10 Fakten über Ennio Morricone

Der italienische Filmkomponist Ennio Morricone (*1928 Rom) hat während seiner Karriere für mehr als 500 Filme Musik komponiert. Bekannt wurde er mit den Soundtracks der Spaghetti-Western „Ein paar Dollar zu viel“, „Spiel mir das Lied vom Tod“ und anderen, mit denen er bis heute in Verbindung gebracht wird, obwohl sie nur acht Prozent seiner Arbeit ausmachen. Morricone ist bekannt für seinen avantgardistischen Stil mit Ecken und Kanten. kult-literaten.de hat 10 interessante Fakten zusammengetragen.

#1 Hineingeboren

Für Morricones Familie stand es außer Frage, dass Ennio Musik machen würde. Denn schon sein Vater Mario war ein angesehener Trompeter.

#2 Ausgezeichnet

Trotz seines enormen Outputs war Ennio Morricone nur fünf Mal für den Oskar nominiert und erhielt 2004 den Ehrenoskar. Dafür gewann er andere bedeutende Awards wie den Golden Globe, den BAFTA Award, David di Donatello, den ASCAP Award und einen Grammy.

#3 Stilentwicklung

In den 1960er und 70er Jahren suchte er sich gezielt hochwertige Independent-Filme ohne kommerziellen Anspruch aus und hatte so die Möglichkeit, mit Stil-Elementen zu experimentieren, die nicht dem Mainstream entsprachen und den Zuschauer zuweilen herausfordern konnten.

#4 Durchbruch

Die Arbeit mit Sergio Leone machte Morricone schließlich bekannt. Es entstand die Filmmusik zu „Für eine Handvoll Dollar“ (1964), „Für ein paar Dollar mehr“ (1965), „Zwei glorreiche Halunken“ (1965), „Spiel mir das Lied vom Tod“ (1968) und „Todesmelodie“ (1971).

#5 Drei

Markant ist die Art, wie die Musik in diesen Filmen aufgeteilt ist. Zuerst beginnt sie mit einem archaisch klingenden Segment, wofür nicht orchestrale Instrumente wie dem menschlichen Pfeifen, eine Maultrommel oder Percussion-Instrumente eingesetzt werden. Es erinnert an den Helden, der sein Leben einsam außerhalb der Gesellschaft fristet. Im zweiten Teil kommt dann eine E-Gitarre hinzu, die der Musik einen zeitgenössischen Anstrich gibt: Sex, Drugs and Rock’n’Roll. Im dritten Teil kommt dann das Streichorchester und ein Männerchor dazu, die den bürgerlichen Klassizismus und damit das Etablissement zitieren.

Ennio Morricone
Foto: Augusto De Luca, CC-Lizenz

#6 Eliminierung

Durch die Gegenüberstellung von primitiven Instrumenten wie der Maultrommel mit modernen Instrumenten und dem klassizistischen Orchester löst Morricone die Musik aus ihrem traditionellen Kontext und eliminiert die Merkmale der einzelnen Musikrichtungen, die für diese Instrumente sonst typisch sind.

#7 Bach

Mit der Titelmusik des Gangsterfilms „Der Clan der Sizilianer“ (Henri Verneuil, 1969) verarbeitet Morricone seine Distanzierung von der Kammermusik, indem er auf für Bach typische Modulationen zurückgreift. Sie basiert auf der Neunten von Johann Sebastian Bach, deren Hauptmotiv aus nur vier Tönen besteht. Darüber legt er ein sizilianisches Motiv und lässt die Melodien gegeneinander ankämpfen. Das es sich bei diesen vier Tönen um B, A, C und H handelt, ist kein Zufall, sondern eine Hommage an den Komponisten.

#8 Die Flöte

Während seiner Arbeit zu „Es war einmal in Amerika“ (Leone, 1984) war Morricone fasziniert von der Panflöte, die den Mittelpunkt des Stücks „Poverty“ bildet und immer wieder anders arrangiert im Film wiederholt wird.

#9 Höhepunkt

Bleibenden Eindruck hinterließ auch der Soundtrack von „The Mission“ (Joffé, 1986), der zahlreiche Künstler zu eigenen Interpretationen inspirierte.

#10 Kubrick

Gerne hätte Ennio Morricone mit Stanley Kubrick zusammengearbeitet, der ihm die Arbeit an der Musik zu „Clockwork Orange“ (1971) anbot. Doch nachdem Sergio Leone Kubrick am Telefon erzählte, dass Morricone parallel auch an seinem Film arbeite, meldete sich dieser, Kubrick, nie wieder beim Filmkomponisten.

Ein Bericht vom ehemaligen Blog kult-literaten.de

Titelbild: LucaChp, CC-Lizenz

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