Patrick Templin über sein Filmprojekt P.U.L.S.E.

Patrick Templin dringt mit seinem neuen Serienprojekt P.U.L.S.E. in die Untiefen der menschlichen Psyche ein. Wir haben ihm dazu einige Fragen gestellt und wollten von ihm wissen, was ihn an der Filmproduktion im hohen Norden reizt.

Interview von Kim Kevin Weinbach

Hallo Patrick, erzähl uns doch mal worum es bei P.U.L.S.E. eigentlich geht?

Erst einmal ist wichtig zu sagen, dass das Projekt als Serie gedacht ist. Unsere Hauptfigur ISI (gespielt von LIZ GREENE) hat schwere Schicksalsschläge zu erleiden. Sie wird von ihrem Partner mit ihrer besten Freundin betrogen, erleidet eine Fehlgeburt und fliegt von der Uni. Dann streiten sich ihre Eltern an ihrem Geburtstag und daraufhin entscheidet sie sich, sich das Leben zu nehmen. Sie wird jedoch von einem unbekannten Mann gerettet und überlebt den Zwischenfall. Um nicht in die geschlossene Psychatrie zu müssen, entscheidet sie sich an einer experimentellen Behandlungsstudie teilzunehmen, die sich P.U.L.S.E. nennt und von einem Doktor van Maast geleitet wird. Bei PULSE (also dem Prosocial Uniting Life Stabilization Experiment) sollen junge, suizidgefährdete und depressive Menschen in einem mehrstufigen Programm langsam wieder
gesellschaftsfähig gemacht werden. Leider geht jedoch einiges schief und schließlich geschieht auch noch ein Mord. Ich will jedoch nicht allzuviel verraten.

Der Trailer ist inzwischen international erfolgreich. Wo genau?

Da viele deutsche Festivals im Serienbereich immer nur screenen, wenn es bereits ganze Folgen gibt, habe ich mich dazu entschlossen, erst einmal nur auf internationalen Festivals einzureichen. Mittlerweile lief der Trailer schon in sovielen Ländern, z.B. Hollywood (iffnoho), England (TMC London Filmfestival), Transsilvanien, Ukraine. Weiterhin sind wir auf dem TMFF und kürzlich in Israel auf dem Near Nazareth Festival gelaufen. Beim Broken Knuckle Film Fest (Greetz to the Guys from BKFF) haben wir sogar den Preis für den „am meisten erregendsten“ Trailer gewonnen.

Du hast ja nicht nur Regie geführt sondern auch mehrere Posten bei der Produktion bekleidet. Was genau waren deine Aufgaben?

Ich habe zu dem Zeitpunkt des Drehs noch alles aus meiner eigenen privaten Tasche finanziert, wobei auch hierbei Liz (Hauptdarstellerin und Co-Autorin) einen großen Teil beigetragen hat. Ich habe insgesamt natürlich Regie geführt (unter super Unterstüzung meines D.O.P. Guido Möller) und war einer der Hauptproduzenten. Ebenso habe ich mit Liz Greene zusammen das Drehbuch zum Pilotspielfilm und weitere Drehbücher verfasst.

Zum Cast gehört ja u.a. auch Mika Metz (von dem ich ein riesiger Fan bin) ein sehr erfolgreicher Schauspieler, den viele aus „The Curse of Doctor Wolffenstein“ , „La Petite Mort 2“ , „Raw3“ und vielen anderen erfolgreichen Filmen kennen . Wie hast du es geschafft, ihn für die Rolle zu begeistern?

Ich hatte für den Dreh auf verschiedenen Plattformen nach Darstellern gesucht und Mika hatte sich dann auf mein Inserat hin gemeldet. Ich war auch erstaunt, dass er sich damals beworben hat. Wir haben dann ein paar mal telefoniert, da er ja in Mainz wohnt und ich in Flensburg und danach haben wir zusammen gedreht. Ich denke, dass ihm mein Script einfach sehr gut gefallen hat. Da wir uns von Anfang an sehr gut verstanden haben, war die Zusammenarbeit wirklich klasse. Mika ist ein einzigartiger Schauspieler und ich würde jederzeit wieder gerne mit ihm zusammenarbeiten.

