Die letzten Wikinger – Fischer in Norwegen

Inspiriert von Johan Bojers Roman über Fischer, die seit Jahrhunderten im Winter zu den Lofoten-Inseln fahren, um dort Kabeljau zu fangen, macht Polarforscher Arved Fuchs sich auf, die letzten Wikinger im hohen Norden aufzuspüren. Regisseur und Kameramann Tim Frank aus Hamburg begleitete für seinem ersten großen Dokumentarfilm den Polarforscher und seine Crew an Bord des Expeditionsseglers Dagmar Aaen mehrere Monate lang, um die letzten Wikinger zu porträtieren.

Bericht von Benjamin Bräuer

Eine gefahrvolle Vergangenheit

Mit Arvid Fuchs und der Crew begeben wir uns auf die Spuren der frühen Fischer und ihres gefahrvollen Kampfs mit den Elementen. Wir begegnen dem Bootsbauer Gunnar, der Boote auf traditionelle Weise fertigt und einiges über das beschwerliche Leben der früheren Fischergenerationen zu berichten weiß, für die der Tod auf See noch allgegenwärtig war. Der Fischer Roy klärt uns über das Gold des Meeres auf. Denn Norwegen hat die größte Stockfischproduktion der Welt.

 

 

Politische Herausforderungen

Auch geht der Film en Detail auf politische Herausforderungen hinsichtlich der Fischerei in Norwegen ein. Wir erfahren etwas über die Hintergründe zum Senknetzverbot in Norwegen und zur dortigen Pflicht, allen Beifang zu verwerten. Wir finden heraus, warum heute immer weniger norwegische Fischer immer mehr Fische fangen müssen und was für Auswirkungen auf die Fischpreise und die Zukunftsperspektiven der Fischer damit verbunden sind.

 

 

Voller Einsatz beim Dreh auf der Dagmar Aaen

„Die letzten Wikinger“ ist in jeder Hinsicht professionell gemacht, ganz im Stile einer hochwertigen TV-Dokumentation. Dabei waren die Drehbedingungen alles andere als einfach. Kälte, Dunkelheit, Wind und hohe Luftfeuchtigkeit sorgten für einen überaus fordernden Cocktail. So fand Arvid Fuchs im Anschluss an die Vorführung beim Filmfest Schleswig-Holstein besondere lobende Worte für Kameramann und Regisseur Tim Frank: „Es ist wirklich keine Selbstverständlichkeit, jemanden zu finden, der unter diesen Gegebenheiten … auch noch wirklich so arbeiten kann, und wenn man … sieht, wenn jemand dann bei diesem Wetter und Eis da oben in der Takelage rumturnt, um da irgendwo kleine Kameras, GoPros, irgendwie zu positionieren, dann guckt man schon hoch und sagt: ‚Hoffentlich geht das alles gut.‘ Aber auch irgendwo so dieser Respekt: ‚Donnerwetter! Der hat’s einfach drauf!‘“

 

 

Planung und Spontanität: eine Symbiose

Tim Frank erläuterte dem Publikum im prall gefüllten Saal, dass es zwar einen roten Faden gab, was man abfilmen und erzählen wollte, dass sich aber im Laufe der Reise vieles auch spontan ergeben habe und sich so beides, Planung und Spontanität, als elementar wichtig erweisen sollte.

 

Fazit

Wer gut gemachte Dokumentationen mag und vielleicht sogar noch eine Vorliebe für den rauen Charme Nordskandinaviens mitbringt, kommt bei den letzten Wikingern voll auf seine Kosten.

DIE LETZTEN WIKINGER – FISCHER IN NORWEGEN
Deutschland 2014
Kamera, Buch und Regie: Tim B. Frank
43 Min.

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