weise von der Beziehung eines inhaftierten Sohnes zu seinem Vater.

„Ente und Anfang“ von Friederike Hoppe

Angenagelte Kuscheltiere an der Wand. Politisch herrlich unkorrekt ist dieser Kurzfilm von „Ente und Anfang“ und löste ausgelassenes Gelächter an diesem Abend aus.

„Testfahrer“ von Florian Arndt (Gastfilm)

Noch besser trifft jedoch diese Kurzdoku den Ton. Begleitet wird ein Rollifahrer, der mit seiner sympathischen Art die Herzen der Zuschauer im Sturm erobert und offen sowohl über seine Kugelschreibersammlung als auch über den Tod philosophiert. Großartig!

„Nie Solo Sein“ von Jan Schomburg

Wenn Filme rückwärts abgespielt werden, dann sieht das lustig aus. Doch genial ist es, die Geschichte eines Mannes zu erzählen, der im Gegensatz zu allen anderen vorwärts läuft und zu verdursten droht. Wäre da nicht eine junge Frau, die ihm Abhilfe verschaffen kann. Ein Kneipenidee, aus der etwas Ordentliches geworden ist.

„Peters Prinzip“ von Jim Lacy und Kathrin Albers

Womit lässt sich ein schnödes politisches Thema wie die Kapitalismuskritik besser erzählen, als mit einer Fabel. Knallbunt und humorvoll kommt „Peters Prinzip“ daher.

Ob es eine weitere KielNet-Kurzfilmnacht 2015 geben wird, steht noch in den Sternen. Es wäre zu hoffen, denn die beiden Abende waren mehr als gelungen.

Bericht und Bilder: Jessica Dahlke

Postkinematografie – Der Film im digitalen Zeitalter (Seeßlen/ Sucher)

Film, das ist für die Kinos schon lange kein exklusives Gut mehr. Schon mit der Erfindung des Fernsehens wurde den Kinos der Untergang prophezeit. Mit dem Aufkommen des Internets verstärkten sich diese apokalyptischen Visionen von einer kinofreien Welt. Doch der Film ist seinem ursprünglichen Raum nicht untreu geworden. Er hat sich nur weitere Kanäle gesucht und damit sowohl sich selbst als auch seine Geschichten verändert. Postkinematografie, erzählt in 13 Essays.

Der Inhalt

Der Film und das Kino, dieses alte Paar, sie leben in Scheidung. Ästhetisch hat der Film längst mit Computerspielen angebandelt, sein Publikum findet er zunehmend im Netz, erzählerisch innovative Fernsehserien sind zu einer großen Konkurrenz für das Kino herangewachsen. Und dennoch erscheint das nicht denkbar: der Film ohne das Kino. Was der Verlust der Exklusivität dieser lange so gedeihlichen Symbiose bedeutet – welche Risiken er mit sich bringt, für das Kino ebenso wie für den Film, damit befassen sich die Aufsätze in diesem Buch. Aber ebenso damit, welche Kräfte diese Entwicklung andererseits freisetzt. Denn es ist durchaus auch so, dass der Film offener geworden ist für die Einflüsse anderer Künste. Und es geht immer auch darum, was Filme und das Filmemachen – ästhetisch, inhaltlich, wirtschaftlich – mit unserer Lebenswirklichkeit zu tun haben. Die Autoren und Autorinnen sind allesamt junge Kulturjournalisten und Absolventen des Ergänzungsstudiengangs Theater-, Film- und Fernsehkritik an der Bayerischen Theaterakademie in Kooperation mit der Hochschule für Fernsehen und Film München.

Die Kritik

Hollywood-Blockbuster in 3D. CGI-Orgien, flache Geschichten und B-Movie-Stars. Dagegen kopfschwere Arthouse-Filme. Der Kinofilm in der Krise? Oder sucht er nach einem Weg, um gegen illegale Streaming-Portale im Internet anzukommen? Die Antwort der Produzenten ist klar: Auf Bewährtes setzen und bloß nichts Neues wagen. Anspruchsvolle, komplexe und innovative Erzählungen übernehmen stattdessen Serien, die mit Hollywood-Star-Besetzung wie Claire Danes (Homeland) oder Kevin Spacey (House of Cards) Fernsehen und vor allem Internet erobern. Serien wie „Games of Thrones“ bieten Schlachten, die zuvor nur auf großer Leinwand denkbar gewesen wären. Wozu also noch Kino? Welchen Stellenwert hat der Veranstaltungsort in einer Welt, in der alles sofort verfügbar und kostenlos sein soll?