Ihr habt bei der Produktion ja sehr viel Wert aufs Equipment gelegt. Womit habt ihr gedreht und warum gerade mit dieser Kamera?

Es war mir seit ich Filme mache immer wichtig, dass das Endprodukt qualitativ hochwertig aussieht. Ein sehr großer Teil des damaligen „Budgets“ (eigentlich Null, aber alles an
Kosten habe ich ja wie gesagt zu einem sehr großen Teil privat finanziert) ging deshalb in das Equipment. Wir haben sehr gute Kontakte zur Leitung der MBF in Hamburg. Daher habe ich einen kleinen Rabatt bekommen und es war insgesamt irgendwie stemmbar. Wir haben auf der Blackmagic Cinema Camera (in 2.5k) gedreht, hatten aber noch allerlei weiteres Equipment (Kran, Slider, Dolly, Stative, viel Licht, Tonkoffer etc.) dabei.

Warum habt Ihr in Schleswig-Holstein gedreht und wo genau sind diese beeindruckenden Aufnahmen entstanden?

Ich bin 2006 in den Norden eingewandert, wurde ordentlich eingenordet und seitdem liebe ich es. Es war für mich also von vorne herein klar, dass PULSE ein regionales Projekt wird. Die gesamte Dramaturgie ist auf die Locations abgestimmt. Ohne die Seebrücke in Scharbeutz und die tolle Reetdachkate bei Itzehoe wären die Bilder niemals so schön geworden.

Du bist ja Wahl-Flensburger, hast aber eine Produktionsfirma in Hamburg. Wie schaffst du den Spagat vom Hohen Norden in die Hafenstadt Hamburg?

Das ist tatsächlich oft sehr anstrengend. Man pendelt ständig hin und her und kommt nur selten zur Ruhe, und die wenige Freizeit die man hat, ist man oft trotzdem noch am Arbeiten. Ich mache das jedoch sehr gerne, weil ich auch beim Arbeiten abschalten kann. Allerdings habe ich mir vorgenommen im nächsten Jahr wieder zurückzukehren. Ich bin aber noch nicht sicher, ob ich nach Hamburg oder in den Speckgürtel ziehen werde, das werde ich dann im nächsten Jahr sehen.

Wie geht es weiter mit P.U.L.S.E.? Die Fans warten sicher schon gespannt.

P.U.L.S.E. ist eine der vielen Sachen, die aktuell auf dem Plan stehen. Wir sind momentan dran, die alten Aufnahmen nochmal neu auszuwerten. Dazu muss allerdings noch nachgedreht werden und das Ganze werden wir dann als Mini-Serie / Kurzfilm unter dem Namen „ISI“ veröffentlichen. Es wird dazu auf jedenfall noch Neuigkeiten auf unseren Social Media Kanälen und auf IMDB geben.

Gibt es neue oder weitere Projekte von dir, und wenn ja, was wird uns erwarten?

Aktuell ist Renés und mein letzter Kurzfilm TENSION (2016) auf nationaler und internationaler Festivaltour und wird auf einer DVD veröffentlicht, deren Erlöse an einen Verein für Kätzchen gespendet werden. Des Weiteren arbeiten wir an ISI (2016), wie oben schon kurz angespoilert. Wir haben auch die Distribution für DIE TOTE IM UNTERHOLZ (2015) übernommen, welche bald auf DVD in einer kleinen limitierten Auflage erscheinen wird. Was mich persönlich angeht so stecke ich gerade (zusammen mit unserer Firma Uprise Pictures) in der Vorproduktion für meinen Debütspielfilm REYES (2017). Ich möchte nicht allzuviel zum Plot sagen, aber wir werden diesmal in ein völlig neues Genre eintauchen und auch etwas mehr experimentieren. Es sind schon einige internationale und interessante Leute dafür im Gespräch und es sieht so aus als wird das eine sehr spannende Geschichte.

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