Filmemacherinnen räumen bei Jugend Filmfest 2017 ab

Margareta Kosmol und Johanna Jannsen sind die Gewinnerinnen des diesjährigen Jugendfilmfestes, das nach zwei Tagen Scheersberg sein Finale im Studio Filmtheater in Kiel fand. Margareta Kosmol  wurde für ihren Kurzfilm „Geheimsprache“ mit dem Jugendfilmpreis prämiert. Der Film wird aus der Perspektive eines kleinen Mädchens erzählt, in dessen Klasse eines Tages ein Flüchtlingsmädchen auftaucht, mit dem sie sich anfreundet. Johanna Jannsen erhielt den Nachwuchspreis für Ihre Kurzdoku „Mein Vater“, die im Zuge des Filmcamp Galway Stories – Screen Talent Europe entstanden ist. Darin erzählt ein irischer Fischer von seinem 99jährigen Vater.

Im Finale wurden insgesamt sieben Filme gezeigt. Dem voran ging ein zweitägiges Treffen auf dem Scheersberg, auf dem junge Filmemacher aus Schleswig-Holstein ihre Filme zeigen. Das Programm bestach dabei durch eine hohe Qualität der Filme, die von Jahr zu Jahr zu steigen scheint.

Auch die Themen sind vielfältiger geworden. So musste sich die Jury in diesem Jahr zwischen den Komödien „Fuck ju Halloween“ (Jonas Wuttke, Jonas Ems), „Ghost Tapes“ ( Reinhold Hansen) sowie „Date op de Dieck“ (Laura Gagert), dem Echtfilm-Streifen „The Ballad of Ralf und Heike“ (Manuel Oswalde) sowie dem Horrorstreifen „Schattenfoto“ (Wuttke, Ems) und natürlich der Gewinnerdoku entscheiden.

Den Publikumspreis, der aus allen auf dem Scheersberg gezeigten Filmen gewählt wurde, ging an „Doggy Driver“ (Merlin Slamanig). In dem fulminanten „Langfilm“ geht ein kleiner „Hund“ mit seinem selbstgebauten „Fahrzeug“ auf eine „abenteuerliche Reise“ über den schleswig-holsteinischen Asphalt 😀

Bilder und Bericht: Jessica Dahlke

Mehr über den Landesverband Jugend & Film.

Bilder Jugend Film Fest

Preisträger des DBA Kurzfilmfestivals

Am 9. November fand im Luna Club Kiel das inzwischen traditionell gewordene DBA (Der bewegte Abend) Kurzfilmfestival statt, dass von Doktoranten der Medienwissenschaften der CAU Kiel kuratiert wird. Bester Film wurde die sympatische Kurzdoku über eine Gaardener Ikone „Der schwarze Mann vom Bosperus.“ Alle Preisträger findet ihr hier.

Bester Kurzfilm 1. Platz
Der Schwarze Mann vom Bosporus – Göktug Firtina, Johannes Dancker, Natalie Beck

2. Platz
Werner Herzog’s Day at the Beach – Yorck Beese

3. Platz

Divine – Hannes Fleckstein

Publikumspreis bester Kurzfilm

Werner Herzog’s Day at the Beach – Yorck Beese

Preis für das beste Musikvideo
Green Boodah – Day and Night, Regie: Pola Rada

Preis für den besten Experimentalfilm
Born – Jessica Dahlke

Nachwuchspreis
Der 32. Tag – Navid Ganjian, Samir Mohammadi, Kamiab Karimi

Preis für den besten Trailer
Herzdiesel – André Unterschleif

Preis für die beste Musik
Avidus – Nekromant, Regie: Malin Dorn, Esteban Pérez

Preis für komplexe Lebensweisheiten
Tandem – Sven Bohde

Preis für den besten Trick
Date op de Diek – Lara Pansegrau

Preis für den saftigsten Film
Juicetice – Mike Lilienthal

Der Topf der Jury
RGG – Jörg Meyer

Preis für die besten Actionsequenz
Give me back my Holotape – Peter Ahlers

Preis für den besten Flow
Triplet – Oliver Ott, Torben Sachert

 

Eine lobende Erwähnung spricht die Jury dem Film Der Himmel auf Erden von Kuesti Fraun aus.

