Hochbrücke Brunsbüttel (D 2015, Karsten Wiesel)

Dass der erste Film, den ich auf dem Filmfest SH sehen sollte im Nachhinein ein Gewinner ist, hätte ich anfangs nicht gedacht. Die Hochbrücke Brunsbüttel ist in diesem akustischen Dokumentarfilm nicht nur Mittelpunkt sondern auch Hauptfigur. Aus unterschiedlichen Blickwinkeln zeigt Karsten Wiesel dem Zuschauer, womit die Brücke in ihrem alltäglichen „Leben“ in Berührung kommt. Autos, die sie überqueren. Boote und Schiffe, die unter ihr auf dem Nord-Ostsee-Kanal entlangfahren und Ingenieure, die die Brücke regelmäßig warten und prüfen.

Die Reise dieser Doku beginnt mit dem „auf der Brücke“, macht einen Halt und zeigt dann die Brücke und ihre Klänge von innen. Schließlich endet der Film mit einem Blick aus einem Auto.

Die Klänge der Brücke stehen dabei im Mittelpunkt, diese Doku kommt komplett ohne Text aus. Die meisten Töne sind dem Zuschauer bekannt, interessant wird es, wenn die Akustik aus dem Inneren der Brücke präsentiert wird. Da viele dieser Geräusche den meisten fremd sind, ist es oft schwierig zu verstehen, welche Aussage sie haben. Auch, war es an einer Stelle verwirrend, dass Bild und Ton scheinbar nicht zusammen passten. So an der Stelle, als Autos über die Brücke fahren und der Ton erst wesentlich später kommt.

Meiner Meinung nach waren einige Szenen zu langatmig, vor allem von der Innenansicht der Brücke. Ich hätte mir als Zuschauer Szenen gewünscht, die mir mit bekannten Bildern erklären, woher die unbekannten Geräusche kommen. Kommt das Surren von den Autos, von dem Wind oder woher genau?

Ein großer Pluspunkt sind die Bilder. Vor allem die Fahrt unmittelbar unter der Brücke. Das Ziel, die Brücke akustisch zu präsentieren und zu erzählen, welche Töne in und um die Brücke vorhanden sind, ist auf jeden Fall gelungen und bietet eine andere, interessante Herangehensweise für einen Dokumentarfilm.

Hochbrücke Brunsbüttel
Deutschland 2015
Regie: Karsten Wiesel
12 Minuten

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