Ingo Frenzel über DIE ZOMBIE JÄGER

Ingo Frenzel ist Filmemacher aus Uetersen in Schleswig-Holstein und dreht zurzeit eine Serie mit dem Titel DIE ZOMBIE JÄGER. Kim hat ihm ein paar Fragen gestellt.

Interview von Kim Kevin Weinbach

Du machst deine nicht kommerziellen Filme schon seit vielen Jahren und hast inzwischen viele Themen bearbeitet und verfilmt. Vor einigen Jahren z.b. hast du den abendfüllenden „James Bond Fanfilm“ gedreht, in dem ich eine kleine Rolle spielen durfte. Nun gehst du einen neuen Weg mit deiner kleinen Uetersener Produktion und wagst den Schritt zu zur Serie mit DIE ZOMBIE JÄGER. Wie bist du auf die Idee gekommen eine youtube Serie über Zombies zu machen?

Es ist keine Serie ausschließlich über Zombies, was der Titel der Serie schon verrät: DIE ZOMBIE JÄGER. 2012 hatte ich einen Spielfilm mit dem gleichen Titel gemacht, der eher eine Komödie geworden ist. Als Serie habe ich jetzt die Möglichkeit, die Story so zu erzählen, wie es damals eigentlich geplant war, also keine Komödie. Aber es wird trotzdem nicht furztrocken.

Wie viele Folgen sind geplant und wie lang wird eine Folge gehen?

Wir drehen zurzeit die erste Staffel á 7 Folgen. Laufzeit ca. 8 bis 12 Minuten pro Folge. Dann sehen wir erstmal, wie die Geschichte beim Publikum ankommt. Im Staffelfinale lassen wir die Möglichkeit die Serie fortzusetzen offen. Also kann es unter Umständen eine lange Serie werden.

 

 

Wo ist der Unterschied zwischen deiner Serie und kommerziellen Zombie-Serien und Filmen wie zum Beispiel THE WALKING DEAD?

Erstens: Es ist eine reine deutsche Serie, die in Hamburg und SH spielt.
Zweitens: Die Zombies stehen nicht im Vordergrund, sondern die Zombie-Jäger und ihre Geschichte /Geschichten. Hinzu kommt, dass es eigentlich ein Genremix ist. Ich würde sogar soweit gehen es Zombie Dallas/Denver zu nennen. Denn Politik, Macht und Intrigen spielen in dieser Serie eine sehr große Rolle. Und wir haben einen Helden, der eine Gabe hat, ähnlich wie die eines X – Man. Mehr verrate ich jetzt aber nicht. Guckt einfach und gut ist!

Wir hoffen, dass ab September die ersten Folgen laufen werden und es gibt keine wirkliche Premiere, sondern eher ein Preview für Cast, Crew und geladene Gäste. Dort zeigen wir dann die ersten drei oder vier Folgen, wie gewohnt im Burg Kino Uetersen.

Wie schafft man es trotz Familie und bürgerlichem Beruf nebenher Filme zu drehen? Und wie finanzierst du die Filme?

LEIDENSCHAFT heißt das Zauberwort. Ohne sie wäre das alles nicht möglich. Tja und finanzieren? Gute Frage. Privat, hier und da mal ein Sponsor und nach dem Motto eine Hand wäscht die andere, was leider heutzutage kaum noch jemand kennt.

Und viel Improvisation ist nötig, was ja einen guten Filmemacher eigentlich ausmacht. Man muss lernen mit den gegebenen Umständen klar zu kommen und da weiter zu machen, wo andere hinschmeissen würden.

Du machst ja gerne Premieren im Uetersener Burg Kino, wo der Eintritt dann komplett für gute Zwecke gespendet wird. Wie wichtig ist es dir, dass du mit deiner Leidenschaft zum Film auch noch was Gutes tust und wie suchst du dir aus, an wen du die Spenden geben wirst?

Das entscheide ich immer sehr spontan, wo halt Hilfe gebraucht wird. Bei BOND:RELOADED war es für die Kinderkrebs Station in Eppendorf, bei unserem Filmfest UNSCHÄRFE 2015 haben wir Sachgegenstände für die Flüchtlinge gesammelt. Dieses Jahr beim gleichen Filmfest, sammeln wir für Obdachlose, um ihnen ein schönes Weihnachtsessen zu organisieren.

Es gibt sicher einige die sagen, dass deine Werke Trash sind. Wie gehst du damit um?

Auf diese Frage zu antworten macht mir richtig Spaß. Kleines Beispiel: Deutschland gewinnt gegen die Ukraine 2 – 0. Es gibt nichts zu nörgeln, also suchen wir was. Jogi kratzt sich die Eier … Auweia. Leider ist es gerade in Deutschland zum Volkssport geworden, vieles schlecht zu reden und über andere ihre Erfolge freuen geht schon mal gar nicht. Lange Rede kurzer Sinn, die Leute, die das behaupten, gehen mir am Arsch vorbei. In erster Linie interessiert mich das Publikum im Kino und wenn die schmunzelnd, lächelnd und nicht gelangweilt nach dem Film den Kinosaal verlassen, dann habe ich gewonnen!

Du machst parallel zur Serie noch weitere Filmprojekte. Welche sind gerade in Produktion und was wird uns da erwarten?

Erwarten? Sehr viel. Storymäßig kack ich Hollywood zu. Nein im Ernst. Zwei Kurzfilme. SCHIZOPHONE mit Kai Svaennson Göhring in der Hauptrolle, der übrigens auch bei der ZJ Preview läuft. RADIO mit Rahel Leschnick in der Hauptrolle, der noch in der Postproduction ist und vorraussichtlich Ende des Jahres Premiere feiert. Unsere Mini Serie SO NAH UND DOCH SO FERN, die jetzt doch ein Spielfilm wird und für nächstes Jahr stehen STANLEY und ERSCHRECKT EUCH NICHT! in der Planung.

Also ich werde Euch noch eine lange Zeit Trash Filme abliefern.

Nun hast du die Gelegenheit, noch was loszuwerden, was dir besonders am Herzen liegt. Ich danke dir für das Interview und wünsche dir viel Spaß beim Drehen und viel Erfolg mit deiner Serie und deinen weiteren Projekten.

Äh ja. An alle Filmemacher da draußen, alt und jung, Profi, Semiprofi und Amateur, mit oder ohne Kohle, tut Euch und dem Publikum einen Gefallen: Langweilt es nicht und kommt vom Schema SISSI, WINNETOU, DER KOMMISAR und LÜMMEL VON DER LETZTEN BANK weg! Macht dann lieber mal einen trashigen Film! Und nehmt euch selbst nicht so ernst.

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