 

30 Jahr Filmforum: Nordische Filmtage Lübeck

Seit dreißig Jahren begleitet das Filmforum bei den Nordischen Filmtagen Lübeck die Filmszene in Schleswig-Holstein. Seit zehn Jahren sind auch Filmschaffende aus Hamburg zu Gast. In diesem Jahr kommen 22 der insgesamt 44 gezeigten Filme aus Schleswig-Holstein, was eine erfreuliche Entwicklung darstellt, kam es doch in den letzten Jahren zu einer deutlichen Unterrepräsentation der Filmemacher aus dem hohen Norden.

Wir stellen euch die Filme vor.

 

Arthur & Claire (Miguel Alexandre)

Arthur ist ein Grantler par excellence. Er checkt in ein Amsterdamer Hotel ein, um am nächsten Tag sein Leben zu beenden. Er will nicht länger darauf warten, dass der Tumor in seiner Lunge es qualvoll erledigt. Seine erlesene Henkersmahlzeit wird ihm jedoch von der jungen Holländerin Claire vergellt, die ein paar Zimmer weiter zu lautem Hardrock ebenfalls ihren Selbstmord vorbereitet. Während ihres Schlagabtauschs begreift Arthur, was sie plant, entsorgt kurzerhand die Schlaftabletten und folgt der wutentbrannten Claire in die Nacht. Eine Nacht, die für beide außergewöhnliche Erfahrungen bereithält. – Das Drehbuch von Miguel Alexandre und Josef Hader hält eine wunderbare Balance zwischen trockenem Humor und einer tiefen Einsicht in die Unvollkommenheit der Menschen. Getragen von sehr stimmungsvollen Bildern und Szenen entsteht so eine feine, kluge Liebeserklärung an das Leben.

100 min.

4.11.2017 – 19:15 Uhr – Cinestar Kino 7

 

Das Bärtierchen (Kerstin Welther)

Auf der Suche nach der Formel für Unsterblichkeit wähnt sich ein Wissenschaftler auf einer Raumstation kurz vor dem Durchbruch – dank seiner Analyse der sagenumwobenen Bärtierchen, die unter extremsten Bedingungen überleben können. Bis seine bizarren Tests plötzlich aus dem Ruder laufen.

4 min.

3.11.2017 – 22:15 Uhr – CineStar Kino 7

 

Blei im Blut (Linnéa Kviske, Jana Sepehr)

Millionen ausrangierter Altbatterien landen jährlich in Entwicklungsländern wie Ghana. Ohne Schutz für Mensch und Umwelt wird dort das hochgiftige Blei der Batterien recycelt. Die Arbeiter riskieren ihr Leben für einen Rohstoff, der aus dem Ausland kommt und der fast ausschließlich exportiert wird. Für sie bedeutet die Arbeit Leben und Leid zu gleich. (s. Eventseite XX)

21 min.

 

Commander Kryppel – Being Kay Howe (Dörte Nielsen, Jürgen Zinke)

Der Lübecker Kay Howe ist seit seiner Geburt schwerstbehindert. Wenn er spricht, ist er kaum zu verstehen. Trotzdem erzählt er seine Geschichte. Die Geschichte eines Mannes, der im Rolli sitzt, zappelt und – der Captain ist! „Klar hab ich die Kappe verbeult”, sagt er von sich selbst, „aber es stimmt, ich bin der Chef.“ Er beschäftigt vier Mitarbeiterinnen. Zusammen managen sie sein Leben.

24 min.

2.11.2017 – 13:45 Uhr – CineStar – Kino 2

 

D/DK (Karsten Wiesel)

Die deutsch-dänische Grenze ist kein Weg, sondern eine virtuelle Linie mitten durch Wald und Feld. Experimentalfilmer Karsten Wiesel ist die 67 Kilometer von der Nordsee bis zur Ostsee abgelaufen, dabei entstanden 8000 Einzelbilder. Rasant zusammengeschnitten wird aus der unspektakulären Kulisse der totale Kino-Flash.

