Sponsoring: Eine Sache der Glaubwürdigkeit

Am 18. August traf sich die Kieler Filmemacher-Szene wieder im Studio Kino am Dreiecksplatz, um sich über ihre Erfahrungen mit Sponsoring und Crowdfunding auszutauschen. Darunter etablierte Filmemacher, Studenten der CAU Kiel und der Muthesius Kunsthochschule sowie hauptberufliche Videoproduzenten.

Sponsoring ein wichtiges Mittel der Filmfinanzierung

Filme kosten Geld, das ist kein Geheimnis. Und wer nicht-kommerziell produziert, für den ist das eigene Werk oft ein Verlustgeschäft. Selbst wenn alle Beteiligten auf Gehälter verzichten und das Equipment vorhanden ist, müssen Kosten für Catering, Fahrten und die Anschaffungen von Ausstattung und Kostümen bedacht werden.

Dem Sponsor einen Mehrwert bieten

Bevor man jedoch losrennt und bei Sponsoren nach Geldern, Rabatten oder Sachgegenständen fragt, sollte man zunächst einen Mehrwert für den Sponsor finden, dem man ihm quasi im Tausch anbieten kann. Das können profane Dinge wie die Nennung im Abspann, in den sozialen Medien oder Pressetexten sein, aber auch komplexe Vereinbarungen wie die Verbindung des Films mit einer Veranstaltung, an der das Unternehmen beteiligt ist. Schnell stand beim Stammtisch die Frage nach der Einflussnahme im Raum. Die sei nach Erfahrung der Teilnehmer jedoch eher gering. Auch sollte der Sponsor zum Thema des Films passen und nicht ein Thema kritisieren, das Geschäftsinhalt des Unternehmens ist.


Karstadt Kiel als Sponsor von „An diesem Sonntag“

Der erste Kontakt

Zu Beginn der Sponsorensuche muss zunächst der richtige Ansprechpartner gefunden werden. Briefe und E-Mails an Generaladressen bleiben vor allem bei größeren Unternehmen meist unbeantwortet. Erste Anlaufstelle sind in der Regel die Pressestelle bzw. die Abteilung für Unternehmenskommunikation. „In jedem Fall ist der persönliche Kontakt immer die bessere Wahl“, erklärt Sigrun Benesch, die für Kaweh Kordounis „An diesem Sonntag“ Karstadt Kiel mit ins Boot holen konnte. Das Kaufhaus sponserte 2014 einen Großteil der Kostüme des Kurzfilms. „Nach einem Telefonat bin ich vom Filialleiter direkt eingeladen worden und habe ihm vor Ort unser Projekt vorgestellt.“ Als Gegenleistung wurde Karstadt als Hauptsponsor genannt und erhielt eine gesonderte Kampagne auf Facebook, Youtube, Google+ und Twitter in Form von Bildern, Berichten und einem Video. Product Placement fand nicht statt. Allgemein ist Product Placement ein schwieriges Thema, das beim Stammtisch leider unter den Tisch gefallen ist.

Crowdfunding ist kein Selbstgänger

Aller Anfang ist schwer und das gilt vor allem beim Crowdfunding. Viele Erstprojekte werden daher fast ausschließlich durch Freunde und Familienmitgliedern finanziert. Wer größere Projekte heben will, braucht eine bereits bestehende Fanbase, die mit aktivem Marketing und Social Media-Marketing vorher aufgebaut werden muss. Auch durch Pressearbeit können Fans akquiriert werden. Hier sollte der Fokus zunächst auf Lokalblätter liegen, da diese bei der Bevölkerung großes Vertrauen genießen. Zudem werden Projekte vor Ort gern unterstützt. Das wichtigste Erfolgsrezept bleibt jedoch Vertrauen, denn die Fans geben Geld für ein Produkt, von dem sie nicht wissen, ob es gut wird. Authentizität ist gefragt, genauso wie eine gut geschriebene (fehlerfreie) Projektbeschreibung und professionelle Bilder (Setfotos, Probeaufnahmen) sowie Videos. Image und Glaubwürdigkeit sind eben alles.

Habt ihr noch mehr Anregungen zum Thema Sponsoring. Dann schreibt uns eine Mail oder kommentiert diesen Artikel. Wir freuen uns auf euren Besuch beim nächsten Stammtisch.

Titelbild: Sven Uckermann

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