Das Kino ist im Begriff, sich aus dem Loch herauszuarbeiten. Es fand in den 60er und 70er Jahren einen Weg und es findet auch heute einen Weg. Kinofilm wird zum Mysterium, zum Jahres-Highlight. Schon vor dem Kinostart werden Gerüchte und Videos im Internet gestreut. Der neue Star Wars-Film kommt erst Ende 2015 ins Kino und trotzdem ist er seit Monaten in aller Munde. Fanartikel bevölkern die Verkaufsregale. Spin-Offs für die Großen und Kleinen machen Hunger nach mehr.

Die Autoren von „Postkinematografie“ finden weitere Phänomene und geben einen interessanten Einblick in die ältere und jüngere Film- und Kinogeschichte. Trotz des wissenschaftlichen Anspruchs, sind die Texte einfach zu lesen. Empfehlenswert.

Das Buch ist bei Bertz + Fischer erschienen. Eine Leseprobe gibt es hier.

Ein Artikel des ehemaligen Kulturblogs kult-literaten.de

Nachbericht: Filmen mit DSLR-Kameras

In gemütlicher Runde diskutierten am 13. Oktober 2014 Filmemacher Torben Sachert, Johannes Karstens und Sarang Aria, die Kameraassistenten Björn Kurtenbach und Daniel Wehrend sowie Studenten der FH Kiel über das „Filmen mit DSLR-Kameras“. Der Kieler Filmemacher Stammtisch fand wie immer unter der Leitung von Jessica Dahlke statt. Der folgende Bericht fasst einige interessante Aspekte der Diskussion zusammen, die nicht zwangsläufig die Meinung aller Teilnehmer darstellen.

DSLR – Was ist das eigentlich?

Mit dem Verkaufsstart der 5D Mark II löste Canon 2008 den Hype um die „filmenden Knipsen“ aus. Sie war die erste Spiegelreflexkamera, die mit Vollformatsensor Videos in voller 1080p-HDTV-Auflösung aufnehmen konnte. Das brachte einen klaren Vorteil: Trotz des (relativ) günstigen Preises konnten plötzlich Bilder in (scheinbarer) Kinoqualität produziert werden.

Mythos Canon 5D und das Kinobild

Beim näheren Hinsehen ist das natürlich nicht so. Profis erkennen schnell, dass der Kontrastumfang dieser Kameras nicht besonders gut ist. Ebenso müssen die Farben meist nachkorrigiert werden und die Nachbearbeitung in der Postproduction (Farbkorrektur, CGI) wirkt sich sichtbar auf die Qualität aus. Zudem hat der Vollformat-Sensor der Spiegelreflexkameras einen Hype um die Arbeit mit der Tiefenschärfe ausgelöst. Kaum ein Filmstudent, der nicht versucht möglichst mit offener Blende zu filmen, ohne sich Gedanken über den erzählerischen Wert dieses Stils zu machen. Warum muss ein Filmbild heute wie ein Foto aussehen? Nichts spricht gegen Filme, die mit Blende 4 oder sogar 11 gedreht wurden. Böswillig gesagt scheinen sich manche mehr auf die Angeberei mit ihrem großen Bildsensor zu konzentrieren als sich Gedanken über den Inhalt ihrer Filme zu machen. Das gilt für Kinokameras genauso wie für DSLRer. Und dann steht am Ende die Frage im Raum: Ist die Canon 5D Mark II und III wirklich das Maß aller Dinge oder macht ihr Mythos blind vor anderen Herstellern wie Panasonic (Lumix DMC-GH-Serie), Nikon oder Sony?

Von der Demokratisierung des Filmemachens

Mit dem digitalen Wandel und den günstigen Digitalkameras sowie immer besser werdenden Smartphone-Kameras hat sich das Filmemachen demokratisiert. „Es ist nicht länger Sache einer Elite“, so Torben Sachert. Jeder kann heute einen Film drehen und ihn veröffentlichen. Auch der Auswahlprozess, welcher Film erfolgreich wird und welcher nicht liegt in den Händen der Community. Ein Prozess, der durchaus positiv ist, aber auch Ängste auslöst. So sehen sich gerade etablierte Filmemacher einer Schwemme junger Videoproduzenten ausgesetzt, die mal eben so und untertariflich Videos herstellen und so die angespannte Auftragslage auf dem Markt weiter verschärfen.