Ausgewählte Filmbilder sind Teil einer Ausstellung im Kolosseum.

12 min.

2.11.2017 – 16:15 Uhr – CineStar – Kino 7

 

Das erste Bild (Michael Carstens)

Schleswig-Holstein in den frühen Zwanzigerjahren: Ein Vater besucht mit seinem Sohn ein Fotostudio, um ihn fotografieren zu lassen. Das herrische Familienoberhaupt hat sehr strenge Vorstellungen, wie sein Sohn in Szene gesetzt werden soll. Im Traum entzieht sich der Junge der Bevormundung und entwickelt eine zauberhafte Vision.

8 min.

3.11.2017 – 13:15 Uhr – CineStar – Kino 7

 

Der 32. Tag (Navid Ganjian, Samir Mohammadi, Kamiab Karimi)

Was ist cooler? Mit Freunden abhängen und Fußball spielen oder verbotene Dinge, wie Drogen, ausprobieren? Einer der Jungs entscheidet sich fürs Ausprobieren… Der Film entstand im Rahmen eines Filmkurses an der Walther-Lehmkuhl-Berufsschule in Neumünster. Er ist ein Gemeinschaftsprojekt von Teilnehmern aus sechs Nationen, die als unbegleitete Jugendliche nach Deutschland kamen.

6 min.

3.11.2017 – 13:15 Uhr – CineStar – Kino 7

 

Ein Tag – Ein Jahr – Eine Tide (Alexandra Pohlmeier)

Die Kamera blickt auf das Weltnaturerbe Wattenmeer wie durch ein Fenster mit der immer gleichen Aussicht. Wo sich scheinbar nichts tut, passiert unglaublich viel: Beinahe unmerklich wird aus einem einzigen Tag ein ganzes Jahr. Ein faszinierendes filmisches Experiment.

11 min.

2.11.2017 – 16:15 Uhr – CineStar – Kino 7

 

Franzosensand (Bettina Nürnberg, Dirk Peuker)

In einem Onlineforum bittet Abiturient „Bismarck99” um Rat für eine Arbeit über den ehemaligen „Adolf-Hitler-Koog” in Dithmarschen – heute Dieksanderkoog. Erst mal blitzt er ab, lässt sich aber nicht beirren und deckt so nach und nach die Entstehungsgeschichte dieses Landgewinnungsprojekts aus der Nazizeit auf. – Rekonstruiert mit Archivmaterial, Found Footage und Off-Texten.

9 min.

2.11.2017 – 16:15 Uhr – CineStar – Kino 7

 

Kursmeldungen (Rainer Komers)

Industrieanlagen und unberührte Natur, Schifffahrt und Landwirtschaft, Arbeit und Freizeit – der Streifzug durch norddeutsche Küstenlandschaften stellt industrielle und urbane Ästhetik in Beziehung zu Mensch und Natur und vermittelt sehr sinnlich, wie unterschiedlich „Zeit” gelebt und empfunden wird.

30 min.

2.11.2017 – 16:15 Uhr – CineStar – Kino 7

 

Ludwig Nissen (Martina Fluck)

Ludwig Nissen, 1855 in Husum als Sohn eines Reepschlägers geboren, kam in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in New York City als Diamantenhändler zu Wohlstand und Einfluss. Der erfolgreiche Einwanderer drang bis in die einflussreiche Finanzaristokratie vor. Einen Großteil seines Vermögens vermachte er seiner Heimatstadt und legte so den Grundstock für das „Nordfriesland Museum. Nissenhaus Husum“.

40 min.

5.11.2017 – 10:15 Uhr – CineStar – Kino 7

 

Mein Vater (Johanna Jannsen)

Inis Oírr, die kleinste der Aran-Inseln vor der irischen Küste: Umgeben vom rauen Atlantik, arbeitet Peadar auf der Inselfähre und kümmert sich nebenbei um seinen 99 Jahre alten Vater. Nun steht der Winter bevor und es wird immer schwieriger für Peadar, seinen alten Vater aus dem Haus zu bekommen.

8 min.

