Musikrechte im Film

Musikrechte: Im musikalischen Rechtsdschungel mit Christian Füllgraf

Mit dem Workshop „Filmmusik und Recht“ unterstützen Christian Füllgraf und die Filmwerkstatt Kiel Filmschaffende aus Kiel und Umgebung. Ein Film ohne Musik, das ist für viele nicht vorstellbar. Doch wie kann man auf legalem Weg die Musikrechte für einen Film erwerben? Wir haben den Workshop besucht und  geben euch einige Tipps.

von Anna Lena Möller

Gefangen im Dschungel der Musikrechte

Wer Musik nicht selbst einspielen möchte, muss auf Datenbanken zurückgreifen. Das bedeutet einige Zeit und Geld zu investieren, um die richtige Musik zu finden und Einzellizenzen zu kaufen. Die generelle Unsicherheit im Umgang mit der rechtlichen Lage bei Musik,  lassen Filmemacher immer wieder davor zurückschrecken, Musik und Geräusche in ihre Filme einzuarbeiten.

Gut also, wenn es Angebote wie das des Rechtsanwaltes Christian Füllgraf gibt, um ein wenig Licht in den dichten Rechts-Dschungel der Filmmusik zu bringen. Der Workshop „Filmusik und Recht“ wurde von der Filmwerkstatt Kiel organisiert und ist für alle Film- und Medienschaffenden kostenfrei.

Musikrechte sind komplex

„Für Filmschaffende scheinen vor allem drei Fragen wichtig zu sein“, eröffnet Füllgraf den Workshop, „wie wird Musik für Filme produziert? Wem gehören die Rechte an der Musik? Und wie kann ich diese umgehen?“ Dieser Rote Faden ist natürlich nicht ganz ernst gemeint. Er umschreibt jedoch sehr genau das Gedankenbild einiger Filmemacher*innen, die bei der Musik möglichst Geld sparen möchten oder auch müssen.

Es folgt ein kompakter Überblick über die mehr als komplexe rechtliche Grundlage von Urheber- und Leistungsschutzrecht. An einem Song können bis zu sechs rechtliche Instanzen beteiligt sein. Dazu kommen Ausnahmen und Sonderfälle beim Musikrecht wie das Zitatrecht, unwesentliches Beiwerk, Open Access Musiken, verweiste Musikstücke und Musikstücke deren Schutz nach der 70 Jahre-Frist abgelaufen ist. In der Praxis bedeutet das oft eine Einzelfallentcheidung, eine generelle Daumenregeln gibt es nicht.

Hohe Strafen bei illegaler Verwendung von Musik

Anhand von Beispielen aus der filmischen Praxis der Teilnehmer zeigt Christian Füllgraf beispielhaft, wie die rechtliche Lage eines Musikstücks eindeutig geklärt werden kann. Auch auf Popmusik von den Beatles bis Miley Cyrus geht er ein. Wie sich zeigt, warten einige Stolpersteine auf dem Weg. Das man dabei um die GEMA nicht herum kommt, überrascht niemanden.

„Man muss sich im Klaren sein, welche Kosten auf einen Filmemacher zukommen, wenn das Recht an einem Musikstück nicht eindeutig geklärt ist“, sagt Füllgraf. Es sind bis zu 150 Prozent des Lizenzbetrags. Das kann schnell in die Höhe gehen: Dabei gilt je bekannter ein Song, je mehr er als Klassiker gilt, desto teuer ist die Verwendung in einem filmischen Produkt.

Im Verlauf des Workshops zeigt sich, wie sehr es sich lohnt, sich immer wieder mit den rechtlichen Grundlagen der Musikverwendung in medialen Produkten auseinander zu setzen. Christian Füllgraf kann mit seinem Workshop helfen. Also den nächsten in Kiel nicht verpassen.

 

Photo by James Stamler on Unsplash

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