JOLA – Kieler Spielfilm feierte Premiere im metro-Kino

Gar nicht verloren steht die junge Frau vor dem riesigen, grauen Vorhang des metro-Kinos in Kiel. Noch können nicht alle glauben, dass diese gerade 18jährige einen ganzen Spielfilm auf die Beine gestellt haben soll. Und das mit einem Mikrobudget von 1.500 Euro, gefördert durch den Landesverband Jugend und Film. Doch heute am 16. Juli 2016 hat genau dieser Film, genannt JOLA, Premiere.

Bericht und Bilder: Jessica Dahlke

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Auch ich bin gespannt und erinnere mich an den Winterabend im Januar 2015 zurück, als mir Hille Norden im Restaurant der Traum GmbH von einem Schülerprojekt erzählte, das sie in den Ferien umsetzen wollte. Niedlich war die Idee, mit 16 Jahren einen Kinofilm zu drehen. Und viele, sehr viele hatten nicht daran geglaubt, dass das funktionieren kann. Doch Hille zog ihre Idee durch und mobilisierte die Menschen um sich herum. Am Ende waren es wohl auch Profis wie Torben Sachert, die den Film mit möglich gemacht haben.

 

 

Doch was taugt das Erstlingswerk der als Poetry Slammerin bekannt gewordenen Hille Norden, das innerhalb von 14 Tagen gedreht wurde? Man muss liebenswerter Weise über einige Längen im Film hinwegsehen, die vor allem durch die viel zu langen Dialoge verursacht werden. Auch der Umstand, dass man aus Geld und Personalmangel keinen professionellen, dauerhaften Tonmann hatte, bricht an der ein oder anderen Stelle die kreativen und guten Bilder von Kameramann Hannes Gorrissen etwas auf. Doch mitgerissen wird der Zuschauer schließlich vom Mut der drastischen Darstellung, die die Hauptfigur Jola erst aus der Bahn und dann auf die Suche nach einem anderen Leben katapultiert. Regisseur Johann Schultz zeigt Händchen für eine ausgezeichnete Inszenierung trotz der Textlast, die ihm das Drehbuch aufgebürdet hat.

 

 

JOLA ist kein Meisterwerk, doch für ein so junges Team eine ordentliche Arbeit. Und das ist auch nicht das, was an diesem Abend gefeiert wird. Vielmehr ist es der Gedanke dahinter, dass man trotz aller Widerständen und fehlender finanzieller Unterstützung seine Visionen durchsetzen muss. Und wenn es nur darum geht zu zeigen, dass Kiel und Schleswig-Holstein eine verdammt rege und kreative Filmszene hat, die zusammen hält, wenn es drauf ankommt. Mit Fug und Recht darf man gespannt sein, was da noch kommen wird.

 

 

 

 

 

 

 

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