2.11.2017 – 13:45 Uhr – CineStar – Kino 2

 

Merry X-Mas (Jessica Dahlke)

Weihnachtsfeier im Freien unter tropischen Palmen, damit sich Urlauber wie zu Hause fühlen, unterlegt mit Kommentaren aus deutschen Medien, die das unbeschwerte, selfie-verliebte Treiben konterkarieren – ein Experimentalfilm von der Muthesius Kunsthochschule in Kiel.

4 min.

3.11.2017 – 22:15 Uhr – CineStar – Kino 7

 

Ostajem – Ich bleibe hier (Maja Bahtjarevic, Johanna Jannsen)

Die Kieler Filmemacherin und Journalistin Maja Bahtijarevi ist als Kind Anfang der Neunzigerjahre mit ihren Eltern vor dem Bürgerkrieg in Ex-Jugoslawien nach Deutschland geflohen. Knapp 25 Jahre später trifft sie in ihrer alten Heimat Stefan, Jelena und Pedja, junge Menschen ihrer Generation, die in Bosnien und Herzegowina leben wollen – trotz aller Widrigkeiten. Und sie beweisen: mit genug Hoffnung und Idealismus kann es auch dort eine Perspektive geben.

27 min.

2.11.2017 – 13:45 Uhr – CineStar – Kino 2

 

Revue (Urte Alfs)

Urte Alfs hat entlang der deutsch-dänischen Grenze Eindrücke eingefangen: u.a. vom Amtsringreiten auf Sylt, der Gymnastik-Gala in Sønderborg, dem Maibaumfest in Leck und dem Feuerwehrfest in Stadum. Ihre Bilder – getragen von Schnitt und Sounddesign – vermitteln den Stolz der Sportler und die Leidenschaft der Musiker, die Lust an alten Bräuchen, aber auch die ungebrochene Präsenz militärischer Tradition.

2.11.2017 – 16:15 Uhr – CineStar – Kino 7

 

Schlamassel im Schlamm (Michael Zamjatnins)

Im Brackwasser eines Mangrovenwalds freundet sich ein kleiner Schlammspringer ausgerechnet mit einem streunenden Hausschwein an. Die beiden haben jede Menge Spaß, bis das Schwein von einem Zyklopen gefangen und verschleppt wird. Sein kleiner furchtloser Freund macht sich auf, das Schwein zu befreien.

7 min.

3.11.2017 – 13:15 Uhr – CineStar – Kino 7

 

Tatort – Mord Ex Machina (Christian Theede)

Ein besonders kniffliger Fall für Kriminalhauptkommissar Jens Stellbrink: Der Justiziar einer Firma, die auf das Sammeln von digitalen Daten spezialisiert ist, kommt bei einem Unfall mit dem firmeneigenen Prototyp eines selbstfahrenden Autos ums Leben. Anfangs deutet alles auf Selbstmord, doch dann entdeckt Stellbrink, dass der Mann vor seinem Tod verzweifelt versucht hatte, die Fahrertür zu öffnen. Für die Lösung des Falls muss der Ermittler tief in die Möglichkeiten digitaler Manipulation eintauchen. – Christian Theede inszeniert das Drehbuch von Hendrik Hölzemann („Gleißendes Glück”, 2016), das spannend mit dem kriminellen Potential der Digitalisierung spielt, mit Nervenkitzel und sehr gutem Timing. Dank seiner Regie bekommt die Figur Stellbrink auch mehr Schärfe und wirkt nicht mehr so abgehoben.

90 min.

1.11.2017 – 22:15 Uhr – CineStar – Kino 7

 

The Ballad of Ralf and Heike (Manuel Ostwald)

Ralf hat es endlich geschafft, dass Heike ihn in seinem Ostberliner Jugendzimmer besucht und mit ihm russische Vokabeln lernt. Er musste dafür aber versprechen, dass er von Nachbar Klaus eine Rolling-Stones-Platte kauft, die sie unbedingt haben will.

10 min.