Zudem hören Filmemacher häufig von ihren Kunden: „Das ist ja nur eine Spiegelreflexkamera, das könnte ich ja auch selbst machen.“ Das Image, dass Filmer ihr Geld für das Aufwarten von teurem Filmequipment bekommen, ist noch immer tief verankert. Hier muss ein Bewusstseinswechsel stattfinden, weg von den Werkzeugen hin zum KnowHow der Kameraleute. Denn zu einem guten Film oder Werbespot gehört mehr als nur eine teure Kamera. Da ich selbst seit einigen Jahren im Marketing arbeite, kann ich Unternehmen nur vor schlechten und langweiligen Imagefilmen warnen, die mehr schaden als nützen. An dieser Stelle Geld zu sparen, ist genau der falsche Weg. Kreativität und Erfahrung sind hier gefragt, denn nur dann können diese Filme ihre Werbewirksamkeit entfalten.

Vor- und Nachteile DSLR

Zurück aber zu den DSLR-Kameras. Sollte man mit ihnen arbeiten? Ja. Es kommt immer darauf an, wie der Film später ausgewertet werden soll. Ein Internetvideo mit einer Alexa oder Red zu drehen ist (offenkundiger) Unsinn. Ebenso sind Auflösungen von 4K bis 6K eher unnötig, außer man hat vor, seinen Film im Imax zu zeigen. Einziger Vorteil dieser Auflösungswerten ist eigentlich nur, dass man in der Postproduktion in das Bild hineinzoomen kann. Aber kann man über die Einstellungsgröße nicht gleich am Set entscheiden?

Kameraleute, die mit DSLR arbeiten schätzen ihre Kompaktheit und das geringe Gewicht. „Man kann schnell da hinlaufen, wo etwas passiert“, erklärt Björn Kurtenbach, der für Dokumentationen die von der Größe her einer DSRL Kamera ähnelnde Canon C100 nutzt. Auch in beengten Räumen wie Autos ist die Spiegelreflexkamera weitaus nützlicher, als größere Kameras.

Zudem können DSLR-Kameras mit Zusatzmodulen individuell aufgerüstet werden, was so bei einem Camcordern nicht möglich ist. Mit Open Source Programmen wie Magic Lantern ist sogar die Firmware erweiterbar.

Klarer Nachteil ist jedoch das umständliche Handling. Die Schulter-Rigs der DSLRler sind im Gegensatz zu Camcordern nicht ergonomisch ausbalanciert und legen ihr Gewicht statt auf die Schulter auf die Arme des Kameramanns. Zudem muss man sich mit viel Technik auseinandersetzen, denn eine Spiegelreflexkamera ist eben ein Fotoapparat, der um Funktionen erweitert werden muss, die bei einer üblichen Kamera selbstverständlich und leicht bedienbar eingebaut sind. Über bildtechnische Mankos muss man hinwegsehen können, um sich auf die eigentliche Filmarbeit konzentrieren zu können. Die Leichtigkeit der DSRL ist ein Vorteil, aber auch ein Nachteil, denn um so leichter die Kamera, umso größer die Gefahr, dass das Bild bei Bewegung verwackelt. Hier sind neben Rigs und Gimbals Objektive mit Stabilisierung zu empfehlen.

Gerne vergessen, aber das eigentlich Entscheidende sind jedoch die Objektive für eine Kamera. Eine teure Kamera ist witzlos, wenn nur mit billigen Objektiven gefilmt wird.

DSLR: Fluch oder Segen?

Jede Technik hat am Anfang ihre Kinderkrankheiten. Auch die filmenden DSLRler werden sich weiterentwickeln und sind vom Markt nicht mehr wegzudenken. Das löst natürlich Existenzsorgen aus, vor allem bei denjenigen Videoproduzenten, die sich durch den Besitz von teurer Technik einen Schutzraum vor der Konkurrenz verschaffen wollten. Darin einen Fluch zu sehen, wird ihnen nicht weiterhelfen. Vielmehr sollte sich der Fokus weiter auf die Inhalte der Filme verschieben, auf das, was man damit erzählen und verkaufen will.

Bericht und Fotos: Jessica Dahlke

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