Verguckt im Kino

Verguckt im Kino – Das Kinoevent zum Verlieben

„Verguckt im Kino“ ist eine Veranstaltungsreihe im Studio Filmtheater am Dreiecksplatz, die inzwischen auch den Weg in andere Städte gefunden hat. Journalist und Filmemacher Sven Bohde kam vor etwa zwei Jahren zu den beiden Kinobesitzern des Studios und schlug ihnen vor, den Kinobesuch mit einem Abend für Singles zu kombinieren. Mit Erfolg. Inzwischen hat „Verguckt im Kino“ einige erfolgreiche Abende hinter sich und sogar eine queere Version für Schwule, Lesben, Bi-, Inter- und Transsexuelle gibt es inzwischen von „Verguckt“. Das Prinzip: Nach einem Kurzfilmabend mit Filmen, die sich rund um die Liebe drehen, treffen sich die Singles in der Bar des Studio Filmtheaters zum Flirten.

Bericht von Dorian Bøyesen

Am 21. September 2018 waren wir dann selbst mit von der Partie. Nach der Anmoderation von Sven Bohde lief Bus Story (Jorge Yúdice), ein wirklich süßer Liebeskurzfilm eines schüchternen Mannes, der im Bus täglich seine ersehnte Liebe sieht. Der Kurzfilm You And Me (Karsten Krause) zeigt die Liebe anhand der Zeit, die vergeht, als Portrait einer Frau. Monday – A German Love Story (Sophie Linnenbaum) beschäftigt sich mit der absurd-komischen Liebe von Klaus zu seinem Job, eine Persiflage auf die Vermächtnisstudie von DIE ZEIT, infas und WZB, laut der Menschen ihren Job als Erfüllung sehen, und manchmal höher werten als Familie.

 

Verguckt im Kino Kiel

Wenn Katzen Liebe machen

Der finnische Kurzfilm Treffit (übersetzt „Das Date“) von Jenni Toivoniemi handelt von der arrangierten Paarung von Show-Kater Diablo und einer Katze in bestem finnisch-subtilen Humor. Tinos Mutter ist außer Haus und so muss der 16-Jährige widerwillig die Besitzerin der weiblichen, besuchenden Katze empfangen. Nun hat diese erfahrene und trocken-witzelnde Dame ihre 25-jährige attraktive Tochter dabei, der die Geräuschkulisse sich paarender Katzen sichtlich unangenehm ist. Es klingt eben sehr brutal, was da im Nebenzimmer vor sich geht, und die Tochter hat sichtlich Angst um ihre Katze. So versucht Tino sie während eines Gesprächs auf dem Balkon bei einer Zigarette zu beruhigen, denn wenn Katzen Liebe machen, klingt es schonmal … animalisch.

Von Trennungen und schlechtes Dates

Sissi ohne Franz (Tim Garde) ist ein wirklich emotional-kompakter Kurzfilm über Trennung und wie man diese phasenweise verarbeitet. Sehr intensiv und philosophisch: sehenswert! Als Kontrast und im Anschluss sahen wir Debut – Love (Sylwia Rosak), in dem der 11-jährige Junge sich endlich traut ein Mädchen zu fragen, ob sie zusammen sein möchten. Der 6-sekündige Ultra-Kurzfilm Bad Date (Aaron Lampert)  zeigt ganz schlicht und einfach, wie ein schlechtes Date enden kann. Im Anschluss an diese Kurzfilmreihe ging es dann in die Bar des Studio Filmtheaters, wo sich die Gäste bei netten Gesprächen kennenlernen konnten. Ob jemand seine große Liebe gefunden hat, wer weiß? Sven Bohde erzählt, dass sich in Flensburg vor ein paar Monaten ein Seniorenpaar gefunden hat.  Schön ist diese Anekdote auf jeden Fall, genauso wie die Idee von „Verguckt im Kino“.

 

Sven Bohde

 

Eine wirklich nette Möglichkeit für Cineasten unbekannte Kurzfilme zu sehen und dabei, nebenbei, falls erwünscht, und vielleicht, das große Liebeslos zu ziehen. Der Eintritt kostet 10,- € Abendkasse oder Reservierung.

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