3.11.2017 – 22:15 Uhr – CineStar – Kino 7

 

Tisch und Bett (Jonathan Schulz)

Stille oder Streit – etwas anderes gibt es in der Ehe von Jochen und Anne schon lange nicht mehr. Die lebensfrohe Anne haben die Jahre müde und stumm werden lassen. Sie reagiert nicht mehr auf die Ausraster ihres Mannes. Ihr Arbeitszimmer scheint ihr einziger Rückzugsort zu sein.

6 min.

3.11.2017 – 22:15 Uhr – CineStar – Kino 7

 

Unsere Dorfschule (Gabriele Kob, Hanno Hart)

Sinkende Schülerzahlen in ländlichen Gebieten gefährden die Existenz von immer mehr Schulen. Schließungen sind die Konsequenz, gleichzeitig wird dadurch das Leben auf dem Dorf für junge Familie immer unattraktiver. Ein Teufelskreis, der in manchen Orten mit großem Einsatz und innovativen Ideen durchbrochen wird. Wie zum Beispiel in der Stapelholm-Schule, deren neue Schulleiterin für drei Standorte zuständig ist. Sie hat sich vorgenommen: Hier wird nichts geschlossen, aber dafür muss sich die Form der Schule ändern. In Bordelum hat die Schul- und Kindergartenleitung mithilfe der Eltern die Schließung verhindert und plant ein generationsübergreifendes „Bordelumhus“ für die ganze Gemeinde. Und in der Grundschule Klixbüll, aus der bereits das neue Dorfzentrum wurde, hat sich in den letzten zehn Jahren die Schülerzahl auf 120 verdoppelt, ganz gegen den Trend.

71 min.

5.11.2017 – 13:15 Uhr – CineStar – Kino 7

 

Vergebung (Johann Schulz)

Ein Vater und seine Tochter sind, wie jedes Jahr, auf dem Weg zu einer Verabredung. Und wie jedes Jahr ist die Tochter nur widerwillig dabei. Doch dieses Mal nimmt der Besuch eine ungewohnte Wendung und wird die Zukunft von beiden verändern.

3 min. – 13:15 Uhr – CineStar – Kino 7

 

Watu Wote / All of Us (Katja Benrath)

Seit Jahrzehnten wird Kenia von Terroranschlägen der islamischen al-Shabaab erschüttert. Zwischen Christen und Muslimen wachsen Angst und Misstrauen. Bis im Dezember 2015 die muslimischen Reisenden eine Christin selbstlos vor dem Übergriff der Terrormiliz beschützen.

23 min.

3.11.2017 – 22:15 Uhr – CineStar Kino 7

 

Zur Webseite der Nordischen Filmtage Lübeck

59. Nordischen Filmtage: 195 Filme im Programm

In diesem Jahr starten die Nordischen Filmtage Lübeck mit 195 Filme im Programm, die an fünf Tagen in den vier Festivalkinos sowie diversen Sonderspielstätten gezeigt werden. Mehr als die Hälfte der Wettbewerbsfilme sind Debütfilme. Dabei sind die Länder Dänemark und Schweden mit fünf bzw. vier Filmen vertreten, neben Norwegen und Finnland mit je drei Filmen. Die Nordischen Filmtage Lübeck sind einzigartig als Filmfestival in Deutschland und auf dem europäischen Kontinent mit ihrem Schwerpunkt auf Filmen aus den Nordischen Ländern und dem Baltikum. Veranstalter des Filmfestivals ist die Hansestadt Lübeck.

1. bis 5. November 2017 // Lübeck

Eine Regisseurin eröffnet das Programm

Eröffnet wird das Festival am 1. November 2017 mit der Deutschlandpremiere der schwedischen Produktion „Träum’ weiter“ (Dröm vidare/Beyond Dreams), dem Spielfilmdebüt der jungen Regisseurin Rojda Sekersöz. Der Film steht stellvertretend für viele Produktionen im Wettbewerbsprogramm, die junge ProtagonistInnen in den Mittelpunkt der Handlung stellen und ihre Lebenswelten in großer Themenvielfalt abbilden. In vielen Filmen sind es junge Frauen, die in ganz vielfältigen Hauptrollen zu sehen sind. Wie in „Miami“ von Zaida Bergroth aus Finnland, in dem zwei ungleiche Schwestern durchs Land reisen. Die Regisseurin und beide Darstellerinnen stellen ihren Film in Lübeck vor. Auch in „Thelma“, ist es in Joachim Triers gleichnamigem Film eine junge Frau, die gerade ihr Studium begonnen hat und deren Liebe übernatürliche Kräfte freisetzt. „Darling“ aus Dänemark zeigt das Schicksal einer jungen Balletttänzerin, die aufgrund einer Krankheit ihre Karriere beenden muss (Regie: Birgitte Stærmose, mit Danica Curcic, Gustaf Skarsgård, Ulrich Thomsen uvm.) während in „Das Ende der Kette“ (Keti lopp / The End of the Chain) aus Estland, die Protagonistin auf einen Neuanfang hofft, inszeniert hat Priit Pääsuke. Beziehungsgeschichten behandeln zahlreiche Spielfilme auf vielschichtigen Ebenen wie in „Die Ex-Frau“ (Ex-frun) der schwedischen Regisseurin Katja Wik, in dem drei Frauen an ganz unterschiedlichen Punkten ihrer Beziehung stehen, während „Eine fürchterliche Frau“ (En frygtelig kvinde/A Horrible Woman)ganz damit beschäftigt ist, zerstörerische Kräfte darin zu entwickeln. Hier hat der Däne Christian Tafdrup Regie geführt.

Filme über Spannungen zwischen den Generationen

Generationenkonflikte zeigen weitere Spielfilme auf: in „Was werden die Leute sagen“ (Hva vil folk si / What Will People Say) von Iram Haq aus Norwegen, die in Lübeck 2013 mit dem NDR Filmpreis ausgezeichnet wurde, muss sich die junge Hauptfigur mit ihren Eltern auseinandersetzen, die sie gegen ihren Willen zu Verwandten nach Pakistan schicken. Eine deutsche Ko-Produktion von Rohfilm Factory, deutscher Verleih ist Pandora Film. „Das Entschwinden“, eine niederländisch-norwegische Ko-Produktion von Boudewijn Koole,zeigt hingegenden Versuch einer jungen Frau, sich mit ihrer Mutter und dem Leben auszusöhnen. Im Gegensatz dazu steht der 15-jährige Klas in „Die Raben“ (nach dem gleichnamigen Roman von Tomas Bannerhed) in Konflikt mit seinem Vater (Regie: Jens Assur, Schweden), der ihn unbedingt als Hoferben einsetzen möchte, er hingegen möchte lieber heute als morgen fort gehen. Auch der junge Leevi ist wegen seines strengen Vaters ins Ausland gegangen in „Ein Augenblick im Schilf“ (A Moment in The Reeds), eine Inszenierung von Mikko Makela (Finnland), kehrt allerdings zurück und erlebt die Liebe zu einem jungen Immigranten.In die 1970erJahre führt der Film „Sternsinger“ (Kaiken se kestää / Star Boys) von Regisseur Visa Koiso-Kanttila, in dem sich zwei Jugendliche mit den sexuellen Befreiungsversuchen ihrer Eltern auseinander setzen müssen.

Neuheit: 360 Grad Filme im Fulldome Kino

Auch in diesem Jahr laufen am neuen Standort Klingenberg in Lübeck im mobilen Fulldome Kino beeindruckende 360° Filme. Hier kann auch einer Weltneuheit beigewohnt werden, denn die Nordischen Filmtage zeigen in diesem Jahr zum ersten Mal interaktive realtime-VR-experiences, die in der Kuppel-Leinwand des Fulldome-Kinos gespiegelt werden. Das Festival beschreitet damit einen ganz neuen Weg, denn hinter dem INTERACTIVE DOME VR steckt ein neuer technischer Ansatz, den der Kurator der 360° Filme, Ralph Heinsohn, mit den Filmtage Partnern, der Firma VR Nerds GmbH aus Hamburg und den Filmkünstlern Michelle und Uri Kranot eigens für das Festival entwickelt hat: Anders als in linearen Filmen gibt es bei diesen immersiven Geschichten keine feste zeitliche Abfolge. Die Werke „Nothing Happens“ (Produktion: Dansk Tegnefilm, DK / Miyu Productions, F) und „Lucid Trips“ (VR Nerds) sind mehr als performative, installationsartige Inszenierungen zu verstehen, bei denen das Publikum Teil der Aufführung wird. Der Betrachter bewegt sich dabei buchstäblich durch eine neue Welt. Mit der VR-Brille kann er sich individuell um Objekte herumbewegen, die im Film zu sehen sind, hinter Wände schauen und selbst entscheiden, wann und wie schnell er es tut – ganz anders als im „klassischen“ Film, der ja den zeitlichen Ablauf der Erzählung vorgibt. Zum ersten Mal wird es so nun für ein Publikum möglich, die Perspektive eines VR-Spielers in der tatsächlichen Rundum-Darstellung mitzuverfolgen und Teil seiner Handlungen und seiner Erlebnisse zu werden. Ein ganz neuer Ansatz, der eigens für die diesjährigen Filmtage angeboten wird.

Zur Webseite der Nordischen Filmtage

 

Filmlicht-Workshop mit Achim Dunker

Am Wochenende fand der Filmlicht-Workshop mit Achim Dunker im Café Godot statt. Die Teilnehmer lernten verschiedene Beleuchtungssituation und Leuchtmittel kennen und hatten dabei jede Menge Spaß. Dreipunkt-Beleuchtung war gestern. Achim Dunker zeigte wie man sowohl mit wenig Mitteln als auch mit professionellen Equipment filmische Lichtstimmungen gestalten kann.

Die Veranstaltung wurde organisiert von Filmkultur Schleswig-Holstein e.V.

Einen Bericht vom Workshop 2016 mit einer ausführlichen Rezension seiner Arbeit findet ihr hier.

Bilder von Jessica Dahlke

Call of Entry: DBA Kurzfilmfestival

Wie bei den letzten elf Malen darf hier gerne wieder alles dabei sein: vom charmanten Erstling bis zum preisgekrönten Miniepos – egal ob Animation, Dokumentation oder Wissenschaftsfiktion, Urlaubsvideo, Musikvideo oder Handyvideo, Kunstfilm, Schmuddelfilm oder Spielfilm. Alles ist erlaubt, Hauptsache, der Film ist nicht länger als 15 Minuten.

Zudem kürt natürlich wieder eine Expertenjury die besten Arbeiten mit reichlich Preisen in den verschiedensten Kategorien (Profis, Amateure u.v.m.). Und zusätzlich gibt es selbstverständlich auch wieder einen Publikumspreis, denn das Publikum entscheidet wie gehabt bei uns immer mit!

Also schickt euren Film bis zum 26.10.2017 an das DBA Kurzfilmfestival und seid eventuell dabei!

Teilnahmebedingungen:
Genre: Kurzfilme aller Art
Formate: DVD (VOB), MPEG4, h.264
Einsendeschluss: 26.10.2017

Filmeinsendung per WeTransfer, Dropbox an:
der-bewegte-abend@lunaclub.com

oder per Post an:
DBA Kurzfilmfestival
c/o Luna Club
Bergstraße 17a
24103 Kiel

Moritz Boll über seinen Kurzfilm ABGETAUCHT

Diesen Sommer drehte Filmemacher Moritz Boll seinen neuen Kurzfilm „Abgetaucht“ im schönen Ditmarschen. Das Projekt wurde von der Filmwerkstatt Kiel unterstützt. Wir haben mit Moritz über das Drehen mit Kindern, Teamarbeit und Lagerfeuerromantik gesprochen.

 

Hallo Moritz, ihr habt gerade die Dreharbeiten zu eurem neuen Kurzfilm abgeschlossen. Wo habt ihr gedreht?

Wir haben mit dem ganzen Team auf dem Forellenhof Riesewohld in Dithmarschen gewohnt, weil wir auf dem Gelände unser Set eingerichtet hatten. Das war besonders schön, weil nach Drehschluss das Lagerfeuer angemacht wurde und später alle Mitwirkenden gleich glücklich ins Bett fallen konnten.

 


Wie lief’s?
Super! Wir hatten eine ganz wunderbare, intensive, lustige Zeit. Unsere Hauptdarstellerin ist gerade erst 7 geworden und deshalb haben wir ihre Eltern und ihren kleinen Bruder ebenfalls auf dem Hof untergebracht. Marko Gebbert, unser Hauptdarsteller, hatte dazu Sohn und Tochter mit dabei und so gab es viele Kinder am Set, viel Trubel, witzige Situationen, „Räuber und Gendarme“-Spiele in den Pausen und – für uns – erkenntnisreiche Einblicke in den Wahnsinn der Kindeserziehung. Aber gearbeitet haben wir natürlich auch und das sehr erfolgreich! Wir haben uns alle so toll verstanden, dass wir sehr traurig waren, als die letzte Klappe geschlagen wurde.

 


Worum geht es in deiner Geschichte?
Vater und Tochter sind im Wald. Im Wohnwagen. Abenteuer-Urlaub, Idylle. Aber die kleine Marie vermisst ihre Mutter.
Wenn es uns gelingt, wird das ein spannender, berührender Kurzfilm über einen ganz besonderen Ausflug von Vater und Tochter.
Wie war das Drehen mit einem Kind?
Viel einfacher als erwartet! Unsere Ghisele ist einfach ein Wunderkind! Sie hat das ganz toll gemacht. Wir haben extra kürzere Drehzeiten eingeplant und zum ersten Mal mit zwei Kameras gleichzeitig gedreht, um Takes zu sparen. Das hat sich als eine praktische Arbeitsweise herausgestellt. „Ghighi“ und Marko hatten dadurch die Möglichkeit, in jedem Take eine andere Spielweise auszuprobieren, ohne auf Anschlüsse und Körperhaltung zu achten. Wir haben Ghighi nicht verraten, worum es im Film geht, und die Szenen chronologisch gedreht. So hatte sie die Möglichkeit, genau wie ihre Figur, überrascht auf Wendungen zu reagieren.

 


Was war anders als bei „Elise“?
Die Kürze! Während wir an „Elise“ fast zwei Jahre gearbeitet haben, war dieser Kurzfilm nach einer Woche Drehzeit im Kasten. Ein komisches Gefühl! Wir hatten ja vorher nur einen einzigen Kurzfilm gedreht und damals waren wir 12 Jahre alt. Wir haben das aber sehr genossen, weil die Planung natürlich einfacher ist und der Prozess durch die Verkürzung intensiver. Bei diesem Kurzfilm habe ich nur Regie geführt und die Kamera an Björn Kurtenbach und Konstantin Tanner abgegeben. Das war super und hat es sehr erleichtert, das Wesentliche im Blick zu behalten.

 

Ihr seid von der Filmwerkstatt Kiel gefördert worden.
Ja! Ohne die Förderung hätten wir den Film nicht drehen können. Obwohl alle Crewmitglieder nur eine kleine Gage bekommen und wir von vielen Seiten unterstützt werden, müssen die klassischen Posten einer Produktion natürlich irgendwie bezahlt werden: Fahrzeuge, Equipment, Verpflegung und später die Postproduktion. Wir haben uns deshalb riesig über die Förderung gefreut!

 


Wie hat sich das auf eure Arbeit ausgewirkt?
Für uns hieß das konkret: 2 Kameras, ein vernünftiger Regie-Monitor, der beide Kamerasignale nebeneinander anzeigt, ein besseres Tonaufnahmegerät und die Aufteilung in Tonmischer und -angler am Set, mehr Zeit, die gemeinsame Unterkunft und unsere geliebten Funkgeräte durften natürlich auch nicht fehlen – der Forellenhof Riesewohld ist nämlich über 4 Hektar groß.
Wie geht es bei dir weiter?
Ich freue mich jetzt sehr auf den Schnitt! Geplant ist die Fertigstellung für Ende des Jahres. Wir haben außerdem noch einige Aufträge, u.a. werden wir für die PSD-Bank einen Kinospot mit einem Flugzeug drehen. Sehr aufregend!
Viel Erfolg dabei!
Vielen Dank!

Mehr über Moritz Boll

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